Shadows

GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P18
OC (Own Character)
09.06.2020
11.06.2020
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09.06.2020 1.108
 
>Hier ruht Alphard Al Sheya. Freundin, Partnerin, Geliebte. Möge sie ihre Schwingen ausbreiten und von einer Schlange zum Adler werden!

Noch immer ungläubig stand Noctis am Grab seiner verstorbenen Frau. Es war keine Krankheit gewesen die sie getötet hatte. Nicht ihr Alter, nicht irgendetwas. Nein, es war ein Jemand gewesen, der sie ihm genommen hatte. Er wusste nicht wer es gewesen war, doch hasste er diese Person bis auf die Grundtiefen seiner Seele. Doch im Augenblick war sein Hass nicht wichtig, auch alles anderen um ihn herum war unwichtig. Er starrte nur auf den Marmorgrabstein, mit dem goldenen Schriftzügen. Stumme Tränen rangen über seine Wangen, ließ seine goldenen Augen brennen.
Er stand einfach nur da, mit den Händen in den Hosentaschen, und starrte auf das Grab. Nicht einmal eine Woche war es her, dass sie zu einer Mission aufgebrochen war. Bevor sie aus der Tür seiner Wohnung verschwunden war, hatte sie ihn noch geküsst und gesagt, dass sie ihn liebte. Zu diesem Zeitpunkt hätte ihm klar sein müssen, dass er sie niemals mehr sehen würde. Sie hatte ihm nur immer dann ihre Liebe gestanden, wenn sie sich nicht sicher gewesen war, ob sie zu ihm zurückkehren würde. Und dieses mal, hatte sich seine Furcht bestätigt.


>Vor einer Woche

Er hatte den Schuss gehört. Zwar war er kein Experte darin, die Geräusche von Waffen abzuschätzen, aber er schätzte dass es eine ziemlich große Waffe gewesen war. So schnell er konnte, und es sein aktuell geschundener Körper zuließ, rannte er zum Ort des Schusses. Hoffte inständig dass es sich nicht um dass handelte, was er befürchtete. Er sprintete um eine Ecke, rannte auf einen Marktplatz auf. Er ignorierte die Leute die in Panik flohen und ihn fast umrannten, er rempelte sich durch die Massen, bis er schlussendlich auf eine offene Stelle zwischen den Ständen ankam. Schwer Atmend, durch die Hitze der ägyptischen Sonne und seiner aktuell wenigen Ausdauer, stand er nun entsetzt vor einem Szenario, welches ihm zu Schreien brachte. Zum schreien vor Entsetzen und Wut. Er sah wie Alphard rückwärts in den staubigen Boden fiel, sah das fiele Blut an ihrem Körper. Dann sah er die Gestalt im rissigen Umhang, nur kurz erblickte er ein paar weiße Haare. Er ignorierte die Gestalt, als sie davonlief, rannte direkt auf Alphard zu, hob sie sacht an. Ein Rinnsal Blut lief ihr aus dem Mund, eine Schussloch zeigte sich an ihrem Bauch, er hatte recht behalten, es war eine ziemlich große Waffe gewesen. Mit zitternden Lidern sah Alphard ihn aus ihren grauen Augen an, ihr Gesicht verzog sich vor Schmerz, trotzdem hob sie die Hand und streichelte seine Wange, ein sanftes Lächeln erschien auf ihren Lippen. Das Leder ihrer Halbhandschuhe war rau auf seiner Wange. „Du bist mir also doch gefolgt!“ , sagte sie klang aber nicht vorwurfsvoll. „Typisch für dich, nie hörst du auf dass, was man dir sagt!“
„Sprich nicht, du brauchst Hilfe!“, sagte er schluchzend. Es gefiel ihm überhaupt nicht, was sie da gerade von sich gab. Hektisch sah er sich um, rief nach Hilfe, doch niemand war in der Nähe.
„Meine Hilfe ist schon lange hier!“, meinte sie leise. Sie klang nicht kraftlos, sondern sanft.
Er sah sie wieder an, Tränen strömten über seine Wangen.
„Alphard ich....“, sein schluchzend zerbrach seinen Stimme.
„Du bist mein Licht, Noctis!“, sagte sie und schmunzelte über die Ironie bezüglich seines Namens. „Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast!“
„Hör auf!“, fuhr er sie verzweifelt an. „Du darfst mich nicht verlassen, du hast mir ein dein Wort gegeben!“
Sie schmunzelte.
„Ich war wirklich gerne deine Frau, aber wie es scheint, ist mir das nicht mehr erlaubt!“, sagte sie und sah ihm tief in die Augen. Ein liebevolles Leuchten erschien in dem dunklen Grau ihrer Augen, ein Leuchten dass er zum allerersten Mal sah. „Ich liebe dich, Noctis!“
Er versuchte sich an einem Lächeln, bekam jedoch nur eine traurige Grimasse zustande.
„Ich liebe dich auch, Alphard Nighthowl!“
Sie strahlte, weil er sie mit seinem Nachnamen ansprach. Mit zitternder Hand führte sie sein Gesicht zur ihren, küsste ihn mit schwachen Lippen. Er hielt sie, er küsste sie, bis ihr Atem stockte und ihr Herz aufhörte zu Schlagen. Als er sie dann in den Armen hielt und sein Gesicht in der Mulde zwischen ihrem Schlüsselbein und Brust versenkte, überkam ihm eine derartige Wut und Trauer, dass seine Mana außer Kontrolle geriet und eine gewaltige magische Explosion erfolgte, die einen meter tiefen Krater hinterließ.


