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Let me be your meal

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Reborn Tsunayoshi Sawada
12.06.2020
17.05.2021
3
13.955
8
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
28.06.2020 4.118
 
Falls das hier überhaupt jemand liest: Hier ist der zweite Teil!
Wir haben es fast geschafft.


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In den nächsten Tagen veränderte sich nichts und Reborn blieb verschwunden. Wenn Tsuna eines über den sadistischen Killer gelernt hat dann das man ihn nicht finden wird wenn er nicht gefunden werden will. Man kann Berge versetzten oder Wälder abholzen, sofern er nicht will das du ihn findest wirst auf ewig im dunkeln suchen. Und genau DAS trieb den jungen Vongola die Wand hinauf.

Ihr kleiner Moment im Flur hatte ihm gezeigt das da etwas war. Das er sich vielleicht doch nicht hoffnungslos fühlen musste. Doch jetzt, ohne Reborn an seiner Seite um ihn zu leiten und zu unterstützen, zweifelte er wieder daran. Warum sonst sollte der Vampir ihn meiden, wenn nicht aus dem einfachen Grund das er es bereute? Dieser Gedanke zog den jungen Mann mehr runter als ihm lieb ist. Seufzend lehnte er sich zurück und unterdrückte das Verlangen einfach wie ein kleiner junge zu weinen, schließlich hatte ihn Reborn besser erzogen als das.

Mit jeder weiteren Stunde die verging wurde ihm bewusst das sein geliebter Berater auch diese Nacht nicht heimkehren würde. Erst als die Uhr in seinem Büro Mitternacht schlug gab er erneut auf und ging geschlagen zurück in sein Schlafzimmer. Kaum als die Tür hinter ihm leise ins Schloss gefallen war konnte er nicht mehr. Seine Verzweiflung das Reborn nun gar nicht mehr zurück kommen könnte und der Schmerz über diese offensichtliche Abweisung fraßen ihn von innen auf. Und Mafiaboss hin oder her: irgendwo war er immer noch ein kleiner Junge der sich von der ganzen Welt unverstanden und gequält fühlt. Und die einzige Person die ihm in diesen Momenten beistand ging ihm aus dem Weg... Tränen schlichen sich seine Wangen hinab, bis sie sich zu kleinen Flüssen entwickelt hatten. Wimmernd vergrub er sein Gesicht in seinen zitternden Händen und gab sich selbst diesen einen kleinen Moment. Diesen einen Moment der Schwäche ganz für sich allein, weit weg von seinen Elementen und leider auch weit weg von Reborn. Dachte er zumindest....

Ungeahnt und von seinen eigenen Gefühlen abgelenkt sah er die dunkle Gestalt nicht die sich auf einem Ast des großen Baumes direkt vor dem Fenster befand. Sie saß einfach dort, rührte sich nicht.

Reborn wusste das erste mal in seinem Leben nicht was er tun sollte.
Theoretisch wusste er natürlich das dass so nicht weiter gehen konnte. Gerade sah er es sogar direkt vor sich. Es verletzte sie beide, wobei es bei Tsuna deutlich schlimmer war als bei ihm selbst. Den brünetten so zerbrechlich, so mittlerweile ungewohnt schwach zu sehen, brachte seine Instinkte in Aufruhr. Sein Kopf sagte ihm das er so weit weg wie möglich bleiben sollte, doch sein verdorbenes Herz wollte mehr. Aus dem Augenwickel sah er wie Tsuna sich an der Tür runter rutschen lies, die Beine anzog und so leise wie es irgendwie geht in seine Knie weinte. Was ihm aber einen tiefen Stich verpasste war das leise Wimmern seines Namen. „Komm doch nach Hause Reborn.“

Eine Entscheidung musste her.

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Der nächste Morgen kam für den Decimo viel zu früh. Er fühlte sich so verdammt gerädert das ihm alles und jeder einfach nur auf den Wecker ging. Nicht mal Hayato sagte etwas. Er kam, legte einige Dokumente auf den Tisch und ging wieder. Nicht mehr und nicht weniger.

