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Die Geschichte eines Lebens

von swimmer10
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
14.06.2020
17.07.2020
27
12.594
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14.06.2020 422
 
Es war ein schwarzer Tag, einer der schwärzesten die mein Leben je gesehen hatte. Gideon Rogers, mein guter Freund und Mentor Gideon, war vor wenigen Tagen gestorben und er wurde heute beigesetzt. Es regnete als die Familie des Public Theaters sich auf dem Friedhof versammelte um von dem fantastischer Bühnentechniker Abschied zu nehmen. Gideon war 35 Jahre lang das Herz und die Seele des Theaters gewesen. Und ebenso lange war er für die Technik des Theaters verantwortlich gewesen. Er hatte jede Glühbirne, jede Schraube und jedes Kabel im Theater gekannt und die Menschen hatten ihn geliebt. Sein überraschender Tod war ein Schock gewesen und keiner wusste wie es im Theater weitergehen würde. Doch das war heute nicht wichtig. Heute ging es nur um Gideon und seine Familie. „Katie“, Gideons Frau seufzte als wir uns nach der Beisetzung umarmten,“ danke das du hier warst und für deine Hilfe in den letzten Tagen.“ „Das ist doch selbstverständlich Sue!“ „Nein ist es nicht, aber es spricht für dich das du so denkst. Oh Mädchen“, sie legte mir ihre Hand auf die Wange,“ er hat dich so sehr geliebt!“ „Ich“, Tränen stiegen erneut meine Augen hoch und meine Stimme drohte zu versiegen,“ danke Sue!“ Nach meinem kurzen Austausch mit der Witwe trat ich beiseite um die anderen Trauergäste zu ihr vorzulassen. Ich trat an das frische Grab und blickte hinab zu dem Mann der mir alles beigebracht hatte. Wie sollte mein Leben ohne ihn weitergehen? Meine Knie drohten unter mir nachzugeben als eine Hand sich um meinen Arm schloss „Atmen, immer weiter atmen!“ Ich kannte die Stimme nicht, doch sie hatte einen angenehmen Akzent und ich konzentrierte mich auf sie während der Mann dem sie gehörte sanfte Nichtigkeiten in mein Ohr flüsterte. Und nach wenigen Augenblicken, die mir doch wie Stunden erschienen, kam ich wieder zu mir. „Danke!“, ich drehte meinen Kopf nach links und sah den Mann an meiner Seite zum ersten Mal an Er hatte kurze schwarze Haare, warme, braune Augen und einen akkurat gestutzten Kinnbart. Irgendwo in seinem Genpool hatten Südländer mitgespielt. Mexikaner? Spanier? Kubaner? „Kat?“, Evas Ruf brachte mich dazu mich von dem besorgten Blick des Mannes zu lösen. Ich hob meine Hand in Evas Richtung um ihr zu signalisieren das ich sie gehört hatte und wandte mich dann noch einmal dem Mann zu. „Dankeschön!“ Doch er schüttelte nur den Kopf „Dafür nicht. Gehen sie, man wartet!“ Ich löste meinen Arm aus seinem Griff, lächelte ihm noch einmal zu und machte mich dann auf den Weg zu meinen Freunden und Kollegen.
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