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Force of Nature - All for the Game (Nora Sakavic)

von Coco
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alvarez Andrew Minyard Jean Moreau Jeremy Knox Laila Dermott Neil Josten
13.06.2020
30.11.2021
66
423.078
6
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18.07.2020 5.128
 
Jean wusste, dass die klamme Feuchtigkeit seiner Hände Unsinn war. Er wusste, dass es dumm war, nervös zu sein und sich nun schon zum dritten Mal zu überlegen, ob es Sinn machte, sich im Bad einzusperren. Aber er konnte nicht anders und so lief er von der Küche aus ins Wohnzimmer, von dort aus ins Schlafzimmer und fand doch keine Ruhe, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Das würde auch den ganzen Abend so bleiben, wenn nicht sogar Schlimmeres passierte, wie seine Angst ihm nun einflüsterte. Seine dumme, nutzlose Angst, die immer noch um die Vormachtstellung in ihm rang, obwohl Knox ihm schon so oft bewiesen hatte, dass er sie nicht haben musste.

Ein Filmabend des gesamten Teams im Gemeinschaftsbereich des Gebäudes war da auch kein Grund, insbesondere, weil er nicht gezwungen war, daran teilzunehmen. Mehr als einmal hatte sein Kapitän ihm versichert, dass niemand ihn dazu zwang, zuzuschauen. Mehr als einmal hatte er ihm sogar angeboten, dass er die Tür abschließen könnte, sobald Knox ihr Apartment verlassen hatte.

Alleine das sollte Jean schon beruhigen, wenn da nur nicht die panische Stimme in seinem Inneren wäre, die ihn daran erinnerte, was Riko und die Ravens getan hatten, als sie einen Film angesehen hatten.
Das „Was-wäre-wenn“-Spiel, das seine Gedanken spielten, war Jean zuwider und doch war er ihm hilflos ausgeliefert.

„Jean?“

Brachial zuckte er zusammen und sah ruckartig hoch. Im Türrahmen zum Wohnzimmer stand Knox und beobachtete ihn als hätte er eine tickende Zeitbombe vor sich. Vielleicht war Jean das ja auch, wer wusste das schon.

„Alles in Ordnung“, sagte er automatisch und wurde bis auf die Grundmauern seiner Antwort seziert. Knox glaubte ihm kein Wort, war aber wenigstens so diplomatisch, es ihm gegenüber nicht anzusprechen. Jean seufzte innerlich.
„Wie geht es dir mit deinen Muskeln? Hast du immer noch Schmerzen?“, überraschte sein Kapitän ihn dann doch mit einer Frage, die er so nicht erwartet hätte und Jean sah an sich herunter, als könne ihm sein bekleideter Körper eine Antwort darauf geben.

Theodora war tatsächlich für ein paar Tage in Los Angeles gewesen und hatte die Gelegenheit genutzt, mit ihm zu trainieren. Es war herausfordernd und wenig angenehm gewesen, aber es hatte Jean spielerisch vorangebracht, auch wenn er sich sicher war, dass einige der Checks nicht durch Rhemanns Kontrolle kommen würden. Zu gefährlich, zu foulanfällig, zu…untrojanhaft.
Das Endergebnis ihres einwöchigen, frühmorgendlichen Crashkurses waren einige blaue Flecken und umso schmerzendere Muskeln gewesen. Dass dieses Gefühl nicht einmal annähernd an die Schmerzen in Evermore herangekommen war, erstaunte Jean allerdings immer noch.

Für Knox hatte es anscheinend aber ausgereicht, ihm sorgenvolle Fragen zu stellen und ihm sogar vorzuschlagen, zu dem Teamphysiotherapeuten zu gehen, den Jean noch mied wie der Teufel das Weihwasser.
Sein Bedürfnis, von einem fremden Mann angefasst zu werden, lag bei Null. Auch wenn er sich bewusst war, dass er, sobald er in der Profiliga spielte, keine Wahl diesbezüglich mehr haben würde, so wollte er doch jetzt noch den Luxus des Neinsagens genießen.

„Nein, ich habe keine Schmerzen mehr“, erwiderte Jean wahrheitsgemäß, wenn auch leicht verspätet und der blonde Junge lächelte zufrieden. Wie einfach es doch immer wieder war, Knox glücklich zu machen, erstaunte Jean jedes Mal wieder. Wie wichtig Knox auch sein Wohlbefinden war, ebenso.
„Das freut mich. Ich würde gleich runtergehen, kann ich noch etwas für dich tun?“
„Nein. Es ist in Ordnung“, wiederholte Jean und nach einem letzten, prüfenden Blick drehte Knox sich um und raffte all das ungesunde Knabberzeug, was er gekauft hatte, auf seinen Armen zusammen.
Mit betont erhobener Augenbraue auf den Berg an Süßigkeiten ging Jean an seinem Kapitän vorbei und öffnete ihm die Tür.