Alle seine Wächter wussten das etwas passiert war, doch weder Hayato noch Lambo wagten es auch nur das kleinste Wörtchen verlauten zu lassen. Zu tief saß noch der Horror dieses Tages. Sogar Ryohei war von der Brutalität die sein Boss an dem Tag gezeigt hatte überrascht. Es war ein..... grausames Bild. Nur Kyoya oder Mukuro hätten es noch `besser´ machen können. Oder natürlich Satan höchstpersönlich.

Ihr Himmel sehnte sich nach etwas, nein, nach jemanden. Doch dieser Jemand wollte sich nicht fangen lassen. Trotzdem gaben sie nicht auf: Kyoya hatte seine Leute überall genau wie es sich Mukuro und Chrome zur Aufgabe gemacht hatten mit ihren Illusionen Besserung zu schaffen. Aber nichts wollte funktionieren.

Tsuna wusste was seine Wächter taten, konnte es aber nicht als die Geste annehmen als die es gedacht war. Noch wollte er die Hoffnung nicht ganz aufgeben, denn seine Intuition summte in seinem Hinterkopf, wies auf etwas wichtiges hin. Und ihm war klar das sich etwa verändern wird.
Ob gut oder schlecht wusste er zwar noch nicht aber er war sich sicher es würde etwas grundlegendes erschüttern.

Entschlossen sah er auf, schaute in die erschrockenen Gesichter seiner vertrauten Elemente und fasste einen Entschluss. Wann immer Reborn wieder auftauchen sollte, er würde mit ihm ihm reden.
Der größte Hitman der Welt hatte ihm vieles gezeigt und beigebracht während er ihm auch sehr viel ausgetrieben hatte. Etwas davon war seine Tendenz vor Konflikten wegzulaufen.

Auch er wusste: Eine Entscheidung musste her.

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Eine weitere Woche zog ins Land, weitere sieben Tage der Angespanntheit und Ungewissheit. Trotzdem hatte Tsuna noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil sogar: immer wenn seine Wächter nicht in der Nähe waren hätte er schwören können eine Schlanke Figur mit einem sehr markanten Hut durch das Anwesen schleichen zu sehen. Mit jedem weiteren Mal stieg seine Hoffnung, machte aber nichts gegen die Enttäuschung das sich Reborn noch nicht ganz gezeigt hatte.

Was auch immer ihn davon abhielt musste wichtig sein oder zumindest etwas tiefer liegen. Vielleicht hatte er doch Zweifel? Vielleicht war das im Flur doch ein Fehler? Die Gedanken kreisten unaufhörlich und ließen sich einfach nicht abschütteln.

Da kam dem jungen Don die perfekte Idee. Wenn sein Beraten stets herumschlich wenn kein anderer außer ihm da war..... würde er dafür sorgen das er so lange wie möglich alleine war.

Schnell durchsuchte er die Unterlagen die er in einer extra Schublade verstaut hatte. Jeder Wächter brauchte eine Aufgabe die sie für MINDESTENS eine Woche von dem Anwesen fernhalten. Also suchte er bis er für Takeshi und Chrome etwas hatte. Nichts allzu schweres aber auch nicht sonderlich leicht, also genau richtig. Ryohei würde er einfach für die Woche in den Urlaub schicken mit Hana. Sollte in der Zeit jemand ärztliche Hilfe brauchen gab es immer noch Shamal oder das Personal der Krankenstation. `Aber was mach ich mit Kyoya, Mukuro und Hayato?´
Grübelnd schaute er sich alles noch mal an und legte auch alles gleich wieder weg. Entweder es war viel zu einfach oder gehörte nicht in die jeweiligen Aufgabenbereiche. `Komm schon Sawada, gib dir Mühe! Hier steht dein Herz auf dem Spiel!´

Auch zwei Stunden später war ihm nichts in den Sinn gekommen. Er war kurz davor aufzugeben, als ihm plötzlich ein Geistesblitz kam. Nächste Woche standen zwei verschiedene Treffen mit anderen Don's an. Es war perfekt! Zu dem einen würde er Hayato schicken, ihm Lambo aufs Auge drücken damit dieser noch was lernt und zu dem anderen würde er die übrigen beiden schicken. Klar ist das ne Katastrophe die nur darauf wartet zu passieren aber er war verzweifelt.

Damit war der Plan geschmiedet und bereit zum ausführen.


