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Something between love and magic

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Neville Longbottom OC (Own Character)
11.06.2020
22.07.2021
39
59.785
8
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22.07.2021 3.779
 
Huhu!
Wir sind back, sorry, dass nicht wie versprochen ein Kapitel kam, aber wir beide waren so im Stress was packen und ferien angeht, deshalb sind wir gar nicht zum schreiben gekommen. Ich hab mir aber gedacht, dass nach fast einem Monat mal wieder ein Kapitel kommen kann, auch weil ich jetzt nicht mehr so im Stress bin, sondern nur im Urlaub. Das heutige Kapitel ist auch etwas länger, ich wollte es eigentlich nicht so lang machen, hab dann aber keinen guten Cut gefunden und deshalb sind es jetzt über 3.000 Wörter. Aber vielleicht macht das ja die letzten Wochen ohne Kapitel wieder gut?! Ich hoffe es haha.
Die nächsten Tage wird auf jeden Fall eher weniger kommen, ein neues Kapitel vermutlich so in zwei Wochen oder so. Jetzt aber viel Spaß beim Kapitel! <3

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Mit einem lauten Knall zog sie die Zugtür zu und sah dann raus auf den Bahnsteig, wo Eltern, Geschwister und Freunde dem Zug, der nun langsam anfuhr, hinterher winkten.
Amelie spürte wie immer einen leichten Stich in der Brust, da sie automatisch an ihre eigene Familie, ihre Eltern dachte. Ihre Eltern, die hier nicht stehen konnten und ihren zwei Töchtern hinterher winken konnten oder sie verabschieden konnten.
Ein leiser Stups gegen ihre Schulter ließ sie wieder zurück in die Realität und Amelie sah Harry hinter ihr stehen und sie schief angrinsen. Sie wusste, dass auch er immer an diesem Bahnsteig an all die denken musste, die ihn nicht verabschieden konnten und drückte ihm deshalb einmal kurz die Hand, was er erwiderte.
„Sie sind da. Immer, egal wo du bist.“ sagte Harry so leise, dass nur Amelie es hören konnte und nicht die ganzen Hogwartsschüler, die gerade im Gang laut lachten oder sich ein freies Abteil suchten.
„Ich weiß. Danke. Bei dir auch, sie sind in deinem Herzen, auch Sirius.“ Amelie entzog Harry sanft ihre Hand und tätschelte ihm noch einmal kurz die Schulter ehe sie sich zum gehen umdrehte und nach einem Abteil suchen wollte.
„Amelie!“ rief Harry in dem Moment, und sie drehte sich wieder um.
„Was gibt‘s?“ fragend sah sie Harry an.
„Wollen wir uns ein Abteil zusammen suchen? Ron und Hermine sind bei den Vertrauensschülern und Ginny… sie-“ er stockte kurz und für einen winzigen Augenblick sah Amelie so etwas wie Schmerz in seinen Augen aufblitzen als Harry weitersprach „Sie wollte nach Dean suchen und da dachte ich mir wir beiden könnten doch zusammen sitzen.“  
„Das ist wirklich nett Harry-“ Amelie strich eine Falte in ihrem Sweatshirt glatt und sah ihn entschuldigen an. „Aber ich hab mich schon mit Elle und Jessica aus meinem Jahrgang verabredet. Die beiden haben uns ein Abteil gesucht, weil wir nicht mit Ginny und Dean zusammensitzen wollten.“ erneut zuckte kurz etwas in Harrys Augen auf, Amelie übersah es aber da sie erneut auf ihr Sweatshirt starrte. „Die sind echt ekelhaft wenn die zusammen sind... Also tut mir wirklich leid. Vielleicht findest du ja noch jemanden.“
„Kein Problem. Wirklich, ich werde mich dann mal auf die Suche machen… Bis später!“ sagte Harry, leicht resigniert und verschwand dann in einem neuen Strom an Schülern.
