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Bad Blood

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
12.06.2020
08.02.2021
36
34.118
7
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16.08.2020 1.563
 
Cody Malone


Abends ist es soweit – Sophie fährt mich, trotz ihres Feierabends, schnell zur Schule, damit ich rechtzeitig zum Spielbeginn da bin. Auf der Fahrt hat sie mir viel Spaß gewünscht und wirklich glücklich darüber ausgesehen, dass ich mich abseits der Schule öfter mit meinen Mitschülern treffe und freiwillig schulische Veranstaltungen besuche. Ich reiße mich dafür auch jedes Mal aufs Neue zusammen und meine Therapeutin meint ebenfalls, dass der Umgang mit den richtigen Menschen mir enorm weiterhelfen wird.

Mit geschärftem Blick suche ich unter den ganzen Menschen die quirlige Blondine, die mich seit meinem ersten richtigen Schultag praktisch gar nicht mehr loslassen will. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin sitzt sie auf einer Bank und gestikuliert wild mit den Händen.

„Da!“, ruft Kristy, als sie mich erblickt und in Sekundenschnelle dreht sich auch Georgia um. Hektisch springt sie auf, läuft auf mich zu und umarmt mich. Erschrocken bleibe ich starr stehen und schaffe es nicht mal, die Umarmung zu erwidern. „Wir haben uns schon gefragt, ob du überhaupt noch kommst“, meint Kristy nun und es ist offensichtlich heraus zu hören, dass sich wohl eher Georgia diese unnötigen Gedanken gemacht hat.

„Tut mir leid. Wir hatten an beinahe an jeder Ampel auf dem Weg hierher eine unendlich lange Rotphase.“ „Jetzt bist du ja da. Dein erstes offizielles Lakewood High Fußballspiel! Bist du aufgeregt?“ Das aufgedrehte Mädchen neben mir beginnt auf und ab zu wippen und grinst mich breit an, was mit der Zeit eher unheimlich wird.

Gespielt entspannt zucke ich als Antwort mit den Schultern und sehe mich um. Klar, viel Zeit hatte jetzt niemand für den Aufbau und dementsprechend sehen die Stände auch nicht enorm professionell aus, aber einige interessante Dinge erblicke ich trotzdem. Neben den regulären Getränke- und Snackautomaten in der Schule kann man nun Popcorn, Zuckerwatte, Nachos, viele weitere Softdrinks und ebenso Corn-Dogs erwerben.

Wenn ich in meiner Kindheit eine Sache geliebt habe, dann waren das Corn-Dogs. Ich konnte nie viele verdrücken, da sie ziemlich stopfen, aber im Park gekauft oder das ein oder andere Mal selbstgemacht habe ich sie trotzdem.

Die beiden Mädchen bemerken meinen sehnsüchtigen Blick in die Richtung des einen Imbissstandes und kurz darauf stehen wir auch schon mit in der kurzen Schlange, um uns diese Leckereien am Spieß zu kaufen.

Zwanzig Minuten und drei Corn-Dogs später begeben wir uns zu den Tribünen. Während ich eine große Portion Nachos transportiere und Kristy einen Stiel mit Zuckerwatte in der Hand hält, trägt Georgia unsere Getränke. Wir nehmen auf drei nebeneinander liegenden Plastiksitzen im mittleren Bereich Platz und machen es uns gemütlich. Es tut tatsächlich gut, Zeit mit den beiden zu verbringen…

„Sag mal, Cody… willst du nicht mal diese dicke Jacke ausziehen? Es ist warm genug für ein T-Shirt, ich kann sie auch in meinen Rucksack stecken, bis das Spiel vorbei ist“, merkt Kristy nun mit fragendem Blick an und augenblicklich werde ich wieder nervös. Denn unter meiner Winterjacke, für die ich am heutigen Abend schon einige komische Blicke abbekommen habe, befindet sich Jordans Trainingsjacke, die ich extra für ihn tragen sollte. Einerseits ist es mir unendlich unangenehm, andererseits habe ich es ihm versprochen und er wird sicher ein wenig enttäuscht sein, wenn er mich sieht und ich sie nicht an habe.

