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Force of Nature - All for the Game (Nora Sakavic)

von Coco
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alvarez Andrew Minyard Jean Moreau Jeremy Knox Laila Dermott Neil Josten
13.06.2020
30.11.2021
66
423.078
3
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24.09.2020 5.073
 
Jeremy liebte, was Allan in ihm auslöste. Er liebte, dass der andere Junge zupackte, dass er ihn hielt und festhielt. Er liebte es, wenn Allan gröber wurde und er mit jeder Nervenzelle den Schwanz des Anderen in sich spürte, die beinahe schon schmerzende, aber befriedigende Reibung, das Gefühl der Enge das mit seiner Lust Hand in Hand ging.
Bei Allan ließ Jeremy sich fallen, er ließ sich gehen und vertraute sich ihm vollständig an.

So auch heute. Er hatte es vermisst, von Allan eingenommen zu werden. Er hatte es vermisst, von dem warmen Körper niedergedrückt zu werden, sein Rücken fest an Allans Vorderseite gepresst. Oder dass seine Knie sich in die Matratze bohrten, die Beine weit gespreizt um Allen besser aufnehmen zu können. Am Meisten hatte er die scharfen Wellen der Lust vermisst, die ihn an den Rand seines Orgasmus trieben, aber ihn nicht kommen ließen, seinen Höhepunkt weiter und weiter hinauszögernd, bis Allan Gnade mit ihm zeigte und ihn endlich…endlich berührte.

Jeremy liebte, was Allan ihm antat und war entsprechend irritiert, als der andere Junge abrupt aus ihm herausglitt. Er stöhnte erneut, dieses Mal jedoch vor Schmerz ob der unsanften Bewegung. Aber erst das Geschrei, das irritierend und markerschütternd durch das Apartment hallte, überflutete Jeremy von jetzt auf gleich mit der schrecklichen Gewissheit, dass etwas überhaupt nicht stimmte.

Noch während er zusammensackte, warf er sich herum und sah, wie Allan von ihm weggezogen und ins Wohnzimmer gezerrt wurde. Wo er erst einen Einbrecher oder jemanden im Auftrag der Ravens erwartet hatte, erkannte Jeremy nach ein paar Schrecksunden, dass es Jean war, der Allan hasserfüllt mit sich zog.

Das machte es nicht besser, überhaupt nicht. Warum war Jean schon hier? Warum tat er das? Was sollte das?

Überhastet langte Jeremy nach seiner zu Boden gefallenen Decke und schlang sie um sich. Er versuchte, aus dem Bett zu kommen, scheiterte doch zunächst an seiner Erektion, die sich empfindlich gegen die Decke presste, seinen weichen Knien und an dem Schmerz, der sich überraschend stark bis in seinen Rücken zog.
Jeremy war sturer und kämpfte sich verbissen hoch. Erst einmal musste er reagieren. Erst einmal durfte er nicht zulassen, dass Jean Allan umbrachte, denn genau das schien gerade zu passieren und Jeremy hatte keine Ahnung warum.

Er strauchelte mehr als dass er ging in Richtung Wohnzimmer.

„J….Jean…“, krächzte er und hustete, bevor er seine Stimme wiederfand. Beinahe zeitgleich erreichte er den Backliner und fasste ihn am Oberarm um ihn von Allan abzulenken, der verzweifelt würgte, die Augen weit aufgerissen und panisch.
„Jean!“ Jeremy zog an dem Oberarm und anscheinend löste das den anderen Jungen aus seiner Starre. Hasserfüllt leuchteten die grauen Augen und Jeremy schluckte mühevoll, als es erneut Angst war, die dominierte.
„Jean, lass ihn los! Was ist in dich gefahren?“, fragte Jeremy mit der Ruhe, die er aufbringen konnte und der andere Junge zischte.
„Er hat dich verletzt. Er hat sich dir aufgezwungen. Das lasse ich nicht zu!“

Jeremy blinzelte. Was…? Was?! Allan hatte nichts dergleichen getan. Wie kam Jean darauf?
„Das ist nicht wahr! Warum glaubst du das? Lass ihn los! Bitte!“
Jean knurrte und machte keine Anstalten, Jeremys Bitte zu folgen. Im Gegenteil. Er fasste noch enger zu und Allan wimmerte. Ein schrecklicher Laut und etwas, das Jeremy wütend werden ließ.
„Du brauchst ihn nicht in Schutz zu nehmen“, drangen zornige Worte an seine Ohren und letzten Endes war es wohl das, was das Fass zum Überlaufen brachte.

