Schöne Starke Bella

von Wolke22
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
15.06.2020
04.07.2020
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30.06.2020 1.035
 
Danke, ihr lieben, die ihr mir immer wieder Eure Meinung zu den neuen Artikeln mitteilt. Macht bitte weiter!!! Auch alle anderen können gerne ihren "Senf" dazu geben.

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Nach dem Abend in Hamburg hatten Bella und ich wenig Zeit für private Gespräche. Sie hat wirklich alles in diese Tour gepackt was ging. Heute Morgen sind wir in Paris gelandet. Und was sie nicht weiß, wir werden eine Nacht dran hängen.

Ich habe in den letzten 14 Tagen begriffen, dass es aussichtslos ist, sie weiterhin nur als meine PA zu betrachten. Obwohl ich sie an dieser Stelle überhaupt nicht mehr missen möchte. Sie macht ihre Arbeit hervorragend. Ist zudem eine erstklassige Repräsentantin der Firma. Es war schön zu sehen, wie alle auf sie abfahren. Sie hat so einen Charme. Selbst die Italiener sind bei ihrem Anblick weich geworden. Und… sie kann verhandeln. Alle Achtung. Nein, auf keinen Fall werde ich diese PA wieder hergeben.

Aber ich werde heute Nacht, so hoffe ich zumindest, meine Regel umstoßen und werde ihr gestehen, was ich für sie empfinde. Und ich habe Hoffnung, dass sie ähnlich empfindet. Sie ist hier in Europa nicht einer Berührung aus dem Weg gegangen. Hat alles angenommen als sei es selbstverständlich. Der Kuss zum Frühstück, meine Hand in ihrer auf dem Weg zum Auto, die Umarmung am Abend an der Bar, ein zärtliches Streicheln über ihren Oberarm, als wir uns diese langweilige Präsentation antun mussten. Nicht einmal hatte ich das Gefühl, das es ihr nicht gefällt. Aber sie hat auch nichts gesagt, und sie hat es nie erwidert.

Mir sind inzwischen die Gerüchte egal. Offensichtlich gibt es die eh schon. Und ich hoffe sehr, dass Bella das ebenso sieht. Sie macht ihren Job wirklich gut und nur deshalb hat sie ihn und wird sie ihn behalten. Es hat eine Zeit gedauert, aber ich will sie, dass weiß ich genau.

Darf ich mir Hoffnungen machen? Ich werde es wohl nicht herausfinden, wenn ich nichts sage.

Jetzt gerade stehen wir unter dem Eiffelturm. Das Kundendinner im Restaurant ist beendet und die Kunden mit den bereitgestellten Limousinen auf dem Heimweg.
Während Bella noch dasteht und der letzten Limousine nachschaut, trete ich von hinten an sie heran und lege meine Hände auf ihre Hüften. Sie zuckt nur kurz, aber sie weicht nicht aus.

„Danke!“ hauche ich ihr ins Ohr.
„Wofür?“
„Du hast diese Tour exzellent organisiert und dank Dir ist sie ein richtiger Erfolg geworden.“
„Danke, es freut mich, wenn Du meine Arbeit zu schätzen weist.“

Ich habe mich gerade dazu entschlossen, alles auf eine Karte zu setzen.

„Was dagegen, wenn wir ein wenig laufen und reden?“
„Nein, gerne.“

Ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll. Ich nehme ihre Hand und wir schlendern an der Seine entlang zurück zu unserem Hotel.

„Bella, ich weiß was ich gesagt habe, damals in Deinem Schlafzimmer, nachdem ich erfahren hatte wer Du bist. Die ganze Situation hat mich total überfordert. Wir kannten uns gerade mal 12 Stunden, hatten eine wunderschöne Nacht, aber mehr wusste ich nicht von Dir. Als Du dann am Montag in meinem Büro gestanden bist, da war ich enttäuscht. Ich hatte so gehofft, dass das was ich in dieser Nacht gefühlt habe, dass.. na ja, dass es Dir genau so ging.

Und dann Deine Worte von damals. Ich verstand es lange nicht. Aber Du hattest mit allem Recht. Auf eine Zukunft mit mir zu bauen, wäre falsch gewesen. Wir kannten uns ja eigentlich gar nicht.

„Alex, bevor Du jetzt weiter machst. Muss ich Dir etwas sagen.“
„Bitte Annabelle, lass mich sprechen ich…“
„Nein, denn ich muss Dir etwas sagen und danach wird es Dir vielleicht leid tun, dass Du mir all das gesagt hast. Das kann ich nicht zulassen. Du musst mir zuhören. Bitte!“



Puh, also los Annabelle. Es muss raus.

„Alex, damals in deinem Büro, als ich Dir versucht habe zu erklären, warum ich die Stelle antrete und warum ich somit auf dich verzichte, da hab ich Dir nicht alle gesagt.“

Ich schaue in seine Augen und versuche herauszufinden, wie er reagiert. Noch ist nur reines Interesse erkennbar.

„Ich wollte unbedingt bei MOON arbeiten. Aus einem bestimmten Grund. Und der hängt mit meiner Mum zusammen.“ Wieder schaue ich, ob er irgendwie reagiert. Aber er hält immer noch meine Hand und hört zu.

„Als Stephan, Paul und ich in Seattle den Nachlass meiner Großeltern sortierten, da fanden wir eine Kiste. Sie muss meiner Mutter gehört haben. Ich kannte sie nicht, aber ich war nach ihrem Tod auch nicht in der Lage irgendetwas zu tun. Alles hat die Jugendfürsorge erledigt. Auch das Haus leerräumen etc. In dieser Kiste befand sich unter anderem meine Geburtsurkunde, Fotos von mir, meiner Mutter und den Großeltern, der Mietvertrag für das Haus und ihre Bankunterlagen. Erst eine ganze Zeit später, als ich in Hamburg war, habe ich mir die Kiste genauer angesehen. Und mir fiel auf, dass der Hauseigentümer MOON Enterprises war.“

Jetzt zieht Alex plötzlich seine Hand weg. Mich überkommt ein ungutes Gefühl aber ich mache weiter.

„Meine Mum zahlte pro Monat 500 $ für das Haus. Auf der anderen Seite aber bekam sie vom Tag meiner Geburt an von MOON einen Betrag von monatlich 5000$.“ Alex bleibt stehen.

„5000$ pro Monat, wie lange?“
„Bis zum Tod meiner Mum, also 16 Jahre und 1 Monat.“
„Das ist fast eine Million $.“
„Ja ich weiß. Ich vermute, Mum hat nie wirklich gearbeitet. Wir haben immer von diesem Geld gelebt. Daher konnte sie sich auch manchmal diese teuren Kleider leisten mit denen sie dann auf Veranstaltungen auftauchte. Am Ende hat sie wohl auch viel davon in ihre Tablettensucht investiert. Jedenfalls waren noch 2300 $ auf ihrem Konto, als wir es auflösten.

Ich habe gemeinsam mit Paul und Stephan versucht heraus zu finden, wer bei MOON die Überweisungen veranlasst hat. Aber niemand wollte uns helfen. Und auch die Maklerfirma, die damals das Haus betreute wollte uns nichts sagen. Letztendlich war es mir damals einfach auch nicht wichtig genug um noch mehr Zeit oder vielleicht Geld für einen Privatdetektiv in die Hand zu nehmen um meinem Vater auf die Spur zu kommen. Uns allen war klar, dass er dahinter steckt. Paul hätte es getan, wenn ich gewollt hätte, aber wie gesagt, mir war es nicht wichtig.“
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