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Weg einer Kämpferin

von xscullyx
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Irvine Kinneas Quistis Trepe Riona Heartilly Selphie Tilmitt Squall Leonhart Xell Dincht
09.06.2020
11.06.2020
5
8.643
2
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09.06.2020 820
 
Weg einer Kämpferin

Prolog

Anfänge


Deling City, Villa Caraway

Ich stehe vor meinem Vater und blicke ihn wütend und zeitgleich fassungslos an. Er, Fury Caraway, war meiner Mutter allen ernstes fremdgegangen. Wie konnte er nur? Seit Tagen ringe ich mit meinem Gewissen. Mit dem, was ich an diesem Tag gesehen habe, welcher mein Leben nachhaltig veränderte. Mit meinen jungen sechzehn Jahren wusste ich ganz genau, was vor sich ging, als ich es entdeckt habe. Früher von meiner Freundin Serena zurück kommend, habe ich mich selbst in unsere Villa hinein gelassen und habe Stöhnen vernommen. Mein erster Gedanke war, dass mein Vater sich vielleicht verletzt hatte und ich fing an, die Treppe in den oberen Bereich hinaufzulaufen. Dann hielt ich inne, da eine fremde Frauenstimme den Namen meines Vaters stöhnte.

Zur Salzsäule erstarrt, hatte sich meine rechte Hand um den Handlauf der Treppe verkrampft und mein Herz setzte gefühlt einen Schlag aus. Das war definitiv nicht die Stimme meiner Mutter Julia. Auch war sie um diese Zeit überhaupt nicht Zuhause, sondern war arbeiten. Sie war hauptberuflich Sängerin, arbeitete dennoch tagsüber in Teilzeit in einem kleinen Supermarkt in Deling City, gegenüber dem Hotel in dessen Bar sie abends immer auftrat, sich selbst am Konzertflügel begleitend. Leiser ging ich die Treppe hoch und näherte mich dem Gästezimmer, aus dem die nun eindeutigen Geräusche drangen. Die Tür war nur angelehnt und ich habe widerstrebend einen Blick durch den Spalt geworfen, um zu erkennen, dass mein Vater schwitzend und stöhnend unter einer Blondine mit Wespentaille lag, welche ihn mit zurückgeworfenen Kopf ritt.

Dieses Bild werde ich nie wieder vergessen können. Nach dieser Entdeckung war ich durch den Flur gerannt, auf dem Weg in mein Zimmer und habe die Tür hinter mir lautstark ins Schloss, und mich weinend auf mein Bett geworfen. Ins Kissen schluchzend habe ich gehört, wie die Frau, mit der mein Vater es getrieben hatte, unser Zuhause verlassen hat. In mein Zimmer war er jedoch nicht gekommen – vermutlich aus Scham. Um nicht herauszufinden, ob und was ich mitbekommen hatte.

Nun stehe ich hier. Vor ihm. Meinem Vater. Er wollte mich auf ein Internat schicken, weit weg von Deling City. Vermutlich, um seine Affären einzuschleppen, wann immer es ihm beliebte und sein einziges Kind nichts davon mitbekommt. Fassungslos schüttle ich meinen Kopf und meine schulterlangen, dunklen Haare fliegen umher. Meine Hände habe ich abwehrend vor meinem Brustkorb gehoben – abwehrend.

„Niemals, Vater! Ich werde nicht auf ein Internat gehen!“, rufe ich wütend und stampfe mit meinem rechten Fuß auf, um meine Worte zu untermauern.

„Du wirst, mein Kind. Ich dulde keinerlei Widerworte. Das weißt du genau so gut wie ich es tue.“

„Nein!“, erwidere ich störrisch und schüttle wieder den Kopf.

Meine Mutter betritt das Büro meines Vaters und sieht fragend zwischen meinem Vater und mir hin und her. Sie scheint nicht zu wissen, um was es hier geht und wendet sich nun final an ihren Mann.

„Was geht hier vor, Liebling?“, fragt sie ihn mit weicher, sanfter Stimme und verschränkt ihre Arme vor der Brust.

Ich glaube, ich muss mich gleich übergeben. Meine Mutter liebt ihn. Wirklich und wahrhaftig. Aber er missbraucht ihre Liebe und ihr Vertrauen und vergnügt sich hinter ihrem Rücken mit anderen Weibern. Mein Verstand kann das einfach nicht verarbeiten. Was hat sie ihm getan, dass er sie so hintergeht? Mein Herz zog sich vor Kummer zusammen und ich seufze niedergeschlagen. Warum?

„Unsere Tochter ist der Meinung, mir, ihrem Vater, zu widersprechen. Ich habe sie darüber in Kenntnis gesetzt, das wir sie auf ein Internat schicken werden. Sie will später im Berufsleben einen guten Start haben“, erklärt mein Vater sie monoton und meine Mutter zieht die Augenbrauen zusammen.

„Auf ein Internat, Fury? Warum?“, fragt sie irritiert und blickt mich dann verwundert an.

Ich verenge meine Augen zu Schlitzen und starre meinen Vater missbilligend an. Wenn er es tatsächlich wagen würde, mich auf irgendein dummes Internat schicken zu wollen, dann werde ich die Bombe platzen lassen. Egal, ob ich unsere Familie dann zerstöre. Meine Mutter ist schon gestraft genug mit einem solchen Ehemann. Eine Ehe? Was ist eine Ehe denn wert? Wenn man nicht treu gegenüber seinem Partner sein konnte? Nichts, verdammt noch mal! NICHTS!

„Damit sie für das Leben vorbereitet wird, Julia. Sie ist verwöhnt und musste bisher nichts aus eigener Kraft erreichen, versteh das bitte. Ich will ihr nichts böses“, erwidert mein Vater ruhig und legt seine Hand auf den Unterarm meiner Mutter, um sie zu beschwichtigen.

„Ich gehe auf kein Internat, Vater“, sage ich langsam und betone das letzte Wort absichtlich.

Damit mache ich auf meinem Absatz kehrt und stürme wütend aus dem Raum, um die Villa zu verlassen und zu meinem Lieblingsort zu flüchten: Dem Wald außerhalb der Stadt. Dort werden meine Eltern mich niemals vermuten, geschweige dem suchen. Niemand würde mich dort finden oder stören. Sollen sie sich doch alle um mich sorgen – mir egal.

Mein Name ist Rinoa Heartilly und dies ist meine Geschichte.


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