„Lass ihn los.“

Jeremy hatte es immer vermieden, Jean gegenüber seine Kapitänsstimme zu nutzen. Er hatte niemals diese Kluft zwischen ihnen gewollt, hatte niemals gewollt, mit Riko verglichen zu werden. Er war nicht so. Doch jetzt, in diesem Augenblick, war seine Stimme nicht viel mehr als ein einziger Befehl, kühl und bar jeder Emotion. Seine Stimme war eine Warnung und die Reaktion erfolgte beinahe augenblicklich. Jean zuckte mit dem ganzen Körper zusammen und starrte ihn mit großen Augen an.

„Aber…er hat…“, setzte der größere Junge an, doch Jeremy brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
„Lass ihn los und tritt von ihm zurück“, wiederholte er und straffte die Schultern. Ja, er war nackt unter der Decke, ja, er hatte immer noch einen Ständer, der sich durch die Nähe an Jeans Oberschenkel drückte, ja, sein Zimmernachbar hatte ihn soeben beim Sex überrascht, aber soviel Würde hatte Jeremy noch, dass er Jean von Allan lösen würde.
„Aber…“ Verzweiflung stahl sich unter den Hass. Verzweiflung und Unverständnis.
„Nein.“ Selten hatte Jeremy soviel Dominanz in seine Stimme gelegt wie in diesem Moment. „Es reicht jetzt, Jean. Lass Allan los und tritt zurück.“

Das Unverständnis wurde größer und größer, doch Jean tat tatsächlich, was von ihm erwartet wurde. Wie tot fielen die Arme von Allan ab, der in sich zusammensackte, direkt in Jeremys Hände, die ihn so gut es ging stützten. Schützend zog er den anderen Jungen an sich und spürte, wie dessen zitternder Körper sich unter dem Husten krümmte.
Wie erstarrt stand Jean dort, während Jeremy Allan von ihm wegzog und ins Badezimmer brachte, die Tür hinter ihnen beiden abschließend.


~~**~~


Jean schlotterte am ganzen Körper. Vor Wut.

Wieso…wieso verbündete sich Knox mit seinem Vergewaltiger gegen ihn? Wieso wollte er nicht, dass er ihm half? Er war doch da und würde sich des Problems annehmen. Er würde ihm solange drohen, bis er Knox nie wieder anrührte. Doch…das war nicht erwünscht und Jean verstand nicht warum. Er hatte sich doch auch nicht um seine Vergewaltiger gesorgt. Im Gegenteil. Er wäre froh gewesen, wenn sie jemand verprügelt hätte. Warum also…?

Er hatte seinen Kapitän noch nie so wütend gesehen, so ernst und abgrundtief unzufrieden. Knox hatte noch nie so mit ihm gesprochen und Jean wagte es nicht, sich von der Stelle, an die er getreten war, zu rühren. Er wagte es nicht, den Geräuschen aus dem Bad zuzuhören, die gedämpft zu ihm drangen. Er wagte es nicht, sich umzudrehen, als sich nach einer schier endlosen Zeit die Tür öffnete und er hörte, dass die beiden Jungen zu ihm kamen und an ihm vorbeitraten. Anscheinend verließ der Reporter das Apartment, nachdem sich Knox um ihn gekümmert hatte.

Und sich nun ihm zuwandte.

Jean sah es mehr aus dem Augenwinkel heraus. Die Wut, die ihm entgegenschlug, spürte er da deutlicher. Jahrelange Indoktrination ließ seinen Instinkt ausschlagen und wie auch bei Riko konnte er sich nicht von der Stelle rühren, erstarrt unter der Macht seines Kapitäns.

„Setz dich“, sagte Knox schlicht und Jean gehorchte. Da die Couch am Nächsten stand, ließ er sich vorsichtig nieder, die Hände auf seinen Knien und den Blick gesenkt. Der blonde Junge nahm sich seinen Schreibtischstuhl aus dem Schlafzimmer und rollte ihn unweit von ihm in den Raum. Unweit, aber außerhalb seiner Reichweite, stellte Jean fest.
Vorsichtig setzte sich Knox, dieses Mal in Hose und weitem Oberteil.

„Gib mir einen Grund für dein Verhalten.“
Jean wünschte sich, dass Knox‘ Stimme weniger kalt sein würde, weniger unerfreut. Es fachte seine Wut erneut an, die Wut darauf, dass Knox sich auf die Seite des anderen Jungen stellte.

Des Täters.


~~**~~


Jeremy spürte, dass etwas nicht stimmte. Er schmeckte die Dissonanz, die zwischen ihnen in der Luft lag und doch war er in diesem Moment beinahe unfähig, darauf zu reagieren. Er war sauer, richtig wütend auf Jean, der dieses Mal nicht nur ihn angegangen war, sondern Allan.
Er hatte Allan gewürgt und ihn verletzt. Es mochte ja sein, dass diese Methoden bei den Ravens angewandt wurden, aber Jeremy würde den Teufel tun, sie bei den Trojans zu akzeptieren. Ebenso würde er den Teufel tun und Homophobie akzeptieren.