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Anfang der nächsten Woche rief der Decimo alle seine Wächter nacheinander zu sich und übergab ihnen ihre Aufträge. Jegliches aufmucken oder widerstreben wurde mit einem sanften Lächeln und seichter Mordlust bestraft. Dann wurde jeder mit einer letzten Drohung auf den Weg geschickt. „Jeder der vor Sonntag Abend wieder zurück ist wird bestraft.“ Ein einfacher Satz, mit einer äußerst komplizierten Bedeutung. Natürlich wollte sich Hayato aber nicht so schnell abschütteln lassen.

„Zehnter, mit allem Respekt, aber wer wird dir den Rücken freihalten wenn wir alle nicht da sind?!“
Wie gerne würde der Brünette jetzt einen tiefen Seufzer raus lassen. Aber ein Mafiaboss seufzt nicht. `Wenn alles nach Plan verläuft derjenige der schon immer da war.´ sagte er in Gedanken. Sagte aber natürlich etwas anderes zu seinem Sturm. „Du vergisst anscheinend das wir äußerst kompetentes Personal haben Hayato.“ Ganz davon zu schweigen das eben dieses Personal, von den Dienstmädchen bis hin zu den Köchen von Reborn und Kyoya ausgewählt und auch ausgebildet wurden. Hier würde ihm nichts geschehen. „Aber!-“ Ein zuckersüßes Lächeln zierte die Lippen des jungen Vongola und Hayato musste schlucken. Zeit für einen taktischen Rückzug. „Natürlich Boss. Bitte verzeih meine Uneinsichtigkeit.“ Innerlich hoffte der Sturm das dass ausreichen würde, denn er hatte keine Lust auf eine weitere Abreibung der Vongola-Art..... Damit wurde er dann entlassen und auf den Weg geschickt.

Tsuna hoffte von ganzem Herzen das sein Plan funktioniert, ansonsten würde er schon ein bisschen dumm dastehen. Besonders sein Nebel- und Wolkenwächter würden ihm das Leben zur Hölle machen, zumindest für einige Tage lang. Seufzend lehnte er sich zurück. `Zeit zum abwarten.´


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Reborn hatte sich das Treiben amüsiert mit angeschaut und musste zugeben das sein Schützling ziemlich scharfsinnig ist. Nicht das er da wirklich überrascht war. Natürlich würde es dem Jungen auffallen das er sich nur ohne Wächter versucht zu nähern. Das er aber zu solchen Mitteln greifen würde? Das hätte der Mafioso nicht gedacht. Schließlich war ein Himmel mit seinen Elementen am stärksten....

Summend lehnte er sich gegen einen Baum und wartete beharrlich bis der silberhaarige im Auto saß und weggefahren war. Noch einmal lies er seinen Blick über das Gelände schweifen. Tsuna war diesmal definitiv allein. Seine Wächter hatten das Anwesen in den letzten drei Stunden alle verlassen und auch die Varia waren beschäftigt. So weit er wusste waren auch keine Besuche von anderen geplant. `Zeit ein paar Dinge klarzustellen.´

Mit diesem Gedanken schlenderte er in Richtung des großen Gebäudes, grüßte die Bediensteten und hielt immer weiter auf das Büro des Don's zu. In seinem Kopf drehten sich unterschiedliche Gedanken, wobei er immer an die Szene im Flur denken musste. Bei dieser Erinnerung musste er sich unwillkürlich über die Lippen und auch seine Reißzähne lecken. Tsuna war damals das Bild purer Verführung gewesen. Es hatten nur noch wenige Millimeter gefehlt und er hätte endlich von dem Blut des jüngeren Kosten können. Aber man soll ja nicht über verschüttete Milch weinen...

Minuten kamen ihm wie Stunden vor und als er endlich vor der Tür stand kamen ihm erneut Zweifel. Er hatte Tsuna nicht aus den Augen gelassen, der Junge gehörte IHM verdammt, doch was er zum teil gesehen hatte machte ihm wieder und wieder klar das er nun mal etwas anderes war. Und jeden der sich in Geschichte ein bisschen auskennt weiß das eine Beziehung zwischen Vampir und Mensch noch nie gut ging. Erneut drängte sich das Bild des Brünetten in seinen Kopf und sein Rachen wurde trocken. Kein Wasser der Welt und auch nicht der beste Wein würden je seinen Durst löschen können. Eigentlich schwarz-graue Augen leuchteten ein schwaches Gelb und schmale Lippen formten sich zu einem breiten Grinsen. Es war an der Zeit herauszufinden wie das hier ausgehen würde.


