Lizzy - Sherlock Holmes fanfic

von zeja
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Mycroft Holmes OC (Own Character) Sherlock Holmes
15.06.2020
09.09.2020
38
107.632
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15.06.2020 2.702
 
Teil 1

***

Das erste Mal sah er Mary Elisabeth Strangerton an einem regnerischen Donnerstag im März. Es war einer dieser Tage an denen es kaum richtig hell wurde, aufgrund der dicken Wolkendecke die über den Ländereien um Crows Hill hingen. Durch das unangenehme Wetter hatte sich, allen Umständen zum Trotz, eine vierrädrige Kutsche, von zwei Pferden gezogen den Hügel nach Darkoaks hinauf geschlagen.
Sherlock hatte sie vorhin durch das Fenster gesehen, dass nach Süden hin aus dem Jungenschlafsaal abging. Mit schlammverschmierten Rädern war sie auf den Hof vor dem Haus gerollt und auf der dunklen Kutschwand prangte ein Wappen, dass Sherlock nicht kannte. Oder vielleicht hatte er es auch einfach nur nicht erkennen können – der Regen war so dicht, dass sie die Sicht schon auf wenige Meter erschwerte.
Sofort hatte Sherlock sich gefragt, was es damit auf sich hatte. Die Darkoaks Schule bekam nicht oft Besuch. Gelegentlich schauten Geistliche bei ihnen vorbei und manchmal kam auch ein Vorsitzender zu ihnen, ein Dezernent, der den Unterricht dann für eine Weile überwachte und beurteilte. Aber Sherlock konnte sich kaum vorstellen, dass einer von ihnen an einem Tag mit so furchtbarem Wetter freiwillig sein gemütliches Haus verlassen würde, nur, um das Risiko einzugehen, dass ihm der schwere Sturm einen Baum auf das Dach seiner Kutsche krachen ließ.
Mit ihrer Neugierde mussten er und die anderen Jungen warten, bis zum Abendessen. Das wurde, wie immer, in einem großen Saal im Erdgeschoss eingenommen, indem sich alle Schüler, egal welchen Alters und welcher Stufe, sowie auch die Lehrer der Schule einfanden. Weil es draußen so dunkel war und zu dieser Zeit auch bereits die Sonne unterging, hatte man die Öllampen entzündet, die ein schummriges Licht über die mit Kindern gefüllten Bänke warfen. Die Hauptlichtquelle war jedoch der Kamin, der am anderen Ende des Raumes, da, wo die Lehrer saßen, in die Wand eingelassen war und in dem ein wärmendes Feuer prasselte.
Vor allem die jüngeren Kinder liefen als allererstes nach vorne, um sich daran die Hände zu wärmen. Doch als die Gruppe vor dem Feuer immer größer wurde, scheuchte Mr. Gregory sie streng zu ihren Plätzen.
Auch Sherlock ließ sich auf einer der Bänke nieder. Er saß weit vorne im Raum, zum Teil, um möglichst viel von der Wärme des Kamins abzubekommen. Die ältesten Schüler saßen zumeist links im Saal – wobei es keine feste Sitzordnung gab und sich die Gruppen daher leicht vermischten.
Ein paar gleichaltrige Jungen saßen in seiner Nähe, doch Sherlock sprach nicht mit ihnen. Wie nicht wenige andere verbrachte er seine Mahlzeiten schweigend, alleine und mit dem Blick auf seinen Teller gerichtet. So tat man es hier, wenn man nicht riskieren wollte, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Privileg der Beliebtheit war eines, dass nur wenigen vorbehalten war und Sherlock, der schon immer ein eher schweigsamer und kühler Junge gewesen war, genoss es mit Sicherheit nicht.
Schließlich hatte jeder einen Platz gefunden. Durch die Seitentüren traten die Hausmädchen ein, jedes von ihnen mit einem großen Topf bewaffnet. Andere trugen auch Krüge, oder Bretter mit geschnittenem Brot. Alles wurde vor ihnen auf den langen Tischen verteilt und die Ersten seiner Mitschüler wollten schon danach greifen.
