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Zwischen Liebe und abgefahrenen Reifen

GeschichteLiebesgeschichte / P18
DK Han Neela OC (Own Character) Sean Twinkie
08.06.2020
28.11.2020
30
34.597
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29.09.2020 1.382
 
Augenblicklich hielt der Koreaner inne, weil die Regale und der sich teilweise in Karton befindende Inhalt komische Geräusche machte während sich das Paar vergnügte. Zudem führten die dazukommenden Laute jemanden nicht unbedingt auf die falsche Fährte, was etwas ärgerlich war. Deswegen zog sich Han etwas angefressen, weil er auf dem Weg zum Ziel gestört wurde, aus seiner Gefährtin zurück und gab ihr somit wieder festen Boden unter den Füßen. Anschließend holte er seine Hose inklusive Boxershorts zurück in Position, ehe er sie zuknöpfte und den Reißverschluss zuzog. Mit einem Griff in den Schritt, rückte er seinen noch immer erregten Freund zurecht und wandte sich dann an Fiona.

"Du bleibst hier", flüsterte er, die sich gefolgt davon ebenfalls wieder einigermaßen anzog und stumm nickte.

Mit dem Öffnen der Tür trat er von der Abstellkammer hinaus in die hell erleuchtete Werkstatt, was man von dem kleinen Raum nicht behaupten konnte. Das Licht war eher gedämmt, aber es reichte um zu sehen was man suchte. Erst dann schloss er die einzelnen Knöpfe seines Hemdes vor den Augen der Amerikaner, die ihn fragend ansahen. Dennoch verriet zumindest eines der Gesichter , das es mehr wusste, als dem Mann der Schöpfung lieb war.

"Was gibt's?", meinte er leicht gereizt, als er zwischen seinen Freunden hin und her schaute und ungeduldig auf eine Antwort wartete.

Sean war derjenige der bereits eins und eins zusammengezählt hatte und wusste was hinter der verschlossenen Tür gespielt wurde, weshalb er sich verlegen am Kopf kratzte und verstohlen grinste.
Warum sonst würde der blaue Nissan vor der Halle geparkt stehen und Han mit offenen Hemd aus einer Kammer kommen, wenn weit und breit nichts von der Polizistin zu sehen war? Wäre schon ein extrem dummer Zufall, falls Fiona doch aus irgendeiner anderen Ecke des Arbeitsumfelds kommen würde.

"Ähm, eigentlich wollte ich nur den Mitsubishi abholen."

Der hochgewachsene Asiat nickte wissend, war aber trotzdem etwas irritiert weil die zwei Schüler schon so früh auf der Matte standen. Geht die Schule normalerweise nicht bis vier Uhr nachmittags? So zumindest war es zu seiner Zeit gewesen, als er noch zur Schule ging. Nichtsdestotrotz ging er hinüber zum Schreibtisch und schmiss seinem Kollegen anschließend in einem hohen Bogen die Schlüssel zu.

"Er steht im Hinterhof geparkt", sagte er und zeigte mit seinem Daumen über seine Schulter hinweg.

Der Neuankömmling nickte noch immer grinsend und zog auf der Stelle seinen Freund am Ärmel der Schuluniform mit sich, um den beschäftigten Besitzer der Werkstatt alleine zu lassen. Twinkie hingegen verstand im Moment nur Bahnhof, folgte aber seinem Freund widerwillig. Der Koreaner ließ nach dem Verschwinden der zwei einen langen Atemstoß aus und stellte sicher, dass nun alle Türen und Tore verschlossen waren, um einen weiteren Versuch zu starten. Also ging er zurück in die Kammer und fing nochmal ganz von vorne an, vorausgesetzt seine Partnerin würde mitspielen. Doch wie es schien hatte die Dunkelblonde kein Problem damit nochmal zu beginnen, da man schon wenige Minuten später die bereits bekannten Geräusche vernehmen konnte, die durch spezielle Bewegungen ausgelöst wurden.

Sichtwechsel Sean & Twinkie

"Sag mal, hast du denn keine Augen im Kopf?", meinte Sean belustigt, als er zusammen mit seinem Beifahrer auf die Straße fuhr. Ihr Weg führte um den Block zurück zum vorderen Teil der Werkstatt, wo der übertrieben designte Touran geparkt war.

"Für was denn?", fragte der mittelgroße Afroamerikaner, der nichts wissend mit den Schultern zuckte.

Erst als sein Schulkamerad im Vorbeifahren auf den blauen Nissan zeigte, ging ihm endlich ein Licht auf. Er rechfertigte sich damit, das Fahrzeug nicht gesehen zu haben, da er als Fahrer auf die Straße achten musste. Aber wenn er ehrlich war, ist ihm das soeben passierte wirklich entgangen. Doch da er nun Bescheid wusste, schüttelte er nur grinsend den Kopf.  

"Junge, Junge, Junge. Unser Han hat einfach ein Händchen für Frauen. Da kannst du sagen was du willst", gab der Besitzer des 'Hulk' lachend von sich woraufhin der zweite Amerikaner tatkräftig mit einem High5 zustimmte.

