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Force of Nature - All for the Game (Nora Sakavic)

von Coco
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alvarez Andrew Minyard Jean Moreau Jeremy Knox Laila Dermott Neil Josten
13.06.2020
30.11.2021
66
423.078
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06.08.2020 7.693
 
Jeremy seufzte lautlos und strich Jean in weiten, vorsichtigen Kreisen über den vernarbten Rücken. Die Verzweiflung, die er beinahe schon körperlich bei dem anderen Jungen spürte, schmerzte ihn, weil er nicht genug dagegen tun konnte. Das Einzige, was ihm möglich gewesen war, war, Jean hierhin zu bringen, damit sie reden konnten. Endlich, nach einer Woche und nach vielen Stunden des Schweigens und Missachtens.

Die Angst, die er vor Jean verspürt hatte, als dieser seine Hand weggeschlagen hatte, war zum größten Teil verflogen und einer Besorgnis gewichen, der er sich erst später stellen würde. Das war kein Thema, das Jeremy jetzt anschneiden würde oder könnte, wenn er das Bündel an Trauer und Elend vor sich sah, das sich in ihn gekrallt hatte, als würde sein Leben davon abhängen.

Jeremy war erleichtert, dass Jean sich öffnete und dessen Bereitschaft, seine Nähe zu suchen, vermittelte ihm ein warmes Gefühl. Er war froh darum, dass Jean ihm erlaubte, ihm über den Rücken zu streichen, auch wenn Jeremy mit jeder Narbe, die er unter seinen Fingerspitzen fühlte, mehr und mehr Abneigung gegen Evermore und Jeans Familie empfand, die ihn dorthin verkauft hatte. Mit jeder Narbe wuchs auch sein Respekt vor Jean, dass dieser all die Jahre überlebt hatte und nun sein Bestes gab, ein anderes Leben zu führen.

„Knox?“
Jeremy blinzelte und tauchte aus seinen Gedanken wieder auf, als er sich bewusst wurde, dass Jean ihn angesprochen hatte. Er brummte und sah auf den anderen Jungen hinab.
„Ja?“, fragte er sanft, hörte aber nicht auf, Jean über den Rücken zu streichen und ihn damit zu beruhigen.
„Ich weiß nicht, was ich tun soll.“
Das raue, beinahe unhörbare Eingeständnis berührte Jeremys Herz. Er seufzte laut und zog Jean noch etwas enger an sich, aus dem plötzlichen Drang heraus, ihn zu schützen. Jean gab einen unbestimmten Laut von sich, löste sich aber nicht von ihm.
„Mit deiner Familie?“, hakte Jeremy nach.
„Ja.“

Nun war es an Jeremy, in nachdenkliches Schweigen zu versinken. Was sollte er Jean raten? So sehr er dessen Wut und Leid verstehen konnte, so wenig wusste er, was für eine Entspannung der Situation sorgen oder was Jean gut tun würde. Er selbst würde vermutlich das Gespräch suchen, eben weil er immer das Gespräch suchte. Aber Jean? Nachdem, was ihm angetan worden war?

„Was sagt denn dein Bauchgefühl?“
„Das sagt Renee auch immer.“
Jeremy blinzelte irritiert.
„Das ist dein Bauchgefühl?“
Jean drehte sich soweit um, dass er Jeremy ansehen konnte. Seine Augen und Wangen waren gerötet, aber zum Glück waren die Tränen, die Jeremys T-Shirt durchnässt hatten, mittlerweile getrocknet. Unwirsch verzogen sich die schmalen Lippen.
„Nein, Renee fragt auch immer nach meinem Bauchgefühl.“
Jeremy lächelte unwillkürlich. „Dann kann ich gar nicht so falsch liegen damit. Und?“
Jean brummte und richtete sich auf. Steif und etwas ungelenk löste er sich von ihm und Jeremy ließ ihn wehmütig gehen. Sacht legte er seine Hand auf seine Oberschenkel und maß seinen Backliner.

Zittrig strich sich Jean seine Haare zurück und rieb sich über die Wangen, starrte verwundert auf seine Hände, so als könne er gar nicht glauben, dass er geweint hatte. Schlussendlich sah er hoch und seine grauen Augen bohrten sich in Jeremys. Nachdenklich wurde er gemustert.
„Ich möchte ihnen sagen, was sie mir damit angetan haben. Ich möchte es ihnen ins Gesicht schreien und ihnen sagen, dass sie mir nie wieder zu nahe kommen sollen und dass ich sie dafür hasse, was sie getan haben. Ich möchte, dass sie Reue fühlen und dass ich ihnen sagen kann, wie wenig mich das interessiert. Wie sehr sie das Recht darauf verspielt haben, meine Eltern zu sein.“

Jeremy war erstaunt, wie ruhig Jeans Stimme klang und wie ausdruckslos er seine emotionalen Worte hervorpresste. Nur seine Hände waren ein Ausdruck seiner Wut, so starr, wie sie sich zusammenballten.
Nachdenklich runzelte Jeremy die Stirn. „Würdest du ihnen das lieber hier in Los Angeles sagen, bei ihnen oder ganz woanders?“, fragte er.
„Nicht hier“, murmelte Jean und sah zur Seite. „Wenn, dann…dort. Bei ihnen.“
Jeremy nickte. „Ich kann dich hinfahren, wenn du möchtest. Es sind nur anderthalb Stunden.“
Wieder überlegte Jean und sah hinaus in die mittlerweile dunkle Umgebung, hinauf in die Sterne, die schwach über ihnen leuchteten.
„Würdest du das wirklich tun?“
Überrascht blinzelte Jeremy. „Ja natürlich.“
„Auch nachdem ich dir das angetan habe?“ Jean deutete auf seinen Arm und nun griff Jeremy doch nach seinen Händen. Sie würden noch darüber sprechen müssen, aber er würde nicht zulassen, dass Jean sich dafür dauerhafte Vorwürfe machte.

„Ich möchte mit dir noch einmal in Ruhe darüber sprechen, aber ich trage dir das nicht nach, Jean. Wirklich nicht. Ich hasse dich nicht dafür.“
„Wirklich nicht?“
Die hoffnungsvolle Angst, die Jeremy aus den Worten heraushörte, schmerzte ihn. Ernst sah er Jean an und hielt seinen Blick ebenso wie dessen Hände, die er leicht und versichernd drückte.
„Wirklich nicht“, bestätigte er und Jean atmete erleichtert aus. Er starrte auf ihre Finger und Jeremy ließ sie mit einem schiefen Lächeln los, als das Starren zu lang und zu bedeutungsschwanger wurde.

Langsam löste Jean seine rechte Hand von ihrer Verbindung und fuhr mit seinen Fingern hauchzart über die gerötete Haut seines Unterarms.
Überrascht sah Jeremy auf und spürte, wie sich eine Gänsehaut auf seinem Arm ausbreitete und von dort aus seinen Arm hinaufwanderte, hoch unter seine Schädeldecke. Konzentriert starrte Jean auf das Hautareal, das er gerade bearbeitete.

