[Fillmore!] - Fillmores Vergangenheit

GeschichteHumor, Krimi / P16
09.06.2020
10.06.2020
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09.06.2020 1.283
 
Und jetzt: Fillmore!
Die heutige Episode trägt den Titel: Taugenichts

Erster Akt: Die beschmierten Fenster!


Der Tag fing schon so beschissen an, da der Kerl hier, welcher auf den Namen Horatio Vallejo hörte, unbedingt Ergebnisse sehen wollte. Wie ein Raubtier lief er um meinen Stuhl Kreise, während er mich anstarrte. Dabei betrachtete er mich wohl als seine Beute, welche er mit seinen Worten, oder gar Zähnen, zerfleischen wollte.

„Weißt du, was das ist?“, warf er eine Zeitschrift auf meinen Tisch, welche ich mir nicht ansah.

Lässig hob ich eine Augenbraue hoch. „Haltest du mich für einen Idioten?“, entgegnete ich ihm. „Schon klar, die Unterschicht Kinder wissen nicht, was eine Zeitung ist, weil sie so arm sind, um es sich leisten zu können und sowieso nicht lesen können, oder?“, sagte ich bissig.

„Es ist mir scheiß egal, ob du schwarz bist oder Purpur, weil ich dich genau so wie jeden anderen Verbrecher behandeln werde. Ist das klar?“, spuckte er mir wortwörtlich in das Gesicht. Mit der Hand wischte ich mir die Spucke weg, ehe ich nickte.

„Glasklar!“, meinte ich und verspottete ihn.

„Findest du das witzig? Alle Fenster der Schule wurden mit Graffiti besprüht und nur du konntest es gewesen sein!“, warf er mir vor, während ich einen Schluck aus meiner Flasche nahm. Er beäugte mich abfällig.

„Ja, bei über 200 Kinder, welche hier zur Schule gehen, ist es ausgerechnet der schwarze.“, fühlte ich mich leicht beleidigt. Da schlug er mit den Händen gegen den Tisch. Er war verdammt nochmal wütend gewesen.

„Es ist mir verdammt nochmal egal, welche Hautfarbe du trägst! Ich habe den Schuldigen gesucht und ihn in dir gefunden. Also gestehe endlich, damit ich Urlaub nehmen kann!“, Vallejo sah den Bengel aufdringlich an.

Aber der Bursche meinte nur: „Schau in meine Akte.“ Und stand auf. „Ich bin kein Graffiti-Sprüher!“, damit verließ er das Büro des Security-Teams.

Cornelius Fillmore, den jeder nur Fillmore nannte, verließ das Zimmer, um nach den rechten zu schauen. Während er es verließ, rief ihm Vallejo entgegen, dass es noch nicht vorbei war und nannte ihn einen Taugenichts.

Es stimmte schon, dass er einer wahr. Immerhin verkaufte er gefälschte Milch, pokerte um Comics und tat andere, diverse Dinge, mit denen er von der Schule fliegen könnte, aber bis dahin blieb er fleißig in der X-Middle-School und besuchte sie ab und zu, je nach Lust.

Als er ein Mädchen anrempelte, blickte er sie an und stellte fest, dass sie schwarzes Haar besaß schwarze Kleidung trug. Er rümpfte die Nase, es handelte sich wohl hierbei um einen Goth. Fillmore mochte keine Goth-Kinder, was daran lag, das er sie für Zeitverschwendung hielt. Immerhin nervten sie ihn.

Damals dachte er noch so, aber irgendwann würde er seine Meinung ändern. Als die Schülerin ihn ansah, wie er sie verachtend betrachtete, meinte sie: „Willst du nicht lieber gleich n Foto von mir machen?“, schnauzte sie und baute sich vor ihm auf. Er verzog das Gesicht.

Als er weiter ging, sah er bereits seinen Lieferant, welcher ihm neue Ware bringen würde. Irgendwie müsse man ja an Geld kommen und da seine Eltern ihm kein Taschengeld gaben, würde er anders daran kommen. Es war nicht so, dass sie pleite waren, nein, sie haben ihm bloß kein Geld mit zur Schule.

Er blickte nach links und rechts, doch da sah ihm niemand dabei zu. Also lief er den Pausenhof entlang, um zu seinem Lieferanten zu kommen. Als er nah genug da war, stellte er sich unauffällig zu diesem. „Hast du die Ware?“, fragte er ihn, schob die Hände in die Hosentasche und blickte ihn nicht genau dabei an.

Wortlos blickte er den Kerl an, als dieser nichts sagte und nur da stand. Auf einmal kamen Leute auf ihn zu welche allesamt aussahen, als ob sie zu diesen jämmerlichen Security Team dazu gehören würden. Jetzt war er vollkommen im Arsch gewesen, weil sie jetzt einen Beweis dafür besäßen, dass er scheiße baute.

