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Ganzjährige Schreib-Challenge für alle

von Sirielta
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
12.06.2020
02.10.2020
6
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12.06.2020 1.272
 
Willkommen zu meiner Schreib-Challenge :) Wer weitere Informationen zum Ablauf und zu allem anderen bekommen möchte: https://forum.fanfiktion.de/t/68435/1


Diese erste Geschichte dient quasi als Beispiel, weil sie von mir selbst geschrieben worden ist. ;)

Ich weiß nicht, ob ich es gut hinbekommen habe, aber ich habe mein Bestes gegeben. xD Normalerweise hab ich nicht so viel mit Thriller zu tun, deswegen kann ich gar nicht beurteilen, ob ich es getroffen habe oder nicht. :'D Ich wollte aber, dass es fair ist und ich es genauso schwer/einfach habe wie ihr, deswegen hab ich meine Vorgaben genauso wie eure nach Zufall gelost. ;)

Viel Spaß also beim Lesen und es würde mich freuen, wenn es jemanden von euch dazu ermutigt, ebenfalls bei dieser Challenge mitzumachen! :)



Meine Vorgaben waren:

Genre: Thriller
Figurentypen: Arzt, Faultier



Cole duckte sich hinter die Mauer und sah sich alarmiert in alle Richtungen um. Seine ursprünglich vollkommen weiße Kleidung, welche aus Hose, Hemd und Mantel bestand, hatte mittlerweile eine etwas andere Farbe angenommen. Das Faultier hielt sich ein wenig unbeholfen an ihm fest und betrachtete träge und ein wenig irritiert ebenfalls die Umgebung.

Auch wenn das Faultier nur ein Tier und dazu noch ein langsames war, hatte Cole das Gefühl, dass es trotzdem mehr darüber wusste, was eigentlich los war, als er selbst. Immerhin wusste das pelzige Tierchen - im Gegensatz zu ihm - woher es ursprünglich kam und wer - und vor allem auch warum - es Cole vor die Türe gelegt hatte. Schon klar, Cole war ein Arzt und das Tier ein wenig verletzt, aber Cole war sich bisher eigentlich sicher gewesen, dass er seine Praxis ganz gut damit gekennzeichnet hatte, dass er ein Arzt für Menschen und nicht für Tiere war.
Das alleine wäre schon seltsam und ein wenig nervig gewesen, aber als dann auch noch irgendein Unbekannter angefangen hatte, das arme, wehrlose Tier unbedingt töten zu wollen, war der Spaß endgültig vorbei.

Und jetzt saß Cole hier, mit dem Faultier im Arm, und auf der Flucht vor einem Wahnsinngen. Angespannt wagte es Cole kurz erneut einen Blick über die Mauer zu werfen und erspähte dieses Mal auch wie befürchtet eine gewisse Gestalt.

Mit einem Tuch vor dem Mund und einer Kapuze über dem Kopf, was wohl beides seine Identität verschleiern sollte, schlich der Mann, der die beiden nun wohl jagte, mit der Waffe in der Hand zwischen den parkenden Autos umher.

Cole schluckte und duckte sich rasch wieder hinter die Mauer. "Scheiße", flüsterte er kaum hörbar und sah auf das Faultier hinab. "Was machen wir jetzt?" Das Faultier erwiderte seinen Blick nur ausdruckslos und wenig hilfreich aus seinen dunklen Knopfaugen.

Plötzlich ertönte das knirschende Geräusch von Schritten auf Schotter und Cole erstarrte. Der Mann hatte den Abschnitt mit den Mauerresten erreicht.  

Cole wagte es kaum zu atmen, während er krampfhaft versuchte, herauszuhören, in welche Richtung der Vermummte ging.  

Es hörte sich an, als würde er sich ein wenig entfernen, aber man konnte es nicht genau sagen, da er mal so, mal so zu laufen schien, und -  Cole blieb das Herz stehen.
Der Waffenträger kam auf sie zu und das auch noch mit erhöhter Geschwindigkeit.  

Cole kauerte erstarrt hinter dem kläglichen Mauernrest, das Faultier fest umschlossen und glaubte, jeden Augenblick vor Anspannung sterben zu müssen. Die Zeit schien endlos langsam zu vergehen, nahezu stehen geblieben zu sein, und gleichzeitig kam der Verrückte viel zu schnell näher, so als würde er für die ganze Strecke nur zwei, drei Schritt benötigen.

Das Geräusch der Schritte erstarb.

Irritiert horchte Cole auf, blieb aber weiterhin in seiner Position und versuchte keinen Mucks von sich zu geben. Er betete, dass das Faultier - sofern diese Tierart überhaupt Geräusche machte - nicht ausgerechnet jetzt einen Laut von sich geben würde.

