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Camp of the Lost

GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Chris "The Lord" Harms Class Grenayde Gared Dirge Niklas 'Nik' Kahl Pi Stoffers
15.06.2020
23.09.2020
7
15.422
3
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15.06.2020 2.215
 
Hallo ihr Lieben!

Ich starte hiermit einen Versuch und füttere dieses Fandom mit dem Projekt 'Zeltausflug', welches ich im Forum gefunden habe.

Wie das bei Projekten so üblich ist, gab es auch hier einige Anforderungen, die ich während dem Schreiben zu beachten hatte.

Diese erste Aufgabe war es, eine Liste mit sieben Personen zu erstellen, die an dem Zeitausflug teilnehmen. Meine Liste lautet wie folgt:

1. Niklas Kahl
2. Bengt Jeaschke
3. Scarlet Dorn
4. Gerrit Heinemann
5. Klaas Helmecke
6. Chris Harms
7. Pi Stoffers

Mit Hilfe dieser Liste ließen sich die kleinen Vorgaben für jeden der sieben Camping-Tage prima erledigen.

Jetzt möchte ich Euch nicht länger warten lassen - viel Spaß mit dem ersten Kapitel! <3


Greets

Alea





~~~

->Tag 1: Die Gruppe kommt im Wald an und baut ihre Zelte auf, dabei fällt 3 auf das er/sie seinen/ihren Schlafsack vergessen an. 5 bietet ihm/ihr an seinen/ihren Schlafsack zu teilen. Wie wird 3 reagieren? <-

Kapitel 1
Tag 1: Angekommen



Mit dem üblichen Rattern erreichte die Hamburger Hochbahn U1 die Endstation in Ohlstedt. Auffordernd und mit einem deutlichen Überschuss guter Laune klatschte Klaas Helmecke in die Hände, ehe er seinen schweren, vollgepackten Outdoorrucksack auf die Schultern nahm.
„Jo, los geht’s Freunde! Eine ereignisreiche Woche steht uns bevor!“ rief er voller Tatendrang. Somit war er der Erste, der mit einem heiteren Grinsen im Gesicht aus der Bahn stieg und auf dem Bahnsteig auf den Rest der Gruppe wartete.
Chris ‚the Lord‘ Harms kam als zweiter aus der Bahn und sah sich verwundert um, ehe er seine Brille mit den rosaroten Gläsern ordentlich zurück auf die Nase schob.
„Also, ich weiß ja nicht… aber den Wald habe ich mir anders vorgestellt.“ meinte er mit gespielter Ratlosigkeit, „Ehrlich gesagt hatte ich mit mehr Grün gerechnet und mit Bäumen und so einem Zeug.“
„Das kommt noch.“ gab Klaas amüsiert zurück, „Zu jeder Zeltparty gehört auch eine ordentliche Wanderung. Wir sind also längst nicht am Ziel.“
„Oh, jetzt komm schon, du Feigling!“ ertönte es aus der stehenden Bahn. Scarlet Dorn, die überraschender Weise sofort der Erlebniswoche zugestimmt hatte, noch bevor sie überhaupt wusste, was genau geplant wurde, zog Gerrit entschlossen mit sich. Der Keyboarder verzog schon jetzt angewidert sein Gesicht und jammerte: „Im Wald, da gibt es achtbeinige Monster, die mich nachts ganz gewiss auffressen oder gar bei lebendigem Leib einspinnen werden!“
„Jetzt stell dich hier nicht so an, Gerrit Heinemann!“ schimpfte Scarlet empört, „Bin ich hier die Frau, alleine unter sechs Männern im Wald oder bist das du?!“
Aus einer Tür weiter vorne sprangen giggelnd und kichernd Bengt Jäschke und Pi Stoffers aus dem Zug. Auch die beiden waren vollbepackt mit großen Wanderrucksäcken und einigen Taschen.
„Hey, Jungs!“ rief es verzweifelt aus der Bahn, „Soll ich den Kasten Bier etwa alleine tragen?!“
Niklas Kahl war der letzte der Gruppe, der ausstieg und den Jungs einen Kasten Bier vor die Füße stellte.
„Wer Trinken will, der muss auch tragen können.“
„Hey, Klaas!“ rief Pi seinem besten Freund zu, „Du willst auch was davon, also beweg jetzt deinen Arsch hier her und hilf mit!“