„Hm, meinetwegen“, entgegne ich leise und ziehe den Reißverschluss hinunter. Georgia betrachtet es gespannt und schnappt nach Luft, als sie das bekannte Logo des Fußballteams und die kleine Spielernummer auf der Vorderseite erblickt. „Niemals!“, ruft sie erfreut und gleichzeitig überrascht, ehe sie mich an den Schultern packt und mich so umdreht, dass sie und Kristy die große Nummer auf meinem Rücken sehen können. „Gott, wie süß ist das denn?“ „Ich sterbe an einem Zuckerschock, Kristy! Hilf mir!“, quietscht sie dann, fächelt sich mit der Hand Luft zu und sieht mich lächelnd an.

„Macht da kein Drama draus, okay?“, flüstere ich ihnen mit rosa Wangen zu, „Er hat mich drum gebeten und ich dachte, ich tue ihm den Gefallen mal.“ „Wie niedlich“, schnaubt Kristy. „Du bist sein persönlicher Glücksbringer.“ „Ich kann es schon vor meinem inneren Auge sehen“, schwärmt Georgia und schaut hinauf in den Himmel, „Ich, mit meinem noch nicht auf der Bildfläche erschienenen Freund, Kristy und Jody gemeinsam im Kino. Oder im Restaurant. Oder beim Bowling.“ Jody? Wirklich? Ein besserer Name ist ihr nicht in den Sinn gekommen?

Moment! Wieso stört es mich nicht mal ansatzweise so sehr wie erwartet, dass diese Durchgeknallte mich und den Surfer Boy shippt?

„Wie nett, dass ich niemanden abbekomme“, meint Kristy gespielt beleidigt und verschränkt ihre Arme vor der Brust. „Ach, du findest schon noch jemanden“, winkt Georgia ab und scheint wieder in Gedanken an die Gruppendates versunken. Auch wenn es für andere so aussehen mag, so schreckt mich der Gedanke daran, mit Jordan auszugehen, absolut nicht ab. Ich muss ihm nur klarmachen, dass ich nicht nach einem oder zwei Treffen schon für mehr bereit bin…


Mittlerweile läuft das Spiel schon dreißig Minuten lang. Vorab gab es eine Hip-Hop Tanzeinlage der Schulmannschaft, die mir gut gefallen hat. Offenbar scheint fast jeder Schüler der Lakewood High irgendeinem Club anzugehören, schließlich ist das bestehende Angebot riesengroß und für Jedermann ist etwas dabei. Vielleicht sollte ich mich auch mal umsehen.

Danach wurde die Teams und ihre Mitglieder aufgerufen. Die Ansagen des „Moderators“ gingen jedoch in Gekreische und Klatschen unter, vor allem bei der Erwähnung der beiden Teamkapitäne. Scheinbar ist Jordan nicht nur für sein Können im Fußball bekannt, sondern auch für seine nette Art und das hübsche Aussehen. Sonst wären die Mädels hinter uns wohl nicht so eskaliert, als der eben erwähnt Sonnyboy auf das Feld spaziert ist.

Nun konnten die Lakewood High Lions gerade so einen Angriff der Gegner abwehren. Die Anstrengung steht den Teams ins Gesicht geschrieben und Jordan sieht konzentrierter aus, als ich ihn zuvor je gesehen habe. Seit Beginn des Spiels muntert er die Jungs auf oder gibt ihnen Anweisungen. Er verzieht nicht eine Miene.