Cole konnte die Anwesenheit des Maskierten förmlich spüren und diese jetzt herrschende Stille raubte ihm den Verstand. Was tat dieser Mann? Warum stand er da einfach? Und wo genau befand er sich überhaupt? Was hatte er vor? Dachte er nach? Hatte er sie vielleicht längst entdeckt?

Am liebsten hätte Cole den Kopf gehoben und überprüft, was nun wirklich Sache war. Aber das durfte er nicht, gerade jetzt nicht. Er versuchte sich selbst zu beruhigen und schloss die Augen, welche er aber gleich darauf wieder öffnete. Wirklich gar nichts zu sehen war noch schlimmer, als nur das Wichtigste nicht zu sehen.  

Es fühlte sich an, als wären Stunden vergangen, bis der gefährliche Unbekannte sich endlich wieder bewegte und somit auch ein Geräusch verursachte. Er schien sich ein wenig anders hingestellt zu haben.  

Auch in dieser Position verharrte er ein paar endlos quälend lange Minuten, ehe er sich endgültig umdrehte und die Schritte sich entfernten.

Cole konnte sein Glück nicht fassen und musste mit aller Kraft seinen Freudenschrei unterdrücken, der sich seinen Weg nach draußen bahnen wollte. Noch war der Wahnsinnige nicht vollständig weg und außer Hörweite.

Cole wartete unverändert in seiner unbequemen Position und zwang sich dazu, bis 5 Minuten zu zählen.  

Als endlich das letzte "60" in seinem Kopf erklungen war, hob er vorsichtig eben diesen und spähte über die Mauer. Es war niemand zu sehen.

Erleichtert aber immer noch auf der Hut, ließ er seinen Blick auch noch in alle anderen Richtungen wandern. Auch da konnte er niemanden erkennen.

Cole fühlte sich, als würde ihm ein riesiger Steinsbrocken vom Herzen fallen und befreit holte er erst einmal tief Luft, um die mangelnde Sauerstoffversorgung der letzten Minuten wiedergut zu machen. Er sah sein lebendiges Umhänge-Gepäckstück glücklich an und musste dann leise lachen. Das kleine Tierchen hatte ja keine Ahnung, was hier gerade abgegangen war. Es sah so friedlich und zufrieden aus, als es Coles Blick erwiderte.

Cole wurde wieder ernst und verdrängte seine vorrübergehende Freude. Noch war nicht alles vorbei und noch waren sie beide nicht in Sicherheit. Er warf einen erneuten Kontrollblick aus seinem Versteck, ehe er sich mitsamt dem Faultier erhob und schnellen Schrittes das Grundstück mit dem abgerissenen Haus verließ.  

Auch auf der Straße angekommen sah er sich immer wieder nach allen Seiten um, sichergehend, dass der Verrückte ihnen nicht wieder dicht auf den Fersen war. Dass er immer noch hinrer ihnen her war, stand für Cole außer Frage. Immerhin war dieser Typ alles andere als normal.

Bei dem Gedanken daran legte Cole sogleich noch einmal an Geschwindigkeit zu und brachte so die Strecke halb laufend Stück für Stück hinter sich.  

Wie so oft schon an diesem Tag, schien auch jetzt dieser Augenblick und somit dieser Weg einfach nicht zu vergehen. Es fühlte sich an, als würde Cole niemals ankommen.

Er war schon relativ weit, als der Knall eines Schusses die Luft zerriss. Cole fuhr zusammen und begann noch im selben Augenblick zu rennen. Er rannte, wie er noch nie in seinem Leben gerannt war und das, obwohl er  ein nicht gerade leichtes Lebwesen vor sich her trug. Er rannte einfach um sein Leben. Das Adrenalin ermöglichte es Cole, Kräfte zu mobilisieren, von denen er bisher nicht gewusst hatte, dass er sie besaß.  

Das Rauschen des Windes und seine eigenen Schritte, die lautstark auf den Boden trafen, machten es ihm unmöglich zu hören, ob der Unbekannte ihm hinterher rannte oder nicht. Doch stehen zu bleiben und nachzusehen, war gerade das Letzte, was Cole tun würde. Und ganz egal, ob der Durchgeknallte noch hinter ihm war oder nicht, Cole würde nicht stehen bleiben, bis er sein Ziel erreicht hatte und sich in Sicherheit befand.

Es schien ganz so, als würde die Zeit es endlich mal gut mit ihm meinen, als sie ihm weiteres Gerenne ersparte und die Polizeistation wenige Gebäude entfernt auftauchen ließ.
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