„Ich möchte noch um einen Moment Geduld bitten!“
Direktor Falkins Stimme hallte in einem tiefen Basston durch den Raum und schaffte es so, ohne jedwedes Verstärkungsmittel, die Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen.
Der Direktor, so hochgewachsen und gut gebaut, dass er ebenso gut als Captain in der Armee hätte durchgehen können, stand von seinem Stuhl auf. In seiner aufrechten Haltung überragte er jeden der anderen Lehrer um mindestens einen Kopf und nun, wo er als einziger im Raum auf den Füßen stand, wirkte er wie eine große, bedrohliche Statur, die auf sie alle hinabblickte.
Die Bänke knarzten, als die Schüler sich erhoben, dann legte sich rasch Stille über den Raum. Wenn der Direktor sprach, galt es, den nötigen Respekt aufzubringen.
„Bevor wir alle dankbar das uns zubereitete Mahl genießen werden“, fing er an und Sherlock meinte, einen leichten Hauch von Sarkasmus aus Falkins Stimme herauszuhören „möchten wir ein neues Mitglied an unserer Schule willkommen heißen.“
Aufgeregtes Murmeln erhob sich im Saal und auch Sherlock, der den Ereignissen in dieser Schule sonst recht gleichgültig gegenüberstand, lehnte sich neugierig in seinem Stuhl nach vorn. Das Essen, auf dass er sonst den gesamten Nachmittag lang hinarbeitete, war vergessen.
Direktor Falkins bedeutete ihnen mit einer Geste, ruhig zu sein. Sherlock fiel auf, dass er merkwürdig gestresst wirkte, noch mehr als sonst, wenn nicht sogar… Ja, konnte es sein, dass der Mann erschöpft war? Auf jeden Fall blickte er erst hilfesuchend zu seinen Kollegen, bevor er weitersprach. So, als müsste er darüber nachdenken, ob er die folgenden Worte wirklich aussprechen solle.
Augenblicklich steigerte sich Sherlocks Neugier ins Unermessliche.  
„Vorab möchte ich sagen, dass dies eine ungewöhnliche Situation sein wird, an die wir uns alle ein wenig anpassen müssen“, fuhr er fort. „Ich bin sicher, dass wir uns gewissen Schwierigkeiten gegenüberstehen sehen werden und bitte sie alle, Rücksicht zu nehmen.“
Die Jungen sahen sich verwirrt an. Wovon sprach der Direktor?
Auch Sherlock wusste es nicht, doch ihm war klar, dass sie nicht einfach nur einen neuen Schüler oder Lehrer bekommen würden; irgendetwas an ihm musste besonders sein. Vielleicht hatte er irgendeine Form von Beeinträchtigung?
Der Direktor kratzte sich verlegen an dem mit schütterem Haar bedeckten Kopf, dann räusperte er sich laut.
„Wären Sie so gut?“ bat er niemand bestimmten.
Mr. Higgins, der am Rand des Lehrertisches saß, erhob sich und trat an eine der Seitentüren heran, die von der Spitze des Raumes abgingen.
Er öffnete sie und zog die Person, die offenbar dahinter gewartet hatte, in den Raum. Zuerst sah Sherlock nur Mrs. Thompson, eine von den Bediensteten des Hauses. Doch hinter ihr, im Schatten des Türrahmens, stand noch eine weitere Person.
„Miss Strangerton wird von nun an diese Schule besuchen“, erklärte Falkins, während die beiden Neuankömmlinge ins Licht des Raumes eintraten. „Sie wird mit Ihnen gemeinsam am Unterricht teilnehmen und ihren Schlafsaal teilen. Natürlich werden wir für bestimmte… Gelegenheiten gewisse Extraregelungen treffen…“
Der Direktor redete beklommen weiter, doch kaum jemand im Raum hörte ihm noch zu. Stattdessen blickten sich die Jungen verwundert an, tuschelten und zeigten auf den vorderen Teil des Saals.
Sherlock beteiligte sich nicht an dem Getuschel, doch er starrte die Person, die nun vor ihnen am Lehrertisch stand, ebenfalls mit großen Augen an. Der Rest der Welt rückte an Bedeutung zurück, und die Stimmen, die von außen an sein Ohr drangen, waren auf einmal nur noch als Rauschen zu vernehmen. So fasziniert von dem Anblick, stellte sich die Erkenntnis über das totale Ausmaß der Situation bei ihm erst ein paar Sekunden später ein, als bei den anderen Jungen.
