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Ich kann dich nicht verletzen [Soulmate]

von Sira-la
OneshotMystery, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Gabriel "Sylar" Gray Peter Petrelli
14.06.2020
14.06.2020
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Hi,
ein weiterer Soulmate-Prompt aus dem gleichnamigen Projekt:
„Seelenverwandte können sich nicht (physisch) gegenseitig verletzen, selbst wenn sie sich noch nicht erkannt haben.“ (Prompt 37)
Viel Spaß beim Lesen
Sira

Ich kann dich nicht verletzen
Peter griff das Mädchen an der Hand und zog es mit sich. Er wusste nicht, wer dieser Mann mit der Kappe war, er wusste nicht, warum er das Mädchen töten wollte, er wusste nicht einmal, wer sie war. Das Einzige, was er wirklich wusste, war, dass er sie retten musste. ‚Rette die Cheerleaderin, rette die Welt‘ hatte Hiro gesagt. Isaac hatte sie gemalt und er hatte Peter gemalt, der dem Mann gegenüberstand, alleine.
Plötzlich waren sie unter freiem Himmel. Peter konnte den Jubel von Richtung des Football-Feldes hören. „Lauf“, sagte er zu dem Mädchen. „Ich halte ihn auf.“
Sie sah ihn panisch an. „Aber ...“
„Ich komme klar.“ Hoffte er zumindest, aber eigentlich war es egal. Er musste sie retten, um die Welt zu retten, das war das Einzige, was zählte.
Sie drückte für einen kurzen Moment seine Hand, dann rannte sie davon.
Peter sah zu der Tür, durch die sie grade gekommen waren. Erstaunlicherweise fühlte er sich ganz ruhig. Das Mädchen war in Sicherheit, oder wäre es zumindest bald, seine Mission war erfüllt. Er musste den Mann nur noch etwas länger aufhalten.
In diesem Moment kam der nach draußen, die Kappe tief ins Gesicht gezogen. „Du hättest dich nicht einmischen sollen!“ Er klang wütend und hob seine Hand.
Peter wusste nicht genau, was er vorhatte, aber in letzter Zeit hatte er schon viele verrückte Dinge erlebt. Er machte sich auf einen Angriff bereit. Doch es passierte ... nichts.
Der Mann stand ihm gegenüber, die Hand erhoben, einen Finger ausgestreckt, doch er rührte sich nicht. Er stand einfach nur da und obwohl Peter seine Augen nicht sehen konnte, war er sich sicher, dass der andere ihn direkt ansah. „Wie heißt du?“
Es war die letzte Frage, die Peter erwartet hatte. „Wieso sollte ich dir das sagen?“, wollte er wissen, die Hände zu Fäusten geballt. Er erkannte die Szene. Das war genau das Bild, das Isaac gemalt hatte.
Der Mann lachte leise und ließ seine Hand sinken. „Weil ich dich nicht verletzen kann.“
Es war ein ganz einfacher Satz, locker dahergesagt, und doch brachte er für Peter eine ganze Welt zum Einsturz. Er wich einen Schritt zurück. „Du lügst!“
Der Mann schüttelte den Kopf und nahm die Kappe ab. Er warf sie vor sich in die Luft und mit einer einfachen Handbewegung schleuderte er sie an Peter vorbei über die Brüstung. Telekinese, erkannte Peter, und dass der Mann das höchstwahrscheinlich auch mit ihm vorgehabt hatte. „Wieso sollte ich lügen?“ Der Mann kam langsam auf ihn zu. „Du hast dem Mädchen geholfen, zu entkommen. Ich wollte sie haben. Ihre Kräfte haben.“
Er war jetzt so nahe, dass Peter sein Grinsen deutlich sehen konnte. Am liebsten wäre er noch weiter zurückgewichen, aber er konnte diese Fähigkeiten noch nicht wirklich kontrollieren, weshalb er es nicht wagte, über die Brüstung zu springen. Seine Flugkünste waren weit davon entfernt, so zu funktionieren, wie er sich das vorstellte. „Du wolltest sie töten“, stellte er klar.