„Danke, Jean!“
Eben jener brummte zweifelnd und hielt inne, als Knox sich noch einmal umdrehte.
„Also wenn du abschließen willst…“
Er rollte mit den Augen. „Ich weiß, dass ihr mir nichts tun werdet. Es wird schon gehen, Knox. Mach dir keine Sorgen“, erwiderte er im gleichen Maße ernst wie streng und nickte zum Treppenhaus. Vorsichtig lächelte sein Kapitän.
„Dann bis später. Und wenn was ist…“
„…schreibe ich dir eine Nachricht“, vollendete Jean den schon oft gesagten Satz und schloss die Tür, bevor Knox noch Wurzeln schlagen konnte und zu spät zu seinem Filmabend kam.

Er hörte, wie sein Kapitän nach unten ging und mit lautem Gegröle in Empfang genommen wurde. Seufzend bettete Jean die Stirn an die Tür. Ruhig ein und ausatmend kämpfte er darum, seine Panik niederzuringen, die mit der aufkommenden Einsamkeit mit einem Mal an Wucht gewann, obwohl sie überhaupt keinen Grund dazu hatte. Alles war gut, niemand würde hochkommen und ihm wehtun, alles war in Ordnung. Selbst die Tür konnte von außen nur dann geöffnet werden, wenn jemand einen Schlüssel besaß und Knox würde den Schlüssel nicht weggeben. Er wusste, dass sein Team im Haus und er damit nicht alleine war. Also sollte eigentlich alles gut sein.  

Abrupt löste sich Jean von der Tür und ging ins Schlafzimmer, wo sein Handy lag. Er wählte Renees Nummer und es dauerte nicht lange, bis sie abnahm und ihn beinahe augenblicklich in einen Videochat zog.

„Hey Großer!“, lächelte sie und Jean erwiderte die Geste, wenn auch etwas angespannt.
„Hallo Regenbogenmädchen.“ Sorgenvoll musterte er ihr Gesicht, das durch ein großes Hämatom um ihr rechtes Auge entstellt wurde. Jean wusste, woher es kam, schließlich hatte er das Spiel gegen die Breckenridge Jackals im Stream mitverfolgt. Wobei man das, was die gegnerische Mannschaft der Foxes getan hatte, nicht als spielen bezeichnen konnte. Ohne Technik und Finesse hatten sie sich durch das Spiel geprügelt, immer am Rand der Legalität. Dass es nur zwei rote Karten für die Jackals und eine für die Foxes gegeben hatte, wunderte Jean immer noch. Verdient waren sie aber alle gewesen.
„Wie geht es deinem Auge?“
„Alles bestens, Abby hat draufgeschaut und der Augenarzt meinte auch, dass ich keine bleibenden Schäden davontragen werde.“
Erleichtert seufzte Jean und labte sich an ihrer liebevollen Musterung.

„Wie geht es dir denn? Ich habe gehört, dass du Privattraining von Thea bekommen hast.“ Renees Ton teilte ihm mit, wie wenig sie von Kevins Freundin hielt, auch wenn sie versuchte, höflich und unvoreingenommen zu bleiben. Wie Knox auch schien alles, was auch nur ravenfreundlich war, auf Ablehnung zu stoßen. Überhaupt waren die Beiden sich ähnlicher, als es Jean am Anfang hatte wahrhaben wollen.
„Es war herausfordernd, aber gut. Sie hat mir einige neue Kombinationen und Techniken gezeigt, die mein Spiel verbessern werden. Und sie hat Vorschläge gemacht, welche Raventechniken ich noch in abgeänderter Form mit den Trojans üben soll.“
„Das klingt ja beinahe nett.“
Jean schnaubte. „Vielleicht habe ich die eine oder andere Kritik weggelassen, mit der sie meine „eingerostete, in Watte gepackte Art zu spielen“ bezeichnet hat.“
„Die Frau ist die Pest.“
„Sie ist mit Day zusammen, was erwartest du?“

Renee lachte und verzog kurz darauf das Gesicht vor Schmerzen. Sacht befühlte sie ihre Wange und sorgenvoll runzelte er die Stirn.
„Jean Moreau, du hast keinen Anstand!“, beschwerte sie sich und er hob die Augenbraue.
„Das wusstest du, als du dich mir vorgestellt hast.“
Renee fasste sich an ihr Herz. „Und mir das nun auch noch so direkt ins Gesicht zu sagen. Du Gemeiner!“
Er schmunzelte und lehnte sich gegen die Wand, um einiges entspannter als vorher. „Auch das wusstest du vorher.“
Renee wackelte mit den Augenbrauen. „Na klar, Mister tall, dark und sexy.“

Jean hatte etwas Anderes antworten wollen, hielt nun aber inne. Er ließ sich das letzte Wort durch den Kopf gehen und runzelte bei der Bedeutung die Stirn. Nachdenklich zog er seine Unterlippe zwischen die Zähne und kaute darauf herum.
„Findest du das wirklich?“, fragte er schließlich, als er seine Gedanken in Worte fassen konnte und fragend legte Renee den Kopf schief. Sie ging mit ihm ebenfalls zu ihrem Bett und ließ sich darauf nieder.
„Was meinst du?“
Peinlich berührt sah Jean zur Seite und musterte Eva, die streng in Richtung des Chaos auf Knox‘ Bett schaute. „Dass ich…hübsch bin“, sagte er schließlich leise und die Worte kamen ihm komisch vor, so als hätte er kein Recht, sie auszusprechen.

