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Frierendes Feuer

OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Iceman / Roberto "Bobby" Drake Pyro / St. John Allerdyce
09.06.2020
09.06.2020
1
2.201
 
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09.06.2020 2.201
 
Das ist meine erste (Sick) Fanfiction. Mir kam die Idee, als ich gesehen habe, dass es kaum deutsche Fanfiction zu den Beiden gibt (schaut mal bei Reno VII vorbei), und wenn wir mal ehrlich sind, dann lesen wir alle gerne Fluff. Als Basis benutze ich die Filme. Der Oneshot spielt zeitlich, während eines ruhigen Moments zwischen X-Men und X-Men 2. Bitte seit ein Bisschen nachsichtig. Ich freue mich, wie alle Autoren, über konstruktive Kritik (und wenn ihr etwas Lob über hättet, würde ich das auch nehmen). Ich besitze nichts. Dankeschön und viel Spaß. (:
》Lila Morgen

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Bobby wachte mitten in der Nacht plötzlich auf. Das Zimmer war dunkel und er hörte nur das leise Atmen seines Freundes und die Eule, die auf dem Baum, vor seinem Fenster, rief. Er drehte sich um und sah auf die roten Zahlen des Weckers. Drei Uhr morgens. Neben ihm lag John und schlief seelenruhig zwischen ihm und der Wand, weil er sonst aus dem Bett fallen würde.

Bobby lächelte leicht, als er aufstand und zum Fenster ging, welches er leise öffnete, um John nicht zu wecken. Draußen schimmerte das Wasser des Springbrunnens im Mondlicht und schlug leichte Wellen. Die Eule öffnete ihre riesigen Flügel und segelte lautlos über die weiten Grünanlagen, die die Schule umgaben.

Plötzlich begann John leise im Schlaf zu wimmern und sich im Bett hin und her zu schmeißen. Bobby schloss schnell das Fenster, weil er wusste, dass John sonst zu kalt werden würde, und krabbelte wieder zu ihm ins Bett.

Als er neben dem anderen saß und ihn in den Arm nahm, spürte er plötzlich eine enorme Hitze, die den Körper des Kleineren umgab. Sein Gesichtsausdruck war gequält und eine Träne lief seine Wange hinunter. Als nächstes bemerkte Bobby, dass er komplett in seine Decke eingerollt war, was eigentlich sehr ungewöhnlich war. Er rüttelte sanft an seiner Schulter, um ihn zu wecken.

"Johnny. Wach auf."

Der andere Mutant murmelte nur etwas Unverständliches, wachte aber nicht auf.

"Komm schon."

John stöhnte auf und rollte sich auf den Bauch, damit er sein Gesicht in das Kissen drücken konnte.

Bobby krabbelte vorsichtig zwischen die Wand und seinen Freund. Er fuhr ihm sanft durch die Haare und strich ihm die Tränen von der Wange. Dann kuschelte er sich an seine Seite, wie er es immer tat, wenn John nicht zum Unterricht aufstehen wollte. Meistens funktionierte es, doch heute Nacht nicht.

"Johnny!"

Er rüttelte etwas aggressiver an seiner Schulter. Schließlich öffnete John seine Augen und blinzelte ein paar Mal. Bernsteine Augen sahen ihn verwirrt an.

"Was ist?"

"John, du bist total warm. Geht's dir gut? Warte mal."

Er nahm den Arm des anderen in seine Hand und fühlte daran herum. Dann drückte er ihm seinen Handrücken an den Hals.

"Boah Bobby, du bist arschkalt.", grummelte John, während er versuchte ihn weg zu schubsten und gleichzeitig unauffällig die Tränenspuren wegzuwischen.

Der Eismutant legte ihm besorgt seine Hand auf seine Stirn.

"Du bist wirklich heiß. Hoffentlich wirst du nicht krank."

"Ich werde nicht krank. Ich kann nur zufällig Feuer kontrollieren.", erwiderte dieser patzig.

"John, ich mein's ernst."

Bobby krabbelte vom Bett und schaltete das Licht ein.

"Bobby, mach die scheiß Lampe aus und leg dich wieder schlafen. Ich bin nicht krank. Ich bin nie krank."

Seinen Freund gekonnt ignorierend, begann er in der Schublade seines Nachttischs zu wühlen. Ihm fiel alles Mögliche in die Hände und zuletzt auch ein weißes Fieberthermometer. In diesem Moment dankte er schweigend seiner Mutter, die darauf bestanden hatte, dass er es auf die neue Schule mitnahm.

Der Eismutant setzte sich neben seinen murrenden Freund und steckte ihm das Thermometer in den Mund.

"Och Bobby. Hör auf.", nuschelte John, der sich, in der Zwischenzeit, wieder in seine Decke gekuschelt hatte und die Augen fest zusammenkniff.

Er nahm das Thermometer aus seinem Mund und warf es neben sich auf's Bett.

"Ich bin wirklich nicht krank. Es ist drei Uhr morgens und ich bin müde. Lass mich schlafen."