Sowohl als Kapitän als auch Mittelstürmer ist er unglaublich. In diesem Moment hängt er einen ihn verfolgenden Gegner ab und hat freie Bahn, um mit so viel Kraft wie möglich auf das Tor und knapp vorbei am Torwart zu schießen, der glücklicherweise eine Millisekunde zu spät reagiert hat. Die Zuschauer rasten aus, Jordan wird von seinen Mitspielern beinahe überrannt und von ihnen zerdrückt. Glücklich heben sie die Fäuste in die Luft – das erste Tor, nach ungefähr einer halben Stunde, geschossen von dem Jungen, dessen Jacke ich in diesem Moment trage. Und ich kann nicht anders, als ebenfalls zu klatschen und dämlich vor mich hin zu grinsen.



„Drei Tore, Brooks! Und zwei davon von dir! Und das dritte basierte auf einer grandiosen Vorlage von deiner Seite aus!“ „Du warst heute wirklich in einer super Verfassung, man!“ „Ich gehe mir darauf erstmal einen Snack gönnen!“

Das Jubeln, das Gelächter und die Lobesreden, welche vor allem dem Kapitän gelten, sind kaum zu überhören. Wir stehen nach dem Spiel einige Meter von den Umkleiden entfernt und warten auf Jordan, dem ich laut Georgia persönlich gratulieren soll. Obwohl mir das mehr als unangenehm ist und auch viele Schüler zwischendurch verwirrt auf meine Jacke reagiert haben, muss ich der Blondine in diesem Fall Recht geben. Er hat mich nicht ohne Grund eingeladen und es wäre unhöflich, jetzt einfach wieder zu verschwinden.

Jordan kommt mit zwei anderen Jungs nur wenig später aus der Umkleide. Einer der beiden wuschelt dem Surfer Boy durch die Haare während der andere ruhiger daneben steht und sich dann mit seinem Handy beschäftigt. Fast sofort entdeckt Jordan mich und die Mädels am Gebäuderand stehend und verabschiedet sich von seinen Kollegen.

„Hey!“, begrüßt er uns strahlend und direkt beginnt mein Herz wieder zu pochen. Nur ein einfaches Lächeln und er bringt mich aus der Fassung, großartig.

„Hi… du hast wirklich super gespielt“, meine ich und ernte die Zustimmung von Georgia und Kristy. „Danke. Auch dafür, dass du wirklich meine Jacke trägst. Ich muss zugeben, sie steht dir ziemlich gut“, antwortet er mit einem Zwinkern am Ende und bringt mich erneut in Verlegenheit. „Ach, die ist doch viel zu groß für mich.“ „Nun übertreib mal nicht, ich trage schließlich keine XXL. Ich finde es süß.“

Georgia kann sich ein Räuspern nicht verkneifen und verkündet, dass sie gemeinsam mit Kristy eine neue Cola kaufen geht. Das macht diese Irre bestimmt nur, um mich hier mit Jordan allein zu lassen.

„Dieses Mädchen“, lacht mein Gegenüber, schüttelt den Kopf und lächelt mir schlussendlich zu. „Wie wäre es damit; ich kaufe mir schnell was zu essen, um meinen knurrenden Magen zu beruhigen und den Sieg zu feiern und dann setzen wir uns irgendwo hin und reden ein bisschen?“ Ich nicke zustimmend, woraufhin Jordan nach meiner Hand greift und sie auf dem ganzen Weg bis zum Imbissstand festhält. Trotz der ganzen Stände nehme ich den Geruch wahr, der von ihm ausgeht. Süß und fruchtig, keine Ahnung ob das seine Haare sind oder generell sein Duschgel. Ich kenne auch nicht alle möglichen Duschgel Sorten der Welt, aber ich denke irgendwas … tropisches? Wieso in aller Welt interessiert mich das eigentlich?


A/N

Ist mein Schlafrhythmus jetzt wieder am Arsch? Ja! Bin ich müde? Auf jeden Fall! Wollte ich trotzdem endlich mal wieder was hochladen? Definitiv! Ist das Kapitel viel zu lang? Natürlich!

Ich habe meinen gottverdammten Führerschein und habe endlich mehr Zeit für andere Dinge, juhu! Jetzt gehe ich aber erstmal schlafen, meine Lieben. Bis ... zum nächsten Mal! :D <3
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