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Experiment

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18
OC (Own Character) Sesshoumaru
14.06.2020
27.10.2020
6
7.065
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Experiment







Das Atmen fiel ihr schwerer und schwerer. Ihre Muskeln protestierten, mit jedem weiterem Schritt den sie tat. Sie versuchte so leise wie möglich zu sein, während sie durch die Winkel der Straßen rannte. Immer wieder musste sie umkehren, da sie in eine Sackgasse kam. Doch bald konnte sie die Hauptstraße nicht mehr meiden. Sie war gezwungen durch die Menschenmenge zu laufen, die ihr im Weg waren und das voran kommen erschwerten. Hinter ihr konnte sie die Männer hören. Sie verfolgten sie still, da sie keine Aufmerksamkeit auf sie ziehen wollten. Dafür war sie ihnen zu wichtig. Sie mischte sich irgendwann so gut unter die Menge, dass die Männer sie kurz aus den Augen verloren. Sie nutzte die Chance und rannte eine Treppe hoch, ehe sie oben angekommen schnell zu einem Baum lief. Schwer atmend, lehnte sie sich dagegen und hoffte, dass sie niemand bemerkte. Dass die Männer hier nicht nachsehen würden. Aber sie besaß kein Glück und hörte bald Schritte auf der Treppe und die Stimmen der Männer.
So lief sie schnell weiter und betrat eine Hütte oder Schuppen. So in etwa sah es für sie aus. Drinnen führte eine Treppe sie zu einem Brunnen. Vielleicht konnte sie sich darin verstecken? Sie sah über den Rand des Brunnens. Er war stillgelegt worden. Kein Tropfen Wasser war darin zusehen. Auch nicht, wie man früher Wasser dort hinaus gezogen hatte.

Als sie etwas vor der Tür hörte, legte sie eine Hand auf den Rand und schwang beide Beine in den Brunnen. So sprang sie hinein, als etwas ganz merkwürdiges passierte. Sie fiel zu lange, war das erste dass ihr auffiel. Es war als würde sie schweben, ohne den Hauch eines Windes. Ihre Kleidung flatterte und ihr Haar streifte immer wieder ihren Körper. Erst da sah sie sich um. Es sah nicht aus, wie im inneren eines Brunnens. Eher wie in eine Art Strudel. Schwarz war die Hauptfarbe, aber hier und da schien es in verschiedenen Farben zu leuchten. Gerade als sie sich fragte, wie lange sie noch fallen würde, als sie zu stolpern schien. Sie landete auf Händen und Knien, wieder auf dem Boden des Brunnens.
Sie stand schnell auf und sah sich um. Irgendwie schien ihr der Brunnen anders. Sie scharrte mit dem Fuß über dem Boden. Die Erde war weich, als wäre sie noch nicht lange hier. Mit der Hand strich sie über die Steinwände. Da bemerkte sie den Efeu, der vorhin nicht dagewesen war. Als sie den Ranken mit dem Blick folgte, war sie erstaunt, den blauen Himmel zusehen. War der Brunnen nicht in einer Hütte gewesen? Sie entschied an dem Efeu hoch zu klettern und sich erst mal einen Überblick zu verschaffen. Oben angekommen sah sie, sich auf einer Wiese wieder. Einer Wiese, wie es sie oft mitten im Wald gab. Verwundert blinzelte sie und atmete tief ein.
„Sie ist nicht so schwer.“sagte sie leise, als die saubere Luft ihre Lunge füllte.
„Wer bist du?“fragte jemand, links neben ihr.
Sie zuckte zusammen, machte sich aber keine großen Sorgen. Denn es war keine Stimme die sie kannte. Also gehörte er auch nicht zu den Männern. Als sie zur Seite sah, war sie erstaunt. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Da stand ein Junge, in altertümlicher Kleidung. Seine Hose und die Jacke waren rot, sein weißes Hemd, schaute hier und da etwas raus. Er trug keine Schuhe, aber eine Kette um den Hals, wo bei einige der Perlen, aussahen wie Zähne von einem Raubtier. Sein Haar wirklich sehr lang.
„Hundeohren?“erstaunt blinzelte sie.
„Ich frage dich erneut, wer bist du?“er legte die Hand an ein Schwert.
//Verdammt, vielleicht gehört er doch zu ihnen.//sie überlegte nicht lange und rannte los.
Er war echt schnell und drohte sie bald einzuholen. Sie sah kurz zu ihm zurück und im nächsten Moment, legte sie an Schnelligkeit zu. Schließlich war sie so weit von ihm weg, dass sie ihn nicht mehr sehen konnte. Aber sie rannte weiter, bis sie die Kraft verließ. Sie kam an einem kleinen See vorbei, an dem sie ihre Sachen auszog. Wie Gott sie geschaffen hatte stieg sie in den See und tauchte einmal komplett unter. Das kühle Wasser tat richtig gut, auf ihrer, vom Rennen, überhitzten Haut. Sie zog sich danach wieder an und auch wenn es ekelig war, aber sie trank aus dem See, in eben jenem sie gewesen war. Das war ja als würde man sein eigenes Badewasser trinken. Bäh. Sie begann dann durch den Wald zu laufen, vielleicht fand sie ja etwas, um sich Fische fangen zu können. Aber auch nach dem sie Dinge fand, um ein Sperr zu bauen, fand sie nichts, um die Sachen zusammen zusetzen. Seufzend suchte sie den Wald also nach etwas Essbarem ab. Fand aber nur Beeren, von denen sie sich sicher war, dass sie giftig sein mussten. Gerade als ihr Magen knurrte, kam sie an einem Mann vorbei, der an einem See angelte.
„Gute Tag, dürfte ich ihre Angel benutzen, um mir einen Fisch zu fangen?“fragte sie höflich.
Der Mann sah sie an und schien sich wohl zu wundern. Aber sie selbst war nicht minder verwundert. Er trug die alte traditionelle Kleidung und hatte einen Haarknoten. Wirklich ungewöhnlich. Der Mann war jedoch so freundlich, dass er ihr die Angel gab.
„Kannst du damit umgehen?“fragte er sie, als sie sich neben ihn hinsetzte.
„Eigentlich nicht, aber so schwer sah es bei dir gar nicht aus.“sie warf den Hacken weit ins Wasser und wartete.
„Wenn es daran leicht zieht, warte noch. Ziehe erst raus, wenn du ein starkes Ziehen spürst.“
„Ist gut.“sie nickte und schon spürte man mehrere leichte Züge.