Bobby wollte etwas antworten, überlegte es sich dann aber doch anders, weil er keine Lust auf eine Diskussion mit einem müden John hatte.

Also nahm er einfach wieder das Thermometer und steckte es seinem Freund zurück in den Mund. Dieser wollte es wieder ausspucken, aber Bobby drückte ihm den Mund zu.

"Lass mich überlegen. Deine normale Körpertemperatur ist 39°C?" Pyro nickte, so gut es ging.

Als das Thermometer kurze Zeit später piepste, nahm er es wieder zurück und sah sich die schwarzen Ziffern an.

"41.5! Du bist echt krank!"

"Super.", murmelte John, während er sich von ihm wegdrehte und laut seufzte.

Bobby begann währenddessen die Schubladen seiner Kommode nach Ibuprofen zu durchwühlen.

"Wir haben keine Medikamente mehr. Bestimmt, haben wir alle aufgebraucht, als ich krank war.", murmelte er, während er weiter jede Schublade seines Zimmers durchwühlte.

"Bobby, schlaf weiter. Lass mich weiter schlafen. Ich brauche nichts.", sagte John und zog sich die Decke über den Kopf.

"Was ist, wenn es nachts schlimmer wird?", fragte er ernst.

"Wir müssen doch eh in vier Stunden aufstehen. So viel kann doch nicht passieren.", argumentierte Pyro.

Bobby seufzte und schaltete das Licht wieder aus. Dann ließ er sich zu seinem Freund ins Bett fallen und musterte ihn lange. Ob das eine gute Idee war?

"Mach dir keine Sorgen.", murmelte der Blonde. Er hatte wohl den Blick auf seinem Rücken gespürt, denn er rollte sich herum und kuschelte sich an Bobbys Schulter. "Ich mach' mir immer Sorgen."

"Mhh.", murmelte John, als er schon dabei war wieder einzunicken.

Als Bobby schon dachte, dass er wieder eingeschlafen war, richtete sein Freund sich plötzlich auf und rannte ins Bad. Bobby brauchte kurz, um die Situation zu registrieren, doch dann stand er schnell auf und folgte seinem Freund.

Als er die Lampe im Bad einschaltete, sah er ihn vor der Toilette knien und sich übergeben. Er kniete sich neben ihn und begann ihm, in großen Kreisen, über den Rücken zu fahren um ihn zu beruhigen.

Irgendwann hatte sich John's Magen wieder beruhigt und er hustete noch ein paar Mal, bevor er sich erschöpft an seinen Freund lehnte.

"Shh, ist schon gut.", flüsterte Bobby, während er John ein paar Haarsträhnen von der verschwitzten Stirn strich. John hatte seine Augen geschlossen und schluchzte leise. "Alles ist gut. Ich bin hier.", fuhr er fort.

Nach einer Weile, die sie einfach nur dort auf den Fliesen gesessen hatten, half Bobby John hoch und brachte ihn zurück ins Bett. Er legte ihn auf die Matratze und deckte ihn mit ihren beiden Decken zu. John strampelt sie aber sofort wieder weg.

"Ich geh' jetzt Dr. Grey holen.", entschied er, während er schon dabei war seine Hose und seine Turnschuhe anzuziehen.

"Nein, lass das. Du kannst die nicht um drei Uhr morgens wecken, weil ich krank bin. So schlimm ist es nicht.", wehrte John sich.

"Dir geht es ernsthaft schlecht. Außerdem ist es schon fast halb vier. Ich bin auch sofort wieder da."

John wollte seinen Freund aufhalten und sprang aus dem Bett, allerdings wurde ihm schwindelig und er musste sich auf dem Nachttisch abstützen. Bobby schnellte vor und griff unter seinen Arm, um ihn dann wieder ins Bett gleiten zu lassen.

"Ich gehe und du bleibst liegen. Und mach ja nichts Dummes.", erklärte er, ohne irgendwelchen Widerspruch zu dulden. Pyro murmelte nur etwas, dass entfernt nach einem 'Mach doch, was du willst' klang.

Also verließ Bobby sein Zimmer und rannte, so leise es ging, den Gang entlang bis zum Zimmer von Dr. Grey und Mr. Summers. Als er schließlich vor der Tür stand und klopfte, hoffte er inständig, dass direkt Dr. Grey öffnen würde, doch natürlich war das nicht der Fall.

Als sich die Tür öffnete, wurde er von einem grantig aussehenden Cyclops begrüßt.

"Ich.. ähh ich muss mit Dr. Grey reden."

Er sah ihn, soweit man es hinter dem Visier, erkennen konnte, mit einem Blick an, der so viel sagte wie: Ist das dein verdammter Ernst?! Es ist mitten in der Nacht!!

"John ist krank.", versuchte er zu erklären.

Mr. Summers seufzte.

"Sie ist heute Nacht nicht da.", erklärte er. "Versuch's doch mal beim Professor."

Damit knallte er die Tür wieder zu. Bobby blieb davor stehen und sortierte seine Gedanken. Sollte man als Lehrer den Schülern nicht helfen?!