Jeremy schluckte mühevoll. „Jean?“
Die emsigen Finger hielten inne und der andere Junge sah hoch. „Ist das nicht wohltuend?“, fragte in einem eigenartig formellen Englisch und Jeremy blinzelte. Und ob es das war, wobei wohltuend nicht das richtige Wort dafür war. Elektrisierend, ja. Jeans Finger ließen seine Nervenbahnen Amok laufen und flüsterten ihm unanständige Gedanken ein. Zum Beispiel, wie sich diese zarten und vorsichtigen Finger auf seinem restlichen Körper anfühlen würden. Oder wie sich diese Finger weniger zärtlich auf seinem Körper anfühlen würden.

Das war wirklich nicht das, worüber er gerade nachdenken sollte. Oder jemals, wenn er schon dabei war.

„Doch schon“, murmelte Jeremy und Jean nickte mit konzentriert gerunzelter Stirn.
„Laila meinte, dass sich diese Berührung zärtlich anfühlt. Und ich dachte, dass sie vielleicht den Schmerz überdeckt“, gab er seine Gedanken preis und Jeremy entwich ein Laut, der nicht ganz Lachen, nicht ganz Verzweiflung war. Bei Gott, was hatte Laila da gesagt? Hatte sie überhaupt eine Ahnung, was sie mit ihren Worten anrichtete?

„Das…äh…also ja. Ja, da hat sie Recht“, rettete sich Jeremy mehr schlecht als recht und sah Jean mit großen Augen an. Kritisch runzelte dieser die Stirn.
„Aber du fühlst dich nicht wohl damit.“
„Nein, so ist das nicht!“
„Du bist unsicher. Das bist du nur, wenn du nicht die ganze Wahrheit sagst oder wenn noch etwas Anderes hinter deinen Worten liegt“, glitt Jean in seine übliche Gnadenlosigkeit ab, wenn er etwas nicht verstand. Jeremy war wie jedes Mal nicht darauf vorbereitet und wand sich nur umso mehr.
„Es fühlt sich sehr gut an.“

Jeans graue Augen sagten ihm, dass sie nicht verstanden und auf eine weitere Erklärung warteten. Konnte sich die Erde bitte jetzt auftun und ihn verschlucken, bevor sein Mund irgendeine Erklärung lieferte, die vielleicht passend für ein romantisches Stelldichein unter dem Sternenhimmel am Meer wäre, aber nicht für ein Gespräch zwischen zwei Freunden unter dem Sternenhimmel am Meer. Verdammt.
„Also…es fühlt sich an, als würdest du kleine Stromstöße unter die Haut setzen“, erläuterte er im festen Glauben, dass es ausreichen würde.
„Also schmerzt es dich?“, verstand Jean ihn falsch und Jeremy wimmerte auf.
„Nein, gar nicht. Also nicht wirklich Stromstöße, sondern…äääh…“ Er verstummte, als er merkte, dass er es nicht besser machte.

Irritiert legte Jean den Kopf schief und wartete.

„Es fühlt sich wunderschön an. Sehr anregend“, schloss Jeremy mit einem besiegten Seufzen und endlich sah er in Jean Erkennen. Wie verbrannt zuckten die Finger zurück und Jean vergrub sie wieder zwischen seinen Oberschenkeln. Er sah zur Seite.
„Das wird nicht wieder vorkommen“, sagte er ausweichend und Jeremy spürte den plötzlichen Stimmungsumschwung wie einen schmerzhaften Stich. Jean fühlte sich unwohl und Jeremy hatte keine Ahnung warum.
„Warum nicht?“, fragte er ehrlich interessiert und nun war es an Jean, sich offensichtlich um eine Antwort zu drücken.

Unruhig spielte der Backliner mit seinen Fingern. „Weil es anregend war.“
Jeremy runzelte die Stirn. „Ist das schlimm für dich?“, fragte er vorsichtig und Jean schüttelte den Kopf, sagte aber weiter nichts dazu.
„Habe ich dich sexuell erregt?“, fragte er dann abrupt und Jeremy blinzelte. Im ersten Moment weigerte sein Verstand sich zu begreifen, was Jean gefragt hatte. Dann überrannte die Bedeutung dessen ihn mit einer Wucht, die Jeremy vollkommen unerwartet traf.

„Was?“, fragte er perplex und machte Jean damit noch unruhiger.
„Du hast gesagt, dass es anregend war“, spezifizierte Jean und mied seinen Blick auf ihn. Das war gut so, denn so sah er nicht, wie Jeremy schwer schluckte, als ihm ungebeten seine eigenen Gedanken noch einmal aufgetischt wurden. „Und du stehst auf Männer“, machte Jean überhaupt nicht besser und Jeremy wünschte sich, dass sich der Boden auftun und ihn verschlucken würde. Was sollte er darauf antworten? Nein, deine Berührungen regen mich nicht an, wäre eine partielle Lüge und eine Aussage, die Jean ihm vielleicht auch übel nahm. Das Gegenteil würde vielleicht dazu führen, dass sich Jean in seiner Gegenwart unwohl fühlen würde.

Jeremy verdammte sich und sein loses Mundwerk.

„Ich meinte anregend im Sinn von stimulierend oder gänsehauterregend, nicht im Sinn von sexuell erregend. Und ja, ich stehe auf Männer, aber ich kann zwischen platonischen und nicht platonischen Berührungen unterscheiden. Machst du dir deswegen Sorgen?“, fragte Jeremy vorsichtig und Jean schüttelte abgehackt mit dem Kopf.
„Nein.“
Die Lüge war nicht sehr glaubwürdig, befand Jeremy und warf einen Blick in die geweiteten, grauen Augen.
„Wirklich?“
Jean nickte zögernd. Er hob an, etwas zu sagen und überlegte es sich dann anders. Erneut setzte er an und dieses Mal war er beim Kampf gegen sich selbst erfolgreicher.

„Deine Umarmung und deine Berührungen auf meinem Rücken waren schön“, presste er schließlich hervor und Jeremy hob überrascht die Augenbrauen. Dann lächelte er.
„Gibt es dazu ein Aber?“, fragte Jeremy mit einem Augenzwinkern und Jean gab einen Laut von sich, der einem Grollen ähnelte.
„Nein.“
Soweit, so gut. „Und war es auch okay für dich, mich zu berühren?“, hakte er nach. Jean nickte. „Und dir ist auch klar, dass du das nicht machen musst, wenn du nicht möchtest, oder?“
Der andere Junge bejahte erneut und Jeremy hob erwartungsvoll die Augenbrauen.
„Ja“, klarifizierte Jean mit genau dem Unterton an Genervtheit, der Jeremy mehr Bestätigung war als alles andere.
„Das ist gut“, schmunzelte er und hielt Jeans Blick und der darin enthaltenen Erleichterung stand.