„Bis später.“ murmelte sie noch, ging schließlich den Gang im Zug entlang und vorbei an immer mehr und mehr Leuten. Die meisten hatte sie bestimmt schon einmal gesehen, vereinzelt grüßte sie Personen, die sie von der DA kannte und ihre getrübte Stimmung der letzten Tage verschwand immer mehr. Es freute sie, alle wieder zu sehen, die sie vermisst hatte, und mit ungewohnt federndem Schritt betrat sie nun das Abteil, in dem sich ihre zwei Turmgenossinen befanden. Sie schob die Tür hinter ihr zu, und ehe sie sich umdrehen konnte wurde sie von Elle in eine stürmische Umarmung gezogen, welche ihr fast den Atem raubte. „Elle, ich will noch lebend in Hogwarts ankommen.“ presste sie hervor und sofort ließ die braunhaarige Hexe sie los und strahlte sie stattdessen an.
„Ich hab dich so vermisst!“ sagte sie, und wollte sie erneut in eine ihrer halsbrecherischen Umarmungen ziehen, als sich Jessica zwischen sie drängelte und auch diese, Amelie umarmte. Die Umarmung war etwas sanfter und kürzer als die von Elle, aber Amelie war das nur recht. Sie war noch nie der Mensch für so viel Körpernähe gewesen.
Amelie ließ sich auf eine der zwei Bänke im Abteil fallen, ihren Koffer hievte sie auf die Ablage darüber „Ich hab euch beide auch vermisst. Wie waren die Ferien?“ fragte sie, und auch Elle und Jessica setzten sich wieder auf ihre Plätze.
„Naja, ganz normal. Mum und Dad haben mich zwar nirgendwo alleine hin gelassen, aber wir sind in Spanien gewesen. Europa ist so toll, überall ist es warm und in Spanien sind so viele nette Menschen, das glaubst du gar nicht.“ schwärmte Elle, trotzdem sah sie etwas betrübt aus.
„Und bei dir Jess?“ wandte sich Amelie nun an ihre andere brünette Freundin, die bisher aus dem Fenster gestarrt hatte. Jessica drehte sich um und begann nun auch von ihren Ferien zu erzählen „Bei mir war auch alles ganz normal. Meine drei Schwestern und ich sind ja die einzigen Hexen im Haushalt, Mom und Dad haben aber trotzdem was von-“ sie stockte kurz doch sprach dann weiter „-von Du-Weißt-Schon-Wem mitbekommen. Sie nehmen die Sache aber glaube ich nicht so ernst, ich weiß auch nicht so recht...“
Für eine kurze Zeit war es still in ihrem Abteil, jedes Mädchen hing ihren eigenen Gedanken hinterher. Amelie wollte gerade wieder etwas sagen, um die trübe Stimmung im Abteil wieder etwas aufzuheitern, als die Abteiltür auf glitt und Ginny ins Abteil purzelte.
„Gin!“ quietschte Elle und sofort umarmte sie, wie sie auch Amelie vorhin umarmt hatte, auch Ginny. „Kannst mich wieder loslassen Elle.“ brachte Ginny brüchig hervor und sofort löste sich Elle von ihr.
„Was machst du hier?“ fragte Amelie interessiert und Jessica fügte mit wackelnden Augenbrauen hinzu: „Wir dachten du bist bei Deeeaaan“ und sie zog das letzte Wort extra in die Länge, was Ginny die Augen verdrehen und Amelie und Elle lachen ließ. Die trübe Stimmung von vorher war verschwunden, es war wieder alles wie es immer war.
„Ich war auch bei Dean.“ sagte Ginny als sich alle wieder beruhigt hatten. „Aber ich dachte mir ich schaue mal bei euch vorbei.“
Sie ließ sich neben Amelie auf die Bank fallen und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Amelie ließ ihren Kopf auf Ginnys Schulter gleiten, als Elle wieder anfing zu reden. Für sie war das Thema noch nicht gegessen, das sah man ihr an.
