Is It A Selfless Love Or Just A Game?

von Tamy-831
GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
09.06.2020
20.10.2020
41
64.632
6
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17.10.2020 1.649
 
40.


Fiona hatte sich nichts Großartiges für Liras so called Junggesellenabschied überlegt. Erstens waren sie nur zu dritt und zweitens, kannte sie Lira so gut, dass sie wusste, sie würde sich durch den Abend quälen, hätte sie irgendwelche Spielchen geplant.
Also standen die beiden nun zurechtgemacht vor Sannas Tür und klingelten. Fanni machte ihnen auf.
„Du darfst alleine die Tür aufmachen?“, fragte Lira das Mädchen skeptisch und die beiden traten ein.
„Mama hat gesagt, ihr seid es. Sie ist noch nicht fertig“, informierte Liras baldige Nichte sie.
Kurz winkte sie ins Wohnzimmer Miikka zu, der heute Kinderdienst hatte.
„Ladys ihr seht gut aus“, bemerkte er und pfiff.
Zusammen gingen sie hoch und klopften an der Schlafzimmertür. Lira streckte ihren Kopf in den Raum.
„Leute es tut mir so leid, die Kinder“, fing sie hektisch an zu erklären.
„Ach alles gut“, beruhigte Lira sie. „Dürfen wir?“
Sanna nickte. Kurz stellte Lira die beiden einander vor.
„Ihr seht hervorragend aus, bezaubernd“, sagte die Finnin. „Ich beneide euch.“
„Das bekommen wir mit dir auch ganz schnell hin“, merkte Fiona an und zuckte mit den Schultern.
Sanna sah auf. Sie ging nicht mehr viel aus, seitdem die Kinder auf der Welt waren. Und wenn doch, schaffte sie es nicht sich so zurecht zu machen, auch wenn sie es versuchte.
„Guck doch nicht so skeptisch“, wies Lira sie auf ihren Gesichtsausdruck hin und grinste.
„Na los, setz dich.“
Die beiden Mädels brauchten keine halbe Stunde um Sanna eine wunderschöne Frisur zu zaubern und sie zu schminken.
Schnell kramte sie noch ihre High Heels aus dem Schrank und schlüpfte in sie herein.
„Darf ich jetzt in den Spiegel sehen?“, fragte sie ungeduldig.
Die Freundinnen sahen sich an und nickten zufrieden.
„Wow“, entfuhr es Sanna. „Die Frisur ist der Hammer Lira.“
Diese lächelte nur.
Sanna drückte ihrem Mann noch einen Kuss auf die Wange und ging Richtung Haustür. Er sah auf und beäugte seine Frau von oben bis unten.
„Du siehst“, er unterbrach sich um das richtige Wort zu finden.
Hinter Sanna versuchten die Mädels ihm mit Handzeichen und Grimassen auf die Sprünge zu helfen.
„Einfach wunderbar aus“, vollendete er schließlich seinen Satz.
Fiona formte ein 'Top' mit ihren Lippen und hob zum Abschied die Hand.
„Viel Spaß!“, rief er ihnen noch hinterher.

„Der Schuppen ist echt super“, stellte Sanna nach einer Weile fest.
„Schuppen?“, fragte Lira nach und grinste.
„Ich muss mich der Jugend anpassen“, erklärte sie und nickte bestätigend. „Wie hast du den gefunden?“
Fiona leerte ihr Glas. „Da ich mich so gut in Finnland auskenne, musste ich aufs Internet vertrauen“, grinste sie und zuckte mit den Schultern.
Liras Handy klingelte, kurz sah sie aufs Display. Fiona sah sie warnend an. „Keine Handys“, erinnerte sie ihre Freundin.
„Komm schon, ich bin die fast Braut, du musst lieb zu mir sein“, sagte Lira und zog einen Schmollmund.
„Fünf Minuten“, stellte Fiona die Bedingung. „Und lass dich nicht von Fremden anquatschen!“, rief sie hinterher.
„Du?“, fragte Sanna.
„Ja?“
„Du bist die Frau von ihrem Bruder oder?“, fragte sie kleinlaut.
Fiona nickte bestätigend. „Lira und ich kennen uns schon ewig und irgendwann hat sie mir ihren Bruder vorgestellt. Seitdem muss sie ihn teilen“, erklärte sie grinsend.
„Irgendwie verrückt, dass sich unsere Familien erst bei der Hochzeit kennenlernen oder“, sprach Sanna ihre Überlegung laut aus.
„Ich denke, dass ist auf Liras Mist gewachsen. Sie brauchte schon immer Absicherung, hätte es nicht funktioniert, hätte es niemanden gejuckt. Verstehst du?“
„Glaub mir, mein Bruder stand voll hinter ihr. Er hat uns erst von ihr erzähl, da waren sie schon verlobt.“
„Ich weiß. Der Antrag kam, wie soll ich es sagen? Sehr plötzlich“, sagte Fiona und stand auf um ihnen noch was zu trinken zu holen.
„Echt? Jetzt wo du es sagst, ich habe ihn noch gar nicht ausgequetscht. Was ist bloß los mit mir“, lachte Sanna.