Chris, Gerrit, Klaas, Niklas und Pi spielten gemeinsam in der Band Lord of the Lost, die in den Szenen rund um den Gothic- und Metalbereich herum wohlbekannt war. Aus irgendeiner Bierlaune heraus, kam Klaas eines Abends im Studio auf die glorreiche Idee, doch mal etwas zum Thema Teamwork zu unternehmen. Sein Vorschlag traf auf die große Zustimmung aller Beteiligten. Scarlet, die an jenem Abend ebenfalls vor Ort gewesen war, weil sie gemeinsam mit Chris an neuen Songs bastelte, war von der Idee sehr angetan. Sofort hatte sie dem Bassisten von Lord of the Lost versprochen: sie war dabei, ganz gleich was auch geplant wurde. Mitgehangen, mitgefangen – das galt wohl nun für Bengt, der sowohl Gitarrist bei Scarlet Dorn als auch Crewmitglied von Lord of the Lost war. Und so hatte sich schnell ein kleines, aber durchaus feines Trüppchen gebildet, die gemeinsam irgendetwas erlebnisreiches, was zudem das Miteinander der Gruppe stärkte, unternehmen wollten.
Dass die ganze Idee ausuferte, war so nicht geplant. Eigentlich hatte man sich in der Gruppe zusammengesetzt und darauf geeinigt, ein Seminar an einem sportlichen Berufskolleg zu machen, welches sogar einen eigenen Hochseilgarten betrieb. Aufgrund terminlicher Schwierigkeiten fand man aber nie einen geeigneten Zeitpunkt, an welchem sowohl alle sieben Freunde als auch die Verantwortlichen der Sportschule Zeit hatten. Und so kam Nik auf die Idee, dass man doch einfach irgendwo ein Wochenende über Zelten gehen konnte. Das allerdings war gar nicht so einfach, schließlich war Wildcampen irgendwo mitten im Wald in Deutschland verboten. Außer, man hatte Glück und war zufälligerweise mit einem Förster befreundet, so wie es Klaas war. Letztendlich war er alleine der Schuldige, weshalb die sieben Freunde nun die nächsten sieben Tage im Wohldorfer Wald zelteten.

„Wir zelten nicht, wir biwakieren!“ stellte Klaas noch einmal klar, „Das bedeutet, keine geräumigen Zelte. Wir machen uns unseren Unterschlupf selbst.“
Noch immer strotzte der Bassist nur so von Tatendrang, während die anderen nach dem doch etwas längeren Fußmarsch ihren Blick durch die Umgebung der Waldlichtung schweifen ließen.
„Ich finde das blöd.“ jammerte Bengt, „Wieso konnten wir nicht wenigstens ein richtiges Zelt mitnehmen? Was, wenn das Wetter umschlägt?“
„Also, wenn’s richtig scheiße wird, dann bin ich eh raus.“ sagte Chris ernst, „Frieren geht bei mir gar nicht.“
„Habe ich das richtig verstanden?“ fragte Gerrit nervös, „Wir zelten im Wald ohne Zelte, also schlafen wir direkt unter freiem Himmel, wo alle Viecher wie Käfer und Spinnen über mich und in mich krabbeln können?!“
„Oh, Gerrit! Die werden dich schon nicht auffressen!“ gab Scarlet meckernd zurück.
Klaas schlug derweil seine Hände über dem Kopf zusammen. Er war noch nicht einmal fertig mit seiner Erklärung, trotzdem begann das große Nörgeln.
„Ihr habt doch alle die Liste in der Gruppe gesehen, oder?“ fragte er mit einem verzweifelten Unterton in die Runde. Das Kopfnicken aller, bestätigte das.
„Dann habt ihr euch auch alle die Dinge besorgt, die ich euch aufgelistet hatte?“ nun klang Klaas sehr vorsichtig. Grundsätzlich ging er immer davon aus, dass mindestens einer nicht das besorgt hatte, was eigentlich zu besorgen gewesen wäre. Doch ganz zu seinem Erstaunen nickte wieder jeder seiner Freunde zustimmend, sogar Gerrit.
„Gut.“ entwich es dem Bassisten beruhigt, „Dann habt ihr alle mindestens zwei Biwak-Unterlagen dabei, richtig?“
„Ich habe sogar vier und noch eine Isomatte zusätzlich mitgenommen.“ sagte Chris, „Wenn ich das hier schon mitmachen muss, dann will ich gefälligst nicht frieren.“
„Ich habe auch mal eine Unterlage mehr mitgenommen.“ sprach Niklas stolz, „Vielleicht braucht man ja irgendwie noch eine als Vorrat oder so.“