„Fahren wir nächstes Wochenende…dorthin?“, fragte Jean schließlich zögerlich und Jeremy nickte. Am Samstag hatten sie ganztags Training, aber Sonntag war frei. Genug Zeit also, damit er Jean zu der Adresse fahren konnte.
„Gerne“, erwiderte Jeremy. „Willst du ihm vorher Bescheid sagen?“
Nachdenklich schüttelte der andere Junge den Kopf und verschränkte seine Arme. Beinahe schon entspannt lehnte er an der Innenseite seines Wagens und musterte Jeremy.
„Nein. Wenn er nicht da ist, dann…ist es auch okay.“ Jean runzelte die Stirn. „Oder ist das nicht okay für dich, weil du viel fahren musst?“

Jeremy grinste breit. „Frag dich selbst. Ist es okay für dich, anderthalb Stunden pro Strecke mit mir eingesperrt zu sein? In meinem Auto, bei meinem Fahrstil?“ Er zwinkerte übertrieben, um Jean nicht zu verängstigen und der andere Junge schnaubte verächtlich. Die hoch erhobene Augenbraue war mehr als aristokratisch und verlieh Jean etwas Arrogantes, das nur geschmälert wurde durch den weichen Zug um seine schmalen Lippen.



~~**~~



Eine Woche lang hatte Jean Zeit gehabt, die Wogen zwischen sich und seinem Team zu glätten und sich auf das kommende Wochenende vorzubereiten. Dass seine Mannschaft ihn derart vorbehaltslos wieder in ihren Kreis aufnahm, war mit Sicherheit zum Großteil Knox‘ Verdienst, der hinter seinem Rücken gute Stimmung für ihn machte.
Sie waren vorsichtig im Umgang mit ihm, aber sie mieden ihn nicht bewusst und Jean gab sich im Gegenzug Mühe, sie nicht zu verschrecken und ihren Unterhaltungen gegenüber offen zu sein. Offener zumindest als vorher. Fahima war die Erste gewesen, die auf ihn zugekommen war, mit einem breiten Grinsen und einer langsam und gut sichtbar erhobenen Hand, in die er nach ihrem gemeinsamen, erfolgreichen Spielzug einschlagen konnte.

Es war ein Friedensangebot gewesen, das er ebenso vorsichtig angenommen hatte, sich der Jungen und Mädchen in seinem Rücken bewusst, die ihn anstarrten. Sein Instinkt warnte ihn vor der Gefahr, die von ihnen ausgehen konnte, weil er sie nicht sah und ihre Reaktion nicht schnell genug würde einschätzen können. Jean bemühte sich, diese Gedanken aktiv zu blocken und sie, wenn er den Mut dazu aufbrachte, mit Brian zu besprechen.

Sein Team waren nicht seine Feinde und er war nicht der Feind seines Teams. So hangelte sich Jean von Tag zu Tag, gab sich Mühe, Knox jeden Morgen zu begrüßen und ihn nicht zu ignorieren. Alvarez und Laila wahrzunehmen, selbst, als die Backlinerin ihn dazu einlud, mit ihm die Laila-Jeremy-Möwe zu füttern. Jean willigte ein, weil er wiedergutmachen wollte, was er vielleicht zerstört hatte.
Da, wo er erwartet hatte, dass sie ihn für sein Verhalten kritisieren würde, schwieg sie und gemeinsam machten sie das gierige Tier von einem Vogel glücklich, die aufgeregt kreischend zwischen ihnen beiden hin und her stackste, als sie begriff, dass sie auch von Jean etwas bekommen würde.

Sie wechselten nur wenige Worte und Jean genoss ihre Zeit, bevor er sich daran machte, seinen Spätaufsteher von einem Kapitän davon zu überzeugen, dass es Zeit für das Training war. Sein Kapitän, dessen Umarmung und die Bedeutung dessen ihn immer noch beschäftigten. Vor Monaten war es undenkbar gewesen, dass er sich von einem Jungen, der darüber hinaus noch sein Kapitän war, freiwillig umarmen ließ. Nun hatte er beinahe schon gierig die Hände nach der Präsenz des blonden Jungen ausgestreckt und sich an dessen Schulter und Brust solange ausgeweint, bis dessen Shirt vollkommen durchnässt war und Jean keine Kraft für weitere Tränen gehabt hatte.

Knox hatte seine Schwäche nicht ausgenutzt. Im Gegenteil. Er hatte ihm sogar seine Gewalt verziehen, die Jean sich bis heute nicht verziehen hatte. Tag für Tag zeigte Knox ihm, dass er ihm nicht böse war und dass Jean immer noch ein willkommener Teil des Sonnenscheinteams war, auch wenn er wie eine dunkle Gewitterwolke zwischen ihnen hervorstach.

Schneller, als es Jean lieb war, war die Woche herum und nach einem samstäglichen Abend am Strand kam der Sonntagmorgen und ihre Fahrt zu einem Ziel, welches ihn derart unruhig machte, dass er nur durch Knox‘ erhobene Augenbraue seine Runden um dessen Wagen beendete.
Jean grollte und verschränkte seine Hände vor seiner Brust.
„Du kannst immer noch nein sagen“, war sein Kapitän überhaupt nicht hilfreich und Jean verzog seine Lippen.
„Nein“, presste er hervor und es klang nicht im Ansatz so emotionslos, wie er es gedacht hatte. Im Gegenteil.
„Dann rein mit dir. Wenn du Kreise um das Auto ziehst, werden wir sicherlich nicht schneller ans Ziel kommen.“

Jean brummte und rollte mit den Augen, ging jedoch zur Beifahrerseite und setzte sich vorsichtig auf den Beifahrersitz. Mittlerweile wusste er, wo die Feder war und nach den unzähligen Malen, die er auf diesem Sitz gesessen hatte, konnte er sein Gewicht auch so austarieren, dass sie ihn nicht stach. Knox folgte ihm und ließ sich weitaus unvorsichtiger auf seine Polster fallen. Erwartungsvoll sah er Jean an.
„Soll ich losfahren?“, fragte Knox und am Liebsten hätte Jean nein geschrien.

In Evermore hatte er jede Reise willkommen geheißen, die ihn aus der Universität herausgeführt hatte. Auch hier in Los Angeles hatte er jedes Auswärtsspiel dazu genutzt, wie ein Ertrinkender aus dem Fenster ihres Busses zu starren und die Umgebung zu beobachten. Nun jedoch hatte er Angst davor und hätte sich am Liebsten in ihrem kleinen Apartment verkrochen.
Jean grollte ob seiner eigenen Fehlbarkeit und nickte knapp. Er schnallte sich an und starrte auf den Thermobecher, der mit einem Mal vor ihm schwebte. Ob es seiner oder Knox‘ war konnte Jean nicht wirklich sagen, schließlich waren beide aus einem Exite hier in Los Angeles, gekauft mit Trojan-Fan-Sonderrabatt durch den blonden Jungen. Knox hatte ihn in den Laden geführt und ihm gezeigt, was er alles an Schlägern, Schutzausrüstung, Trainingsausrüstung und natürlich auch Merchandise kaufen konnte. Den Becher hatte Jean auch nur mitgenommen, damit sein Kapitän endlich Ruhe gab und so besaß er einen Thermobecher in rot und gelb mit dem Wappen der Trojans.

Wie seine sonstige, rot-gelbe Trojansausrüstung auch.

Er nahm Knox den Becher ab und schnaubte. „Mit oder ohne Beruhigungsmittel?“, fragte er mit nervösem Zynismus, der natürlich auf Unverständnis traf, wie er nun erkannte. Er hatte Knox nichts von Minyards und seiner Vergangenheit mit Beruhigungsmitteln erzählt und schon gar nichts darüber, wie der blonde Junge ihn abgeholt hatte um mit ihm in Richtung Wüste zu fahren. Das war immer noch ein sensibles Thema zwischen ihnen beiden.