Bis vor kurzem hätte er es auch nicht gewagt, dies zu tun und bis gerade eben war es auch nicht wirklich wichtig gewesen. Aber ihre Worte hatten ihn neugierig gemacht und er wusste nicht, wen er sonst fragen sollte.  
„Und ob, Jean. Du bist einer der schönsten Männer, die ich jemals getroffen habe.“
Überrascht sah er hoch und wurde von der Sanftheit ihrer Mimik eingefangen. Da war keine Ironie, da war ruhiger Ernst in ihren Augen.
„Aber ich habe Narben.“
„Die machen dich doch nicht weniger hübsch.“
„Es sind so viele, dass sie mich entstellen.“
„Jean.“
„Ja?“
„Deine grauen Augen harmonieren wunderbar mit deinem Teint, der dank der Sonne Südkaliforniens mit jedem Tag weniger bleich ist. Deine Wangenknochen und deine Kinnpartie bilden schöne, gleichmäßige Linien, die dir etwas Gefährliches und Raubtierhaftes geben, wenn du nicht gerade beschließt zu lächeln. Dein Gesicht, dein Hals, Oberkörper und Beine haben genau die richtigen Proportionen zueinander. Die Relation zwischen deinen breiten Schultern und der schmaleren Hüfte in Verbindung mit deiner Größe macht dich zu einem sehr attraktiven Mann. Ganz zu schweigen von deinen Muskeln und nicht zuletzt diesen unverschämt weichen und toll fallenden Haaren, die eine wunderschöne Farbe haben. Aber“, sie hob warnend den Zeigefinger, als er intervenieren wollte. „…das ist noch nicht alles.“

„Nicht?“ Jean hatte jetzt schon Probleme, ihren Worten zu folgen und zu begreifen, was sie zu ihm sagte. Vielleicht hätte er auch gar nicht fragen sollen, aber seine Lippen waren schneller gewesen als seine vorsichtigen Gedanken, die sich nicht mit den Konsequenzen seines Handelns auseinandergesetzt hatten.
„Nein. Denn wenn du willst, kannst du deiner Stimme einen unglaublich melodischen Klang geben, wobei du dir anscheinend nicht bewusst bist, was dein französischer Akzent für eine Wirkung auf deine armen Mitmenschen hat. Wenn du nicht gerade beschließt, mit beißender und harter Ironie zu antworten. Aber auch das ist nicht das Schönste an dir, Jean.“

Dieses Mal war er klüger und schwieg, doch Renee war dickköpfiger. Das sollte Jean nach allem, was sie für ihn getan hatte, nun wirklich nicht mehr wundern.  
„Das Schönste an dir ist deine Seele und dein Charakter, der selbst durch Riko nicht gebrochen werden konnte. Er hat dir wehgetan und versucht, dich zu einem Menschen zu machen, der Anderen wehtut, er hat versucht, dich zu brechen, aber du bist hier und du bist stark und du bist immer noch in der Lage, dein Herz für andere zu öffnen. Du lebst und du hast Freude daran. Das ist das Schönste an dir, Jean und das, wie auch alles andere, kann keine einzige der Narben entstellen. So.“

Renees Worte trafen Jean direkt sein Innerstes und er wagte es kaum zu atmen, aus Angst, dass die in ihm schwelenden Emotionen ausbrechen und ihn unter sich begraben würden. Er wagte es auch nicht, einen einzigen Ton zu sagen, aus Angst, was seine Lippen verlassen würde. Er wagte es nicht wegzusehen, aus Angst, dass Renee nur ein Trugbild war, das ihm seine Fantasie vorgaukelte, weil sie zu gut war um wahr zu sein.

Währenddessen wurden seine Wangen immer wärmer und wärmer und er hatte das untrügliche Gefühl, dass er genauso rot wurde wie Knox manchmal.