Sichtwechsel Neela

Genauso wie die zwei Jungs, hatte auch Neela etwas nach der Schule zu erledigen. Seitdem sie Sean heute Morgen auf dem Schulhof mit Schrammen im Gesicht entdeckt hatte, war ihr klar das nur einer einen Grund hatte, das zu tun. Also hatte sie sich auf dem Weg zum Casino gemacht, wo sich das Büro ihres Freundes befand.

Sie stürmte wutentbrannt in den kleinen Raum, gefolgt von seinem Handlanger Morimoto der sich anscheinend zur selben Zeit in dem Gebäude aufhielt. Zwei japanische Mädels leisteten DK Gesellschaft was der Braunhaarigen jedes Mal ein Dorn im Auge war. Die eine saß auf der ledernen Armlehne seines Sessels und zählte Scheinchen. Die andere spielte mit einer Spitze seiner Cowboystiefel die er trug, während seine Beine lässig auf dem Schreibtisch lagen. Sein Gesichtsausdruck war fragend auf seine dunkelhaarig Freundin gerichtet.

"Es ist aus", sagte Neela und sah ihren (Ex)Freund ernst an.

Sein Blick ruhte für eine Moment auf ihr, bevor er den Besucherinnen auf Japanisch die Anweisung gab die Räumlichkeiten zu verlassen. Wortlos gehorchten die jungen Frauen und gingen schnurstracks in Richtung Tür. Morimoto strich sich süffisant grinsend beidseitig über die blondierten Haare und musterte Neela von hinten, ehe sein Blick zu Takashi schweifte und er sich letztendlich ebenfalls zum Gehen wandte.

"Und das alles wegen eines Gaijin", fing der Japaner an, weil er ganz genau wusste, worauf sein Besuch hinaus wollte. Das aber brachte die junge Frau in Schuluniform noch mehr in Fahrt.

"Ich bin eine Gaijin!", verteidigte sie sich. Ihre Stimme klang wütend und ihre Augen fixierten fest ihr Gegenüber, als sie mit leicht schüttelnden Kopf weitersprach. "Du hast dich verändert, DK."

Der flachnasige Japaner stand auf und kam Schritt für Schritt um seinen Schreibtisch herum, auf seinen weiblichen Gast zu.

"Du sagst, ich hätte mich verändert? Aber wir beide sind gar nicht so unterschiedlich. Wir stammen beide von Verlierern ab, hab ich recht?", meinte er und kam immer näher auf Neela zu.

Er drängte die Oberschülerin gegen den bronzefarbenen Raumtrenner und versperrte ihr somit den Weg, indem er seinen linken Arm gegen das Metallgestell stemmte. Takashi war ihr so nah gekommen, das sich beide Nasenspitzen schon fast berührten, woraufhin er das Wort erneut ergriff.

"Es heißt, deine Mama war damals die beste Nutte in ganz Kobukichó."

Diese Worte seinerseits trieben ihr Tränen in die Augen: "Lass meine Mutter aus dem Spiel!", zischte die Dunkelhaarige. Doch er ließ sich davon nicht beeindrucken.

"Wenn wir dich nicht aufgenommen hätten, wärst du genauso wie sie. Du würdest alles für Kohle machen", antwortete der kurzhaarige Japaner, ohne Rücksicht auf Verluste.

Neela hingegen ließ sich das nicht gefallen und scheuerte ihm eine, bevor sie antwortete: "Glaubst du, ich würde dich zweimal ansehen, wenn es nicht für deinen Onkel wäre?"

Diese Aussage traf einen wunden Punkt und brachte Takashi somit in Rage. Daraufhin drängte er seine (Ex)Freundin immer mehr in die Enge. Wütend schlug er mit der flachen Hand gegen das Gestell, wodurch die junge Frau zusammenfuhr. Sie hatte keine Ahnung was folgen würde. Sein Blick schweifte von Kopf bis Fuß und wieder zurück. Der Drift King legte seine rechte Hand in ihren Nacken und zog ihren Kopf näher. Mit feuchten Augen versuchte sie sich aus seinem Griff zu befreien.

"Wir sind absolut gleich Neela. Du und ich. Der einzige Unterschied ist, ich weiß wer ich bin und wohin ich gehöre." Eine kleine Pause trat ein, bevor er weitersprach: "Weißt du wer du bist? Weißt du wo du hingehörst?"

Nach diesen Worten ließ er von ihr ab und entfernte sich von ihr. Seiner Meinung nach sollte das genug Lehre gewesen sein, doch die Dunkelhaarig gab ihm Kontra. Jedoch erst kurz danach, als sie bereits einen Fuß durch die Tür gesetzt  hatte, um auf der sicheren Seite zu sein. Nicht auszudenken, was er gemacht hätte wenn sie ihm ihre Gedanken ins Gesicht gesagt hatte.

"Nach all dem weiß ich ganz genau wer ich bin und wo ich hingehöre. Und zwar nicht zu dir", rief sie gerade so hörbar in den Raum, bevor sie die Tür hinter sich schloss und mit schnellen Schritten durch das Casino nach draußen verschwand.
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