„Wieso sollte ich dir etwas in deinen Kaffee mischen?“, fragte Knox irritiert und die blauen Augen musterten ihn alarmiert. Jean fluchte innerlich über sein loses Mundwerk und konnte sich gerade noch davon abhalten, mit den Augen zu rollen.
„Das war Ironie. Minyard hat es mal versucht“, gab er das Preis, was Knox nicht weiter verschrecken würde. Dachte Jean. Seinen Kapitän sollte er aber langsam mal besser kennen.
„Warum?“, fragte dieser besorgt und machte keine Anstalten, seinen Wagen auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Unruhig drehte Jean den Becher in seinen Händen, bevor er ihn auf dem Oberschenkel abstellte.
„Er wollte mir die Fahrt in die Wüste angenehmer machen“, sagte er dann und knirschte mit den Zähnen, als er den üblichen, wunden Punkt erwischte. Sein versuchter Selbstmord belastete seinen Kapitän immer noch.

Ganz besonders nachts, wenn er in seinen Träumen nach Jean rief.

„Es ist wirklich nichts passiert“, schob er versichernd nach und verschränkte die Arme. Er suchte Knox‘ Blick und dieser brauchte etwas, bis er sich aus seiner eigenen Gedankenspirale lösen konnte. Nickend beließ er es dabei und startete den Wagen.
In der Navigationsapp, die Theodora zum Orientieren benutzte, gab Knox ihr Ziel ein. Running Springs hieß es und war, zumindest nach Knox, ein lauschiger, kleiner Ort inmitten von Kiefern und Zedern, in dem sie auf ihren Wandertouren schon einmal Halt gemacht hatten.
Das machte Jeans Nervosität nicht besser, so ganz und gar nicht und so verbrachte er den Großteil der Fahrt damit, schweigend den Becher zwischen seinen Fingern zu drehen, aus dem Fenster zu starren und sich wie ein Parasit am Anblick der Landschaft um ihn herum zu laben.

Knox ließ ihn und dafür war Jean wirklich dankbar.

Erst, als sie die Stadtgrenze des kleinen Ortes passierten, tauchte Jean auf seinem beinahe meditativen Starren auf.
„Glaubst du…“, krächzte er und räusperte sich. „Wie wird er…“ Auch hier verstummte er wieder. „Wird er da sein?“, entschied sich Jean für das Harmloseste und Knox nickte lächelnd.
„Ich denke schon“, erwiderte er und bog in eine der Hauptstraßen ab, die sich schlängelnd durch den ganzen Ort zogen. Es war hübsch hier, die Bäume ein schöner Kontrast zu der lauten und hektischen Küstenstadt, die Los Angeles nun einmal war. Wenn er nicht so fürchterlich nervös wäre, dann hätte Jean das sicherlich auch wertschätzen können. Trotz der Wärme war ihm kalt und er zitterte leicht, die Ärmel seines Leinenhemdes bis über die Hände gezogen.
Seine Mutter würde ebenso da sein und vor ihr fürchtete sich Jean beinahe noch mehr als vor seinem Vater. Die emotionale Kälte, die bereits damals von ihr ausgegangen war, hatte ihm seit je her das Gefühl vermittelt, dass sie ihn nicht gewollt hatte.

Aber auch sie würde er damit konfrontieren, was das Ergebnis ihres Tuns gewesen war. Er würde es ihnen entgegenschreien und ihnen all das, was ihm auf der Seele lag, vor die Füße werfen. Es juckte Jean in den Fingern, seinem Vater die heuchlerische Trauer aus dem Gesicht zu schlagen, die er vor ihrem Wohnheim gesehen hatte.

Nichts davon veräußerte er Knox gegenüber, auch jetzt nicht, da sie anhielten und Jean einen Augenblick lang glaubte, dass sein Herz stehenbleiben würde.
Hier war es also. Ein nettes, adrettes Haus inmitten von Kiefern, wie ein verwunschenes Schloss aus Stein und Holz, mit einem Türmchen und einer großen Garage, vor der ein Auto stand.
Es war also jemand zuhause.
Jean schluckte mühevoll und wenn er gekonnt hätte, wäre er hier und jetzt einfach umgedreht. So gesehen war es gut, dass Knox auch mit dabei war, so konnte er ihn durch seine schiere Präsenz an einer überstürzten Flucht hindern.

„Ist das auch wirklich okay, Jean? Wir können auch wieder fahren“, schlug Knox unwissentlich in die gleiche Kerbe und er schüttelte den Kopf.
„Nein…wir bleiben“, erwiderte Jean und starrte mit einem solchen Tumult an Gefühlen auf das Haus vor ihnen, dass er das Gefühl hatte, gleich ohnmächtig zu werden. Er versuchte, sich auf die Wut in seinem Inneren zu konzentrieren, doch diese glitt ihm dank seiner Aufregung immer wieder durch die Finger.

Bevor er es sich noch anders überlegen konnte, öffnete Jean die Tür und verließ das Auto. Knox folgte ihm hastig, als hätte er Angst, dass Jean weglaufen oder etwas Dummes tun würde. Beides stand zur Option, also war es gut, dass sein Kapitän mitkam und sie sich Schritt für Schritt dem Haus näherten.
Nadeln und Tannenzapfen knirschten unter Jeans Schuhen und mehr als einmal fluchte Knox unterdrückt über die dünnen Sohlen seiner Sandalen. Dennoch kamen sie unbeschadet zur Eingangstür und Jean hob seine zitternde Hand.

Er musste wegsehen, als er die Klingel betätigte und war froh um die Wut, die nun tatsächlich den Vorrang erlangte.
All die Jahre hatten seine Eltern in diesem Traum von einem Haus gewohnt, dieser lauschigen Familienidylle, während er eingesperrt gewesen war. Sie hatten sich ein nettes Leben gemacht, hübsch in einer Kleinstadt und hatten den Eindruck braver Bürger gegeben. Vermutlich wusste niemand, dass sie eigentlich verbrecherische Monster waren, die ihren Sohn weggegeben hatten. Oh ja, er war wütend. Hatten sie sich durch seinen Verkauf so sanieren können um sich dieses Haus zu leisten?

Die Tür öffnete sich und Jean machte sich bereit, all das seinen Eltern hier und jetzt ins Gesicht zu schleudern. Das scheiterte jedoch schon an der Höhe, in der er die Person vermutet hatte. Dort, wo er seinen großen Vater erwartet hatte, war niemand. Der Mensch, der vor ihnen stand, war bedeutend kleiner. Jünger. Ein Ebenbild seiner selbst mit seinen grauen Augen und den braunen, wuscheligen Haaren.
Jean starrte auf ihn hinunter und fragte sich, ob er aus irgendeinem Grund in einer Zeitschleife gefangen war, in der er sich selbst sah.