Er hatte seine Frage mit Mühe neutral herausgepresst und wartete nun auf eine Antwort des auf der Couch sitzenden Jungen. Diese blieb aus, denn Jean schwieg eisern und starrte auf seine Hände, die sich unablässig zusammenballten und entkrampften.
„Er hat dir wehgetan“, grollte Jean schließlich mit Unverständnis in der Stimme und nun war es an Jeremy, seine Hände zu Fäusten zu ballen.
„Nein, hat er nicht.“
„Doch!“

Jeremy blinzelte ob des vehementen Widerspruchs. „Hat er?“, fragte er mit erzwungener Ruhe nach und Jean sah auf.
„Er hat deine Arme auf das Bett gepresst“, erwiderte der Backliner und deutete hinter Jeremy auf das Schlafzimmer, als würde er sich immer noch dort befinden. Mit Mühe widerstand Jeremy dem Drang, sich umzudrehen und verbrachte die nächsten Sekunden damit, die aufkommende Röte auf seinen Wangen zu bekämpfen. Ja, das war eine seiner Vorlieben. Nein, die teilte er nicht mit der ganzen Welt. Sie nun so direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen, war…peinlich.
„Das mag ich so“, erwiderte er abwehrend, rechtfertigend gar.

Jean schnaubte abwertend und Jeremy starrte ihm ungläubig in die Augen. Er wusste nicht, ob er sich so in dem Jungen getäuscht hatte, der vor ihm saß. War die Raven-Homophobie wirklich so tief in ihm eingesunken?
„Außerdem war er grob und brutal“, fuhr Jean fort und Jeremy hob die Augenbraue. Allan war keines von beidem gewesen, absolut nicht. Er war fürsorglich und vorsichtig gewesen, wie immer. Dass er dann leidenschaftlicher geworden war, lag in der Natur ihres Stelldicheins und Jeremy hatte es genossen.  
„War er nicht und ich wollte das so“, grimmte er entsprechend unwirsch.
„Du hast vor Schmerzen gestöhnt“, gab Jean ebenso unwirsch zurück und Jeremy starrte den anderen Jungen schweigend, aber vor allen Dingen fassungslos an.

Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Schloss ihn wieder, als er seine Stimme nicht fand. Öffnete ihn erneut, weil er Luft brauchte, die sein in Flammen stehendes Gesicht kühlen sollte – vergeblich, wie Jeremy feststellte. Ihm war heiß und am Liebsten hätte er sich gewünscht, hier und jetzt in den Boden zu versinken vor Scham.
Aufs Bett gepresste Arme…geschenkt! Das war nicht halb so peinlich wie eine knallharte Interpretation seines Stöhnens. Wirklich nicht.

So hörte er sich an? Als hätte er Schmerzen? Als würde er gegen seinen Willen zum Sex gezwungen? Oh Gott war das peinlich. Oh Gott war das eine Katastrophe.
Jeremy barg sein Gesicht in seinen Händen. In diesem Augenblick war die Wut verschwunden und hatte etwas Platz gemacht, das Jeremy unschwer als absolute Peinlichkeit klassifizierte.

Erst, als er auch wirklich die Stärke dazu fand, sah er wieder hoch. „Das waren keine Schmerzen, das war Lust. Lust, Jean. Ich war vollständig damit einverstanden, was Allan mit mir gemacht hat. Ich wollte es so. Er hat mir zu keiner Zeit wehgetan und er hat mich zu keiner Zeit zu etwas gedrängt, das ich nicht wollte. Wir hatten Spaß miteinander, bis du ihn aus mir herausgezogen hast. Nicht er hat mir wehgetan. Du hast es. Und du hast Allan gewürgt, außer dir vor Wut. Du hast ihm Angst gemacht damit. Er hatte Angst um sein Leben.“

Es war nicht Jeremys Art, andere mit Vorwürfen zu überschütten oder derart direkt Kritik zu üben, doch er musste die Wahrheit so bitter formulieren, wie sie war. Jean musste begreifen, dass das, was er aus seinem Zorn heraus tat, kein Kavaliersdelikt war. Die Maßstäbe, die in Evermore galten, waren nicht normal. Sie waren abartig und menschenverachtend und mitnichten waren sie in L.A. anwendbar.

Jean erwiderte nichts, sondern starrte ihn an und Jeremy erkannte dadurch sehr gut den Augenblick, in dem der Ex-Raven begriff, was er getan hatte. Schwierig war das nicht. Von jetzt auf gleich wich sämtliche Farbe aus dem mittlerweile gebräunten Gesicht und Jean schluckte mehrfach gegen den Kloß in seinem Hals an. Kurz danach senkte er den Blick abrupt auf seine Hände und erstarrte mit jeder einzelnen Faser seines Körpers.  