Auch ein bisschen abseits der Location war die Musik noch deutlich zu hören und auch die Bässe dröhnten ordentlich.
Doch als Lira das Gespräch annahm, war niemand dran.
„Du siehst wunderschön aus“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihr.
„Du bist nach Finnland gekommen um mir das zu sagen?“
„Ich war in der Nähe, aber keine Sorge, in zwei Stunden geht mein Flug zurück“, erklärte er ruhig. Er war sehr ruhig.
Abwartend sah Lira ihn an. Es schien, als müsse er die richtigen Worte finden.
„Ich komme mir unendlich dumm vor“, sagte er schließlich.
Lira verstand nicht ganz. Sie verzog fragend das Gesicht.
„Bernado hat es mir erzählt“, war Vitos Erklärung.
Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen. „Und, macht dich das wütender oder geht’s?“, fragte sie angepisst. Sie war sauer auf Bernado, er hatte ihr die Wahl gelassen, und dann nahm er es selbst in die Hand.
„Ich bin unendlich wütend auf mich selbst, dass ich dir das angetan habe. Ich habe mich geirrt, nicht du hast das mit uns zerstört, sondern ich“, gab er zu und trat einen Schritt auf seine Schwester zu.
Lira wusste nicht was sie sagen sollte. Sie hatte mit einem erneuten Wutausbruch gerechnet. „Möchtest du dich noch über mich aufregen?“, fragte sie deshalb.
„Hör zu, ich hätte wissen müssen, dass du mir gegenüber ehrlich warst, hätte ich anders reagiert wäre das alles nicht passiert zwischen uns. Und ich bereue die Jahre, die ich dich die eine Verräterin behandelt habe.“
Wow, er entschuldigte sich? So kannte sie ihn gar nicht mehr.
„Es sollte so aussehen. Ich habe genauso Schuld. Aber immerhin kannst du Pablo nun nicht mehr umbringen“, merkte Lira in ein halbes Lächeln an.
„Ich könnte ihn wieder ausgraben“, überlegte er.
„Dann wäre er immer noch tot.“
„Ich danke dir, dass du es mir nicht gesagt hast. Auch wenn der andere Teil der Geschichte ziemlich mies gelaufen ist.“
Nun lächelte Lira. „Wäre ich geblieben, hätte ich eure Freundschaft zerstört“, erklärte sie.
„Ich weiß was du meinst. Trotzdem hätte ich lieber dich an meiner Seite gehabt“, merkte er an.
Liras Blick fiel auf seine Uhr, die er am Handgelenk trug.
„Ich denke, ich muss wieder“, fing sie an und deutete auf den Club.
Vito nickte, überbrückte die Distanz zwischen den beiden und nahm sie kurz in den Arm.
„Ich hoffe er macht dich glücklich. Sonst kannst du dich gerne bei mir melden“, bot er an.
„Ich schätze, da habe ich mehrere Anlaufstellen.“
„Es tut mir leid. Und ich hoffe, dass du mir irgendwann vergeben kannst. Ich wünsche dir morgen einen schönen Tag kleine Schwester“, flüsterte er an ihrem Ohr und ließ dann von ihr ab.
Lira schenkte ihm ein aufrichtiges Lächeln, dann ging sie wieder in die Richtung des Clubs.
Vito sah ihr nach, er war zu dem geworden, was er ihr immer vorgeworfen hat. Wieso hatte er nicht zu ihr gehalten?