„Ist alles ok bei euch beiden?“ fragte sie, und Amelie spürte merklich wie sich Ginnys Körper neben ihr verkrampfte. Sie hob ihren Kopf wieder an, sodass sie Ginny direkt ins Gesicht sehen konnte und Ginny begann wieder zu reden: „Eigentlich ist alles okay. Wir-“ sie stockte kurz und sprach dann weiter „-wir haben uns jetzt so lange nichts gesehen und da dachte ich mir wir hätten hier auf der Fahrt die perfekte Gelegenheit um einfach unter uns zu sein und… oh gott nein, seht mich nicht so an! Alles war jugendfrei geplant, keine Sorge!  Naja, aber ich dachte eben wir wären zu zweit. Doch als ich dann im Abteil angekommen bin waren all seine Freunde da und haben mich die ganze Fahrt so komisch angesehen. Ich musste da einfach raus. “
Elle griff nach Ginnys Hand und drückte sie kurz. Ein leises Lächeln erschien jetzt auf Ginnys Lippen und auch Amelie drückte ihre beste Freundin einmal kurz, ehe sie entschlossen aufklatschte. „Wir lassen uns unser fünftes Jahr aber nicht von irgendwelchen Jungs versauen!“ stellte sie energisch fest und Jessica nickte feste mit dem Kopf, sodass ihre braunen Locken auf und ab hüpften.
„Dieses Schuljahr wird unseres, nichts und niemand wird uns aufhalten! Keine Lehrer, keine Jungs und auch nicht unsere UTZe.“ sagte auch Elle jetzt und in ihren grünen Augen blitze so etwas wie Abenteuerlust auf. Amelie stöhnte leicht beim erwähnen von ihren diesjährigen Prüfungen, straffte aber wie nun auch der Rest ihrer Freundinnen die Schultern.

Landschaften voll mit Feldern, Häusern und Bäumen zogen draußen vor den Fenstern an ihnen vorbei, doch diese beachteten die vier Mädchen gar nicht. Amelie und Ginny erzählten nun auch von ihrem Sommer, erzählten den beiden alles was sie erlebt hatten. Elle und Jessica waren die perfekten Zuhörerinnen, sie lachten an den richtigen Stellen und quetschten Amelies Hände als sie von Isaacs Tod erzählte. Elle, die besonders gut in Wahrsagen war, rätselte was in Amelie letzte Woche diese Erscheinung von Isaac ausgelöst hatte. „Vielleicht hast du einfach geträumt und dann bist du aufgewacht und hast gedacht es ist wirklich passiert.“ sagte Elle und kräuselte ihre Stirn und Jessica nickte erneut heftig.
„Mir passiert das auch manchmal, ich träume und schlafe und dann wache ich auf und denke es ist wirklich passiert!“ stimmte Jessica zu.
Amelie schüttelte aber den Kopf „Ich hab ihn doch dann auf dem Sofa sitzen sehen. Ich weiß wirklich nicht-“ Gerade als sie weiter reden wollte, glitt die Abteiltür erneut und zum zweiten Mal auf dieser Fahrt auf und ein Mädchen aus der dritten Klasse kam atemlos herein gestolpert.
„Die hier soll ich Amelie Chess und Ginny Weasley bringen.“ Sie streckte beiden jeweils eine Pergamentrolle entgegen, die mit violettem Band zugeschnürt waren. Amelie und Ginny nahmen die an sie adressierten Rollen verwirrt entgegen und das Mädchen stolperte mit hochrotem Kopf wieder aus dem Abteil.
„Was ist das?“ wollte Elle wissen, als Amelie ihr Pergament auseinander rollte.
„Eine Einladung.“ sagte Amelie und begann zu lesen.

Amelie,
ich würde mich freuen wenn Sie mir bei einem kleinen Mittagsimbiss in Abteil C Gesellschaft leisten würden.
Mit freundlichem Gruß, Professor H.E.F. Slughorn


„Wer ist dieser Slughorn?“ fragte Elle und Amelie zuckte mit einem erneuten Blick auf das Stück Pergament vor ihr die Schultern.
„Ich glaub der ist neuer Lehrer.“ sagte sie.