Wie auch schon die Male zuvor wirkte es, als hätte jemand die Luft aus ihm herausgelassen und ihm seines Widerstandes beraubt. Er wirkte hilflos, wo er vorher zum Fürchten gewaltbereit gewesen war. Doch dieses Mal ließ sich Jeremy nicht durch sein viel zu weiches Herz leiten. Jetzt, in diesem Moment war er Kapitän und Problemlöser durch und durch.

Mit hochrotem Kopf, aber immerhin klar genug in selbigem, um weiterdenken zu können. Seine Gedanken kamen jedoch nicht weit.

„Ich habe gedacht, er würde dich vergewaltigen.“

Mit welcher Wucht dieser einfache, tonlose Satz die Stille durchschlug, wurde Jeremy erst verspätet bewusst. Welche Wellen er auch in ihm selbst schlug, begriff er erst nach und nach. Die Übelkeit in ihm war dabei nur einer der Auswüchse und nun war es Jeremy, der verzweifelt schluckte.

„Wie kommst du auf den Gedanken, Jean?“, fragte er kopfschüttelnd und Jean blieb ihm eine Antwort schuldig. Er wich Jeremys sezierendem Mustern aus und zuckte mit den Schultern. Jeremy glaubte ihm keine Sekunde lang, dass er nicht wusste, warum und da war es wieder, das Gefühl, dass etwas hier gar nicht stimmte.
Eine Vermutung keimte in ihm hoch, die Jeremy die Stirn runzeln ließ. Jean hatte derart daneben mit seiner Einschätzung gelegen, dass es vermutlich auf Unerfahrenheit zurück zu führen war. In einem toxischen und gewalttätigen Umfeld wie Evermore sicherlich keine unwahrscheinliche Möglichkeit. Jeremy atmete tief ein und fand so Ruhe, die er wirklich dringend brauchte.

„Jean, hattest du schon einmal Sex?“, fragte er ruhig, anscheinend aber nicht ruhig genug. Jean zuckte zusammen, als hätte Jeremy ihn geschlagen und seine Augen weiteten sich, als wäre es eine schlimme Frage. Wortlos starrte der andere Junge ihn an und Jeremy wartete geduldig auf eine Antwort.
„Ja“, presste Jean schließlich hervor und er nickte. Gut, vielleicht hatte es in Evermore doch eine Möglichkeit gegeben. So wie Jean reagierte, vermutete Jeremy, dass Riko davon erfahren und ihn bestraft hatte.
„Hattest du schon einmal gleichgeschlechtlichen Sex?“, fragte Jeremy weiter, sich auf das momentan Wesentliche konzentrierend. Wieder zögerte Jean, bevor er antwortete und zur Seite sah. Er wich Jeremy aus, nickte jedoch schließlich.

Überrascht runzelte Jeremy die Stirn. Er erinnerte sich noch gut an Jeans Worte nach den hasserfüllten Beleidigungen des neuen Ravenkapitäns. Er sei nicht so. Also hatte er es mit einem anderen Jungen ausprobiert und für nicht gut befunden?
„War es eine freiwillige Erfahrung?“, fragte Jeremy, um ganz sicher zu gehen. Mitnichten rechnete er mit einem Nein. Eher rechnete er damit, dass Jean verächtlich schnauben und ihn für verrückt erklären würde.

Es reichte ihm eine Sekunde, die er in Jeans Gesicht sehen konnte, um sich dieser Möglichkeit gar nicht mehr so sicher zu sein. Viel zu geschockt war der andere Junge. Viel zu sprachlos war er für ein einfaches Nein und eine ungute Ahnung bahnte sich in Jeremy an. Jean schwieg, ganz die Salzsäule, als die er vor ihm saß. Er bewegte keinen Muskel, sondern starrte Jeremy in die Augen, durchdringend und – wie der blonde Junge nun erkannte – zunehmend hilflos und verzweifelt.

Jeremy hielt dem Blick stand, mit – so wie er hoffte – ruhiger Entschlossenheit. Dass dies teilweise durch seine noch immer warme Gesichtshaut zunichte gemacht wurde, stand da auf einem anderen Blatt.
„Jean?“, fragte er leise und das holte den anderen Jungen aus seiner Starre.
„Nein“, presste er so schnell hervor, dass Jeremy im ersten Moment glaubte, sich verhört zu haben. Doch das hatte er nicht und so stand dieses simple Wort zwischen ihnen im Raum und zerstörte Jeremys gerade noch so gepriesene, aber brüchige Ruhe in Nullkommanichts.

Nein.

