Mein Weg zu mir...

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
11.06.2020
16.09.2020
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16.09.2020 2.020
 
Kapitel 32



Tims POV



Es ist noch recht früh am Morgen, als ich wach werde. Noch bevor ich die Augen öffne, rieche ich sie; Vanessa, meine Bella. Es war also kein Traum. Ich liege mit ihr im Arm in diesem Bett und wir sind beide nackt. Ich hatte den vermutlich besten Sex meines Lebens und kann nicht glauben, dass ich gestern eigentlich noch warten wollte. Was wäre mir da entgangen?



Ich streiche ihren nackten Rücken hoch und runter, ich atme ihren Geruch ein. Sie beginnt sich zu bewegen und ich befürchte, ich habe sie geweckt. Naja, egal, wir sind eh zum Frühstück mit den anderen verabredet und können den Tag dann ganz entspannt starten.



„Guten Morgen“ kommt es leise von Vanessa. „Guten Morgen, Bella, hast du gut geschlafen?“ frage ich ebenso leise. „So gut, wie Jahre nicht mehr. Und du?“ antwortet sie. „Ich auch. Und dann wache ich auf und du liegst immer noch in meinem Arm. Da muss ich 43 Jahre alt werden, damit das passiert“ schmunzel ich. „Bitte was?“ Sie hebt ihren Kopf und sieht mich an. „Ich bin noch nie aufgewacht und hatte eine Frau im Arm“ sage ich.



Ich sehe, wie es in ihrem hübschen Köpfchen rattert. „Wieso bist du nie mit deiner Frau im Arm wachgeworden?“ will sie wissen.



„Weil Andrea das nie wollte. Bloß möglichst wenig Körperkontakt“ sage ich und finde es gar nicht gut, über meine Ex zu reden. „Und jetzt Themenwechsel. Was möchtest du jetzt als erstes? Soll ich uns Kaffee holen oder möchtest du zuerst duschen?“



„Mmh, mal überlegen“ kommt es von ihr und ich spüre, wie ihre Hand von meiner Brust in tiefere Regionen wandert. Kaum hat sie meinen Schwanz erreicht, erwacht er zum Leben, natürlich. „Vielleicht sollten wir uns als Erstes noch ein wenig mit uns beschäftigen.“



Ich kann schon wieder kaum sprechen, bin ich doch schon so unfassbar heiß auf sie. „Ja, dass scheint eine gute Idee zu sein“ raune ich ihr zu und lasse meine Hände auf Wanderschaft gehen. Ich drehe mich ein wenig auf die Seite, um besseren Zugang zu ihrem Körper zu haben. Kaum liegen wir uns gegenüber, ziehe ich sie mit einem Ruck näher an mich heran. Ein nicht ganz so leises Stöhnen entfährt ihr, gut so. Mein Mund macht sich selbstständig und fährt an ihrem Ohr entlang, hinunter zu ihrem Hals. Diese Stelle ist das Paradies. Ich hauche ihr Küsse auf die Halsbeuge und freue mich über die Gänsehaut, die ich dadurch entstehen lasse und die Geräusche, die Vanessa von sich gibt. Da sie immer noch in meinem Arm liegt, vergrabe ich die Hand in ihren Haaren und kann so ihre Kopfbewegungen steuern. Meine andere Hand gleitet in Richtung ihrer Brüste. Ihre Hand massiert weiter mein bestes Stück und meine Erregung steigt mit jeder ihrer Bewegungen.



„Ich werde jetzt gleich über dich herfallen und danach führen wir ein ernstes Gespräch, meine Schöne. Nach dem Brunch holen wir deine Sachen aus dem Hotel und dann werden wir diese Wohnung erst morgen Nachmittag wieder verlassen, ok?“ frage ich Vanessa, während meine Hand ihre feuchte Mitte findet und ich langsam meine Finger über ihre Perle kreisen lasse. Verdammt, so habe ich noch nie mit einer Frau gesprochen. Ich bin überhaupt nicht der dominante Typ und ich muss ein paar deutliche Worte schlucken, weil ich sie nicht, noch nicht, aussprechen will.



„Lass dich nicht aufhalten“ antwortet sie und erhöht den Druck auf meinen Schwanz.





Vanessas POV



Verdammt, jetzt kommen wir fast zu spät zum Brunch. Tim und ich hatten wirklich heute Morgen nochmal Sex, wahnsinnig guten Sex, und ich fühle mich unfassbar gut. Der Sex hat aber dazu geführt, dass wir kein ernstes Gespräch geführt haben, es fehlte dann plötzlich die Zeit.



„Vanessa, bist du fertig? Wir müssen los!“

„Ja, eine Minute“ antworte ich und schraube die Mascara zu. Tim wartet im Wohnzimmer auf mich, in Jeans und weißen T-Shirt. Warum sind weiße Shirts so unfassbar sexy an Männern?