„Die Frage ist doch eher, warum der euch zu sich einlädt.“ stellte Jessica fest doch Ginny antwortete sofort. „Er hat eben gesehen, wie ich Zacharias Smith verhext hab. Du weißt doch, dieser Blödmann aus Hufflepuff, der sich für was besseres hält. Der hat mich die ganze Zeit über das Ministerium ausgefragt und am Ende war ich so genervt, dass ich ihn verhext habe. Ich dachte schon ich krieg jetzt Ärger, weil Slughorn das gesehen hat aber er hat nur gesagt, dass das richtig gut gehext war.“
„Aber warum will der mich dabei haben?“ fragte Amelie und diesmal hatte keiner eine Antwort.
Die Gänge draußen vor ihrer Abteiltür waren überfüllt mit Leuten, die nach ihren Freunden Ausschau hielten, und es war fast kein durchkommen. Sie schlängelten sich an den Leuten vorbei, bis sie endlich Abteil C erreichten und sahen sofort, dass sie nicht die Einzigen waren, die Slughorn eingeladen hatte.
„Sie sind gekommen, wie schön, wie schön.“ sagte Slughorn und sprang bei ihrem Anblick auf. Er war ein rundlicher Mann, hatte einen glänzenden Glatzkopf und einen riesigen silbernen Schnurrbart, welcher bei jedem Wort von ihm auf und ab hüpfte und leicht zitterte.
Auf einen Wink von Slughorn hin setzten sie sich nebeneinander auf zwei der vier noch freien Plätze. Amelie warf einen kurzen Blick auf die anderen Gäste und erkannte einige bekannte Gesichter, konnte jedoch keinem Anwesenden Namen zuweisen.
„Nun, Sie kennen hier alle?“ fragte Slughorn Amelie und Ginny. „Blaise Zabini, einen Jahrgang über ihnen-“
Amelie blickte zu dem Jungen drei Plätze weiter von ihr. Sein Gesicht war markant, mit hohen Wangenknochen und eher länglichen Augen, die sie finster anblickten. Zabini gab keinen Laut von sich, musterte Ginny und Amelie nur mit düsterem Blick. Wahrscheinlich kannte er die beiden nicht einmal, interessieren tat es ihn aber offensichtlich nicht.
„Das hier ist Cormac McLaggen, vielleicht sind sie sich schon einmal über den Weg gelaufen-? Nein?“
McLaggen, ein mächtiger, drahthaariger Junge, hob die Hand und grinste Amelie schmutzig an. Am liebsten wollte sie direkt auf den Teller vor ihr würgen. Ginny sah ihn abwertend an.
„-und das ist Marcus Belby, ich weiß nicht, ob-“
Belby, der nervös wirkte und sich ständig am Kopf kratze, zeigte ein gezwungenes Lächeln, das Amelie kurz erwiderte. Ginny nickte ihm kurz zu, ehe die Abteiltür geöffnet wurde und zwei ihnen bekannte Gesichter den Kopf in das Abteil steckten. Harry und Neville wurden begeistert von Slughorn begrüßt und ihren Gesichter nach hielten sie davon genauso viel wie Amelie und Ginny. Die Jungs setzten sich auf die zwei letzten beiden Plätze und Slughorn begann erneut überschwänglich alle am Tisch sitzenden vorzustellen.
„Wunderbar, das ist höchst erfreulich.“, sagte Slughorn mit Behagen.“Eine günstige Gelegenheit sie alle ein wenig besser kennenzulernen. Hier, nehmen sie sich eine Serviette. Ich habe mein eigenes Mittagessen mitgebracht, ich erinnerte mich, dass das Sortiment des Imbisswagens sehr laktritzzauberstablastig ist, und ich komme damit nicht sonderlich gut zurent… Fasan, Belby?“
Belby schreckte hoch und nahm etwas entgegen, das wie ein halber kalter Fasan aussah. Amelie war froh, dass es ihr nicht angeboten wurde, schon allein beim Anblick kam ihr das  Frühstück vom Morgen wieder hoch.