Noch hoffte etwas in Jeremy, dass Jean nein zur grundsätzlichen Beantwortung seiner Frage gesagt hatte. Dass er ihm einfach die Auskunft verweigern wollte. Dieses Etwas wurde von Sekunde zu Sekunde kleiner und Jeremy begriff den Horror, der sich ihm entfaltete. Keine Sekunde lang hatte er bis jetzt angenommen, dass jemand, der vor körperlicher Folter nicht Halt machte, auch zu diesem Mittel griff. Und doch war es nicht an den Haaren herbeigezogen, ganz und gar nicht.

Jean schwieg weiterhin und Jeremy nahm all seinen Mut zusammen, den er im Angesicht eines solchen Greuls aufzubringen hatte.

„Hat Riko dir das angetan?“, fragte er ruhig, aber es sickerte bereits Wut in seine Stimme.
Jean schüttelte stumm den Kopf, doch das machte es nicht im Ansatz besser, befand Jeremy. Wenn es Riko nicht gewesen war, dann lief der Täter noch frei draußen herum, womöglich…oh Gott. Womöglich war es der neue Ravenskapitän. Bei allem, was er gesagt hatte…

Jean atmete ein und ballte dann die Hände zu starren Fäusten. „Er hat es nur in Auftrag gegeben und die Spieler zu mir gelassen.“

Jeremy wiederholte dessen Worte in seinen Gedanken immer und immer wieder. Er hatte nicht das Gefühl, dass er in den ersten Momenten wirklich begriff, was Jean sagte, weil es so ungeheuerlich und so brutal war. Dann überwältigte ihn das Wissen um das Schreckliche und Jeremy begriff. Jean war mehrfach vergewaltigt worden, von den Spielern seines eigenen Teams. Auf Befehl seines verstorbenen Kapitäns.

Sprachlos starrte Jeremy in Jeans Gesicht. Unfähig auch nur einen Ton zu sagen zogen seine Gedanken Verbindungen zu dem, was heute passiert war.
„Warum?“, krächzte er schließlich. Es war ein Warum zu der Brutalität, der Jean unterworfen worden war. Ein Warum zu den dunklen Abgründen in Evermore. Ein Warum an niemand Bestimmten.
Jean aber war es, der darauf antwortete. „Er wollte sehen, ob das traumatisierender ist normale Gewalt. Er hatte Spaß daran, dass ich ihn angefleht habe, es nicht zu tun. Er wollte Day bestrafen, als er zuviel von dir geschwärmt hat.“

Nicht im Geringsten war Jeremy auf diese Worte vorbereitet. Absolut gar nicht. Er hoffte erneut, sich verhört zu haben, er hoffte, irgendwie adäquat reagieren zu können, doch nichts davon war ihm vergönnt.

„Was?!“, presste er fassungslos hervor und Jean schnaubte.
„Day hat zu sehr vom großen, tollen, schwulen Captain Sunshine geschwärmt, dem besten Striker aus Los Angeles. Dem begabten Jungen mit den blonden Haaren, der so toll und so schnell auf dem Feld ist. Er hat geschwärmt und geschwärmt und selbst bei Rikos eindeutigen Warnzeichen nicht aufgehört damit, so sehr in seinem Exy-Wahn gefangen, dass er zu dumm war dazu. Und dann…“ Jean schnaubte so verächtlich, wie er Jeremy die Worte vor die Füße gespuckt hatte.

„…und dann hat er Day an mir zeigen lassen, wie ein Junge einen anderen Jungen so richtig fickt. Oh für eine Nacht war ich Captain Sunshine und habe mich ficken lassen für Days Schwärmerei für den tollen, überragenden Jeremy Knox, Starting Striker der USC Trojans. Ich hatte noch nicht einmal meinen Namen in den Stunden… Jeremy, Jeremy, Jeremy… wie oft habe ich doch diesen Namen in der Nacht gehört! Ja, ich weiß, was Sex ist, Knox, ich weiß es. Ich hatte ihn schon fünf Mal in meinem Leben, einmal davon dir zu Ehren.“

Jean war aufgestanden und überragte ihn, doch Jeremy war kaum in der Lage, das wahrzunehmen. Der Schock, dass Jean Opfer intimster Gewalt geworden war, war zu einem Schock geworden, dass er mit dafür verantwortlich war und dass Jean in seinem Namen vergewaltigt worden war. Dass er mit seinem Namen vergewaltigt worden war.