Klaas atmete erleichtert auf. So viel Engagement hatte er tatsächlich nicht von allen erwartet. Denn jeder hatte noch irgendetwas zusätzliches eingepackt, an was er nicht so gedacht hatte. Pi erzählte stolz, dass er sich von seinem Onkel, einem extremen Outdoor-Liebhaber, zwei Campingkocher geliehen und die mitgebracht hatte. Bengt hatte ein Sammelsurium von mehreren Lampen mitgebracht, von Stirnlampen bis hin zu normalen Taschenlampen war alles dabei. Für das leibliche Wohl hatten Scarlet und Gerrit gleichermaßen gesorgt.
„Das Campen ist ja hier eigentlich nicht ohne weitere Genehmigung erlaubt.“ erklärte Klaas derweil, „Aber Dank meines guten Freundes, der zufälligerweise dieses Wäldchen betreut, dürfen wir uns hier die nächsten sieben Tage ganz nach Belieben aufhalten. Das hier ist nämlich auch der Platz, an dem eigentlich der Waldkindergarten stattfindet, die haben ja gerade Ferien.“
„Das erklärt das Dasein dieser wunderschönen pinken Schaufel.“ meinte Chris amüsiert und zeigte in die Runde, was er soeben gefunden hatte, „Die gehört doch voll und ganz zu mir.“
„Aber irgendeinen Unterschlupf brauchen wir doch für die Nacht.“ warf Gerrit besorgt ein, „Ich möchte echt nicht ganz unter freiem Himmel schlafen.“
„Deshalb campen wir genau hier an dieser Stelle.“ fuhr Klaas weiter fort, „Wie ihr vielleicht seht, stehen die Bäume hier recht günstig. Mit den Biwak-Unterlagen und meinem extra bestellten Paracord lässt sich hier doch gemeinsam was Feines aufbauen.“
„Klaas, was ist mit Feuer?“ neugierig musterte Pi seinen besten Freund.
„Ist bedingt erlaubt.“ antwortete Klaas, „Da es letzte Woche ausgiebig geregnet hat, besteht keine Waldbrandgefahr. Weil wir aber im Naturschutzgebiet sind, dürfen und müssen wir unser Feuer in der Feuerstelle entzünden, die ihr hier ja unschwer erkennen könnt. Auf den Fackellauf in der Nacht müssen wir allerdings verzichten.“
„Das sollte ja kein Problem sein. Wir haben alle ausreichend Taschenlampen dabei.“ gab Chris zurück.
„Na gut… dann planen wir mal unser Zuhause für die nächsten Tage.“ meinte Klaas grinsend, ehe sich die ganze Gruppe Gedanken um das Biwak machten.

Die Gruppe entschied sich dazu, einige der Biwak-Planen wie ein Segeldach an Bäumen festzuspannen. Dazu hatte Klaas extra an das gute Paracord gedacht, ein leichtes Nylonseil, mit welchem man Campingdinge wunderbar befestigen und auch wieder schnell abbauen konnte. Das Dach war binnen kürzester Zeit befestigt. Da sie noch mehr als genug von den Planen übrig hatten, bat Gerrit darum doch wenigstens von zwei Seiten her den Unterschlupf zuzumachen. Nicht, dass er nachts doch noch von der fiesen Tarantulla und ihren achtbeinigen Freunden entführt und verspeist wurde.
Als das große Biwak fertig war, machten sich alle daran ihre Sachen auszupacken. Petrus meinte es in diesen Tagen sehr gut mit ihnen. Die Meteorologen kündigten für den heutigen Tag und auch die folgenden wunderschönes, aber nicht allzu heißes Sommerwetter an. Perfekt also um draußen im Wald zu campen.
„Das gibt es nicht!“ rief Pi amüsiert. Er beobachtete Chris dabei, wie dieser seine Decken, Isomatten und den Schlafsack auspackte.
„Du hast jetzt nicht im Ernst die Winteredition gekauft?“ lachte Pi, „Du weißt schon, dass die Temperaturen nachts nicht sehr kalt werden, oder?“
Chris setzte sein typisches Lord-Grinsen auf und meinte gelassen: „Du weißt doch, dass ich es warm und kuschelig mag und auch brauche.“

„So ein Mist!“
Ein Schrei hallte über die kleine Lichtung.
„Oh man, ich bin so dämlich!“ rief Scarlet und raufte sich dabei genervt über sich selbst die Haare, „Ich habe meinen Schlafsack vergessen!“