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Stunden vergingen und Tsuna konnte sich einfach nicht konzentrieren. Die Wörter auf dem Papier verschwammen bereits, doch er wollte noch den restlichen Stapel schaffen! Alles nur damit er dann ein paar Tage Ruhe hatte.... Ohne zwei bestimmte Personen im Haus sollte auch nichts weiter zerstört werden, hoffte er zumindest. Dann fiel ihm auf das es ungewöhnlich still war, viel zu still. Auch ohne Hayato und die anderen war hier immer Bewegung, immer irgendwelche Geräusche im Hintergrund. Angespannt legte er das derzeitige Schriftstück zur Seite und sah zur Tür.

Seine Intuition klopfte schmerzend an seinen Hinterkopf, so als wolle sie ihm einen kleinen Denkzettel verpassen. Dann war auch da Ruhe....

Verdutzt und auch irgendwie erfreut legte er den Kopf ein wenig schief und verengte seine braunen Augen. Dann fiel ihm endlich die Präsenz auf der anderen Seite auf. Dieses besondere Gefühl von Gefahr und gleichzeitiger Geborgenheit gehörte nur zu einer Person. Überglücklich sprang er auf, vergaß dabei natürlich den Tisch der genau vor ihm stand und stolperte über seinen eigenen Füße. Zu seinem Pech reichte das natürlich noch nicht. Bei dem Versuch sich am Schreibtisch abzufangen rutschte er von dem Papier das dort lag ab und fiel dennoch scheppernd zu Boden. Was er wegen seines Sturzes nicht gesehen hat ist wie die Tür aufging genau als er gestolpert ist..... Als er aber ein leises Kichern vernahm schaute er auf. Genau vor ihm stand der Mann den er in den letzten Woche am meisten sehen wollte. Nur hielt dieser sich vor lauter Lachen den Bauch und schien auch ungewöhnliche Schwierigkeiten zu haben sich wieder zu beruhigen. Verwirrt versuchte Tsunayoshi den Grund dafür herauszufinden und sah an sich hinunter.

Sein Anzug war sauber, keine einzige Falte im Hemd, und auch die Krawatte saß noch an Ort und Stelle. Seine Hose war jetzt zwar etwas staubig war aber ansonsten auch in Ordnung. Was könnte es also sonst sein? Schlussendlich schaute er auf seine Füße und hätte sich am liebsten seinen Blitzwächter geschnappt. Dieser kleine Wicht hatte ihn doch nicht tatsächlich mit dem ältesten Witz der Weltgeschichte reingelegt. Ein verdammter Klassiker: Lambo hatte ihm die Schnürsenkel beider Schuhe zusammengebunden auch wenn Tsuna keine Ahnung hatte wann genau er das hingekriegt hat. `Wahrscheinlich vorhin als er und I-Pin bei mir waren.´

Langsam stieg ihm die Röte ins Gesicht und er versuchte hastig die Schleife zu lösen. Doch durch seine eigene Scham wollten seine Finger nicht so funktionieren wie er es wollte. Wieder und wieder versuchte er es, doch bekam es einfach den scheiß Knoten nicht auf und wurde immer frustrierter. Noch schlimmer: er merkte wie seine Augen langsam anfingen zu stechen. `Na ganz toll. Jetzt fang ich auch noch an wegen so was unwichtigem zu heulen.´ dachte sich der arme Kerl. SO mit seinen Schuhen beschäftigt hatte er gar nicht bemerkt das sein Besucher endlich aufgehört hatte zu lachen und ihm einfach nur zusah. Natürlich spürte Reborn das da noch was anderes in dem anderen brodelte und entschied sich ein bisschen Mitleid zu haben.

Auf leisen Sohlen ging er zu ihm hin, kniete sich genau neben ihn, schlug dessen Hände weg und machte sich selbst daran die störrischen Schnürsenkel wieder zu öffnen und dann wieder richtig zusammen zu binden. Es dauerte nur wenige Sekunden und doch kam es ihnen wie eine kleine Ewigkeit vor. Tsuna konnte seinem Mentor einfach nicht in die Augen sehen. Erst wartete er so lange darauf das dieser nach Hause kam und dann verausgabt er sich auch noch in solch epischen Ausmaß. Am liebsten wäre er jetzt im Erdboden versunken, leider war aber kein Enma da um ihm diesen Wunsch zu erfüllen.