„Sag doch nicht solche Worte“, murmelte er schließlich verlegen und ihr warmes Lachen erklang über ihre Leitung.
„Soll ich weitermachen?“
„Renee!“ Nun sah er doch weg, auf seine Decke, weil er sich geradezu schämte. Noch nie hatte jemand ihm derartiges gesagt. Noch nie war ihm so ehrlich und direkt gesagt worden, was er für sich selbst nicht sah, wenn er in den Spiegel sah. Hässlich, wertlos, unfähig, lächerlich, zu nichts nütze, ein Ding, eine Sache, Besitz, das hatte er lange Zeit mit sich assoziiert, nicht jedoch wertschätzende und positive Attribute. Und immer noch fiel es ihm schwer, auch nur Grundzüge davon anzunehmen.

Sie schwieg und ließ ihm dadurch Zeit wieder seine Fassung zu erlangen, auch wenn das gar nicht mal so einfach war.

Schlussendlich sah Jean wieder hoch und ertrug das Wissen um diesen Umstand in ihren Augen.
„Ich weiß, dass du mir jetzt noch nicht glaubst, Jean, aber irgendwann wirst du sehen, was ich sehe.“ Irgendwie klang das wie eine Drohung und er schluckte. Es war besser zu nicken, das hatte er schon gelernt, als er die Monate mit den Foxes verbracht hatte. Wenn Renee sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann würde sie den Weg dorthin eisern und ohne zu zögern gehen.

„Ich danke dir“, murmelte Jean und sie nickte.
„Immer gerne.“

Wieder schwieg er und warf einen Blick zur Seite. Wie so oft fiel er auf den Briefumschlag mit der Adresse seines Vaters. Wie so oft kehrten seine Gedanken zu der Frage zurück, was er damit machen sollte und er beschloss, sie Renee zu stellen.
„Die Anwältin der Moriyamas hat mir auch die Adresse meines Vaters gegeben. Er lebt anderthalb Stunden von hier… und ich weiß nicht, was ich machen soll“, fasste er das zusammen, was ihm ein schlechtes Gefühl in der Magengegend verursachte. Hilfesuchend sah Jean zu Renee, die nachdenklich die Stirn runzelte.

„Was sagt dein Bauchgefühl?“, fragte sie schließlich vorsichtig und Jean zuckte mit den Schultern. Seine Familie hatte ihn sicherlich vergessen, nachdem sie ihn weggegeben hatten. Ein neues Leben ohne den Sohn, der gut genug dafür gewesen war, verkauft zu werden. Sie hatten ihn nicht gewollt, niemals und sie liebten ihn nicht. Wieso sollte er also zu ihnen gehen? Oder zu seinem Vater, der ihn vor Jahren schon hätte besuchen können.
„Ich denke, sie wollen mich nicht sehen.“
Renee brummte neutral. „Und was fühlst du?“
„Ich habe Angst.“ Vielleicht war das die Essenz seiner Gefühle. Angst vor einem Wiedersehen, vor Hass, Wut, Verachtung, Ablehnung.
„Davor, dass sie dich erneut zurückweisen?“
Jean nickte und sie seufzte. „Wie würdest du dich damit fühlen?“
„Es würde mir wehtun und mich wütend machen.“
„Dann solltest du nicht dorthin fahren.“ Renee stockte. „Noch nicht. Vielleicht, wenn es dir etwas besser damit gehen würde.“

Würde es ihm denn damit jemals besser gehen? Jean ahnte, dass dem nicht so sein würde. Dafür war die Wunde zu tief, der Verrat, den seine Eltern an ihm begangen hatten, so enorm.
„Soll ich die Adresse wegwerfen?“, fragte er. Vielleicht war das ein Schlussstrich, den er ziehen musste, klar und final. Doch zu seiner Überraschung schüttelte Renee den Kopf.
„Behalte sie. Schließe sie weg. Entscheide das in Ruhe nach ein paar Monaten oder gar Jahren, bevor du es schließlich bereust.“

Jean nickte. Sein Bauchgefühl sagte ihm, dass es der richtige Weg sein würde und er lächelte knapp. Das Lächeln erlosch jedoch, als das Handybild verwackelte und lautes Gebrabbel durch den Lautsprecher schallte. Jean verzog die Lippen, als er sein eigenes Gerät unwillkürlich weiter weghielt und schlussendlich einen guten Blick auf Neil und Andrew werfen konnte, die Renee ihr Handy gestohlen hatten.

Jean rollte mit den Augen. „Ja bitte?“, fragte er die beiden Idioten, die ihn anstarrten, als würden sie etwas wollen, von dem er aber keine Ahnung hatte, was es sein könnte.
„Seid ihr fertig mit eurem Gesäusel?“, fragte Andrew so sonor, dass man es beinahe für Langeweile halten konnte. Mittlerweile wusste Jean es besser.
„Gib mir mein Smartphone zurück“, beschwerte Renee sich im Hintergrund, doch Neil dachte nicht daran. Er beugte sich beschützend über den Bildschirm, sodass Jean nur noch ihn sehen konnte. Vorwurfsvoll starrte er Jean an.  
„Immer rufst du nur sie an. Warum telefonierst du nie mit uns?“, beschwerte er sich bei Jean.
„Dafür gibt es viele Gründe“, erwiderte Jean kühl. Andrew schnaubte.
„Nenne einen.“
Tatsächlich gab es keinen. Wirklich nicht. Außer dem vielleicht, dass er die Beiden nicht belästigen wollte und das Gefühl hatte zu stören. „Dein Rumgeturtel mit Josten“, schob er schließlich vor.
„Lügner.“