Denn vor ihnen, auf dem Podest, dass den Lehrertisch um ein paar Zentimeter von der Ebene der Schüler erhob, stand ein Mädchen! Ein Mädchen, hier an ihrer Schule!
Sherlock konnte es nicht fassen. Darkoaks war seit jeher eine Institution für Jungen. Er glaubte nicht, dass in diesen Räumen je Frauen gewandert waren, von den Hausmädchen einmal abgesehen. Niemals hatte es eine weibliche Lehrkraft, oder gar eine Schülerin gegeben!
Verblüfft betrachtete Sherlock sie genauer: Sie trug einfache Kleidung, die vom Regen draußen noch nass war: Ein grünes Kleid, darunter eine Bluse und adrette Damenschuhe mit kleinen Absätzen. Teuer und von guter Qualität, jedoch einfach gehalten. Er sah den Schlamm am schwarzen Leder der Schuhe, der auch den unteren Saum ihres Rockes besudelt hatte und der bereits eingetrocknet war – bis auf einer dünnen Schicht, die sie sich eben auf dem Weg ins Haus zugezogen haben musste. Es musste also auch an ihrem Abreiseort geregnet haben, die Fahrt allerdings lange genug gewesen, damit der Schlamm hatte fest werden können.
Ihr dunkles Haar war zu einem Dutt zurückgebunden. Sherlock bemerkte sofort die markante Form ihrer Wangenknochen, die durch die Frisur betont wurde, die weiche Linie ihres Kinns, die hohe Stirn und die vollen Lippen…
Etwas hatte sie an sich, sodass Sherlock den Blick nicht von ihr abwenden konnte. Waren es die Augen? Selbst in dem dunklen Licht konnte er erkennen, dass sie von einem kräftigen Grün waren. Ein starker Ausdruck lag darin, etwas Eigensinniges, dass Sherlock nicht sofort benennen konnte. Unbeeindruckt starrte sie über die Köpfe der Schüler hinweg, mit einer solchen Ausdruckslosigkeit, dass sie beinahe an Arroganz glich.
„Das hier ist Mary Elisabeth Strangerton“, erklärte Falkins in förmlichem Tonfall. „Sie ist bisher auf mehrere Mädchenschulen in Surrey gegangen, doch es hat sich herausgestellt, dass man ihren Ansprüchen dort nicht… gerecht werden konnte.“
Die Art, wie der Direktor dies sagte, ließ Sherlock vermuten, dass mehr dahinter lag, doch zur Enttäuschung aller, vertiefte Falkins das Thema nicht weiter.
„Ich erwarte, dass Miss Strangerton herzlich und respektvoll von euch aufgenommen wird“, wies Falkins die Schüler an. „Und nun widmen wir uns dem Abendessen.“
Er bedeutete allen, sich zu setzen und schien dabei selbst froh, die Sache fehlerfrei über die Bühne gebracht zu haben.
Immer noch von dem Anblick gebannt, beobachtete Sherlock das Mädchen. Mary Elisabeth drehte sich um und warf dem Direktor einen fragenden Blick zu. Die Bewegung legte einen Teil ihres Halses frei und Sherlock bewunderte die helle Haut, auf der sich deutlich ein paar dunkle Strähnen Haar abhoben, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatten.
Der Direktor bedeutete ihr, sich zu setzen und sie wandte sich wieder den mit Schülern besetzten Tischen zu, um nach einer freien Stelle zu suchen. Es kam Sherlock wie ein Wunder vor, dass sie sich in seine Richtung wandte und auf ihn zuging. Vermutlich lag es daran, dass Sherlock ein wenig abseits von den anderen Schülern saß und neben ihm eine Menge Platz war. Genau genommen kam sie auch nicht auf ihn zu, sondern steuerte zielstrebig auf den eine Stelle am Tisch zu, die ihm gegenüberlag. Nicht direkt, und weit genug von den anderen entfernt, sodass sie sich nicht mit ihnen würde unterhalten müssen.