Hilflos sah er zu Knox, auf dessem Gesicht das gleiche Erstaunen zu sehen war wie Jean in sich fühlte. Ratlos sah er wieder auf den Jungen, der ihn ernst musterte, während er mit beiden Händen die Tür festhielt. Jean schätzte ihn auf sechs oder sieben und sein schlacksiger, aber großer Körperbau ließ schon erahnen, dass er später einmal groß werden würde.

Wie sein…Vater. Wie er.

Sie hatten ein zweites Kind bekommen, nachdem sie ihn verkauft hatten. Einen zweiten Sohn, damit der Verlust des ersten nicht so schwer wog. Jean schluckte schwer und trat einen Schritt zurück. Nein, das konnte er nicht. Sie hatten ein weiteres Kind gezeugt um ihn zu vergessen. Eine Miniaturausgabe von ihm, anscheinend direkt nachdem sie ihn verkauft hatten. Ihr lauschiges Heim mit braven Kindern.

Jean war übel und hätte er sich über die Jahre hinweg keine derartige Disziplin angeeignet, dann hätte er sich hier und jetzt übergeben. So blieb ihm nur die Flucht.
Er stolperte drei Schritte rückwärts, als eine schüchterne Stimme ihn an Ort und Stelle einfrieren ließ.
„Jean?“, fragte sie und mit Entsetzen sah er, wie der Junge einen Schritt aus der Haustür trat. „Jean? Mon frère?“
Schüchtern sah der Kleine zu ihm hoch, in seinen Augen Hoffnung, die Jean so ganz und gar nicht verstand. Er verschränkte die kleinen Finger ineinander und trat noch einen Schritt nach vorne. Vorsichtig lächelte der Junge.

„Papa hat gesagt, dass du irgendwann zu uns kommen wirst, wenn du nicht mehr so doll beschäftigt bist. Er hat gesagt, dass du dann irgendwann hier vor unserer Tür stehen wirst“, redete der Junge so schnell wie Jean es vor Nervosität auch getan hatte. Damals. „Und er hat mir versprochen, dass ich dann ganz viel Exy mit dir spielen darf und dir jede Frage stellen darf, die mir in den Sinn kommt!“

Hilflos starrte Jean an dem Jungen vorbei auf den nun leeren Eingang. Er konnte mit den Worten überhaupt nichts anfangen, er wusste sie weder einzuordnen noch zu begreifen. Er konnte sich aber auch nicht gegen sie wehren, auch wenn er jede Möglichkeit gehabt hätte, sich umzudrehen und zu gehen. Wären da nicht das glückliche Kinderlächeln oder die Freudentränen gewesen, die in den grauen Augen seines…Bruders schimmerten.

Er hatte einen Bruder und dieser wusste von ihm. Mehr noch. Er hatte ihn erwartet. So als wäre es klar gewesen, dass Jean irgendwann einmal zurückkehren würde.

Hilfesuchend irrte Jeans Blick zu Knox, dessen Mimik ein Musterbeispiel an Sanftheit war, das ihm so gar nicht weiterhalf, weil es keine seiner Fragen wirklich beantwortete.
„Wie heißt du denn?“, fragte er an Jeans Statt, seinen gesamten Charme in die Frage legend.
Der Junge ließ ihn zum ersten Mal, seit er die Tür aufgemacht hatte, aus den Augen und wandte sich Jeans Kapitän zu. „Louis Stephan Moreau. Aber Lou reicht. Unser Papa nennt mich immer so.“
„Unser?“, krächzte Jean und Louis sah ihn misstrauisch an. Auch wenn er vermutlich noch zu jung war um Stimmungen vollumfänglich zu begreifen, so war Jean sicherlich in seinem Verhalten nicht unauffällig. Ganz und gar nicht.
„Na deiner und meiner“, lächelte er zögerlich und Jean zog dieser selbstverständliche Satz den Boden unter den Füßen weg.

Bevor er sich aus lauter Panik umdrehen und gehen konnte, erschien eine zweite Gestalt im Türrahmen der Eingangstür und stockte, als er Jean sah.
In Jean gefror ebenso alles und wie angewurzelt stand er im Schatten der mächtigen, alten Bäume.
„Du bist da“, sagte sein Vater leise, als er seine Stimme wiederfand und dieses Mal nicht den Fehler machte, auf ihn zuzukommen. Er blieb, wo er war und erlaubte es Jean so, sich über seine Gefühle bewusst zu werden. Zuallererst wollte er seinem Vater ins Gesicht schreien, warum er hier war. Er wollte ihn verachten und hassen dafür, dass er ihn verkauft und einen neuen Sohn gezeugt hatte um ihn zu ersetzen.

„Papa! Er ist da! Wie du es versprochen hast!“, grinste eben jener und strahlte von Jean aus zu ihrem Vater.
„Ja.“ Eine schlichte, zärtliche Bestätigung. „Möchtest du…möchtet ihr hineinkommen?“, fragte er und Jean war versucht, nein zu sagen. Er wollte nicht in dieses Haus, er wollte seine Mutter nicht sehen, ihren kalten, abschätzigen Blick, dem Hohn, mit dem sie ihm mitteilen würde, dass sie bereits ein neues Kind hatten.
„Ich…“, begann er und ein begeistertes Quietschen unterbrach ihn nahtlos.
„Au ja! Dann kann ich dir mein Zimmer zeigen und all die Poster, die ich von dir und den Foxes habe.“
Irritiert blinzelte Jean. „Den Foxes?“, hielt er sich an der Tatsache fest, die in dem ganzen Gespräch um Ungefährlichsten schien.
„Ja, denn ich mag die Farben. Die sind so bunt und cool. Von den Ravens mag ich nur dich. Aber du bist ja keiner mehr. Jetzt bist du auch ein bisschen bunt und cool.“

Das freundliche Lachen kam von Knox. Jean hingegen fand noch nicht einmal die Kraft zu antworten, insbesondere jetzt, da es eine kleine Kinderhand wagte, sich in seine zu schieben und seine krummen, gebrochenen Finger zu drücken. Hoffnungsvoll starrte Louis zu ihm hoch.
„Ja, Jean ist jetzt bunt und cool“, bestätigte Knox und kam einen Schritt näher auf ihn zu. Empathisch, wie sein Kapitän war, stellte er sich ihm zur Seite, um seine Flanke zu decken, weil es genau das war, was Jean dringend nötig hatte.

Louis zog an seiner Hand und Jeans Blick ruckte zu Knox. Stumm flehte er um Rat, was er tun sollte.
„Vielleicht sollten wir tatsächlich hineingehen?“, schlug der blonde Junge vor und Jean nickte kaum merklich. Hier stehen zu bleiben würde auf lange Sicht niemandem etwas bringen.
Knox setzte sich in Bewegung und wie von unsichtbaren Fäden gezogen folgte Jean ihm, seine linke Hand eisern umklammert von einem Jungen, der seine Ankunft anscheinend schon länger ersehnt hatte… eine Ankunft, die Jean niemals für möglich gehalten hatte.

Wie passte das damit zusammen, dass seine Eltern ihn verkauft hatten?