Der Mann lachte tatsächlich. „Nun ja, das ist der einzige Weg, wie ich an ihre Fähigkeiten rankomme. Ich muss verstehen, wie sie funktionieren.“
Er tippte sich gegen den Kopf und Peter wurde auf erschreckende Weise klar, wieso das Bild von Isaac das Mädchen mit entfernter Schädeldecke gezeigt hatte. „Du bist ein Monster!“
Der Mann schüttelte den Kopf. „Ich nutze nur die Gabe, die Gott mir gegeben hat.“
„Du tötest Menschen!“ Peter war außer sich vor Wut. „Das werde ich nicht zulassen.“ Wider besseren Wissens hob er seine geballte Faust, um seinen Gegenüber auszuschalten. Ihn zu stoppen, am besten für alle Zeit. Doch er konnte nicht zuschlagen. Egal, wie sehr er es wollte, wie sehr er sich bemühte, er konnte den Hieb nicht ausführen. Er keuchte, versuchte, die Wahrheit zu leugnen, doch er wusste, dass das keinen Zweck hatte. Es war offensichtlich, ganz gleich, ob ihm das passte, oder nicht.
Der Mann lachte schon wieder. „Ich denke, ich mag dich“, verkündete er. „Ich bin Sylar. Verrätst du mir deinen Namen, Kämpfer?“
Peter schüttelte entsetzt den Kopf. Er wollte das nicht, nicht heute und niemals. Er versuchte, noch weiter zurückzuweichen. Die Brüstung drückte sich in seinen Rücken und er war wirklich versucht, doch einfach zu springen und auf das beste zu hoffen. Sylar packte seinen Arm. Der Griff war fest, trotzdem tat er nicht weh. Gerade so nicht, aber Peter wusste, dass dieser Mann ihm nie Schmerzen zufügen würde. Ihm niemals Schmerzen zufügen könnte. Denn dieser Mann war sein Seelenverwandter. „Ich werde nicht zulassen, dass du weiter Menschen tötest“, sagte Peter mit rauer Stimme. Die Berührung, sie beruhigte ihn. Sie löste ein nie gekanntes Gefühl in ihm aus. Unsicher legte Peter seine Hand auf Sylars. Das Gefühl verstärkte sich. Nathan hatte damals zu Peter gesagt, dass die erste Berührung unbeschreiblich sei, und Peter musste seinem Bruder recht geben.
„Darüber lässt sich verhandeln.“ Sylar grinste und Peter wusste, dass er da noch einiges an Arbeit haben würde. Aber das wäre es wert, da war er sich ebenso sicher.
„Ich bin Peter“, stellte er sich endlich vor.
Sylar lächelte jetzt. „Nun dann, Peter. Lass uns einen schöneren Ort für unser erstes Date finden, als ausgerechnet eine Highschool mitten in Texas.“
Peter musste tatsächlich lächeln. „Erstes Date klingt gut“, sagte er leise, mehr zu sich selbst. „Aber das Thema ist noch nicht erledigt.“
Sylar nahm seine Hand, sanft jetzt, und ging langsam los. „Natürlich nicht“, sagte er endlich, als sie bereits den Parkplatz erreicht hatten.
Peter musterte ihn aufmerksam. Und er schwor sich, dass er niemals zulassen würde, dass sein Seelenverwandter noch irgendjemanden verletzte. Und wenn er ihn am Ende selbst ins Gefängnis bringen musste. Lieber würde er sein Leben einsam verbringen, als zuzusehen, wie Sylar weitere Menschen tötete. Fürs Erste gab er ihm aber eine Chance. Vielleicht würde er ihn ja überraschen. Er sah für einen Moment hinüber zu dem Football-Stadion. Seine Mission war erfüllt. Die Cheerleaderin war gerettet, die Welt war gerettet. Er konnte sich jetzt ganz darauf konzentrieren, die Seele seines Seelenverwandten von der Dunkelheit zu befreien. Er drückte Sylars Hand ein wenig fester. Die Zukunft konnte kommen.
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