„Leider würde auch der Boden dir jetzt nicht mehr helfen Tsuna.“

Die einzige Antwort darauf waren äußerst fragwürdige und recht unmenschliche Geräusche die den Italiener erneut auflachen ließen.

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Der Ex-Arcobaleno musste zugeben das dieser tollpatschige Junge vor seinen Augen genau der ist den er zu lieben gelernt hatte. Es war diese unschuldige Art, dieses reine Lächeln die ihn in seinen Bann gezogen hatten. Und auch die Jahre als Don der größten Mafiafamilie hatten ihm diese noch nicht genommen.

Nachdem Tsuna fertig mit schmollen war und endlich vom Boden hoch kam herrschte erst mal eine etwas seltsame Atmosphäre, zumindest bis er sich räusperte und dem anderen einen frischen Espresso anbot. Jeder der den Vampir auch nur ansatzweise kannte wusste das dieser niemals einen guten Espresso ausschlagen wird. Und es ist bekannt das unser guter Tsunayoshi den besten Espresso der Familie macht. Nicht mal Nana kommt da ran.

Schweigend gingen sie in die Küche wo der Junge gleich mit den Vorbereitungen begann.
Bis auf sein munteres Summen war es weiterhin still aber nicht mehr ansatzweise so unangenehm wie einige Minuten zuvor. Kurze Zeit später hatten sie einen heißen Espresso und einen frischen Tee in der Hand. In stiller Einigkeit gingen sie in das obere Stockwerk, wo sich die Schlafräume und auch Gemeinschaftsräume befanden. Tsuna versuchte unauffällig ein paar Blicke zu erhaschen, wurde aber jedes mal von schwarzen Augen begrüßt. Irgendwann senkte er einfach den Blick und schaute auf den Boden. Reborn wollte den anderen derweil einfach nur knuddeln. Ja, auch der größte Hitman der Geschichte hatte solche Momente. Dieser Junge war viel zu niedlich und das auch noch ohne es aktiv zu versuchen!

Oben angekommen verschwand Tsuna schnell in seinem Zimmer mit der Aussage das er sich nur was bequemeres anziehen will. Aus irgendeinem Grund schlug sein Herz viel schneller als zuvor und während er sich umzog fühlte er sich auch etwas beobachtet. Aber Reborn saß doch draußen, genau d wo er ihn gelassen hatte. Genau in dem Moment entschied sich die kleine Stimme in seinem Kopf ihn daran zu erinnern das der reizende Mafioso ein wahrhaftiger Vampir ist. Und das sie alle keine Ahnung hatten welche Fähigkeiten damit eigentlich einher gingen. Ein Schauer lief ihm über den Rücken wenn er daran dachte das diese pechschwarzen Augen nur auf ihn gerichtet waren. Ein tiefes Verlangen mischte sich ein, wollte den älteren nur für sich, doch Tsuna unterdrückte es. Es gab andere Dinge zu klären. Doch auch wenn er sich das einredete konnte es das Gefühl nicht abschütteln, besonders nicht wenn seine Intuition ihm noch andere Bilder in den Kopf setzte..... Bilder wie die aus seinem Traum oder aber aus dem Flur.

Währenddessen ließ Reborn seine Augen wieder zu ihrem ursprünglichen schwarz zurückkehren. Und lächelte in seine Tasse hinein. Jeder Zweifel war sinnlos, jede Gegenwehr zwecklos. Yuni hatte es ihm doch gesagt, oder nicht? Man kann seinem Schicksal nicht entkommen. Genau wie es Luce und Aria vor ihr vorhergesehen haben. `Du wirst jemanden treffen der dich genau so nimmt wie du bist Reborn.´

Wenn Tsuna diesen Teil erfüllt würde der Vampir sich freiwillig ergeben.

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Es war eine angenehme Stimmung zwischen ihnen, fast so wie vorher. Zumindest bis der Killer seine Jacke auszog, ein paar Knöpfte öffnete, die Ärmel hoch zog und seinen geliebten Fedora zur Seite legte. Erst konnte Tsuna ihn nur anstarren und dann gleich gar nicht mehr hinsehen. So viel ….Haut war ungewöhnlich für den anderen. Trotzdem konnte er sich ein oder zwei Blicke nicht verkneifen.