Sie haben ihm Schlimmes angetan, hatte Kevin in damals im Telefonat am Strand gesagt und Jeremy hatte noch nicht einmal einen Bruchteil dessen geahnt.
„Ich hatte keine Ahnung…es tut mir leid“, wisperte er und stellte fest, dass seine Stimme brach, weil er weinte. „Es tut mir so leid.“
Jeremy erhob sich ebenso, doch Jean wich vor ihm zurück. Abschätzig musterte er ihn, doch Jeremy ließ sich nicht davon abbringen. Beruhigend streckte er die Hand nach Jean aus, die dieser wie eine giftige Schlange musterte.
„Wenn ich gewusst hätte, dass…“
„Dann was?“, fiel Jean ihm ins Wort und in diesem Moment zwang sich Jeremy der Eindruck eines in die Enge getriebenen, verletzten Tieres auf. „Hättest du mich abgelehnt, damit ich durch deine Anwesenheit nicht getriggert werde? Hättest du mich bemitleidet für meine Erfahrungen beim Sex? Was?“

Jeremy holte tief Luft und bemühte sich im Angesicht des Zorns Ruhe zu bewahren.
„Du hast keine Erfahrungen mit Sex“, sagte er dann mutiger, als er sich wirklich fühlte und Jean machte den Eindruck, als würde er gleich hier und jetzt über ihn herfallen und ihn zerfleischen. Jeremy räusperte sich, schluckte den großen Frosch in seinem Hals hinunter.
„Eine Vergewaltigung ist kein Sex. Sex ist etwas Freiwilliges, Schönes, Gegenseitiges. Eine Vergewaltigung ist sexualisierte Gewalt, die dazu gedacht ist, das Gegenüber zu demütigen.“

Jean hielt inne. Er fror in der Bewegung ein und starrte ihm durchdringend in die Augen. „Gut…“, erwiderte er schleppend und höhnisch. „Dann bin ich anscheinend, was Sex angeht, noch ach so jungfräulich.“
Jeremy schloss die Augen. Er öffnete sie, als er ein Geräusch hörte und stellte fest, dass Jean zurückgewichen war. Seicht schüttelte er den Kopf. „Sex kann etwas Schönes sein.“
„So wie bei dir und dem Reporter?“
„Ja.“
„Es war ekelhaft zu sehen, wie du dich hast ficken lassen!“, spie Jean ihm wutentbrannt und zornig entgegen und Jeremy schluckte. Die Worte taten weh, absolut, sie trafen mühelos sein Innerstes. Er verstand, warum Jean das sagte, er verstand das Trauma, das dahinterstand. Er verstand auch die Wut in Bezug auf seine Person. Er hatte ihn sicherlich getriggert durch sein Verhalten und Jeremy sah zu Boden. Ja, er begriff es. Es war kein schöner Moment, sondern ein schreckliches Begreifen.

„Entschuldigung. Wenn ich gewusst hätte, dass du eher kommst, dann wäre Allan nicht zu mir gekommen. Entschuldigung, wenn wir dich mit unserem Tun getriggert haben sollten“ Für seine Sexualität würde sich Jeremy aber niemals entschuldigen. Niemals.

Jean zischte und ging kommentarlos an ihm vorbei zur Tür. Jeremy hörte mehr als dass er sah, wie der andere Junge sich seine Schuhe anzog und das Apartment verließ. Vielleicht war das auch gut so, denn so sah er Jeremys unwürdigen Heulkrampf nicht.


~~**~~


Jean kam nicht weit in seiner Flucht vor sich, der Wahrheit, seiner Vergangenheit, seiner Gewalt und nicht zuletzt seinem Kapitän, dessen Bestürzung, Trauer und Entschuldigung in seinen Ohren brannten.
Er konnte mit der Achterbahn seiner Gefühle nicht umgehen. Erst war da Wut gewesen, dann Schock, dann Verzweiflung und wieder Wut, dieses Mal jedoch hilfloser, als er begriffen hatte, dass er wieder einmal jemanden angegriffen hatte, der es nicht verdient hatte.
Aus dieser wurde erneut tief verwurzelte Verzweiflung, als sich das Thema unaufhaltsam dem näherte, was Jean am Liebsten ganz tief in sich eingeschlossen hätte. Doch nein, die Wunde war aufgebrochen und er hatte alles dafür getan, Knox zu verletzen mit seiner Wahrheit, seinen Worten und seinen Anschuldigungen.

Als wäre der blonde Junge nicht schon geschockt genug gewesen, von den Vergewaltigungen zu erfahren, hatte er ihm natürlich noch auf die Nase binden müssen, dass er selbst der Grund für die Dritte gewesen war. Und als wäre das nicht genug, hatte er zuletzt auch noch seinen Ekel ausgedrückt vor dem, was Knox und der Reporter getan hatten.

Wofür Knox sich entschuldigt hatte, obwohl er der Letzte war, der sich entschuldigen musste.  