Nun war es an Jean, Andrew eine Antwort zu versagen und ihm alleine mit seinem Schweigen zu verstehen zu geben, was er von dieser allzu wahren Einschätzung hielt.
„Du hast Knox bedroht“, sagte er vielleicht genau deswegen auch mit einem abrupten Themenumschwung, was Andrew einen überraschten Seitenblick von Neil einbrachte.
„Andrew“, erklang Renees Stimme aus dem Hintergrund und hatte genau die richtige Portion Irritation um Jean zu amüsieren.

Besagter Junge schnaubte und das Handy wechselte erneut den Besitzer.
„Hiiiii“, quietschte Nicky Hemmick laut und begeistert in das Mikrofon und Jean beendete reflexartig den Anruf, bevor er darüber nachdenken konnte, was er gerade tat.

Hemmick löste diesen Fluchtreflex in ihm aus, seitdem er einen Abend mit Jean im Zimmer der Krankenschwester verbracht hatte. Wie auch damals war es Jean ein Rätsel, dass jemand wie Andrew und Aaron mit diesem Jungen verwandt sein konnten. Gleichwohl war es ihm aber auch ein Rätsel, dass jemand wie Hemmick die Verantwortung für die beiden Zwillinge übernommen und sie bei sich aufgenommen hatte.
Riko hatte sich darüber immer lustig gemacht und auch Jean hatte mit Verachtung auf das familiäre Gefüge herabgesehen. Verachtung geboren aus Neid, das wusste er jetzt, denn tief in seinem Inneren hatte er sich auch in Evermore immer gewünscht, dass es jemanden für ihn gab, der Familie für ihn war.

Das musste aber nur nicht zwangsläufig Nicky Hemmick sein.

Sein Handy klingelte erneut und mit einem tiefen Seufzen nahm Jean den Videoanruf an. Er stählte sich für Hemmick, wurde aber durch Andrews durchdringenden Blick begrüßt.
„Ja bitte?“, fragte er ungnädig, als er das Missfallen dahinter erkannte. Ob das Missfallen daher ruhte, dass er aufgelegt hatte oder dass Hemmick sich im Hintergrund lautstark über den „Grausamen, aber leider schönen Franzosen!“ beschwerte, konnte er in diesem Moment nicht sagen.
„Du weißt es besser“, erwiderte Andrew schlicht und Jean schnaubte.
„Und du weißt es besser, als mir deinen Erziehungsberechtigten auf den Hals zu hetzen.“
Es war laut genug, dass es ein Aufheulen aus dem Hintergrund provozierte und Jean ließ Andrew seine Schadenfreude sehen.
„Wo ist Knox?“
Jean grollte. „Du lässt die Finger von ihm.“
„Sonst was?“

Das war eine gute Frage. Jean lag es fern, Andrew zu bedrohen und er bezweifelte auch, dass er ein ernstzunehmender Gegner für den blonden Torhüter sein würde. Dennoch konnte und wollte er nicht zulassen, dass dieser Knox bedrohte.
„Er hat dir nichts getan“, sagte er entsprechend verstimmt und Andrew hob die Augenbraue.
„Und?“
„Warum drohst du ihm dann?“
„Um dein Seelenheil zu schützen, Findelkind.“
Jean blinzelte. Irritiert legte er den Kopf schief und wollte fragen, was das heißen sollte, als Andrew das Handy auch schon an Renee zurückgab, anscheinend fertig mit ihrem Gespräch.
Jean schnaufte missbilligend und sie lachte.
„Andrew macht sich nur Sorgen um dich. Im Grunde seines Herzens weiß er auch, dass Knox ein guter Mensch ist, der sich nichts zu Schulden kommen lassen und dich gut behandeln wird.“

Die Vorstellung, dass Andrew sich Sorgen um ihn machte, war so verrückt, dass Jean sie im ersten Moment nicht glauben wollte. Im zweiten jedoch begriff er, dass eben das gar nicht mal so unwahrscheinlich war. Auch nach ihrem abgebrochenen Handel hielt Andrew noch Kontakt zu ihm. Nicht so viel wie Neil, aber genug, dass Jean den Eindruck gewann, dass er es auch wollte. Vorher war das auch der Fall gewesen, wenn Jean an die schmerzhafte und angstdurchsetzte Vergangenheit in Abbys Haus zurückdachte, wo er hin und hergerissen zwischen Angst und schmerzlicher Hoffnung gewesen war. Es war Andrew gewesen, der ihn zum Essen und Trinken animiert hatte. Immer und immer wieder. Ebenfalls war es Andrew gewesen, der ihm alltägliche Dinge nähergebracht hatte, die Jean nicht kannte.