Dann kam es aber wie es kommen musste. Sie wussten beide das sie es ansprechen mussten, egal ob sie es nun wollten oder nicht. Also holte der Brünette noch mal Luft, öffnete den Mund und sagte nichts. Er versuchte es noch mal, doch es kam wieder kein Wort raus. Muss komisch ausgesehen haben wie er den Mund immer wieder auf und zu machte ohne eine einzige Silbe von sich zu geben. Wieder überkam ihn der altbekannte Frust doch er wollte nicht wieder aufgeben! Doch auch beim dritten und vierten Mal wollten keine Worte aus seinem Mund kommen. Seufzend ließ er es dann also doch bleiben, kuschelte sich in seine Ecke umarmte seine Beine und fand sich trotzig wie ein kleines Kind mit seiner bekannten Unfähigkeit ab. Derweil hatte der schwarzhaarige alles aus dem Augenwinkel beobachtet und musste schmunzeln. `Hoffnungslos wie eh und je´

Er strich sich mit einer Hand kurz durch das schwarze Haar, lehnte sich dann ebenfalls zurück und suchte nach den Augen des anderen. Es gab keinen Weg drum rum. Mit dem Augenkontakt kam auch wieder diese Spannung und Reborn legte den Kopf schief. „Habe ich dir nicht beigebracht immer deine Meinung zu sagen Tsuna?“ Klar war das ein bisschen sehr unfair, weil er genau das NICHT getan hatte, aber das hier war eine besondere Situation. Der Angesprochene zuckte kurz zusammen, blickte ihm fest in die Augen, nur um dann doch einen Rückzieher zu machen. Das... hatte der Auftragskiller nicht erwartet. Auch das verlegene wegdrehen des Kopfes kam etwas überraschend.


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`Dumm, dumm, dumm, dumm!!!´ schimpfte er in seinem Kopf.

Hier hat er DIE Gelegenheit und schafft es einfach nicht darüber zu reden. Es war das selbe Problem wie immer wenn es um Reborn ging. Sein Kopf machte einfach Urlaub und seine Augen folgten den wunderbaren Konturen dieses kräftigen Körpers. Seit der Fluch verflogen war ging es immer so. Dazu noch diese verführerisch tiefe Stimme und man hat Tsunas wahr gewordenen feuchten Traum. Was er nicht sah ist das gelbe aufblitzen von sonst so kühlen Augen, dafür hörte er aber ganz deutlich das leise Knurren. Davon etwas überrascht schrak er auf und schielte rüber.

Sein geliebter Tutor hatte seine Stirn in seine Hand gelegt hatte die andere auf seinem Oberschenkel. Schnell war ihm klar was passiert sein musste: seine Gedanken wurden gelesen.
Seit sie wissen das die Arcobaleno Vampire sind glaubten sie Reborn auch das er Gedanken lesen kann. Bestärkt wurde seine Vermutung auch noch durch einen klitzekleinen Hauch von Rot auf den sonst so farblosen Wangen und vergrub sein Gesicht beschämt in einem Kissen. `Das darf einfach nicht war sein...´

Auch Reborn brauchte einen Moment, denn das war etwas sehr detailreich gewesen.
Zumindest wusste er jetzt das den 26-jährige mehr als nur Interesse an ihm hatte. Kurz wagte es einen Blick auf den jüngeren und hätte laut los lachen können. Tsuna war so Rot im Gesicht das man ihn glatt für eine Tomate halten könnte. Mit etwas Fantasie sah man seinen Kopf sogar rauchen. Dann vernahm er ein kleines Wimmern und wusste das der Junge gleich versuchen wird die Flucht zu ergreifen. Schließlich konnte er mit solchen Situationen noch nie gut umgehen.

Kurz nachdem er diesen Gedanken hatte sprang Tsuna auf, murmelte was `Zeit fürs Bett´ und wollte gerade weg, wenn Reborn ihn nicht aufgehalten hätte.