Jean saß auf den Treppenstufen zum Dach und wusste, dass es vermutlich keinen schlechteren Menschen als ihn gab. Keinen brutaleren und gemeineren Menschen. Knox hatte ihn nicht verdient. Knox hatte jemanden in seiner Nähe verdient, der nicht mit physischer und psychischer Gewalt auf ihn und sein Umfeld losging. Er gehörte nicht an die Seite seines Kapitäns, er durfte nicht in seiner Nähe sein. Er würde sich bei Knox entschuldigen und dann um einen anderen Raum bitten. Vielleicht bestand ja auch die Möglichkeit, dass er alleine in ein Apartment kam, um niemanden zu gefährden. Jean fürchtete sich vor dieser Möglichkeit, doch er sah keine andere Lösung.

Es wäre zu Knox‘ Besten.

Über einen Mannschaftswechsel konnte und wollte Jean nicht nachdenken. Wenn er sich zurückzog und soweit alleine blieb, dass niemand ihm zu nahe kam, dann würde es hier auch gehen, oder? Hier, wo sie ihn akzeptierten, mit all seinen Narben. Aber würden sie das auch tun, wenn sie erfuhren, was er ihrem Kapitän angetan hatte?
Jean glaubte es nicht und dennoch dachte er, dass er mit ihrer Missachtung besser leben können würde als mit der Gewalt einer anderen Mannschaft.

Er stützte seinen Kopf in die Hände und schloss die Augen. Er war so ein Monster. So ein verdammtes, ekelhaftes Monster.


~~**~~


Letzten Endes benötigte Jean drei Versuche, um seinen Schlüssel in das Schloss ihres Apartments zu stecken und die Tür aufzuschließen. Seine Hände zitterten so sehr, dass er sie kaum unter seine Kontrolle zwingen konnte. Das wurde mit Betreten der Wohnung auch nicht besser. Von Knox war in der Küche und im Wohnzimmer keine Spur zu finden, selbst der Schreibtischstuhl stand wieder an seinem angestammten Platz.
Jean hielt abrupt inne, als er den Berg auf Knox‘ Bett sah. Sein Kapitän hatte sich trotz der Wärme in die Decken eingerollt. Nichts, noch nicht einmal Haarsträhnen schauten hinaus und Jean wünschte sich fast, dass er wie zuvor auch schon per Chat kommunizieren konnte.

Doch das Handy des Jungen lag über ihm auf der Anrichte.

„Knox?“, krächzte Jean und räusperte sich. Er wartete, doch nichts tat sich. Er versuchte es nochmal, lauter dieses Mal, doch auch dieses Mal tat sich nichts. Etwas verloren stand er vor dem Bett und überlegte, was er tun sollte. Was er tun durfte. Was seinen Kapitän nicht noch mehr verletzen würde.

Jean entschied für die Proaktiveste aller Möglichkeiten und griff nach dem oberen Ende der Decke. Er zog sie soweit hinunter, dass er das Gesicht seines Kapitäns sehen konnte. Erschrocken drehte dieser sich zu ihm um und Jean sah nun auch den Grund, warum Knox nicht reagiert hatte. Er trug seine Ohrenstöpsel und aus ihnen drang leise Musik zu Jean. Er hatte geweint, was Jean nur zu deutlich an den geröteten und geschwollenen Augen sah. Mit großen, blauen Augen starrte er Jean an, rührte sich aber nicht und es war genau das, was ihm das Herz brach, schnell und unsauber.

Sein schlechtes Gewissen überrollte Jean wie eine Flutwelle. Er hatte das angerichtet. Er hatte Knox das angetan. Da war es verdammt nochmal seine Aufgabe, das wieder gut zu machen. Bedacht darauf, Knox nicht anzufassen, pflückte er dessen Ohrstöpsel aus den Ohren und legte sie auf das Bett, bevor er aus dessen Näher heraustrat und zu seinem eigenen Bett zurückkehrte. Langsam ließ Jean sich darauf nieder und verschränkte die Hände auf seinen Oberschenkeln.

„Es tut mir leid“, begann er und traf auf uncharakteristische Stille. Knox sagte keinen Ton und bewegte sich nicht, auch wenn Jean spürte, wie die blauen Augen auf ihm lagen. „Es tut mir leid, dass ich dich und den Reporter verletzt habe. Es tut mir leid, dass ich dich angefahren und dir schlimme Dinge gesagt habe, die dich verletzen. Ich hätte das nicht sagen sollen mit dir und der…“ Jean machte eine hilflose Handbewegung, nicht weiter erläuternd, was er meinte. „Ich meine, dass Riko… das hätte ich nicht sagen, weil es unwichtig ist. Alles daran war unwichtig, weil es hier keine Rolle mehr spielt. Und…und es war nicht ekelhaft zu sehen, wie du und er…was ihr miteinander gemacht habt. Ich war nur in dem Moment geschockt und die Erinnerungen kamen in mir hoch…ich… es tut mir leid.“

Jean verstummte und wieder begrüßte ihn Stille, die mit ihrer Schwere seine Nerven ausfranste.