„Ich erzählte gerade unserem Marcus hier.“ und Slughorn tätschelte dem inzwischen puterrotem Belby die Schulter „dass ich das Vergnügen hatte und seinen Onkel unterrichten durfte. War ein exzellenter Zauberer, exzellent der Gute Damocles, und sein Merlinorden war höchst verdient. Sehen sie ihren Onkel häufig, Marcus?“
Unglücklicherweise hatte Belby gerade immer noch einen großen Bissen Fasan im Mund und in seiner Hast, Slughorn zu antworten, schluckte er viel zu schnell und wurde wieder puterrot und begann zu würgen. Ginny warf ihr einen angewiderten Blick zu, Amelie jedoch hatte fast schon Mitleid mit dem armen Kerl. Aber nur fast.
„Anapneo“ sagte Slughorn gelassen und richtete den Zauberstab auf Belby, dessen Luftröhre wohl offenbar sofort wieder frei wurde.
„Nicht… nichts allzu häufig, nein.“ keuchte Belby mit tränend roten Augen.
„Ja, natürlich, ich vermute, er ist sehr beschäftigt.“ sagte Slughorn wissend und sah Belby fragend an. „Den Wolfsbanntrank zu entwickeln, war sicherlich ein beträchtliches Werk an Arbeit!“
„Ich denke schon...“ sagte Belby, welcher anscheinend Angst hatte erneut etwas von Fasan zu essen, ehe er sich sicher war, dass keine weiteren Fragen von Slughorn aus mehr kommen würden. „Ähm… er und mein Dad kommen nicht sehr gut miteinander klar, verstehen Sie, deshalb sehe ich ihn kaum und weiß auch nicht viel über...“
Er brach ab, zum schweigen gebracht von einem kühlen Lächeln von Slughorn, welcher sich nun an McLaggen wandte.
„Nun zu Ihnen, Cormac.“ sagte Slughorn „zufällig weiß ich, dass Sie sich oft mit ihrem Onkel Tiberius treffen, denn er hat ein ganz prächtiges Bild von Ihnen beiden auf der Jagd nach Nogschwänzen, in- war das nicht Norfolk?“
„Oh, jaah, das war lustig, wirklich“ sagte McLaggen. „Wir sind oft zusammen mit Bertie Higgs und Rufus Scrimgeour losgezogen – natürlich, bevor er Minister wurde -“
„Ach, Bertie und Rufus kennen sie auch?“ Slughorn strahlte und gab nun ein kleines Tablett mit Pasteten herum; Belby wurde übergangen. „Nun sagen sie mir doch mal…“
Es war zum kotzen. Jeder war hier, weil er mit irgendjemand Berühmtem verwandt oder befreundet war – alle außer Ginny. Amelie hatte inzwischen die wage Vermutung, dass auch sie hier nur war, weil Slughorn ganz sicher ihre Eltern gekannt hatte und ihre Begeisterung und Sympathie für den Mann, schwand von Sekunde zu Sekunde immer mehr.
Zabini, der nach McLaggen von Slughorn ausgefragt wurde, hatte eine Hexe als Mutter, die berühmt war für ihre Schönheit und wohl schon sieben Mal verheiratet gewesen war. Alle Männer waren auf mysteriöse Weise irgendwann gestorben und sie hatte ihr komplettes Vermögen geerbt. Dann war Neville an der Reihe: Es wurden zehn äußerst qualvolle Minuten, denn Nevilles Eltern waren von Todessern gefoltert worden bis sie den Verstand verloren hatten. Amelie musste sich sehr zurückhalten um Slughorn nicht an die Gurgel zu gehen, denn dieser sah offensichtlich wohl nicht wie nah Neville den Tränen stand.
Als seine Befragung zu Ende war, hatte sie den Eindruck, als wolle Slughorn um ein Urteil über Neville zu fällen, warten bis sich herausstellte ob er Talent von seinen Eltern hatte.