In der kurzen Distanz, die sie zum Haus überwanden, wurde Jean unruhiger und sein Herz schlug schneller. Sein Mund war mit einem Mal trocken, obwohl er auf der Fahrt genug getrunken hatte. Sie traten über die Türschwelle und blieb Jean wie angewurzelt stehen, als er sich einer Fotowand gegenübersah, die beinahe den ganzen Eingangsbereich bedeckte. Zunächst glaubte er, Kinderfotos des Jungen zu sehen, der aufgeregt an seiner Seite hibbelte. Doch dann erkannte er sie. Ja, es waren Fotos von Louis, aber er erkannte auch mehr und mehr Fotos von sich. Es war erstaunlich, wie deutlich er sich noch an die Gelegenheiten erinnerte, bei denen sie gemacht worden waren. Manchmal glasklar, manchmal nur bruchstückhaft, aber sie waren da. Trotz allem.

„Lou, wie wäre es, wenn du erst einmal Mr. Knox dein Zimmer zeigst? Was hältst du davon?“, fragte sein Vater und Jean blinzelte. Der Zug an seiner Hand bedeutete ihm, dass eine Antwort verlangt war und er schluckte. Seine Augen suchten Knox, der ihn fragend ansah. Jean nickte zögernd. Sein Vater würde ihn wohl kaum angreifen und das, was er zu sagen hatte, konnte er auch sagen, wenn der blonde Junge sich ein Stockwerk höher befand.

„Ist das okay für dich?“, fragte sein Kapitän und Jean brachte ein leises „Ja.“ hervor. Ganz so überzeugt war er davon nicht, im Gegensatz zu Louis, der sich mit einem Strahlen an Knox wandte. „Also erst Mr. Knox und dann mein Bruder. Versprochen!“
Knox lächelte sein charmantes Presselächeln und streckte seine Hand aus. „Du kannst mich Jeremy nennen.“ Die menschliche Klette löste sich von Jean und vertrauensvoll wandte Louis sich an Knox, zog ihn ohne jede Scheu mit sich in Richtung Treppe, ließ Jean mit seinem Vater, den Bildern und den schmerzhaften Erinnerungen, die sie hervorriefen, alleine.

Seine Kindheit hing hier an der Wand, offen sichtbar für jeden, der das Haus betrat. Sie war so selbstverständlich wie die des Jungen, der die Holzstufen heraufgepoltert war.
Unfähig, etwas zu sagen, starrte er auf die vielen glücklichen Momente und auf den Menschen, der er einmal gewesen war.

Als sein Vater einen Schritt auf ihn zutrat, löste Jean sich abrupt daraus und wich zurück. Mit geweiteten Augen sah er dem Mann ins Gesicht, der seine Hand nach ihm ausgestreckt hatte. Jean zischte.
„Du glaubst allen Ernstes, dass du noch das Recht hast, mich anzufassen?“, fragte er voller Verachtung, voll angestautem Hass und Unverständnis, die sich nun wieder ihre Bahn brachen, jetzt, da es keine unschuldige, unbeteiligte Überraschung gab.
„Nein. Das Recht habe ich nicht mehr.“
Es war, als hätten die schlichte Bestätigung seines Vaters die eisernen Bänder um Jeans Selbstbeherrschung gelöst. Dort, wo er vorher nicht in der Lage gewesen war, Worte zu finden, waren sie nun im Überfluss da und warteten nur darauf, herausgepresst, geschrien und geschlagen zu werden.

„Ihr habt mich verkauft.“ Offen starrte er in das Gesicht des Mannes, dem er damals sein Leben anvertraut und es bitter bereut hatte.
„Manon hat dich zur Begleichung einer Schuld den Moriyamas überantwortet.“
„Wieviel waren mein Körper und meine Seele wert?“
Gepeinigt sah sein Vater zur Seite. „Jean…“
„Wieviel?“, fragte er lauter, hasserfüllter.
„Acht Millionen Dollar.“
Jean schnaubte verächtlich. „Das war also mein Leben in Sklaverei wert.“
Verzweiflung huschte über das eingefallene Gesicht des Mannes vor ihm. „Ich hätte dich niemals weggegeben, wenn ich die Wahl gehabt hätte, Jean. Niemals.“ Die Stimme seines Vaters brach und es waren allen Ernstes Tränen, die er in den grauen Augen sah. Er reagierte mit Wut und Verachtung darauf.

„Ihr habt mir das Leben genommen, das ich führen wollte. Jede Freiheit, die ich jemals gehabt habe, habt ihr mir genommen. Ihr habt mich an einen Sadisten verkauft, der mich jahrelang gefoltert hat, auf jede erdenkliche Art und Weise. Ihr habt mich an Verbrecher verkauft, die mich auch jetzt noch besitzen und die mich umbringen werden, wenn ich ihnen nicht das Einkommen bringe, was sie von mir verlangen. Willst du sehen, was euer Werk ist? Was ihr mir angetan habt?“

Ohne auf die Antwort seines Vaters zu warten, zog sich Jean das Hemd über den Kopf. Vor seinem Team scheute er sich, seine Narben offen zur Schau zu stellen oder sich ihnen auf diese Weise verletzlich zu präsentieren. Hier jedoch war es ein Akt der Rache, des Zorns und der Verachtung, aber auch der Befreiung. Sein Vater bereute? Wollte er doch mal sehen, ob sein Vater all das bereuen konnte, was man auf seinem Körper lesen konnte.

Mit Verachtung sah Jean das Entsetzen, welches sich in nun fallenden Tränen manifestierte, als der Mann vor ihm begriff, was die Narben zu bedeuten hatten. Mit Genugtuung erkannte er, dass er nicht damit gerechnet hatte, seinen Sohn so vorzufinden. Schweigend drehte er sich um, damit sein Vater auch die von Narben übersäte Rückseite sehen konnte.

„Oh mein Gott, Jean…“

Angewidert zuckte Jean zusammen, als er eine Hand auf seinem Schulterblatt fühlte und trat einen Schritt nach vorne. Unwirsch zog er sich das Hemd an und drehte sich zurück.
„Das macht man mit Besitz, der keiner sein will“, zitierte Jean Riko mit Abscheu und trat einen Schritt zurück. Er verschränkte die Arme und schauderte, als er an den verstorbenen Sadisten dachte, der jede Nacht seine Träume heimsuchte.
„Manon hat mir gesagt, dass sie dich mit Respekt behandeln würden.“ Wie eine verzweifelte Rechtfertigung klang das und Jean lachte laut.
„Dann hat Mutter dich wohl angelogen. Wo ist sie eigentlich? Wieder auf Geschäftsreise, damit sie Schulden machen kann um Louis auch noch zu verkaufen, jetzt, wo er bald alt genug dazu ist? Um danach einen neuen Sohn zu zeugen, um den alten zu ersetzen!“

Entsetzen schlich sich in das von Falten zerfurchte Gesicht seines Vaters. Zum ersten Mal sah er so etwas wie Wut in den Gesichtszügen, die er früher so geliebt hatte. Hilflose Wut. „Nein! Niemals wollten wir dich ersetzen, Jean! Niemals. Ich denke jeden Tag an dich, seitdem du weg bist. Ich verfluche mich jeden Tag dafür, dass ich so schwach war und nicht mit dir weggegangen bin, bevor es zu spät war. Ich verdamme mich dafür, jede Sekunde meines Lebens. Ich würde dich niemals ersetzen wollen, Jean, denn ich liebe dich, mit allem, was ich habe. Ich habe dich jede Sekunde deines Lebens geliebt.“

Jean konnte und wollte diese Worte nicht verarbeiten. Nichts von dem passte auf das, was er sich über die Jahre hinweg ausgemalt hatte und was ihm eingetrichtert worden war. Sein Vater liebte ihn, trotzdem er ihn weggeben hatte? Er verdammte sich dafür? Jean konnte es nicht begreifen und er hätte jetzt gerne Renee oder Knox gefragt, was sie darüber dachten. Bislang hatte er seine Eltern gehasst, weil sie ihn genug gehasst hatten um ihn wegzugeben. Was war nun mit diesem Hass, nun da ihm Schuldbewusstsein gegenüber stand?