Er brummte und erhob sich mit Renee. Er hatte Durst und vergessen, sich seine Limonade mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Vorsichtig stellte Jean sein Handy auf die Anrichte und suchte im Kühlschrank nach der Karaffe, die Knox nach Rezept seiner Mutter gemacht hatte.
Ohne Zucker, wie er versicherte, doch Jean bezweifelte das, ließ ihm aber seine kleine Täuschung.

„Das sieht lecker aus. Erfrischend.“
Jean stöhnte auf. „Das ist auch notwendig. Es ist so heiß hier.“
„Du bist heiß“, hörte er im Hintergrund und beschloss, Hemmick konsequent zu ignorieren. Es wäre besser so. Für sein Seelenheil.
Renee grinste und Jean setzte zu einer wenig diplomatischen Antwort an, als es plötzlich laut durch das Haus grölte. Von unten, seinem Team, die einen Film sahen.
Jean fror in seiner momentanen Bewegung ein und verharrte. Ungute Erinnerungen erzeugten abrupt eine solche Angst in ihm, als wäre er nie aus Evermore weggeholt worden. Seine Gedanken kamen zu einem abrupten Halt, doch dann flüsterten sie ihm zu, dass sie kommen würden, um ihn zu holen. Sie würden das mit ihm machen, was sie gerade gesehen hatten und sie würden ihn leiden lassen.

„Jean.“

Er wehrte sich mit aller Macht gegen den Gedankengang, gegen die zerstörerische Wucht des Traumas, das Riko ihm mit seinen Worten und Taten zugefügt hatte, doch es nützte nichts. Er fühlte Hitze in sich aufsteigen und sein Puls raste, von jetzt auf gleich, als wäre er nie entspannt gewesen. Er versuchte, die aufkommende Panik zu schlucken, doch es gelang ihm nicht, scheiterte daran, dass er aus lauter Angst nicht in der Lage dazu war zu schlucken.

„Jean.“

Erinnerungen an das Gefühl des Erstickens machten ihm seine jetzige Realität zur Qual. Er hätte es besser wissen müssen als darauf zu vertrauen, dass Riko ihn nur schlagen oder mit seinem Messer verletzen würde. Er hätte es wirklich besser wissen müssen, war aber dumm genug gewesen zu hoffen und hatte das bitter bereut.

„JEAN!“

Ruckartig fuhr er zu der Stimme herum, von der er beinahe augenblicklich wusste, dass sie ihm Sicherheit bringen würde. Panisch suchte er sie, weil er nicht sie fand und für einen Moment lang hatte er Angst, dass er sich Dinge einbildete, die nicht da waren. Doch dann sah er sein Smartphone und erkannte Renee. Was sie da tat und warum er ein Smartphone so offen in die Küche stellte war Jean für den Bruchteil einer Sekunde ein Rätsel, dann wurde er sich bewusst, wo er war und dass er sich nicht mehr in der Gewalt von Evermore befand.
Er musste das Handy nicht mehr verstecken. Renee war ohne sich zu verstecken bei ihm. Er war ihnen nicht alleine ausgeliefert.

„Renee“, krächzte er rau und sie lächelte, als würde sie ihn einfangen wollen.
„Ja, Jean, ich bin es. Alles ist in Ordnung. Niemand wird dir hier wehtun. Du bist in L.A., dein Team sind die Trojans, dein Kapitän heißt Jeremy Knox. Riko ist tot.“

Ihr Ton beruhigte ihn mehr als es ihre Worte taten. Erst verspätet sickerte dann auch die Bedeutung der Worte in sein bewusstes, logisches Denken und verankerte ihn in seiner hiesigen Realität. Los Angeles statt Evermore. Wärme statt Kälte. Knox statt Riko.

Jean tat einen ersten, zittrigen Atemzug und ließ dem viele weitere folgen, einer tiefer als der andere. Nein, sie würden nicht kommen und ihn holen. Sie würden ihm nichts antun.
„Weißt du, woher das Geräusch kommt?“, fragte Renee schließlich ruhig und Jean nickte.
„Von den Trojans. Sie schauen einen Film.“
Ihr wissendes, sanftes Lächeln beruhigte ihn ebenso sehr wie es der Ton ihrer Worte getan hatte.
„Weißt du welchen?“
„Irgendetwas über einen Zirkus mit Menschen, die anders sind als normale Menschen und den dazugehörigen Zirkusdirektor. Es wird wohl viel gesungen in dem Film“, gab er das wieder, was Knox ihm darüber erzählt hatte. „Und dann wollten sie irgendeinen Horrorfilm schauen, irgendetwas, das Logan aussuchen sollte.“

Renee nickte bedächtig. „Es wird nicht wieder passieren“, sagte sie schließlich mit einer Finalität, die sich wie Balsam auf Jeans Seele legte und ihm ein Gefühl der Sicherheit gab, das er sich selbst niemals glauben würde. Es wunderte ihn nicht, denn sie hatte jedes ihrer Versprechen an ihn eingehalten.