Und dann war Amelie dran. Sie zitterte und strich immer wieder ihr Sweatshirt glatt als Slughorns Blick sich auf sie richtete „Sie, meine Liebe, sind mir direkt ins Auge gesprungen. Ich habe sie direkt erkannt, sie sehen ihrer Mutter Alma so ähnlich.“
Amelie stöhnte innerlich auf, sie hatte fast erwartet, dass sein Gespräch so beginnen würde. Trotzdem blieb sie höflich, versuchte seine Aufmerksamkeit sinnvoll zu nutzen. Wenn sie jetzt mitspielte, würde er sie mögen was für das Fach, welches er unterrichten würde, ein riesiger Vorteil sein würde. Also setzte sie ihr bestes Lächeln auf und antwortete ihm in einer Stimme, die Ginny neben ihr leicht würgen und gleichzeitig auf prusten ließ.
„Das höre ich oft, danke Sir.“ antwortete Amelie und Slughorn begann zu strahlen.
„Ihre Mutter war eine außergewöhnliche Hexe, sehr talentiert und immer äußerst nett zu jedem, der ihr über den Weg lief. Es war eine große Ehre sie zu kennen und mir tut es sehr leid, was mir ihr und Ihrem Vater passiert ist, Amelie.“ sagte Slughorn und mühte sich ab so betroffen wie möglich zu blicken, was ihm mäßig gut gelang.
„Danke.“ und Amelie versuchte so höflich wie möglich zu bleiben „Es freut mich immer wenn mir Leute von ihr erzählen, dadurch ist es als ob sie noch leben würde.“
„Natürlich.“ nickte Slughorn heftig und sein dicker Schnäutzer wackelte im Takt mit. „Sie haben auch eine Schwester, habe ich das richtig in Erinnerung?“
Amelie nickte und nahm sich nun eine Pastete auf den Teller und ihr Blick begegnete kurz dem von Neville. Sie grinste kurz und er grinste zurück und Amelie musste sich sehr beherrschen nicht um den Tisch herum und zu ihm zu rennen.
„Meine kleine Schwester ist jetzt in ihrem zweiten Jahr hier, ich kann sie ihnen auch gerne mal vorstellen. Aber sie ist immer sehr beschäftigt, viele sagen ihr immer sie ist wie meine Mum.“ sagte Amelie wieder zu Slughorn, dessen Gesicht begann bei der Erwähnung ihrer Schwester zu strahlen. Eigentlich wollte sie Hannah nicht auch noch in diesen Mist hier mit hereinziehen, aber die Worte waren ihr so schnell über die Lippen gekommen, dass sie froh war als sie am Ende noch die Kurve bekommen hatte. Es stimmte zwar, dass oft Leute zu Hannah sagten, dass sie wie ihre Mutter war, jedoch war ihre kleine Schwester so gut wie nie beschäftigt. Sie schob ihre Aufgaben entweder lange vor sich her und machte sie auf den letzten Drücker oder einfach gar nicht. Slughorn, der das aber jedoch nicht wusste, strahlte sie schließlich noch einmal an und sagte „Grüßen sie ihre Schwester von mir, meine Liebe. Und  kommen sie mich auf jeden Fall mal besuchen, damit ich ihnen noch mehr über ihre Mutter erzählen kann.“
Amelie dachte nicht daran seinen Vorschlag anzunehmen, nickte jedoch brav und wandte sich dann schließlich ihrer Pastete zu, während Slughorns Aufmerksamkeit nun voll und ganz auf Harry lagen. „Und nun.“ sagte Slughorn und Amelie sah von ihrem Teller auf, nur um zu sehen wie Slughorn aufgeregt gewichtig auf seinem Platz hin und her rutschte und Harry begeistert beobachtete. „Harry Potter! Wo fangen wir an? Ich habe das Gefühl, dass ich nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt habe, als wir uns im Sommer trafen!“
Amelie stutze kurz. Harry kannte den Typen schon? Eine Warnung wäre nett gewesen…
Slughorn betrachtete Harry einen Moment lang gedankenverloren, als ob er ein ganz großes und saftiges Stück Beef erwischt hätte und sprach dann mit dem selben Strahlen auf dem Gesicht wie vorhin, weiter; „Der Auserwählte werden sie jetzt genannt!“ Harry sagte nichts und auch sonst sprach niemand. Amelie überlegte hektisch, wie sie Harry aus der Lage herausreden konnte, Belby, McLaggen und Zabini starrten ihn an und auch Ginny oder Neville sagten nichts.
