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Schokoladenkuchen und Ziegen

von JaliceTo
OneshotFamilie, Freundschaft / P12 / MaleSlash
Berlin / Andrés Palermo / Martín
14.06.2020
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Schokoladenkuchen und Ziegen


Andrés wurde mitten in der Nacht wach von einem seltsamen Geräusch. Verwirrt drehte er sich zu seinem schlafenden Freund herum. Mit Martín schien alles in Ordnung zu sein. Er hatte einen zufriedenen und ruhigen Gesichtsausdruck während er schlief und schien in dieser Nacht nicht von einem Alptraum geplagt zu werden. Diese Tatsache beruhigte Andrés schon mal. Es gab Nächte in denen der Mann Mitte 40 seinen Freund fest im Arm hielt und ihn vor den Dämonen schütze, die ihn in seinen Träumen jagten und folterten und zeitgleich ein schlafendes Kleinkind neben sich liegen hatte, weil die 2 Jährige Hestia bei ihren Vätern sein wollte, anstatt in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Es störte Andrés nicht, denn er hatte seine kleine Familie gerne um sich und würde alles tun um die beiden glücklich zu machen und ihnen die Sicherheit zu geben, die sie brauchten. Auch wenn das bedeutet, dass  Andrés am nächsten Tag etwas müde war störte den Mann nicht, denn  Martín brachte ihm immer eine Tasse Kaffee ans Bett.

Aber wenn dieses seltsame Geräusch nicht von seinem schlafenden Boyfriend kam, was war dann der Ursprung? Irgendwas musste es ja sein, sonst wäre er davon nicht aus dem Schlaf gerissen worden? Gerade als Berlin sich wieder dem genaueren Zuhören des Geräusches widmen, konnte man in der Ferne etwas hören, das so klang als würde etwas zerbrechen und ein seltsames klapperndes Geräusch. Okay das reichte nun – wenn es irgendjemand wagte in das Kloster, von dem  Andrés einen Teil vor so vielen Jahren gekauft hatte, würde er in jeder Menge Ärger stecken.

„Was ist los? Müssen wir schon zum Flughafen?“, murmelte Palermo müde und war offenbar von dem Geräusch geweckt worden.
„Noch nicht, aber wenn wir Pech haben, müssen wir uns zuerst mit einem Einbrecher herumschlagen. Es klang so, als wäre etwas zerbrochen", erklärte  Andrés und innerhalb weniger Momente war Palermo aus dem Bett gesprungen, hatte seine weggeschlossene Pistole geholt und war bereit den Einbrechern deutlich zu machen, dass sie sich das falsche Kloster zum einbrechen gesucht haben.

Das Paar folgte den Geräuschen und war bereit die Einbrechen aus ihrem zu Hause zu vertreiben. Berlin gab Palermo Deckung als sie am Ende der Treppe angekommen waren und nach rechts zur Eingangstür abbogen die weit aufstand.
"Hattest du nicht abgeschlossen?", flüsterte Palermo seinem Partner zu während die beiden sich der geöffneten Tür näherten.

"Ich? Nein ich dachte du hättest sie abgeschlossen?", erwiderte Berlin verwirrt und es gab die ungeschriebene Regel, dass Palermo vor dem Schlafen gehen die Tür abschließt, damit Hestia nicht auf die Idee kommt auf nächtliche Erkundungstour zu gehen.
"Das hatte ich auch - zumindest bin ich mir sicher", meinte Palermo und die beiden Männer gingen durch die geöffnete Tür und sahen auf den relativ dunklen Flur des Kloster, der nur durch ein paar Fackeln an den Wänden erleuchtet wurde.

"Ist das ein zerbrochener Teller?" - Berlin deutete auf Scherben die auf dem Boden lagen und die nach Rechts entlang führten.
"Welcher Einbrecher lässt bitte einen Teller fallen?", Palermo schüttelte den Kopf und fand den Anblick, wie sein Freund im Pyjama dort so stand verdammt anziehend.
"Du weist schon, dass du verdammt heiß aussiehst gerade oder?", flüsterte er mit einem charmanten Lächeln.
"Es könnte ein Einbrecher hier unterwegs sein und du denkst an Sex?", konterte Berlin sarkastisch und verdrehte nur die Augen.
"Man könnte doch das eine mit dem anderen verbinden oder? Zuerst schnappen wir den Einbrecher und danach haben wir Spaß?"
"Du bist unmöglich Mi Vida" - Berlin gab seinem Partner ein Zeichen ihm zu folgen und sie hofften, dem Dieb oder eben dem Einbrecher so schnell finden zu können.


Und die beiden fanden tatsächlich jemanden in den Gängen des Klosters. Aber es war kein Einbrecher. Zum Schock der beiden Männer konnte sie beobachten, wie ihre 2 Jährige Tochter Hestia in ihrem Pyjama und ohne Socken oder Schuhe an den Füßen auf dem kalten Steinboden saß und neben ihr lag eine Ziege. Das kleine blondhaarige Mädchen versuchte den Schokoladenkuchen, denn Berlin gestern gebacken hatten mit dem Tier zu teilen und erzählte dem Tier darüber, dass sie ab morgen mit dem Flugzeug zu ihrem Onkel fliegen würde, weil ihr Papá ins Krankenhaus muss  - ein letztes mal und sie deshalb nicht alleine mit ihrem Daddy zu Hause sein kann, weil ihr Daddy an der Seite ihres Papás sein wollte.

"Du siehst das auch oder? Ich habe nicht zuviel Wein getrunken vor dem Schlafengehen?", flüsterte Palermo seinem Partner zu und Berlin schwankte zwischen Besorgnis und dem starken Bedürfnis laut zu lachen.
"Ich glaube wir haben unseren Einbrechen gefunden - nur wie ist die Ziege hier rein gekommen?", erwiderte Berlin und nickte einmal zu dem Tier, das skeptisch das kleine etwa zermatscht aussehende Stück Kuchen in der Kinderhand beobachtete und selbst nicht zu wissen schien, ob es essbar war.