„Nein, das wird es nicht“, probierte er die Worte mehr aus, als dass er sie im ersten Moment wirklich so meinte und stellte fest, dass er ihre Bedeutung und ihren Klang mochte.

Wieder brannte Lärm unten auf und wieder zuckte Jean zusammen. Dieses Mal jedoch blieben die schlechten Erinnerungen ein Ziehen an seiner gerade mühevoll erkämpften Ruhe und er war in der Lage, sie nach ein paar bewussten Atemzügen gänzlich in die Untiefen seiner Gedanken zu verscheuchen.
Vielleicht, nein, ganz sicher lag das auch an den schiefen und krummen Lauten, die sich zu Renee und ihm schlängelten.

„Sie singen“, sprach sie das aus, was Jean sich bis eben geweigert hatte zu glauben. Nun blieb ihm aber nichts Anderes übrig, als sich dieser Wahrheit zu stellen und er brummte. Ihr Unterton war deutlich amüsiert und bedeutungsschwanger hob sie die Augenbraue.
„Du hast dir das Disneyteam geangelt, Jean Moreau“, neckte sie ihn und er schnaufte. Sein Vater war mit ihm einmal im Disneyland gewesen, in Paris. Es war bunt gewesen und hatte ihm eine heile Welt vorgegaukelt, die sein kleines, achtjähriges Ich gierig aufgesogen hatte. Er hatte damals viele dieser Filme gesehen und er wusste, dass dort viel gesungen wurde, daher konnte er auch ihrer Anspielung folgen.

Jean rollte mit den Augen, als im Hintergrund der schiefe Chor zu neuen Höhen anschwoll.


~~**~~


„Meinst du, sie hat das überlebt?“, fragte Alvarez mit gerunzelter Stirn und sah sich nach dem roten Auto um, von dem weit und breit noch keine Spur zu sehen war. Jeremy folgte ihrem Blick und steckte sich stirnrunzelnd die Hände in die Hosentaschen seiner luftigen Sportshorts. Vor einer Stunde hatten sie Jean in die Hände von Susan, kurz Sue, übergeben und ihm zum Abschied gewunken. Nun warteten sie gespannt auf seine Rückkehr, doch weder von dem roten Wagen noch von Sue oder Jean war etwas zu sehen.

„Sie oder er?“, hielt er dagegen und sein Vizekapitän verschränkte nachdenklich die Arme.
„Wollen wir wetten?“
Jeremy grinste und sah ihr in das erwartungsvolle Gesicht. „Hör auf, soviel mit Dan zu telefonieren. Sie färbt schon auf dich ab.“
Alvarez schnaufte. „Das sagst du nur, weil du immer verlierst, Cap.“
„Das sage ich, weil ich Glücksspiel nicht unterstütze.“
„Du bist viel zu spießig für deinen Astralkörper, Jer.“
Jeremy lachte und warf einen Blick in die Richtung des Parkplatzes, auf dem ein fremdes Fahrzeug ankam und parkte. Nicht die Fahrschule, immer noch nicht. Hibbelig trat Jeremy auf der Stelle und trat kleine Steinchen in das Gras.

„Dir ist schon klar, dass wir aussehen wie zwei stolze Eltern, die darauf warten, dass ihr Sprössling von der ersten Fahrstunde zurückkehrt, oder?“, merkte Alvarez zynisch an und Jeremy konnte ihr da nur beipflichten. Es änderte jedoch nichts daran, dass er es nicht erwarten konnte, Jean zu fragen, wie seine erste Fahrt durch den Stadtverkehr von L.A. gewesen und wie er alleine zurecht gekommen war.
„Er ist aber auch gut geraten, unser Sohn“, erwiderte er mit einem breiten Grinsen, das noch viel breiter wurde, als endlich das Fahrschulfahrzeug in einem gemäßigten, aber zügigen Tempo um die Ecke bog und in der Nähe des Eingangs mit Schwung stehen blieb. Jean sprach kurz mit der Fahrlehrerin und nickte, während sie bedeutungsschwanger die Augenbrauen hob. Als er ausstieg, musterten Alvarez und Jeremy ihn gespannt.

Jean lächelte und strahlte eine solche Zufriedenheit aus, dass Jeremy einen Moment lang innehalten musste, um den Anblick für sich selbst festzuhalten. Am liebsten hätte er ein Foto davon gemacht um es sich immer wieder anschauen zu können, weil er so fasziniert war von der offensichtlichen Freude auf Jeans Gesicht, die er so noch nie gesehen hatte.