Im Aufzug zieht er mich an sich und beginnt mich zu küssen. „Wie lange braucht der Aufzug?“ frage ich und schiebe meine Hände unter sein Shirt.



„Nicht lange genug“ antwortet Tim mir, während er mich weiter küsst. Ich liebe es, wenn er meinen Kopf mit seinen Händen umfasst. Diese Hände strahlen so viel Sicherheit aus und diese Finger können unglaubliche Dinge. Zum Glück habe ich meine High Heels an. Tim ist so groß, dass ich sie anziehen kann und er immer noch deutlich größer ist. Das ist toll. Ich mag es, wenn der Mann richtig groß ist und ich mag es, wie weiblich ich mich mit Heels fühle. Und ich muss mich nicht ganz so arg strecken, um an seine Lippen zu kommen.





Mit einem „Pling“ öffnet sich der Aufzug im Erdgeschoss und wohl oder übel muss ich mich von diesen Lippen lösen.



„Aber hallo! Was sehen wir denn da?“ kommt es von Jace, noch bevor Tim und ich uns voneinander gelöst haben. Beide drehen wir unsere Köpfe in Richtung Aufzugtür und sehen da unsere Freunde stehen.

„Ähm , was macht ihr denn hier?“ fragt Tim irritiert, nimmt meine Hand und wir gehen auf die anderen zu. Gott, ist das peinlich. Am liebsten würde ich mich grad in ein kleines Mauseloch verkriechen. Ich hab doch noch gar nicht realisiert, was seit heute Nacht passiert ist und dann erwischen uns unsere Freunde gleich beim Knutschen. Das haben Matthias und ich nie vor Leuten gemacht. Mal abgesehen davon, dass wir nie geknutscht haben; wir haben uns eh immer schon sehr wenig geküsst, aber auch das nie so intensiv.



„Ich hab zuerst gefragt“ antwortet Jace grinsend und umarmt mich. „Du siehst toll aus“ sagt er leise. „Ich fühle mich auch gut“ entgegne ich, während ich ihn drücke.



„Ihr wisst doch genau, was ihr gesehen habt. Ich hab lediglich meine Zukünftige geküsst, dass darf ja wohl noch erlaubt sein“ antwortet Tim und zieht mich von Jace weg, wieder in seine Arme. Oh, da war es wieder, seine Zukünftige, meint er es wirklich ernst?



„Wir waren am Bistro, aber da ist heute geschlossen, Wasserschaden. Und da haben wir gedacht, wir kommen hier vorbei und überlegen, wo wir stattdessen hingehen“ erklärt Jace jetzt, warum sie hier sind.



Meine Mädels stehen da und grinsen mich an, absolut typisch. Ich löse meine Hand aus Tims und gehe zu ihnen. „Na, Liebes, du siehst ziemlich befriedigt aus“ kommt es von Valerie.



„Jetzt lass sie doch in Ruhe“ sagt Katja. „Ab sie hat doch recht“ mischt sich Kristin ein und drückt mich. „Haben die Kondome gereicht?“ will sie von mir wissen. Ich muss lachen, „du warst das also? Sieben waren schon recht gut gemeint“. „Sieben? Ich hatte dir zwei ins Reißverschlussfach gesteckt, nicht sieben.“ sagt sie irritiert. „Von mir waren drei im Hauptfach“, sagt Valerie und grinst. „Meine zwei waren im Handyfach“ lacht Katja. Ich muss auch lachen, deswegen waren die Kondome also so verteilt in meiner Tasche und ich hab mich schon gewundert.



„Ihr seid echt bekloppt“ muss ich gestehen.



Die Jungs kommen zu uns und haben schon einen Plan für unser Frühstück. „Wir fahren mal eben zum Supermarkt und zum Bäcker, ihr Frauen könnt schon mal den Tisch decken. Wir frühstücken einfach hier.“ sagt Jens, „ausserdem habt ihr euch sicher einiges zu erzählen“.



„Jens, ich hab da auch noch ein paar Fragen“ grinst Andre. Was ist denn da los? Ich schaue Valerie an und sehe, dass sie die Farbe einer Tomate angenommen hat. „Ja, ich denke auch, dass ich ein paar Fragen habe“ sage ich und drehe mich zu Tim um. „Wenn du mir den Schlüssel gibst, könnt ihr los. Und bringt bitte Johannisbeere Gelee mit“ Tim beugt sich zu mir runter, küsst meinen Hals und sagt, „alles was du dir wünscht, Bella.“ „Dann gehen wir alleine nach oben“ antworte ich und schiebe meine Hand in sein Haar.