>Gegenwart

Abwesend bemerkte Noctis, wie eine junge Frau neben ihn trat und sich eine Zigarette ansteckte. Ihr scharlachrotes Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, auf ihrer Nase ruhte eine klassische Brille. Wegen der Hitze in Ägypten trug sie ein schlichtes Hemd und eine recht kurze Hose.
„Hast du etwas herausgefunden?“, fragte er mit monotoner Stimme. Obwohl ihm gerade wirklich danach wäre, ließ er es bleiben sich eine Zigarette anzuzünden, er wollte Alphards Grab nicht entweihen.
„Noctis....“
„Hast du, oder hast du nicht?“, zischte er sie wütend an. Hass und Zorn brannten in seinen goldenen Augen, seine Hände ballten sich zu Fäusten.
„Habe ich, ich werde dir die Informationen aber nicht geben!“, sagte sie kühl und beherrscht.
Wütend packte er sie am Kragen, sein dunkelbraunes Schulterlanges Haar wallte durch sein Mana wie die Mähne einer wilden Bestie.
„Sag es mir gefälligst, oder....“
„Oder was?“, fragte sie eiskalt. Durch den Ruck, als er sie gepackt hatte, war ihre Brille heruntergefallen. „Willst du mich töten? Was würde es dir bringen?“
Wütend stieß er sie von sich, starrte nur auf Alphards Grab.
„Ich weiß dass Rache mich zerfressen wird, das brachte mir Alphard bei, aber ich kann ihren Mörder nicht einfach frei herumlaufen lassen. Er muss zahlen!“
Gefasst, wie sie es eben war, hob Touko ihre Brille auf und setzte sie sich wieder auf die Nase, sie hielt ihren einen Arm fest, während sie den anderen Arm um ihren Bauch legte.
„Lass mich dir helfen, dann sage ich dir ihren Namen!“
Er sah sie aus zornigen und tieftraurigen Augen an.
„Warum willst du mir helfen? Was hast du davon?“
„Nachdem was in Alexandria passiert ist, wäre es gut wenn du nicht wieder so explodierst, ich kann es verhindern!“
Misstrauisch sah er sie an.
„Wie lautet ihr Name?“, wollte er wissen und gab somit indirekt seine Zustimmung. Er wusste von ihrer Fehde mit ihrer jüngeren Schwester Aoko Aozaki, und wusste auch dass sie Mystic Crest sammelte, er wusste aber auch dass ihr sein Mystic Crest nichts bringen würde.
Sie lächelte ihn vorsichtig an, aufgrund seiner Trauer blieb sie Rücksichtsvoll.
„Auf eine gute Partnerschaft!“, meinte sie freundlich. Dann wurde ihr Gesicht todernst. „Der Namen der Mörderin deiner Frau, lautet Canaan!“

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