Monsutā

von Yunikon
GeschichteThriller, Schmerz/Trost / P18
Don Quichotte de Flamingo Marco der Phoenix Mr. Zero / Sir Crocodile Puma D. Ace / Gol D. Ace Sabo Trafalgar Law
15.06.2020
27.10.2020
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15.06.2020 1.282
 
Chirurg des Todes – dieser Mann war Chefarzt!

Wie die Polizei nun bekannt gegeben hat, wurde der Fall „Amor“ endgültig zu den Akten gelegt. Vor zwei Jahren (Bild berichtete, siehe Ausgabe 207) dominierte dieser Fall die Schlagzeilen und die Gedanken vieler Betroffenen.

Zur Erinnerung: Innerhalb eines Monats verschwanden mehrere junge Frauen, einige von ihnen wurden wenige Tage später tot aufgefunden. Der oder die Täter (damals war diese Information noch nicht ersichtlich) hinterließ keinerlei Spuren oder DNA, was die Aufklärung der Morde anfangs nahezu unmöglich machte. Nach und nach gelang es der Polizei Verbindungen zwischen den scheinbar willkürlich gewählten Opfern aufzubauen und durch einen wichtigen DNA-Fund einen ersten Verdächtigen auszumachen.

Im Laufe der Ermittlungen konnte die Polizei einen weiteren Verdächtigen ausmachen, dessen Handyortung sie schließlich zur Baroque Bar führte. Durch das schnelle und kompetente Eingreifen der Polizei wurde das Gebäude geräumt und die dortigen Angestellten, sowie die Gäste dieser Bar konnten festgenommen werden. Wie sich herausstellte, wurden die zuvor entführten jungen Frauen dort zur Prostitution gezwungen und erlitten starke Misshandlungen.

Die beiden Haupttäter und Besitzer dieses Bordells, Zero Crocodile und Don Quichotte de Flamingo, konnten damals entkommen und sind seitdem nicht mehr aufzufinden. Ein weiterer Komplize, welcher nach einer kurzen Untersuchungshaft jedoch wieder entlassen worden war, ist ebenfalls kurz nach Bekanntwerden der Taten spurlos verschwunden.

Wie sich nun herausstellte, handelte es sich bei diesem Komplizen um Trafalgar Law, Chefarzt der Heart-Klinik und weltweit angesehener Herzchirurg. Durch die Aussage eines der weiblichen Opfer (dessen Namen wir aus Sicherheitsgründen hier verschweigen) wurde Trafalgar damals wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Offenbar wurde er unter Androhung seines Todes, sowie des Todes besagten Opfers zu seiner Mitarbeit gezwungen - weswegen er einer Anzeige entgangen ist.

Kurz nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft verschwand Trafalgar jedoch spurlos, was durchaus Zweifel an seiner Unschuld aufwarf. Wie sich nun herausstellte, scheint er auch kein ungeschriebenes Blatt gewesen zu sein. Neuesten Erkenntnissen nach litt Trafalgar zur damaligen Zeit unter starken Depressionen und nahm zudem starke Antidepressiva ein. Bekanntermaßen führen solche Medikamente schnell zur Abhängigkeit, was auch bei Trafalgar schließlich zu einer Sucht führte.

Um weiterhin an Antidepressiva zu kommen, verschrieb Trafalgar sich selbst Rezepte und entwendete auch einige Medikamente aus dem Krankenhaus. Diese Taten blieben lange Zeit unentdeckt, bis das Krankenhaus vergangene Woche einen anonymen Brief erhielt. Der Brief enthielt eine genaue Dokumentation, zu welchem Zeitpunkt Trafalgar wann wie viele Dokumente entwendete, sowie Kopien der ausgestellten Rezepte.

Durch sein spurloses Verschwinden entgeht Trafalgar seiner Bestrafung, ebenso wirft es weitere Fragen bezüglich seiner Mittäterschaft im Fall „Amor“ auf. War er etwa doch an dem Fall beteiligt, ohne zu etwas gezwungen worden zu sein? Viele Fragen bleiben weiterhin offen, ebenso bleibt unklar, inwieweit sich die Medikamentensucht Trafalgars geäußert hat.

Die Heart-Klinik muss sich derzeit mit viel Kritik auseinandersetzen, immerhin war Trafalgar dort viele Jahre als Chefarzt angestellt. Ob Trafalgar auch Operationen unter Medikamenteneinfluss durchgeführt hat und ob etwaige Fehleingriffe dadurch verhindert werden hätten können, ist derzeit noch in Klärung.

Der wohl traurigste Fall handelt von der jungen Mia (13 Jahre), welche von Trafalgar am offenen Herzen operiert wurde. Durch Komplikationen während der OP gelang es dem behandelnden Ärzteteam leider nicht, das Mädchen noch zu retten und es verstarb an Herzversagen. Aktuell ist noch unklar, ob und inwiefern der Tod des Mädchens hätte verhindert werden können, doch trotzdem bleibt die Frage bestehen, ob Trafalgar eine gewisse Schuld trägt.