„Natürlich.“ sprach Slughorn weiter, während er Harry ganz genau musterte und Amelie zählte wie oft sie in dieser Zeit hier schon würgen wollte, „gibt es seit vielen Jahren Spekulationen und Gerüchte… über dieser schreckliche Nacht. Es hieß, sie hätten Kräfte – die über gewöhnliche -“
Zabini hüstelte leise, offensichtlich amüsierte. Amelie verdrehte die Augen und war kurz versucht Zabini die Zunge heraus zu strecken, doch Ginny kam ihr zuvor: „Jaaah, Zabini, weil du ja so unheimlich begabt bist...“
Amelie grinste und sah kurz über den Tisch zu Neville, der sich die Hand vor den Mund hielt um sein eigenes Grinsen zu verbergen. Slughorn gluckste, sichtlich amüsiert „Ach je.“ und er drehte sich zu Ginny um, die um Slughorn herum Zabini böse anfunkelte. „Ihr würde ich eher nicht in die Quere kommen, Blaise! Ich habe heute gesehen wie exzellent sie den Flederwichtfluch beherrscht.“
Zabini blickte nur verächtlich, hielt aber den Mund.
„Wie auch immer.“ sagte Slughorn und widmete seine Aufmerksamkeit wieder voll und ganz Harry. „Solche Gerüchte diesen Sommer. Natürlich kann man dem Propheten nicht trauen… hat bekanntlich ja immer mal wieder Fehler gemacht – aber angesichts der Zeugen, gab es wohl einen ziemlichen Aufruhr im Ministerium und sie mein Lieber, steckten mitten drin.“
Harry, dem offensichtlich kein Ausweg einfiel, nickte, sagte aber immer noch kein Wort.
„Bescheiden, so bescheiden. Sie waren also da? Aber andere Geschichten – eine Prophezeiung offenbar…“
„Wir haben nie eine Prophezeiung gehört.“ klinkte sich nun Neville ein, der wohl auch sah wie unangenehm Harry das ganze war. Seine Stimme zitterte leicht und er lief ganierrosa an.  Amelie half ihm jedoch direkt, sowie Ginny auch.
„Das stimmt.“ sagte Ginny und Amelie fügte hinzu: „Neville, Ginny und ich, wir waren alle drei da, und der ganze Quatsch von dem Auserwählten kommt nur vom Propheten, der denkt sich sicher mal wieder was aus.“
„Sie waren auch da, tatsächlich?“ sagte Slughorn mit großem Interesse und blickte von einem zum anderen, doch sie blieben stumm und sagten kein Wort angesichts seines ermunterndem Lächelns.“Ja… nun.. es ist wahr, dass der Prophet ab und zu nicht so ganz richtig liegt, selbstverständlich… übertreiben auch oft, die Guten.“ Slughorn klang leicht enttäuscht, tat Amelie aber nicht im geringsten Leid. „Ich weiß noch...“
Und er driftete weiter in Erinnerungen ab, denen Amelie jedoch nicht zuhörte. Sie spürte deutlich, dass Slughorn mit Harry noch nicht fertig war, irgendwas wollte er noch wissen.
Als sie nach einem langen, und dem wahrscheinlich langweiligstem Nachmittag aller Zeiten schließlich wieder zusammen mit Ginny in ihr Abteil zurückkehrte, ließ sie sich erschöpft und mit völlig blanken Nerven auf ihren Platz fallen. Jess und Elle fragten nicht was passiert war und schließlich verließen sie den Zug und stiegen hinaus auf den Bahnsteig, wo es leicht nieselte und Massen an Schülern sie Willkommen hießen.


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Das war's für heute, wir hoffen wie immer, dass es euch gefallen hat! Wie immer freuen wir uns über Feedback, auch da das Kapitel heute ja etwas länger war und wir nicht genau wissen ob euch das gefällt oder nicht. Ansonsten kommt nächste oder übernächste Woche wieder ein neues Kapitel, bis dahin bleibt gesund und wir drücken euch ganz feste,
amelie & sofia <3
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