Renewed

GeschichteRomanze / P12
Dr. Anja Licht Franz Hubert
13.06.2020
13.06.2020
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Hey Leute.

Ich weiß selbst, dass es Ewigkeiten her ist. Aber ich hab mich mal an ein neues Fandom gewagt. Bitte beachtet, dass mein Oberbayrisch nicht perfekt ist. Aber ich hab mir größte Mühe gegeben. Und wahrscheinlich werden in den nächsten Wochen mehrere Storys in diesem Fandom folgen. Über Reviews, Favs und Empfehlungen freue ich mich sehr. Konstruktive Kritik ist jederzeit willkommen.

Großer Dank an Papercut, meine wunderbare Betaleserin, die mir gut zugesprochen und geholfen hat.

So, genug des Vorworts, los gehts!

Isi

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RUMMS! Krachend fiel die Tür ins Schloss und sie war wieder alleine. Naja, fast. Auf ihrem Obduktionstisch lag noch immer die Leiche, welche Hubert und Staller heute am Starnberger See gefunden hatten. Die junge Frau, Nadja Schmidt, 16 Jahre alt, war erschlagen worden. Sie seufzte und machte sich daran, sie weiter aufzuschneiden, damit sie sie untersuchen konnte. Doch konzentrieren konnte sie sich nicht wirklich. Hubsi und sie hatten sich schon wieder gestritten. Und es hatte sie verdammt verletzt. Doch sie würde sich eher die Zunge abbeißen, als das zuzugeben.

Nach viel zu langer Zeit war die Obduktion endlich abgeschlossen und sie setzte sich an ihren Bericht. Kurzerhand beschloss sie, diesen persönlich im Revier vorbei zu bringen, nur um Hubsi noch einmal zu sehen. Das würde sie ihm natürlich niemals so sagen. Doch als sie auf die Uhr blickte, erschrak sie. Es war bereits 20 Uhr. Um diese Zeit war sehr selten noch jemand im Revier. Sie wollte die Möglichkeit jedoch nicht verstreichen lassen und so druckte sie ihren Obduktionsbericht aus und fuhr zum Wolfratshausener Polizeirevier.

Tatsächlich brannte in Hansis und Hubsis Büro noch Licht. Leise trat sie ein und sah Hubsi alleine an seinem Schreibtisch sitzen. Er sah gedankenverloren aus dem Fenster und schien sie nicht einmal zu bemerken. Auf Zehenspitzen schlich sie um den Schreibtisch und linste auf seinen Bildschirm. Darauf befand sich ein halb fertig geschriebener Bericht. In sich hinein grinsend räusperte sie sich.

Hubsi zuckte fürchterlich zusammen und drehte sich wütend um, um zu einer Schimpftirade anzusetzen. Jedoch blieb ihm das Wort in Halse stecken, als er seine Exfrau vor sich sah. "Anja? Wos mochstn du da?", fragte er verwirrt und blinzelte, als könnte er nicht glauben, dass sie tatsächlich hier war. "Ich wollte euch den Bericht vorbei bringen.", schmunzelte sie und hielt den Stapel Papier hoch. "Erzähl. Wie is se gstorm?" - "Wie bereits vermutet, ist sie mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden. Ich hab kleine Holzpartikel in der Wunde gfunden. Vermutlich wars a Ast oder a Holzpfahl oder so." Sie lehnte sich an seinen Schreibtisch und genoss seine Nähe, während sie weitersprach: "Außerdem konnt ich Spuren von Zyankali in ihrem Magen finden." - "Die wurd vergiftet?", fragte Hubsi ungläubig. "So schauts aus. Und danach erschlagen. Wahrscheinlich, um sicher zu gehen, dass sie tatsächlich stirbt."

Hubsi schlug sich die Hand vor den Mund: "Mei, so a junge Frau..." Doch er fing sich schnell wieder und setzte seine professionelle Miene auf: "Todeszeitpunkt?" Aber Anja kannte ihren Exmann nach all den Jahren gut genug, um zu wissen, dass ihm der gewaltsame Tod solch junger Menschen nicht egal war. "Gestern Abend um circa 23 Uhr, plus/minus a halbe Stund.", berichtete sie. Hubsi nickte nur stumm. Er sah traurig aus. Trauriger als sonst. "Host du die kennt?", fragte sie verwundert. Er nickte erneut: "Die Nichtn von ana Bekanntn." Diesmal war es an Anja, sich die Hand vor den Mund zu schlagen. "Mei, Hubsi. Des dud ma leid." Vorsichtig legte sie die Hand an seine Wange. Entgegen ihrer Erwartung zuckte er nicht zurück. Im Gegenteil, er legte sogar seine eigene Hand auf ihre. "Danke, dasd da bist.", flüsterte er kaum hörbar. Sie wusste, dass solch eine Aussage nicht leicht für ihn war.

Daher sah sie ihn überrascht an, lächelte nach einigen Sekunden jedoch. Er sah ihr genau in die Augen und ihr fiel wieder einmal auf, wie schön die stechend blauen Augen ihres Exmannes doch waren. Sie spürte das altbekannte Ziehen im Bauch und mit einem Mal flatterten die Schmetterlinge in ihrem Magen so stark auf, dass ihr beinahe übel wurde. Instinktiv legte sie eine Hand auf ihren Bauch, was Hubsi dazu veranlasste, seinen Blick zu lösen und ihren Bauch anzusehen. "Is da ned guad?" Er klang ehrlich besorgt und wider Erwarten nicht zynisch oder sarkastisch. "Doch, es is nur..." Sie stockte, nicht wissend, wie sie ihren Satz formulieren sollte, ohne zu viel von ihren Gefühlen preiszugeben. Sie seufzte. "Es is grad zurück gekommen." - "Wos? Wos is zrück kimma?" - "Die... Schmetterlinge...", flüsterte sie, als sich Tränen in ihren Augen sammelten. Sie wandte ihren Blick ab und nahm ihre Hand von seiner Wange. Hubsi stand auf. Sanft legte er einen Arm um ihre Taille. Plötzlich spürte sie zwei Finger unter ihrem Kinn, die dieses nach oben drückten und sie so zwang, ihn anzusehen. Wieder verlor sie sich in seinen Augen. Stahlblau traf auf Haselnussbraun. Plötzlich lagen seine Lippen auf ihren. Sie schloss ihre Augen, während sich ihre Lippen gegeneinander bewegten. Die Lippen, die sie bereits unzählige Male gespürt hatte und die ihr immer noch die Luft zum Atmen nahmen. Wie eine Ertrinkende krallte sie ihre Hände in Hubsis Haaren fest. Als sie sich wenige Sekunden später atemlos voneinander lösten, sah sie ihm erneut in die Augen. "I hob di imma noch lieb.", hauchte er. Statt einer Antwort verband sie ihre Lippen erneut.
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