Als er realisierte, dass er von hier verschwinden musste, war es schon zu spät, denn der Kerl neben ihm packte ihn an den Armen und drückte ihn auf den Boden. Er wurde direkt mit dem Bauch auf den Boden gedrückt.

Als er aufblickte, erkannte er nur Beine, welche vor ihm anhielten. „Wen haben wir den da?“, fragte Vallejo, welcher sich vor Fillmore stellte. „Du bist gerade dabei erwischt worden, wie du eine Straftat begehen wolltest!“

Doch Fillmore schwieg einfach nur, da er nichts dazu zu sagen besaß. Immerhin stimmte es und er war wirklich sofort dabei, gefälschte Milch zu kaufen und Jugendlichen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Sie hievten ihn hoch und nahmen ihn abermals mit zum Büro, in dem er sich jede Menge Scheiße anhören müsste. Als sie durch den Pausenhof gingen, sahen ihn die Schüler an und fingen an zu tuscheln, was er denn jetzt schon wieder anstellte. Mit gesenkten Kopf ließ er sich abführen, vermied dabei jeglichen Augenkontakt.

„Erklärst du mir mal, wie du auf die Idee gekommen bist, dir gefälschte Milch zu besorgen, um sie dann an die Schüler zu verteilen?“, Vallejo war außer sich. Bekam er es doch ständig mit irgendwelchen Idioten, wie er, zutun, welche das Fass zum Überlaufen brachten.

„Ohne meinen Anwalt sage ich gar nichts!“, weigerte sich Fillmore weiterzusprechen. Vallejo wurde langsam wütend, mal wieder. Aber anstatt auszurasten, brachte er seinen Partner mit in diese Ermittlung ein.

Ihr Name war Malika Stanyan, welche verdammt intelligent war und viele Fähigkeiten besaß. Fillmore lachte lauthals los, als er Malika betrachtete. „Ein Mädchen soll aus mir ein Geständnis rauskitzeln?“, wischte er sich eine Träne vom Augenwinkel ab.

„Du wirst mich schon noch kennenlernen.“, sprach sie ruhig und gelassen. Sie wollte sich nicht von so jemandem wie Fillmore provozieren lassen. Stattdessen legte sie seine Akte auf den Tisch, wobei er eine Augenbraue hochzog. Gelangten sie nun an seine Akte?

Er sah beide an. „Was wollt ihr mit meiner Akte?“, wollte er wissen. Wollten sie ihn damit zum Schwitzen bringen?

Malika las vor, was in der Akte stand. „Gefälschte Milch, hat unverschämte Antworten gegeben, Schokoladendiebstahl, Schule geschwänzt, großer Pokerring um Comics abzustauben und du hast Chilisoße in die Turnhalle gekippt. Was sagt dir das?“, sie legte die Akte vor seine Nase hin, als er sie anlächelte, um mit ihr zu flirten.

„Das du lesen kannst?“, lachte er leise. „Apropos lesen, du siehst echt scharf aus. Wieso „schwänzen“ wir nicht zusammen die Schule?“, blickte er ihr tief in die Augen.

„Mit dieser Akte, kann dich unsere Schulleiterin aus der Schule werfen!“, ging sie nicht darauf ein. Aber sie würden es doch sowieso nicht tun, weshalb sich Fillmore keine Gedanken darum machte.

„Na und?“, zuckte er mit den Achseln.

Da beugte sich Vallejo zu ihm vor. „Na und?“, wiederholte er und wurde mal wieder wütend. „Wir, bzw. Schulleiterin Dawn Folsom, steht kurz davor, dich von der Schule zu verbannen!“, drohte er ihm.

Dawn S. Folsom war die Schulleiterin und eine strenge noch dazu. Sie würde sofort die Papiere unterschreiben, um Fillmore von der Schule zu verweisen. Immerhin würde er dem Ruf der Schule schaden. Sie wäre froh darüber, wenn er endgültig von hier fliegen würde.

„Außer – Nein, das wäre keine gute Idee.“, meinte Malika, während sie sich mit dem Rücken zu Fillmore drehte. Neugierig blickte er sie an. Was wollte sie sagen? Gebe es etwa eine Chance für ihn?

„Doch, doch!“, gab Vallejo von sich. Da blickte ihn Fillmore an. Was wollten die Beiden sagen?

„Du würdest sofort von der Schule fliegen, außer du machst bei diesem – wie nanntest du es? – beschissenem Security Team mit. Was sagst du?“, sie drehte sich zu ihm um, sah ihn an und dieser dachte nach. „Deine Akte würde gelöscht werden. Alles – würde gelöscht werden.“, damit gab sie ihm die Wahl.
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