„Das waren mehr als fünf Minuten“, sagte Fiona kritisch. Sie stutzte. Kurz sah sie zu Sanna.
„Soll ich euch kurz alleine lassen?“, fragte sie, da sie Fionas Blick bemerkt hatte.
Lira schüttelte nur den Kopf.
„Wen hast du da draußen getroffen?“
Überrascht sah Lira ihre Freundin an. „Du bist paranoid“, stellte sie fest.
„Und du riechst nach Aftershave“, merkte Fiona spitz an.
„Das interessiert mich jetzt aber doch“, warf Sanna ein. „Mit welchem Mann lässt du dich denn vor deiner Hochzeit nochmal ein?“ Sie sah Lira gespannt an und zog an ihrem Strohhalm.
„Mit meinem Bruder“, gab sie zu. Leugnen war zwecklos, im Thema Lügen waren Fiona und sie sich ziemlich gleich.
„Aber Milo trägt ein“, fing Fiona an und unterbrach sich selbst. Mit offenem Mund starrte sie Lira an. „Ich hoffe, dass das nicht dein Ernst ist. Er hat die Nerven hier aufzutauchen?“, fragte sie aufgebracht.
„Fiona, es ist alles gut“, versuchte sie sie zu beruhigen.
„Noch ein Bruder?“, fragte Sanna in die kleine Runde.
Lira nickte ihr bestätigend zu. „Woher weiß er, dass du hier bist?“
„Ich vermute er hat seine Quellen“, sagte Lira unbeeindruckt.
„Wieso sollte er in Finnland Quellen haben?“
„Fiona, es reicht.“
Ein wenig mürrisch lehnte sie sich zurück, hielt aber den Mund.
„Danke.“
„Ich nehme an, ein Bruder den ich morgen nicht auf der Hochzeit kennenlernen werde?“, wollte Sanna nun wissen. Sie konnte hier ja richtig ihre Kombinationsgabe trainieren.
„Richtig“, kam Fiona Lira zuvor. „Aber da entgeht dir auch nichts“, schob sie hinterher.
„So Thema Vito für heute beendet meine Damen, lasst uns die Tanzfläche stürmen“, grinste Lira und hielt den beiden Frauen jeweils eine Hand hin.

Gegen halb fünf taumelten Lira und Fiona in deren Hotelzimmer.
Ohne sich vorher abzuschminken oder sich auch nur ins Bad zu begeben, ließen sie sich auf das große Bett fallen und schliefen recht zügig ein.
Es war unglaublich, was Alkohol so alles veranstaltete, denn Lira schlief die ganze 'Nacht' durch, trotz Fiona neben sich.
Als ihr Handywecker klingelte öffnete sie langsam die Augen. Au ha sie hatte lange nicht mehr so viel getrunken. Sie war wirklich froh, dass sie nie so zimperlich gewesen ist, sie konnte also einiges aushalten und würde damit den Tag höchstwahrscheinlich mit weniger Kopfschmerzen überstehen als Sanna und Fiona.
Sie quälte sich aus dem Bett und ging ins Bad, als sie in den Spiegel sah, wand sie den Blick schnell wieder ab. Denn ihr Spiegelbild sah aus wie das Monster von Helsinki.
Frisch geduscht, mit einem Handtuch umwickelt kam sie wieder ins Hotelzimmer.
Sie griff zu ihrem Handy, Riku und Osmo hatten ihr Bilder des Jungessellenabschiedes von Herrn Haber geschickt. Sie musste lachen, als sie sie ansah. Eins zeigte Samu in einem Krokodilkostüm, sie zog die Augenbrauen hoch. Unweigerlich fragte sie sich, ob er sich schon halb bewusstlos gesoffen hatte, als er dieses Kostüm angezogen hat. Wollte sie das überhaupt so genau wissen? Nein, lieber nicht. Man musste nicht immer alles wissen. Aber diese Bilder würde sie auf jeden Fall für die Nachwelt aufheben.
„Wie viel Uhr haben wir?“, brummte Fiona.
„Elf.“
Plötzlich saß sie aufrecht im Bett. „Du heiratest heute!“, rief sie aus.
Lira fing an zu lachen. „Ja ich weiß. Danke.“
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