Um ihn herum scharrte und klapperte es, als die anderen Jungen begannen, ihre Schüsseln zu füllen. Das Geräusch riss Sherlock aus seiner Trance und er bemerkte, dass er das Mädchen immer noch anstarrte. Schnell griff er nach seiner Schüssel und blickte sich suchend nach dem am nächsten gelegenen Topf um.
Außer ihm schien sich jedoch keiner um Diskretion zu kümmern. Sie alle starrten Mary Elisabeth offen an und Sherlock konnte bei den meisten geflüsterten Konversationen heraushören, dass sie sich um ihre überraschende Erscheinung drehten.
Das Mädchen ignorierte all die Blicke und richtete ihren stur geradeaus. Sherlock war nicht sicher, ob er zufiel darin hineininterpretierte, doch er fand, dass etwas Erhabenes und Stolzes in ihrem Ausdruck lag.
Als die anderen sich fertig aufgetan hatten, griff Sherlock nach der Kelle und häufte sich eine Portion Eintopf in seine Schüssel. In der von Gemüse und Lauch gefüllten Brühe schwamm kaum ein Stück Rindfleisch. Doch er beschwerte sich nicht darüber.
„Soll ich dir auch etwas geben?“
Die Frage rutschte ihm einfach so heraus, ohne darüber nachzudenken. Er hatte noch nie jemandem von seinen Freunden angeboten, seinen Teller für ihn zu füllen. Andererseits hatte er hier in Darkoaks eigentlich auch keine nennenswerten Freunde.
Das Mädchen sah ihn überrascht und aufmerksam an, dann schob sie ihm ihren Teller entgegen.
„Danke“, sagte sie, als Sherlock ihn ihr zurückgab.
Doch anstatt zu essen, nahm sie lediglich den Löffel in die Hand und starrte auf die dunkle Brühe hinab.
„Schmeckt gar nicht so übel“, kommentierte er und nahm sich etwas Brot.
Es stimmte. Darkoaks war eine erlesene Schule und auch, wenn das Essen meist ungewürzt und eintönig schmeckte, war es sättigend und bestand nicht aus den Resten irgendwelcher Schlachtabfälle. Und wenn man gesamten den Tag über arbeitete und Denkaufgaben bewältigte, wurde man so hungrig, dass man nicht zweimal über das nachdachte, was auf den Tisch kam.
Mary Elisabeth Strangerton schien die Sache jedoch anders zu sehen. Vorsichtig rührte sie mit dem Löffel in dem Eintopf herum, ohne jedoch etwas davon zu essen.
„Bist du gar nicht hungrig?“ fragte er vorsichtig.
Sie zuckte nur die Schultern.
„Du bist mehrere Stunden gefahren“, fuhr Sherlock fort, „und ihr habt keine Pause gemacht, um das Lunch einzunehmen.“
Sie hob den Kopf, nur, um ihn mit hochgezogener Augenbraue anzusehen.
Sherlock wurde rot. Er wusste längst, dass seine kleinen Bemerkungen bei den anderen Menschen meist nicht besonders gut ankamen. Sie waren der Grund dafür, dass die anderen Jungen in seinem Schlafsaal Abstand zu ihm hielten und manchmal hinter vorgehaltener Hand über ihn lachten. Die Lehrer hingegen schimpften ihn, weil sie fanden, Sherlock sei zu sehr von sich selbst überzeugt. Immer, wenn er seinen Überlegungen freien Lauf ließ, richtete er damit nur Schaden an.
Er senkte den Blick und begann damit, seinen Eintopf, der eigentlich mehr eine Suppe war, zu löffeln.
„Wie hast du das erraten?“
Wie von allein schnellte Sherlocks Kopf wieder nach oben und er betrachtete das Mädchen ihm gegenüber. Er bemerkte, dass sie ein wenig mehr in seine Richtung gerückt war, sodass sie sich nun genau gegenübersaßen.