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Flucht war zwecklos. Eigentlich wusste der Don das bereits, hatte er doch Jahrelang versucht diesem Wahnsinn zu entkommen, außerdem war sein Gegner niemand anderer als der größte Auftragskiller der Welt.

Kaum wie er aufgestanden war wurde er schon wieder nach hinten gezogen und landete auf dem weichen Sofa. Als er seine Augen wieder auf machte, unwissend das er sie überhaupt geschlossen hatte, schaute er in die gelben eines Jägers. Sein Lehrer, sein vertrauter Berater beugte sich über ihn und schaute ihm fest in die Augen. Große Hände ergriffen seine Handgelenke und lange Beine kesselten seine eigenen ein. Kurz um: er war gefangen.

Wenn er nicht schon knallrot wäre würde er es jetzt definitiv werden, denn dieser intensive Blick jagte ihm einen Schauer nach dem anderem durch den Körper. Eine gewaltige Welle der Erektion durchflutete ihn und er versuchte vergebens sich nicht zu winden.

Das nächste das es spürte waren weiche Lippen an seinem Ohr und diese verfluchte Stimme. „Du willst mich schon länger was fragen. Raus mit der Sprache.“ Zitternd schüttelte er den Kopf. Dann leckte der andere aber an seiner Ohrmuschel entlang und knabberte anschließend an seinem Ohrläppchen. Als Belohnung für seine Mühe bekam Reborn ein lautes Keuchen und ein weiteres Zittern. Dann hakte er noch mal nach. „Komm schon Tsuna. Es bringt nichts mich anzulügen.“ Noch einmal knabberte es an dem Ohr, bevor er langsam nach unten wanderte und zarte Küsse auf dem schmalen Hals verteilte. Mit jedem weiteren Kuss wand sich der arme Junge mehr und mehr, drehte den Kopf einladend zur Seite und stöhnte leise. Als spitze Zähne hauchzart über die Haut kratzten bäumte er sich auf und drückte sich an den gutgebauten Körper des älteren. Und genau da hörte er auf und lehnte sich zurück.

Zufrieden bestaunte er sein Meisterwerk und leckte sich genüsslich über die Lippen. Tsunayoshi versuchte wieder zu Atem zu kommen, nur um noch mal aufzustöhnen und sich auf die Kissen fallen zu lassen. Benebelte braune Augen sahen auf nur um auf leuchtendes Sonnengelb zu treffen.
Warme Hände festigten sich um seine Gelenke, während ein Daumen beruhigend über die Haut strich. Die Nachricht war klar und deutlich zu verstehen. `Ich werde dir nicht weh tun.´

Schwer musste der braunhaarige schlucken, kniff die Augen fest zusammen und rauschte einfach durch seinen Satz. Leider war das so schnell das auch das auch das übernatürliche Gehör des Vampirs es nicht verstand. „Langsamer.“

Wimmernd versuchte er such wegzudrehen, doch mit Reborn gelang das nicht. Anscheinend kam er nur mit der Wahrheit hier raus. Nicht das ihn das so an sich störte, es war halt verdammt peinlich.
Augen zu und durch. „Ich will wissen wie es sich anfühlt von dir gebissen zu werden.“
Mit jedem Wort wurde er leiser und feuerrote Scham stieg im ins Gesicht und kroch bis zu seinem Nacken hinunter. Keine Macht der Welt würde seinen Blick jetzt auf seinen Beraten lenken können. Nichts und niemand...... Außer dem Angesprochenem persönlich. Dieser Sadist würde ihn nie einfach so davon kommen lassen.

So löste sich also eine Hand von Reborn, strich sachte seinen Arm entlang bis hin zu seinem Kinn, welches sie ergriff und so seinen Blick erneut auf ihn richtete. Stur wie er aber war kniff er seine Augen zusammen und biss sich auf die Unterlippe. „Tsunayoshi. Sieh mich an.“


Oh Gott. Wie lange war es her das Reborn seinen kompletten Vornamen benutzt hat? Jahre.
Vehementes Kopfschütteln war seine Antwort. Ein Seufzen drang in seine Ohren, bevor der Körper des anderen sich erneut über seinen eigenen beugte. Tsuna konnte das Grinsen fast schon spüren.

„Warum findest du es nicht einfach raus, Tsu~na~“

Sein ganzer Körper bebte und er riss die Augen auf. Bitte was?

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-TBC-
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