„Das habe ich gehört“ lacht Jens hinter uns. „Nach dem Frühstück lassen wir euch Turteltauben auch wieder in Ruhe, aber jetzt hab ich Hunger und möchte schnell einen Kaffee. Tim, gib ihr endlich den Schlüssel und lass uns gehen.“



Mit den Mädels und dem Schlüssel mache ich mich wenig später auf den Weg zum Appartement. Die drei sind so aufgeregt und ich warte nur drauf, wer als erste das Schweigen bricht. Und ich überlegen jetzt schon, was ich zu erzählen bereit bin. Ich meine, ich werde garantiert nicht über meinen Sex mit Tim sprechen, also nicht ausführlich. Manche Frauen und Männer erzählen soviel, dass du denkst, du warst dabei. Widerlich, manche Dinge sollten unter den zwei beteiligten Personen bleiben. Ich möchte doch gar nicht wissen, welche Stellungen Valerie und Jens heute Nacht getestet habe. Meine Fragen wären, haben sie es getan, wie war es und sind sie zusammen. Das muss dann auch reichen. Ok, Valerie würde auch noch erzählen, wie oft und wo. Das ist auch noch in Ordnung. Bin ich prüde? Mir ist das eigentlich egal, manche Dinge sind so intim und persönlich, dass ich da auch meine besten Freundinnen nicht einweihe.



„Ok, erzähl schon und spann uns nicht so auf die Folter, bitte“ kommt es auch schon von Valerie. War ja klar.



„Was willst du wissen?“ frage ich und verdrehe die Augen.



„Alles“ kommt es synchron von den Mädels.



„Zumindest das Wichtigste. Wie küsst er? Hattet ihr Sex? Sowas halt“ sagt Kristin schnell hinterher, sie kennt mich einfach.



Ich beginne langsam und ganz vorne zu erzählen, was gestern noch so passiert ist. Ich lasse auch das Tanzen in Schlafsachen, das Massieren und das Füttern mit Anti Pasti nicht aus. Das alles hat diesen Abend so besonders gemacht. Als ich zu der Stelle komme, als Tim mich das erste Mal geküsst hat, muss ich nur die Augen schließen und kann diesen Kuss wieder spüren. Er war so wunderschön, so liebevoll und so atemberaubend. Tim hat mich und meine kleine Welt mit diesem Kuss dermaßen auf den Kopf gestellt, dass ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.

„Dieser Kuss war so unglaublich. Und es fühlte sich einfach perfekt und richtig an“ sage ich zu meinen Freundin und schaue sie der Reihe nach an. „Bin ich zu schnell vorgegangen? Hätten wir noch warten sollen mit dem Sex?“



„Hast du das Gefühl, dass du ihn überrumpelt hast?“ fragt Katja.



„Nein, auf keinen Fall. Aber er wollte sich wirklich nach dem Kuss zurückziehen und warten. Ich hab ihm gesagt, dass ich nicht die Katze im Sack kaufe und er mich schließlich nächstes Jahr heiraten will“ erwidere ich und muss da tatsächlich drüber lachen. Das ist schon ein witziger Gedanke.



„Habt ihr da mal drüber gesprochen? Ich meine, dass sagt er ja immer und immer wieder. Und Jens behauptet, dass Tim das ernst meint“ kommt es von Valerie.



„Ja, genau“ mischt sich auch Katja ein, „was machst du, wenn das sein Ernst ist?“



„Ich weiß nicht einmal, ob wir jetzt zusammen sind, woher soll ich das dann wissen?“ gebe ich leise zu.



„Warum solltet ihr nicht zusammen sein? Tim ist echt nicht der Typ für ein Abenteuer, er ist der absolute Beziehungsmensch“ sagt Valerie leicht dahin.



„Und woher weißt ausgerechnet du das? grinst Katja.



„Ich habe mich die letzten zwei Abende viel mit den Jungs unterhalten und mich da eigentlich ausschließlich über Tim informiert. Aber, das werde ich Vanessa jetzt nicht erzählen. Ich kann nur sagen, dass er ein töfter Typ ist und ich den nicht so schnell wieder gehen lassen würde.“ Valerie zwinkert uns zu und dreht sich um, um in die Küche zu gehen. Wir sollten wirklich mal anfangen und Kaffee kochen und den Tisch decken. Was das zwischen mir und Tim ist, klären wir einfach später. Wir sind ja erwachsene Menschen und finden schon eine Lösung. Und wenn es nur ein nettes Abenteuer ist, ist es ja auch ok.



Bevor ich weiter meinen Gedanken nachhängen kann, klingelt es an der Tür. Valerie öffnet sie und die Männer treten vollbeladen ein. Ich stehe in der Wohnzimmertür und sehe ihn an. Den Mann, der mir eine atemberaubende Nacht und einen unvergesslichen Morgen geschenkt hat. Der Mann, der mein Herz höher schlagen lässt und mich an das Gute im Menschen glauben lässt. Vielleicht war mein Leben dazu bestimmt, genau diesen Mann zu treffen, egal wie lang der Weg dahin auch war.