Martin und Andrés gingen einige Schritte auf das ungleiche Duo zu und weder die Ziege noch das Kleinkind schien zu bemerken, dass dieser Mitternachtssnack entdeckt worden war. Gerade als Hestia erneut etwas von dem Kuchenstück probieren wollte, von welchem ein Großteil auf ihrem Pyjama gekleckert war - machten ihre Eltern sich bemerkbar.

"Ich sehe jemanden, der eigentlich in seinem Bett schlafen sollte und nicht hier draußen mit einer Ziege den Schokoladenkuchen teilt", sprach Andrés und bekam so die Aufmerksamkeit des Kleinkindes und der Ziege. Der Spanier war nur froh, dass sein Boyfriend mittlerweile die Waffe die er mit sich trug wieder gesichert hatte.
Von der Ziege kam ein begrüßendes Geräusch und Hestia schaute überrascht von ihrem Vater zu dem Partner ihres Vaters und dann zurück zu dem Stück Schokoladenkuchen in ihrer Hand.

"Hestia teilen", sagte das Kleinkind stolz und hielt der Ziege erneut das Kuchenstück vor die Nase. Aber das Tier schien keine Interesse daran zu haben schien und so stand die Ziege wieder auf, schüttelte sich und wollte ihren Weg fortsetzten, als einer der Mönche kam und den beiden Männern erklärte, dass diese Ziege schon gesucht worden war, sie musste es irgendwie geschafft haben in diesen Teil des Klosters zu kommen - der Mönch würde das Tier jetzt zurück bringen. Nachdem der Mönch und die Ziege verschwunden waren, widmeten die beiden Männer ihrer Aufmerksamkeit wieder dem Kleinkind.

"Und du dachtest mitten in der Nacht, dass es toll wäre wenn du den Schokoladenkuchen mit einer der Ziegen teilst? Hestia du hättest dich verlaufen oder verletzten können", sprach Martin in einem leicht strengen Tonfall, da er um die Sicherheit des Kindes besorgt war.

"Hestia nicht alleine Daddy", erwiderte das kleine Mädchen überzeugt.
"Da hat sie nicht ganz Unrecht - die Ziege war bei ihr", meinte Andrés und ging vor dem Mädchen in die Hocke um schnell zu überprüfen, ob sie sich verletzt hatte, was zum Glück nicht der Fall war. Andrés nahm das Mädchen auf den Arm und schaute seufzend auf den ruinierten Kuchen - eigentlich wollte er es als ´Geschenk´ für seinen Bruder und dessen Freundin mit nach Palawan bringen.
"Daddy hat Recht Hestia - du hättest dich verletzten können. Daddy und ich dachten ein Einbrecher wäre in das Kloster gekommen - hast du auch den Teller zerbrochen vor unserer Eingangstür?", fragte Andrés  liebevoll nach.
"Kaputt? Hestia Leid tun....", sprach Hestia und blickte entschuldigend von Berlin zu Palermo und hielt das Stück Kuchen abwechselnd in die Richtung ihrer Väter.
"Pastel? Lecker - Daddy und Papá?", sagte das Kleinkind als wäre sie besorgt, dass ihre Väter keinen Schokoladenkuchen mehr bekommen würden oder verhungern würden.

Über diese liebevolle Geste mussten die beiden Männer dann doch lachen, da es zu niedlich ausschaute, wie Hestia auf Berlins Arm war und ihren Vätern etwas von dem Stückchen Kuchen in ihrer Hand abgeben wollte.
"Das ist nett von dir Baby, aber mitten in der Nacht Kuchen zu essen ist nicht gut. Wir räumen das jetzt auf. War die Haustür offen und du bist mit dem Kuchen und dem mittlerweile zerbrochenen Teller durch die Haustür gegangen und hier her gekommen?", fragte Palermo und bekam ein paar Krümel des Kuchenstücks auf seinen eigenen Pyjama als er dem Kleinkind einen Kuss aufs Haar gab. Er war ebenso wie Berlin nur froh dass Hestia nicht verletzt war.
"Si - Daddy böse? Papá böse? Hestia Leid tun....vermissen zu Hause", sagte das Mädchen und Berlin strich ihr einmal beruhigend über den Rücken, da er das Kleinkind nicht traurig machen wollte.
"Nein wir sind dir nicht böse Hestia - aber tue so etwas nicht nochmal okay? Wenn irgendwas nicht in Ordnung ist komm zu unserem Schlafzimmer ja?", sprachen Berlin und Palermo und die drei fanden sich Momente später in einer familiären Umarmung wieder.

"Du wolltest der Ziege nur Auf Wiedersehen sagen Baby, aber das hätten wir gemeinsam tun können ja? Bevor wir in einigen Stunden zum Flughafen aufgebrochen wären. Du wirst dein zu Hause bald wieder sehen und ganz viel Spaß beim deinem Onkel Sergio haben", sagte Berlin bevor er der 2 Jährigen einen Kuss auf die Wange gab.

Und so räumten die Erwachsene den halb gegessenen Schokoladenkuchen der auf einem Teller auf dem Boden des Ganges stand fort, kehrten die Scherben des zerbrochenen Tellers vor ihrer Eingangstür zusammen und legten sich anschließend alle in das Bett im Schlafzimmer von Berlin und Palermo, kuschelten miteinander und genossen die Zeit, bis sie ein zweites mal aufstehen musste um rechtzeitig am Flughafen anzukommen - damit sie nicht ihren Flug nach Palawan verpassen würden.


ENDE
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