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Beste Freunde auf Lebenszeit?

von anxxaa
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
09.06.2020
10.02.2021
12
13.501
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09.06.2020 956
 
7 Jahre zuvor
Summer, Mittwoch, 15:32 Uhr
Ich las jetzt schon zum 20. Mal denselben Satz, aber er wollte einfach nicht in meinen Kopf hängen bleiben. Morgen stand die Prüfung in Physik an, und alle meine Klassenkameraden lernten schon seit 2 Wochen dafür. Aber ich musste ja bis zum letzten Tag warten, um mir dann auf die Schnelle alles in den Kopf zu hauen. Typisch ich.
Da mir bewusst wurde, dass ich das Thema „elektrische Ladungen“ eh nicht mehr rechtzeitig verstehen würde, rief ich Liberty, meine beste Freundin an, um mich mit ihr auf Shopping-Tour zu begeben. Wenn ich den Test schon verhauen würde, dann wenigstens in einem schicken Outfit.
Zum Glück hatte Liberty auch eine Lernblockade, also stand die Verabredung. Erst seit Kurzem gab es da ein  neues Geschäft mit umwerfend süßen Klamotten, in dem Liberty und ich schon längst Stammkundinnen waren.
Ich ließ meine Hausaufgaben auf dem Schreibtisch liegen, damit es so aussah, als hätte ich gelernt. Meine Mutter fiel immer wieder auf diesen Trick herein. Ich schnappte mir meine Handtasche und machte mich auf den Weg in die Shopping-Welt der Extraklasse, der Magnolia Promenade.
Dort angekommen setzte ich mich auf eine Bank und checkte mein Handy auf eine neue Nachricht von Liberty. Normalerweise kam sie immer etwas später, daher erwartete ich jetzt auch keine neue Nachricht von ihr. Wie Recht ich hatte.
Liberty bog 5 Minuten zu spät um die Ecke. „Sorry!“, rief sie schon in 20 Metern Entfernung, „ich musste noch etwas besorgen.“ Sie hielt demonstrativ eine Tüte mit Süßkram hoch. „Alles okay“, erwiderte ich, fragte mich allerdings, wieso Liberty haufenweise Chips kaufte. Sie aß selten so viel Knabberzeug. Auf einmal fing sie an zu grinsen. „Was ist los?“, fragte ich verwirrt. Sie liebte Shoppen, aber dieses Grinsen war ein bisschen übertrieben. „Schau mal nach, ob du Samstagabend Zeit hast. Ich sage schon mal vorneweg, dass du auf jeden Fall eingeladen bist.“ Hektisch prüfte ich meinen Haushaltskalender, aber Liberty würde erst im Winter altern. Wir hatten gerade mal Ende Frühling.
Ihren Geburtstag konnte sie also nicht gemeint haben. Das konnte ja nur bedeuten… „Wirklich? Deine legendären Hauspartys? Nicht dein Ernst! Und ich bin eingeladen?“ Ich war auf einmal total aufgeregt. Nach Libertys Partys sprach der komplette Jahrgang darüber. Ich war allerdings noch nie eingeladen worden, da Liberty und ich uns erst kurz nach der letzten Party angefreundet hatten. Das war so circa 3 Wochen her.
„Hättest du mir zugehört, wüsstest du, dass ich dich eingeladen habe!“, entgegnete Liberty mit einem gespielt empörten Gesichtsausdruck. Ich quiekte, und fiel ihr mit pochendem Herzen vor lauter Aufregung um den Hals. Sie begann zu röcheln, da meine Umarmung ziemlich fest gewesen war. Ich ließ sie los, und sie rieb sich lachend den Hals. "Wenn du mich umbringst, kannst du die Party vergessen!" grinste Liberty. Wir lachten, hakten uns unter und begannen die Shoppingtour.


Liberty, Mittwoch, 22:26 Uhr
Unsere Tour durch die Läden war mehr als erfolgreich. Ich hatte vorgehabt, mir ein Kleid für meine Party zu kaufen, und hatte mich für ein langes gelbes Kleid entschieden. Summer meinte, sie hätte schon eins für die Party und hatte ein blau-weiß gestreiftes Poloshirt und einen blauen Rock gekauft.
‚Sie scheint sich ja mega auf die Party zu freuen...‘ dachte ich, während ich meine Ausbeute auf einen Kleiderbügel schob und darauf bedacht, es nicht zu zerknittern, in meinen Schrank hing. Mittlerweile bedauerte ich, dass ich erst so spät gemerkt hatte, wie nett sie eigentlich war. Ich hatte schon sehr viele Hauspartys gefeiert und den halben Jahrgang eingeladen, daher waren Events dieser Art nichts Besonderes mehr für mich.
Ich warf mich auf mein Bett und schaute auf meinen Radiowecker. Halb 11. Irgendwie war ich noch nicht wirklich müde, also spielte ich mit dem Gedanken, noch einmal in mein Physikheft zu schauen, verwarf diesen Einfall ganz schnell wieder. Wenn ich mich zwischen Augenringen wegen zu langem Lernen oder einer schlechten Note wegen Nichtlernen entscheiden muss, fällt meine Wahl ganz klar auf Letzteres. Also warf ich mich aufs Bett und schlief kurz darauf ein.

Donnerstag, Liberty, 07:20 Uhr
Am nächsten Tag wurde ich von einem grellen Blitz am dunklen Himmel begrüßt. 'Passt ja zur Physikarbeit', dachte ich und schälte mich aus dem Bett. Ich suchte in meiner Makeup-Schublade nach wasserfestem Mascara und wurde tatsächlich fündig. Danach band ich mir meine mittellangen, dunklen Haare zu zwei charakteristischen Zöpfen zusammen. Danach huschte ich die Treppe herunter, schnappte mir ein Toast, und machte mich auf den Weg in die Schule. Ich war sehr früh dran, also hätte ich noch genügend Zeit zum Lernen.
In der Schule war ich größtenteils alleine, also verzog ich mich mit meinem Heft auf die Mädchentoilette. Ich musste nicht pinkeln, war aber ungestört. Kaum hatte ich die Kabine hinter mir abgesperrt, hörte ich die Tür und sah Summers Halbschuhe durch den Spalt zwischen Kabinenwand und Boden. „Hey, Summer, ich bin hier drin“, sagte ich und öffnete die Tür. Meine beste Freundin schlüpfte durch die Tür. Sie trug ihren blauen Rock und das gestreifte Poloshirt, das sie gestern „ershoppt“ hatte. Ihre langen, blonden Haare trug sie geflochten. Für solch schöne Haare hätten normale Mädchen getötet.
Ich merkte, dass sie denselben Einfall gehabt hatte wie ich, nämlich mir alles vor der Arbeit ins Kurzzeitgedächtnis zu hauen, denn auch sie hatte ihr Physikheft in der Hand. Ihr Blick fiel auf mein Heft, mein Blick auf ihres, wir dachten das gleiche, grinsten uns an und begaben uns schweigend in die Welt der elektrisch geladenen Teilchen.

Ich hoffe, Kapitel 1 hat euch soweit gefallen. Im Kapitel 2 wird es spannender - werden Summer und Liberty die Physikklausur schaffen? Bis das Kapitel online ist, freue ich mich über Feedback. Traut euch! Danke fürs Lesen, anxxaa ♥
 
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