„Die Fahrlehrerin sieht ein bisschen blass aus“, murmelte Alvarez neben ihm, als Sue ebenfalls ausstieg um auf die Fahrerseite zurück zu kehren und Jeremy hätte es in diesem Augenblick nicht egaler sein können, so gefangen war er von Jeans Glück. Dennoch warf er einen kurzen Blick auf die sonst eigentlich entspannte Mittvierzigerin mit ihren perfekt hochgesteckten, braunen Haaren. Entspannt war sie tatsächlich nicht. Mit blassem Gesicht nickte sie ihnen zu, bevor sie sich beinahe schon erleichtert auf den Fahrersitz fallen ließ. Jeremy lächelte zurück und winkte ihr.

„Und?“, fragte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht an seinen Backliner gewandt, der ihn unruhig und voller Energie musterte.
„Es war gut. Und schnell. Und spannend.“
Wenn Jeremy daran dachte, wie blass Sue doch um die Nase herum gewesen war, dann war es von allem vermutlich ein wenig zuviel gewesen für die erste Fahrstunde. Zumindest für die Fahrlehrerin.
„Hast du Lust auf mehr?“
Jean nickte und sein erneutes Lächeln suchte sich seinen Weg direkt in Jeremys Brust. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus und er konnte nicht anders als mit zu grinsen.

Neben ihm schnaubte Alvarez. „Wenn ihr Beiden euch weiterhin so autoliebestrunken anstarrt, dann gehe ich“, murrte sie und Jean löste sich bedauerlicherweise aus seiner unbeschwerten Freude. Er räusperte sich und kehrte bewusst zu seinem normalen, ruhigen Gesichtsausdruck zurück.
„In vier Tagen habe ich die nächste Stunde“, sagte er und musterte Jeremy so, als müsste er sich sein Einverständnis einholen. Jeremy ließ ihn nicht, sondern hob nur erwartungsvoll die Augenbrauen.
„Das freut mich sehr für dich. Auch wenn ich befürchte, dass du deine Fahrlehrerin in das frühe Grab treibst.“
Kritisch runzelte Jean die Stirn. „Aber ich bin so gefahren wie du“, erwiderte er mit einer ironischen Selbstverständlichkeit, die Alvarez laut auflachen ließ.
„Das ist kein gutes Vorbild, Moreau, wirklich nicht. Kein Wunder, dass Sue so blass um die Nase ist!“
Jeremy schnaubte empört. „Ich habe euch bisher zuverlässig von A nach…“

„Entschuldigung“, unterbrach ihn eine tiefe, männliche Stimme, die ihm latent bekannt vorkam. Sie hatte einen strengen, aber dennoch weichen, beinahe unsicheren Klang und gehörte zu dem Mann, den er gerade aus dem Augenwinkel heraus wahrgenommen hatte. Er hatte angenommen, dass dieser zu jemand anderem im Wohnheim wollte und nicht weiter auf ihn geachtet. Jeremy sah um Jean herum und lächelte.
„Ja bitte?“, entgegnete er und Jean drehte sich ebenfalls um.
„Ich suche….“, begann er und hielt mit einem Blick auf Jean inne, den er wie einen Geist anstarrte. Irritiert runzelte Jeremy die Stirn und folgte den geweiteten Augen in Richtung Jean, auf dessen Gesicht er einen beinahe identischen Ausdruck wiederfand.

Jeans Mimik spiegelte die des Mannes bis auf den letzten Millimeter. Dann stahlen sich Entsetzen und Bestürzung auf das gerade noch begeisterte Gesicht seines Backliners und Jeremy spürte ein tiefes Bedauern ob des Stimmungsumschwungs, der mit nichts anderem als dem Mann zu tun hatte, der nun bei ihnen stand und anscheinend alleine durch seine Anwesenheit das Positive aus Jean getilgt hatte.    

Jean wich zurück und Jeremy streckte alarmiert einen Arm aus, um ihn zu stützen, falls notwendig. Doch Jean fing sich und seine Augen huschten kurz von Jeremy zu dem Mann und wieder zurück.
„Was ist los, Jean?“, fragte Jeremy stirnrunzelnd und positionierte sich zwischen Jean und dem Mann. Wenn das jemand aus Jeans Vergangenheit war, der meinte, ihm genauso viel Angst einjagen zu müssen wie die Anwältin der Moriyamas, dann hatte er sich getäuscht.

„Wer sind Sie und was wollen Sie?“, fragte er mit der Autorität des Kapitäns, die Jean zusammenzucken ließ. Jeremy nahm sich fest vor, sich später dafür zu entschuldigen, nun aber fixierte er sich auf die augenscheinliche Bedrohung vor sich.
Verspätet nahm ihn der Mann überhaupt erst zur Kenntnis und schluckte.

„Ich...ich bin… mein Name ist…Moreau. François Moreau.“


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Wird fortgesetzt.
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