Schweigend gleiten deine Augen über den Zeitungsartikel, können nicht fassen, was dort über Law geschrieben wird. Eigentlich warst du auf dem Heimweg von der Arbeit, bist nur zufällig an dem Zeitungsständer vorbeigekommen, als dir auf einer der Titelseiten plötzlich Laws graue Augen entgegenstarrten. Ohne zu zögern hast du dir die Zeitung gekauft, hast kopfschüttelnd die Schlagzeile überflogen und dir dann den Artikel durchgelesen.

Dass die Geschichte mit der Medikamentensucht stimmt, weißt du, immerhin hat er dir das damals selbst erzählt. Aber dass er wirklich an dem Tod des jungen Mädchens Schuld haben soll, kannst du dir beim besten Willen nicht vorstellen. Law war ein ausgezeichneter Arzt, nicht umsonst war er weltweit angesehen und galt als bester Herzchirurg des Landes.

Wehmütig stopfst du die Zeitung in deine Tasche, viel zu lange hast du ihn nun nicht mehr gesehen. Auch wenn der Artikel Law als Komplizen und Mittäter beschreibt, zweifelst du keine Sekunde daran, dass er nicht freiwillig verschwunden ist. Du erinnerst dich noch gut daran, wie du damals im Krankenhaus lagst, als Penguin – Laws bester Freund und Anwalt – in deinem Zimmer auftauchte und dich fragte, ob Law denn noch nicht hier wäre. Sie waren zusammen in die Klinik gefahren und Law wollte dich eigentlich direkt besuchen, ist schon einmal vorgegangen, als Penguin noch kurz auf die Toilette gehen wollte. Jedoch ist er nie bei dir aufgetaucht.

Obwohl die Polizei das Gebäude durchsuchte, konnte der Schwarzhaarige nicht aufgefunden werden. Mithilfe der Überwachungskamera am Haupteingang konnte jedoch festgestellt werden, dass Law und Penguin das Krankenhaus tatsächlich gemeinsam betreten haben. Auf dem Video ist außerdem zu sehen, wie eine Krankenschwester mit langen schwarzen Haaren mit ihm spricht und sie anschließend gemeinsam den Aufzug betreten.

In welchen Stock sie gefahren sind oder wohin sie im Anschluss gegangen sind, konnte die Polizei jedoch nicht herausfinden. Sie stellte lediglich fest, dass die junge Frau keine Angestellte des Krankenhauses war und sie dort auch niemand kannte – ihre Identität ist bis heute ungeklärt.

Grübelnd setzt du deinen Nachhauseweg fort, viel zu oft hast du dir bereits deinen Kopf über Laws Verschwinden zerbrochen. Die große Befürchtung, welche dich von Anfang an beschleicht, macht dir bis heute Angst. Dass er sich erneut in den Fängen von Sir Crocodile und Sir Don Quichotte befindet.

Mit einem Kopfschütteln weißt du diese Gedanken von dir. Es bringt ja doch nichts weiter darüber nachzugrübeln und es verschlechtert nur deine ohnehin betrübte Stimmung. Wenig später erreichst du das Gebäude, in dessen ersten Stock sich deine Wohnung befindet. Du kramst deinen Schlüssel aus der Tasche und sperrst die Eingangstür auf, nimmst die Post aus dem Briefkasten und steigst die Treppen hinauf. Ein Gähnen unterdrückend sperrst du die Wohnungstür auf, streifst dir die Schuhe ab und legst die Post auf den kleinen Tisch neben der Garderobe.

„Hallo Schatz, Essen ist gleich fertig.“, ertönt die Stimme deines Freundes aus der Küche und du rufst eine kurze Begrüßung zurück. Nachdem du auch deine Jacke aufgehängt hast, nimmst du die Post und gehst ins Wohnzimmer, lässt dich dort auf die große graue Couch nieder und beginnst, die Briefe durchzusehen. Gegenüber von dir steht der Esstisch, welchen dein Freund bereits gedeckt hat und aus der angrenzenden Küche strömt dir ein köstlicher Geruch entgegen.

Der blonde Haarschopf deines Freundes taucht in der Küchentür auf und grinsend zwinkert er dir zu, bevor er sich mit einem kurzen „5 Minuten noch“ wieder an den Herd stellt. Ein kleines Lächeln schleicht sich auf dein Gesicht, bevor du dich wieder den Briefen widmest. Viel Spannendes ist ohnehin nicht dabei, zwei Rechnungen, ein Prospekt vom Supermarkt und ein unscheinbarer weißer Umschlag.

Skeptisch betrachtest du den Brief, er ist nicht frankiert und die Schrift, in der deine Adresse geschrieben ist, kommt dir ebenfalls nicht bekannt vor. Mit einem kleinen silbernen Brieföffner schneidest du den Umschlag auf und nimmst den Zettel heraus, welcher sich darin befindet. Schon als du den ersten Satz liest, beginnen deine Hände zu zittern und langsam faltest du den Brief auseinander, liest was dort in geschwungener Handschrift geschrieben steht.



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Einen wunderschönen Abend allerseits :3 nach drei langen Jahren melde ich mich mal wieder zurück - mit einer Fortsetzung meiner alten Geschichte "Murderer". Ich werde versuchen die Geschichte möglichst selbst erzählend zu schreiben, damit man den ersten Teil nicht unbedingt dazu gelesen haben muss.

Viel Spaß auf dieser kriminellen Reise und ich wünsche euch viele spannende und überraschende Wendungen :3
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