„Warte.“sagte er, als noch ein paar mal gezogen wurde.
„Ja.“sie sah nur auf die Stelle, wo das Wasser Wellen schlug.
„Jetzt.“rief er, als etwas stark an der Schnur zog.
Sie zog fest an der Schnur und schon hatte sie, nicht nur einen riesigen Fisch am Hacken, sondern zwei. Sie grinste fröhlich und gab einen der Fische dem Mann.
„Als dank, dass ich mir etwas angeln durfte.“sie verbeugte sich leicht.
„Ach nicht doch, so hat meine Familie einige Tage zu essen.“er lächelte. „Meine Fische waren sonst recht klein.“

„Machen wir doch einen Deal.“schlug sie vor.
„Einen Deal?“er steckte den Fisch in einen Korb.
„Ich darf die Nacht bei euch verbringen und dafür fange ich dir ganz viele Fische.“
Er lachte. „Also ob du noch einmal so ein Glück haben wirst.“

„Können wir ja mal schauen.“meinte sie leise.
Kurz darauf zog sie mehrere Fische hintereinander raus. Alle in verschiedenen Größen und Formen. Der Mann war erstaunt, aber er ließ es geschehen. So würde seine Familie lange Zeit nicht hungern müssen. Seit ihrem Vorschlag hatte sie, kein Wort mehr gesprochen und langsam wurde er misstrauisch. Aber das änderte sich, sobald sie anbot, ihm beim Tragen zu helfen. Da begann er fröhlich von seiner Familie zu reden.
Beim Dorf angekommen, sahen die Männer sie komisch an. Denn ihre Kleidung war so anders, als deren eigene. Sie trug ein Shirt, dass ihre Rundungen eher betonte, als sie versteckte. Die Jeans die sie trug, lag auch schön eng an, so dass mehr wie ein Mann, irgendwo gegen lief, als er ihr nach sah.
„Wir sollten dir vielleicht, was anderes zum anziehen besorgen. Wie heißt du überhaupt?“
„Lina.“sagte sie knapp. „Kleidung ist nicht nötig. Ich bleibe nur die Nacht hier.“

Er ging nicht weiter drauf ein und brachte sie zu seiner Hütte. Seine Frau war erstaunt, aber ließ zu dass Lina mit ihnen zusammen aß. Sie hatte ein kleines Baby, dass wohl gerade erst zu essen begonnen hatte. Lina mochte Kinder, so dass sie der Mutter wenigstens mit dem Baby half. Während sich Lina um den kleinen kümmerte und ihn fütterte, achtete die Mutter der 3 Kinder darauf, dass die anderen beiden sich benahmen.
Nach dem Essen half Lina die Kinder zu Bett zu bringen. Sie erzählte ihnen eine Geschichte, die die Kinder begeistert mit anhörten. Bis diese jedoch einschliefen. Sie selbst war bei den Kindern eingeschlafen und wachte erst auf, als eines der älteren sie weckte. Vorsichtig stand sie auf und machte sich frisch. Die Familie lud sie noch zum Frühstück ein, ehe Lina beschloss sich auf den Weg zu machen. Sie bekam noch etwas zum Essen, damit sie auf dem Weg nicht hungern musste. Der Mann überreichte ihr auch grinsend eine Angel.
„Damit du dir was zum Essen fischen kannst.“

„Danke.“sie verbeugte sich und machte sich auf den Weg.
 
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