„So wie deine Frau auch?“ Den Bezeichnung Mutter hatte sie wahrlich nicht verdient.
„Auf ihre Art hat sie das, ja.“
„Wo ist sie?“, wiederholte Jean, als er merkte, dass sein Vater die Frage umschifft hatte und auch jetzt wandte er unwohl den Blick ab. Mit gebeugten Schultern sah er zur Fotowand und deutete auf das einzige Foto, das sie Drei zeigte. Jean erinnerte sich noch gut an den seltenen Ausflug mit der ganzen Familie. Er hatte jede Minute an der Seite seiner Mutter genossen, genau wissend, dass sie ihn für die nächsten Tage ignorieren würde.
„Sie ist bei Louis‘ Geburt gestorben“, sagte sein Vater schließlich und Jean zuckte zusammen.

Dass er mehr in Erwartung einer eigenen Erwartung gezuckt hatte, wurde ihm bewusst, als er keine kam. Da war keine Trauer oder Wut, dass sie nicht mehr da war. Da war keine Bestürzung oder Schadenfreude. Da war gar nichts.
„Nach all den Schießereien und Mordversuchen an ihr ist sie an einem Blutgerinnsel gestorben, das ihre Lunge verstopft hat.“
Und wieder fühlte Jean nichts. Sie war tot. Die Frau auf dem Foto war tot. Wenn überhaupt fühlte er eine Ruhe in sich aufsteigen, dass sie nicht mehr hier war und er ihr nicht unter die kalten, emotionslosen Augen treten musste.

„Louis war kein geplantes Kind, Jean. Wir wollten nach dir kein Kind mehr, das uns genommen werden konnte. Wir haben niemals geplant, dich zu ersetzen. Niemals, Jean.“

Stumm ließ er die Worte auf sich wirken und wagte tatsächlich einen Blick in den Rest des Hauses. Lauschige Kleinstadtidylle. Nichts deutete darauf hin, von welchem Blutgeld das alles hier bezahlt worden war.
„Weiß Louis, womit seine Mutter ihr Geld verdient hat?“
„Nein. Er weiß nur, dass sie viel in fremden Ländern unterwegs war.“
„Führst du ihre Geschäfte weiter?“
Sein Vater zögerte. „Nein. Ich arbeite als Lehrer hier im Ort.“

Jean schnaubte verächtlich. „Wissen die Eltern, welchem Mann sie ihre Kinder anvertrauen?“, fragte er mit beißendem Zynismus und begriff erst anhand des vorsichtigen Blicks, welche Informationen er gerade erhalten hatte. Wenn er wollte, konnte er das Leben seines Vaters hier zerstören. Die Frage war, ob er diese Art von Rache wirklich wollte und die Antwort darauf war überraschenderweise nein. Er hatte nicht vor, das Leben des Jungen zu zerstören, der Knox oben sein Zimmer zeigte und der nichts von all dem Leid ahnte, was ihn umgab.

„Ich bin nach Amerika gezogen, nachdem deine Mutter beerdigt wurde, um näher bei dir zu sein. Ich habe die Moriyamas angefleht, dass sie dich zurückkehren lassen. Ich habe ihnen wieder und wieder geschrieben und sie gebeten, dass sie mir ein Lebenszeichen von dir schicken. Immer wieder haben sie es abgelehnt und dein erstes Lebenszeichen war, als ich dich mit den Ravens auf dem Spielfeld gesehen habe. Auch dann habe ich weitergebeten und erst nach der Pressekonferenz der Trojans habe ich erfahren, dass du nicht mehr in Evermore eingesperrt warst. Sie haben mir die Erlaubnis gegeben, dich zu suchen und zu sehen, also bin ich zu dir gefahren. Jean, ich bin feige und habe es sicherlich nicht mehr verdient, dass du mich Vater nennst, aber ich habe dich niemals freiwillig abgegeben und wäre ich ein mutigerer Mann, dann würde ich diesen Verbrechern die Stirn bieten. Aber das bin ich nicht. Ich wollte nicht sterben. Ich wollte nicht, dass meine Familie stirbt.“

Darauf wusste Jean nichts zu erwidern. War er nicht auch feige gewesen, als er aufgegeben hatte, sich gegen die Gewalt in Evermore zu wehren und dazu übergegangen war, das zu tun, was Riko von ihm verlangt hatte? War er nicht auch feige gewesen, als er auf Rikos Befehl hin andere verletzt hatte? Selbst als er nach Los Angeles gekommen war, war er noch feige gewesen mit all seiner Angst vor Knox und den Trojans.
Konnte er seinen Vater also wirklich deswegen verdammen, dass er nicht den Mut gehabt hatte, sich zu wehren?

Eine Bewegung im Augenwinkel schreckte ihn aus seinen Gedanken. Sein Vater deutete in die Küche, die sich anscheinend im Nebenraum befand.
„Möchtest du mitkommen? Ich habe Limonade und vielleicht möchtest du ein Glas?“

So ungelenk die Worte waren, so sehr hielt Jean sich an der Alltäglichkeit dessen fest. Musste er auch, bei dem, was in seinen Gedanken tobte und an seiner Selbstbeherrschung riss. Wortlos folgte er dem anderen Mann und sah zu, wie dieser ihm ein Glas Limonade einschenkte. So wie früher. Als sein Vater es ihm reichte, nahm er es automatisch an und starrte nachdenklich auf die Flüssigkeit, die sich in dem bunten Glas befand.

Jean wusste, dass er angestarrt wurde, aber das spielte in diesem Moment keine Rolle. Zitronenlimonade war zuhause, sie war Samstag Nachmittage unter der Markise ihres Hauses in Frankreich. Sie war Sommer und Strand. Sie war all das, was er verloren geglaubt hatte und das sich nun vor ihm befand, wortwörtlich zum Greifen nah.

Und hatte er nicht auch gerade danach gegriffen, aus verloren geglaubter Gewohnheit?

Zögernd probierte Jean einen Schluck und es schmeckte so wie früher. Ob es die Hölle oder doch der Himmel war, konnte er in diesem Moment nicht genau benennen.



