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Mein Schicksal in San Francisco

GeschichteMystery, Übernatürlich / P12 / Gen
Ja-Kal OC (Own Character) Presley Carnovan Scarab
09.06.2020
15.06.2020
6
6.694
 
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10.06.2020 1.353
 
Es war eine Woche nach meinem zwölften Geburtstag, da musste Paps (schlimmes Nierenleiden mit Dialysepflichtigkeit) wieder ins Krankenhaus und ich war mit Mutts und Patti alleine im Haus. Noch immer hatte ich das Ägypter-Fieber und malte mir in meiner Fantasie aus, wie ich mit meinen Eltern "Thutari 3" und Belinda auf einem ägyptischen Planeten leben würde und las dabei immer wieder die Bücher: "Aus der Steinzeit in den Weltraum", Enzyklopädie des Wissens-fünfter Band und natürlich von C. W. Ceram "Götter, Gräber und Gelehrte". Wobei die beiden mumifizierten Köpfe der beiden Pharaonen Ramses den zweiten und Tut-ench-Amun besonders faszinierten. Ich hatte nie Angst vor Mumien, eher vor lebenden Menschen die mich mobbten oder sonst mich schlecht behandelten wegen meiner Introvertiertheit. Wir waren wieder im Museum, da stand auch ein Sarkophag mit einer Mumie drin, ich blieb minutenlang davor stehen und nuschelte in mir hinein:"Ob der da drin mit mir verwandt ist?", leider hörte das Mutts und zischte zu mir:"Was für ein Quatsch, der ist doch schon längst tot und jetzt komm, hier gibt es mehr zu sehen als diese dumme Mumie!" Ich folgte Mutts auf dem Fuß, zwinkerte zurück zum Sarkophag und flüsterte leise:"Auf Wiedersehen auf dem Ägypter-Planet!"
Danach gingen wir noch ein Eis essen und fuhren zum Krankenhaus Paps besuchen. Er freute sich als wir kamen und als ich ihm erzählen wollte, von der Mumie im Museum, wollte er nichts davon hören und redete über meinen Kopf hinweg mit Patti und Mutts. Ich stand wieder total bedripst daneben und suchte mir eine Zeitschrift zum lesen, ich wünschte mir inbrünstig, es würde jemand kommen und meine königliche Herkunft beweisen und den Mobbern in Haus und Schule es so richtig zeigen. Und dieser Wunsch ging dann in der folgenden Nacht auf ganz wunderbare Art in Erfüllung.
Es war tiefste Nacht, alles war still und ruhig, ein seltsam gekleideter, hochgewachsener Mann mit einem athletisch-muskulösen Körperbau, schritt durch die dunklen Straßen des Dorfes. Es war Pharao Neb-er-tcher-Neterikere der dritte, jüngster Sohn von Pharao Pepi dem zweiten aus der sechsten Dynastie im alten Reich des alten Ägyptens.  Er hatte ein scharf geschnittenes ausdrucksstarkes Gesicht mit einem Paar tiefblauer mandelförmiger Augen, die hellwach den Blick umher schweifen ließen, eine schmale gerade Nase und einen fein geformten Mund. Sein Kinn war stark ausgeprägt und hatte in der Mitte eine Kerbe, das Zeichen für Energie, seine Wangen waren eingefallen und die Backenknochen traten hervor. Er war ein ausgesprochen schöner Mann: schlank, kraftvoll und geschmeidig! Der ägyptische Großkönig trug einen langen Rock, der plissiert war und einen Schulterkragen, besetzt mit Edelsteinen wie man es kennt von den altägyptischen Darstellungen auf Reliefs oder Malereien. Sein Haupt ziert die rot-weiße Peschent-Doppelkrone, die seine Herrschaft über Ober-und Unterägypten symbolisiert. Über seine nackte, muskulöse Brust lagen übereinander gekreuzt, aus feinstem Brokat die Horus-Flügel, die golden glänzten im Licht der Straßenlaternen. An seinen Oberarmen und Handgelenken trug er goldene, reich verzierte Armreife und an seinen Füßen bequeme Sandalen, die vorne nach oben spitz zuliefen. Der (noch) fremde Mann stemmte seine Fäuste in die Hüften und schaute sich um:"Ich muss jetzt da lang, dort in der Straße lebt meine wieder geborene Tochter!", Nach diesen Gedanken bog er um die Ecke und kam an einer Bäckerei vorbei, er warf einen kurzen Blick darauf und murmelte:"Hier bin ich richtig, die Straße hinab und das ockerfarbene Haus gegenüber einem Bauernhof, so wurde mir gesagt!" Zügig schritt der Pharao die Straße entlang und stand schließlich vor dem gesuchten Haus, es hatte die Nummer 12. Der stattliche Mann ging nun die Treppe hoch und statt zu klingeln, verschwand er hinter das Haus und anvisierte das Fenster von rechts im ersten