„Ähm“, machte Sherlock und verschluckte sich beinahe. „Ich habe es nicht erraten, sondern gesehen“, sagte er dann. „Der Schlamm an deinem Rock“, sagte er erklärend und deutete unter den Tisch. „Wärt ihr nicht so lange unterwegs gewesen, wäre er noch nicht getrocknet. Und ihr könnt dementsprechend auch nicht unterwegs angehalten haben.“
Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum und Sherlock beobachtete die Geste fasziniert.
„Vielleicht hatte ich ja Brote mit dabei“, warf sie dann ein.
Herausfordernd legte sie den Kopf schief.
Sherlock, der überrascht war, dass sie sich auf sein Spiel einließ, richtete sich auf.
„Aber du hast die Nacht in einer Gaststätte verbracht“, widersprach er. „Das Hemd und das Kleid hast du gestern schon getragen. Und wenn du in einer Gaststätte gewesen bist, kann dir deine Haushälterin auch keine Brote zubereitet haben.“
Kurz sah sie ihn neugierig an.
Sherlock der das Gefühl hatte, ihrem intensiven Blick nicht standhalten zu können, ohne erneut rot zu werden und sich so vollends zu blamieren, wandte sich wieder seinem Essen zu. Kurz schaute er zu den anderen, um zu sehen, ob sie ihre merkwürdige Unterhaltung bemerkt hatten. Doch obwohl immer noch vereinzelte, neugierige Blicke zu Mary Elisabeth hinüber wanderten, war der Geräuschpegel inzwischen zu einer normalen Lautstärke angeschwollen und keiner schien dem, was sie sagten, besondere Beachtung zu schenken.
Auch das Mädchen blickte sich rasch um, was ihm zeigte, dass sie sich der Aufmerksamkeit bewusst war.
Sherlock überlegte fieberhaft. Er war eigentlich kein gesprächiger Junge, doch er wollte die Unterhaltung mit ihr unter keinen Umständen abflauen lassen.
„Warum haben sie dich aus deiner alten Schule geholt?“ fragte er.
Doch schon immer nächsten Moment biss er sich auf die Zunge. Das war nicht besonders gut gewesen. Der kalte Blick, den sie ihm schenkte, bestätigte seine Befürchtung.
„Das geht dich nichts an“, sagte sie und Sherlock schrumpfte auf seinem Platz zusammen.
Vermutlich war es besser, wenn er jetzt die Klappe hielt. Aus irgendeinem Grund war es ihm wichtig, sie nicht noch einmal vor den Kopf zu stoßen.
Sie aßen schweigend weiter. Der Raum um sie herum war von hellem Stimmengewirr gefüllt.
Immer wieder warf Sherlock dem Mädchen verstohlene Blicke zu. Wie immer versuchte er, etwas über sein Gegenüber und das Leben, das es führte, herauszufinden. Er bemerkte ihre gepflegten Hände, sah, dass das Kleid mit kleinen, eleganten Spitzenrändern versehen war und dass auf der Brosche, die sie trug, ein Wappen imprägniert worden war – dasselbe, wie auf der Kutsche?
Sie kam ganz sicher aus einem wohlhabenden Haushalt. Doch was tat sie dann hier, an einer Schule für Jungen? Man hätte doch einfach einen Hauslehrer für sie engagieren können, wenn ihre Eltern Wert auf ihre schulische Ausbildung legten. Und was hatte sie wohl angestellt, dass man sie von mehreren Mädchenschulen genommen hatte, ungeachtet des Geldes, dass ihre Eltern ganz eindeutig besaßen?
Es gab nur eine Sache, die Sherlock mit Sicherheit sagen konnte, und die er an Mary Elisabeth Strangertons Gesichtsausdruck ablesen konnte: Sie wollte ganz bestimmt nicht hier sein.

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Hallo, meine Lieben!
Das erste Kapitel meiner ersten Story hier! Bin gespannt, wie es euch gefällt.
Ich werde mir Mühe geben regelmäßig zu updaten, in der Regel müsste alle paar Tage ein neues Kapitel kommen, mindestens aber einmal die Woche.
Die Story wird ein wenig länger, ich denke, dass sie am Ende mindestens dreißig Kapitel umfasst. Slow Burn, ihr müsst also ein wenig Geduld haben :)

Lasst gerne ein Review da,
eure zeja!
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