~~**~~



Wenn er geglaubt hatte, dass er viel reden würde, so wurde Jeremy eines Besseren belohnt, als der Junge – Jeans Bruder – ihn in sein Zimmer zog und ihm jeden Exy-Fanartikel vorstellte, den er besaß. Mit Herkunft und Bedeutung. Dass das ganze Zimmer voll war mit Foxes-Fanarktikeln machte die Sache nur halb besser und Jeremy brummten schon nach der Hälfte die Ohren.
Der Mini-Jean neben ihm strahlte die ganze Zeit und drehte und wendete ihn begeistert in die eine oder andere Richtung, wenn er ihm nicht schnell genug folgte. Unweigerlich fragte Jeremy sich, ob Jean auch so gewesen war, bevor Evermore in seine Klauen bekommen hatte. Verkauft durch seine eigenen Eltern.

Jeremy versuchte wirklich, dem Mann neutral gegenüber zu stehen, doch er schaffte es nicht und so war die Ablenkung durch Louis wenigstens in diesem Punkt willkommen. Auch wenn ihm die Fülle an Andrew-, Al- Kevin und Danpostern schon wirklich gruselig war.
Das Poster von Jean hatte seinen ganz eigenen Stellenwert direkt über dem Kopfteil des Bettes, ebenso wie der Bär mit dem Trojanstrikot und der Nummer sieben. Jeans Nummer.

Das war nicht das Zimmer von jemandem, dessen Vater versuchte, die Identität seines älteren Sohnes zu verbergen, ganz im Gegenteil. Auch die Fotowand im Eingangsbereich des Hauses sprach da eine andere Sprache, wenn er sich nicht irrte und der Junge auf den älteren Fotos nicht Jean war, der meist ernst und schüchtern, manchmal aber auch glücklich und gelöst in die Kamera schaute.

„Jeremy?“, holte ihn Louis Stimme ihn zuverlässig aus seinen Tagträumen und er blinzelte.
„Ja, Louis?“
„Soll ich dir ein Geheimnis zeigen?“
Noch eins? Wenn er noch mehr Geheimnisse erhielt, dann wäre er bald ohne viel Mühen der größte Geheimnisträger der Welt, mutmaßte Jeremy stumm und nickte trotzdem. Es war schwierig, dem Jungen etwas abzuschlagen, insbesondere, wenn er sich in die Begeisterung hineinredete und sich nur Momente später wieder murmelnd selbst stoppte.

„Es ist aber im anderen Zimmer.“
Überrascht hob Jeremy die Augenbrauen. „Hast du noch eins?“ Dieses hier war schon groß und luxuriös genug gewesen, wofür brauchte Louis dann ein zweites?
„Nein.“ Verschwörerisch grinste der Junge und fasste erneut seine Hand. Entschlossen wurde Jeremy in den Flur und in ein Zimmer zwei Räume weiter gezogen, das so aussah, als würde hier noch ein Kind wohnen. Die Möbel waren nicht mehr neu und Jeremy hatte den Eindruck, dass sie schon einiges hinter sich hatten. Dafür gehörte es aber auch einem älteren Jungen, zumindest hatte Jeremy das Gefühl, wenn er sich die Bücher und bunt durcheinandergewürfelten Figuren und Tassen ansah. An den Wänden hingen ebenfalls Bilder, allesamt bunt eingerahmt und von Orten, die Jeremy noch nie gesehen hatte. Nur das Disneyland erkannte er, allerdings nur, weil er im Gegenstück in Orlando gewesen war. Das Mickey Maus-Kissen auf dem Bett passte dazu.
„Das ist Jeans Zimmer aus Frankreich, hat Papa gesagt. Er hat es mit hierhin genommen, als er nach Amerika gekommen ist um es für meinen großen Bruder aufzubewahren, wenn er wieder nach Hause kommt.“

Jeremy hoffte, dass man ihm seine im Kreis rasenden Gedanken nicht ansah, die versuchten, sich einen Reim darauf zu machen, was er hier sah und was er dachte.
„Dein Papa mag Jean sehr gerne, oder?“, fragte er vorsichtig und die braunen Locken wippten voller Elan.
„Er sagt immer, dass er ihn ganz doll liebt und dass er sich darauf freut, wenn er vorbeikommt. Und er hat jedes Spiel im Fernsehen angeschaut. Ich auch! Auch wenn es vorher doof war, weil die Farben so doof waren. Jetzt ist es besser. Obwohl er kein Fox ist.“

Jeremy lachte, als Louis schmollend die Arme vor seiner Brust verschränkte und dabei mehr denn je aussah, wie eine Miniausgabe von Jean.
„Tut mir leid, da waren wir schneller, ihn zu fragen, ob er zu uns kommen möchte!“, flunkerte er. Wenn er genau darüber nachdachte, war Jeremy sich im Nachhinein nicht sicher, ob Jean überhaupt gefragt worden war, ob er zu ihnen kommen wollte oder ob Wymack das für ihn geregelt hatte. Er nahm sich vor, Jean danach zu fragen, wenn sich die Gelegenheit bot.
„Das ist okay. Ihr seid auch ein cooles Team. Ich mag nur rot nicht so gerne, orange ist viel hübscher. Und meine Lieblingsfarbe.“

Jeremy seufzte und gab sich spielerisch geschlagen. Gegen diese bestechende Logik hatte er keine Chance, absolut nicht.
„Die Foxes sind aber auch eine coole Mannschaft“, stimmte er nun aus vollem Herzen zu. Als Underdogs ihrer Liga hatten sie sich hochgearbeitet und waren aus einem unkoordinierten Haufen ein professionelles, schwer zu schlagendes Team geworden. Auch wenn ihn einige Spieler unsicher machten, so mochte er das Team.
„Du kennst sie doch sicherlich persönlich, oder?“, fragten hoffnungsvolle Kinderaugen und Jeremy lächelte, vorsichtiger als vorher.
„Klar kenne ich sie. Warum?“
„Wenn sie in Los Angeles sind und Papa erlaubt, dass ich bei einem der Spiele dabei bin, stellst du mich ihnen dann vor? Bitte?“

Oh Himmel. Das konnte und würde er nicht machen, wenn Jean beschloss, aus guten Gründen mit seiner Familie zu brechen.
„Ich sehe, was ich tun kann“, erwiderte er neutral und das reichte schon, damit der begeisterte Jungen seine Arme wie einen Schraubstock um ihn pressen konnte.
„Danke danke danke! Und dann kann ich ganz viele Bilder mit allen Spielern machen und bekomme alle Autogramme. Ich liebe Autogramme, aber Bilder sind noch viel besser!“

Jeremy lachte und wuschelte Louis über den Schopf. Als dieser sich von ihm löste, sah er sich ein letztes Mal in dem Raum um, der einmal Jeans Reich gewesen war. Das Zimmer eines Jungen, der Träume und ein Leben gehabt hatte, das von einem auf den anderen Tag zerstört worden war.
Wieder einmal konnte Jeremy nicht anders als die Stärke, die Jean innewohnte, zu bewundern, dass er es geschafft hatte, bis hierhin zu überleben.

„Dein Bruder ist ein toller und starker Mensch“, sagte er mit einem wehmütigen Lächeln und Louis schob seine Hand in Jeremys.
„Du bist auch toll“, sagte er und kicherte. Jeremy schnaufte und ließ sich mit hinunterziehen. Er hoffte inständig, dass der Junge nicht in den Konflikt zwischen seinem Vater und seinem Bruder mit hineingezogen werden würde.



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Wird fortgesetzt.
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