Obergeschoss. Sein scharfer Instinkt meldete ihm:" Da, genau da in dem kleinen Zimmer schläft meine Tochter!" Ohne ein Geräusch nahm der König die Leiter vom Mirabellen Baum und stellte sie an die Hauswand. Lautlos, wie eine Katze kletterte der Pharao die Leiter hoch, am Fenster angekommen stellte er fest das es verschlossen war. Er lächelte, streckte seine Hand aus und öffnete das Fenster mit seinen psychokinetischen Kräften. Geschmeidig stieg er in das Fenster, schloss es wieder und sah auf der Liege eine schlafende Gestalt, mich! Ich war gerade im Tiefschlaf und merkte nicht, dass jemand sich zu mir an mein Bett setzte. ich lag mit dem Bauch auf dem Bett und bemerkte noch nicht, wie jemand zärtlich seine Hand mir auf das Haupt lag. Der Großkönig strich mit seiner Hand mir über den Kopf und berührte meine Stirn und Wangen, (ich schlief immer auf dem Bauch mit dem Kopf zur Seite gedreht.) Ich hatte gerade etwas schönes geträumt: Ein starker Held rettete mich vor einer Meute randalierender Jungen und trug mich auf den Händen in Sicherheit. So langsam erwachte ich und fühlte eine warme Hand auf meiner Schläfe, es war ein angenehmes Gefühl! Ich drehte mich auf den Rücken und schaute in das Gesicht des noch fremden Mannes. Ich sah, dass er Tränen in den Augen hatte und dass sein Mund zitterte. Plötzlich war ich hellwach und nahm den Mann jetzt genauer war und setzte mich auf. Ich musterte ihn genau identifizierte ihn als meinen pharaonischen Vater und rief ganz laut:"Vater, Du bist es wirklich! Meine Gebete wurden erhört!" Und ich warf mich ihm um den Hals und fing an laut zu weinen, er schlang seine muskulösen Arme um meinen Leib und drückte mich feste an sich und rief:" Nach 4200 Jahren sehe ich meine geliebte Tochter wieder, ich danke Dir Ra für Dieses wunderbare Geschenk!" Schluchzend lagen wir uns in den Armen, bis ein Geräusch unsere Umarmung auflöste.
Patti (ältere Schwester) kam in mein kleines Zimmer gestürmt und sah, dass da ein fremdartig gekleideter Mann an meiner Bettkante saß und seinen Arm um mich gelegt hatte. Sofort verließ sie den Raum, eilte zur Mutter und petzte:"Mama, komm schnell da ist beim Nicole ein Mann im Zimmer, der sieht aus wie ein Pharao!" Da war der Frieden vorbei, Mutts hastete ins Zimmer und machte Anstalten den Mann zu verscheuchen, aber er schickte beiden einen durchdringenden hypnotischen Blick, bei dem Patti fluchtartig die Treppe runterlief und nicht mehr wieder kam. Mutts dagegen wurde neugierig und fragte meinen Vater:"Wer sind Sie überhaupt, wie sind sie hier hereingekommen?" "Ich komme aus der Vergangenheit, Frau Karpa! Ihre Tochter ist hier in Gefahr und ich bin hierher gekommen um sie in Sicherheit zu bringen, mit Verlaub ich bin Neb-er-tcher Neterikere der dritte aus dem Hause Dashur der sechsten Dynastie, was hier in Eurer Geschichtsschreibung als das alte Reich bezeichnet wird!", gab mein Vater zur Antwort. Mutts stutzte zuerst und musterte den Pharao von oben bis unten, schließlich sagte sie zu ihm:"Gut, Majestät. Sie sind jetzt mein Gast, wo wollen Sie schlafen?" "Wo Platz ist, ich habe noch Gepäck mitgebracht.", antwortete der König. Er ging zum Fenster, öffnete es und hievte telekinetisch die Reisetasche hoch ins Zimmer und ließ sie klatschend auf den Boden fallen. "So wie ich sehe sind Sie echt und kein verkleideter Fastnachter, Sie haben Kräfte das bewundere ich! Ich stehe dann früh auf und mache Frühstück, Sie können das Zimmer beziehen von meinem Sohn, der ist jetzt zwei Wochen weg!", erwiderte Mutts. Mein Vater nahm die Tasche, drückte mir einen Kuss auf die Wange und verschwand im Zimmer mit dem Gruß:"Jetzt schlaf´aber noch schön, meine liebe Naunet und Sie auch Frau Karpa, gute Nacht!" Danach wurde es wieder dunkel im Haus, Patti war Hals über Kopf zu einer Freundin geflohen und hat sich bei ihr einquartiert, bis der Spuk mit dem fremden Mann zu Ende war, denn das Ganze war ihr doch zu unheimlich. So hatten Mutts, mein Vater und ich für eine Woche das Haus für uns alleine. Denn Pharao Neb-er-tcher hatte nur sieben Tage Zeit für seine Mission und musste dann wieder zurück in die OOber Welt Amitisa.
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