„Du kannst mit in meinem schlafen.“ bot ihr Klaas keck an. Chris, Gerrit und Pi blinzelten den beiden irritiert zu und beobachteten die Situation. Scarlet, die von dieser Aussage des Bassisten ebenso perplex zu sein schien, schwieg einen kurzen Moment.
„Warte…“ sprach sie dann im ernsten Ton und gestikulierte dann wild herum, „Ich soll mir mit dir deinen Schlafsack teilen?“
Klaas nickte und zuckte lässig mit der Schulter. Für ihn war sowas kein Problem. Sein Schlafsack war groß genug für zwei Personen.
„Klaas Schlafsack ist echt super.“ warf Bengt vergnügt ein, „Ich habe auch schon darin geschlafen.“
„Aber sicherlich nicht mit ihm.“ entgegnete Scarlet bissig.
„Ach komm schon, Scarlet.“ sprach Chris nun aufmunternd, „Du kennst uns doch langsam lange genug um zu wissen, dass wir, die verlorenen Herren, uns durchaus zu benehmen wissen.“
Scarlet verdrehte grinsend die Augen und entgegnete: „Natürlich weiß ich das. Aber hey, ich bin eine Lady, ja. Eigentlich hätte ich für die kommenden Tage schon gerne meinen eigenen Schlafsack.“
„Du könntest jemanden anrufen.“ schlug Gerrit vor.
„Einhorn-Schätzchen, ich habe meinen Schlafsack bei mir zu Hause in Mainz vergessen. Bis der seinen Weg hier findet, ist dieser Spaß hier schon wieder vorbei. Da teile ich mir lieber das XXL-Ding mit Klaas.“ sagte keck und lief zu dem Bassisten hin.
„Aber nur unter einer Bedingung!“ rief Klaas streng und hob drohend den Zeigefinger, „Du flechtest mir nachts nicht schon wieder Zöpfchen ins Haar. Das kann ich nämlich echt nicht leiden!“

Der restliche Tag verging. Noch bis spät in die Nacht hinein saßen die sieben Freunde um ein kleines Lagerfeuer herum, erzählten sich Geschichten und sangen, weil Niklas es wollte, alte Lieder. Danach krabbelten sie in ihre Schlafsäcke und wünschten sich eine gute Nacht.
„Man könnte meinen, es wäre schon Winter, so wie du schon wieder herumläufst.“ sprach Gerrit leise, als Chris vom Austreten und Zähneputzen zurück in das Biwak kam. Über seinen Leggings trug er noch eine bequeme Bikerjeans. Den Oberköper schützte er ganz im Zwiebelprinzip mit T-Shirt, Lord of the Lost Hoodie und dicker Wolljacke samt Schlauchschal vor der nächtlichen Kälte.
„Sieh es positiv…“ gab der Sänger spitzbübisch zurück, „Wenn es dir kalt wird, kann ich zu dir in den Schlafsack kriechen und dich schneller aufwärmen.“
„Hmm… wenn du mir alle Spinnen vom Leibe hältst. Nur… was sagt dann deine Frau dazu?“
„Moni kennt unsere Späße doch lange genug.“ antwortete Chris.
„Lange genug um zu wissen, dass sie niemals Angst haben muss, dich an irgendwen anders zu verlieren.“ fügte Gerrit hinzu, „Ich weiß, Chris, ich weiß.“
Glücklich seufzend machte es sich auch Niklas in seinem Schlafsack bequem. Er hatte sich dazu entschlossen, die erste Nacht direkt unter sternenklarem Himmel zu verbringen.
„In den nächsten Tagen sind die Perseiden.“ meinte er leise und andächtig, „Das heißt, wir werden nachts viele Sternschnuppen mit bloßem Auge sehen können.“
„Wünschst du dir was dabei?“ fragte Bengt ihn interessiert.
„Nein, aus dem Alter bin ich raus. Du?“
„Manchmal schon, wenn ich wirklich zufällig eine sehe.“
Zur selben Zeit drehte sich Scarlet von der einen Seite auf den Rücken, während Klaas sie dabei grinsend beobachtete.
„Neues Parfüm?“ flüsterte Klaas leise.
„Ja, wieso fällt dir das ständig auf?“
„Weil ich genau darauf achte.“
Scarlet kicherte leise.
„Mir fällt es auch immer auf.“ warf Pi schmollend ein.
„Hey!“ rief Chris laut, „Jetzt ist hier mal Ruhe im Camp of the Lost, ja? Schlafenszeit!“
„Gute Nacht!“
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