„Ich bin nicht wie Riko. Ich bin kein Monster, das Menschen nur aufgrund von…anderen Vorlieben hasst. Ich weiß ja noch nicht einmal, welche Vorlieben ich selbst habe.“ Er schnaubte verächtlich. „Deswegen war es auch nicht ekelhaft, wirklich nicht. Du…nichts an dir ist das. Ekelhaft meine ich. Du bist…ein Mensch.“ Jean räusperte sich, als er merkte, dass der Satz so keinen Sinn ergab. „Du bist kein Monster, sondern ein Mensch. Du hast mich immer menschlich behandelt und mir gezeigt, dass es auch so etwas wie ein Leben gibt. Du…ich habe keine Angst vor dir und das, obwohl du mein Kapitän und ein Junge bist und auf Männer stehst.“

Jean verstummte und begriff, dass auch das falsch klingen musste. Er holte tief Luft. „Du bist einfach du und damit die Antithese zu Riko, obwohl ihr beide männliche Kapitäne seid. Ich bin gerne in deiner Nähe.“ Womit er zu dem Thema kam, das ihm ebenso schwer im Magen lag.
„Aber ich bin mir bewusst, dass du sicherlich nicht mehr gerne in meiner Nähe bist. Ich bin eine Bürde, seitdem ich hier bin. Ich mache dich immer wieder traurig und ich verletze dich, obwohl ich es dir anders versprochen habe. Ich sollte mich von dir fernhalten. Ich sollte hier nicht wohnen. Ich sollte nicht Teil dieses Teams sein, zumindest nicht direkt.“

Er verstummte, nun, da er alles gesagt hatte. Immer noch kam nichts von Knox und Jean fand schließlich die Kraft, hochzusehen.
Sein Kapitän starrte ihn an und weinte stumm. Völlig regungslos saß er auf seinem Bett und sah Jean in die Augen, Verzweiflung wie ein Leuchtfeuer auf seinem Gesicht und in seiner eingesunkenen Gestalt.
Jean wartete darauf, dass Knox etwas sagte, irgendetwas auf seine Worte entgegnete, doch nichts kam. Keine Silbe. Noch nicht einmal die Lippen bewegten sich. Da waren nur Tränen und Jean fühlte sich mit jeder Sekunde, die verstrich, schlechter und schlechter.

Es ging Knox nicht gut, das sah er, und er war Schuld daran. Ausschließlich er mit seinen wütenden, unbedachten Worten. Jean schluckte.

„Ich werde immer wieder so wütend, so unbeschreiblich wütend. Es ist wie ein Rausch, in dem ich alles verletzen muss, was sich in meiner Nähe befindet, ohne Rücksicht darauf, was mir diese Person getan hat. Ich habe soviel Hass in mir, dass ich ihn nicht steuern kann und manchmal glaube ich, dass es besser wäre, wenn du mich wie Riko dazu zwingst, ihn zu unterdrücken.“ Rau und gepeinigt entkamen ihm die Worte, die er jetzt erst, wo er sie äußerte, auch begriff. Er verstand, wie ernst er sie meinte. Eine Reaktion entlockte es Knox jedoch nicht. Wie festgefroren schienen die blauen Augen und in Jean wuchs der Drang, Knox zu schütteln, anzufassen, irgendetwas zu tun, nur damit dieser ihm eine Reaktion zeigte. Doch er traute sich nicht.

„Ich…soll ich Alvarez oder Dermott holen?“, fragte Jean schließlich unruhig und als er wieder keine Antwort erhielt, erhob er sich. Knox ging es nicht gut, ganz und gar nicht und er konnte gerade keine Entscheidung treffen. Also musste Jean diese für ihn treffen.
Jean drehte sich weg und war bereits bei ihrer Tür, als ihn ein gekrächztes „Nein.“ zurückhielt.

Es hätte gut und gerne auch ein Peitschenschlag sein können, doch der Vergleich war unfair. Niemals hatte Knox Hand an ihn gelegt. Niemals hatte er ihn derart bestraft. Knox‘ Stimme war eher wie der Anker, der ihn in die Realität zurückholte und so drehte Jean sich abrupt um.

„Nein zu was?“, fragte er, in der Hoffnung, dass Knox weiter mit ihm sprach und ins Leben zurückkehrte. Er hatte Glück damit, so schien es zumindest, auch wenn dieses Glück zweifelhaft war. Knox sah ihn nicht an und Jean war dankbar darum, insbesondere, als dieser sich räusperte.

„Nein zu allem.“

Ja, Jean war wirklich froh, dass sein Kapitän gerade Eva taxierte und nicht ihn.


~~~~~~~~

Wird fortgesetzt.
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