Statt sich aber über diese Frage den Kopf zu zerbrechen, fragte er sich lieber, ob er wirklich den Professor wecken sollte. Er dachte kurz darüber nach, doch dann kam ihm das Bild von seinem kranken Freund vor Augen und er lief den Gang hinunter zum Zimmer des Professors.

Einen Moment lang blieb er vor der Tür stehen, doch dann gab er sich einen Ruck, atmete tief durch und wollte klopfen. Bevor seine Hand jedoch das massive Holz überhaupt berührte, öffnete sich die Tür schon von Innen.

Bobby fand diese Telepathennummer immer wieder gruselig, aber das war ihm im Moment total egal.

"John ist krank?", fragte der Professor.

"Ähh, ja. Und Dr. Grey ist nicht da, deswegen meinte Mr. Summers, dass ich mal Sie fragen soll.", versuchte er zu erklären.

"Ach Scott.", murmelte er, bevor er seinen Rollstuhl umdrehte und in seinem Zimmer verschwand. Bobby blieb im Türrahmen stehen, bis der Professor wiederkam und ihm eine Packung Ibuprofen in die Hand drückte.

"Leider bin ich kein Arzt, deswegen kann ich dir nur sagen: Lass ihn genug trinken, am besten Tee, der Klassiker und halt ihn warm. Auch wenn er rumjammert."

"Mach' ich. Danke.", antwortete Bobby.

Der Professor wünschte ihm noch eine gute Nacht und schloss dann die Tür.

Bobby machte sich schnell auf den Weg in die Küche und fühlte sich schon besser, jetzt nachdem er einen Plan hatte. Dort füllte er Wasser in den Wasserkocher und holte eine Tasse aus einem der Küchenschränke. Während das Wasser noch warm wurde lehnte er sich an die Küchentheke.

Um sich die Zeit zu vertreiben, laß er sich die Packungsbeilage durch, obwohl er sich sicher war, dass der Professor so wieso alles beachtet hatte. Als das Wasser fertig war, goss er einen Beutel Kräutertee auf und balancierte die Tasse zu seinem Zimmer zurück.

Als er die Tür öffnete, lag John schlafend zwischen den Kissen und schnarchte leise. Bobby grinste bei diesem Anblick und hatte eigentlich nicht das Herz den Kleineren zu wecken, aber es half ja nichts.

"Johnny?", fragte er vorsichtig, während er wieder an seiner Schulter rüttelte.

"Mhhpf.", stöhnte dieser und schlug die Augen auf.

"Wie geht's dir?"

"Ich hab' Kopfschmerzen.", murmelte er schwach und rollte sich auf den Rücken.

"Ich habe Ibuprofen vom Professor bekommen, Dr. Grey war nicht da."

John setzte sich schwerfällig auf und schob sich die beiden Tabletten in den Mund, die Bobby ihm hinhielt. Dann wollte er sich wieder hinlegen und weiterschlafen, aber der Eismutant hielt ihm vorher die Teetasse hin.

"Du musst was trinken."

"Ich hasse Tee.", erwiderte er mürrisch.

"Komm schon. Tu's für mich.", versuchte Bobby ihn zu überreden.

"Nein!", maulte John. Er konnt wirklich in jedem Zustand stur sein.

"Meine Güte, manchmal bist du so ein Kleinkind."

Bobby kam schließlich eine Idee, für die sein Freund ihn ganz sicher hassen würde. Er nahm selber einen Schluck von dem Getränk, behielt es allerdings im Mund, und lehnte sich zu John rüber. Dann drückte er ihm einen Kuss auf die Lippen und flößte ihm den Tee ein. John schluckte aus Reflex und schubst Bobby von sich runter.

"Du bist so ein Idiot... Na komm, gib schon her.", forderte er schließlich. Bobby lächelte und überreichte ihm die Tasse. Dann zog er sich seine Schuhe und die Hose wieder aus und setzte sich neben ihn.

Nachdem John die halbe Tasse mit kleinen Schlücken getrunken hatte und, zu seiner Überraschung, feststellte, dass er sich nicht mehr übergeben musste, gab er Bobby die Tasse zurück.

"Zufrieden?", fragte er, während er seinen Kopf auf Bobbys Schulter ablegte und sich an ihn kuschelte.

"Nur weil du es bist.", erwiderte dieser, legte einen Arm um seinen Freund und zog ihn mit sich auf die Matratze. John legte seinen Kopf auf Bobbys Brust ab und lauschte seinem gleichmäßigen Herzschlag. Bobby verschränkte seine Hand mit Pyros und begann ihm währenddessen langsam durch seine Haare zu fahren, weil er wusste, wie sehr er das liebt. Auch wenn er es nicht zugeben würde.

Kurz bevor er einschlief, flüsterte er noch: "Ich liebe dich." Dann war er weg.

Bobby lächelte und zog die Decke noch etwas weiter über ihn. Er wusste, dass John das niemals in der Öffentlichkeit zu ihm sagen würde, aber wenn er fiebrig, verschlafen und unter Drogen mit ihm kuschelte, dann erlaubt sein Stolz ihm das.

"Ich dich auch Johnny. Ich dich auch."
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