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─ MIZPAH

von jihyunv
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Caesar A. Zeppeli Erina Pendleton Joseph Joestar OC (Own Character) Robert E. O. Speedwagon Suzi Q
08.06.2020
04.12.2020
6
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08.06.2020 619
 
→ Mizpah;

(n.) the deep emotional bond between people, especially those separated by distance or death.

or

the warm connection between loved ones even if they're far apart.




,,Ist das unser Ende?"
Meine Stimme war triefend kalt. In meinen Ohren vernahm ich meine Stimme nicht als fremd, denn ich sprach grundsätzlich mit Fremden oder gewissen Personen in so einer kalten Tonlage.

Aber diesmal war es anders. Wenn man mit einer wichtigen Person auf so einer Art und Weise redet, hinterlässt das ein komisches Gefühl im Bauch. Es zieht sich zusammen, ein unbehagenes Gefühl. Es ist so ähnlich wie beim Lügen. Das Gefühl prägt einen erst im Nachhinein und man wird das üble Gefühl einfach nicht los.

Es war Anfang April aber der Himmel war mit dunklen Wolken überzogen. Kein einziger Sonnenstrahl schien auf die Stadt hinab. Zu jenem Ort spürte man nur weit und breit die Kälte, die sich durch den vorherigen Regen angestaut hatte.

,,Lass es mich erklären."
Seine Stimme drang zu mir hindurch und überfüllten meine Ohren. Er klang recht verunsichert.

,,Es gibt nichts zu erklären", fiel ich ihm sofort ins Wort. Monatelang hatte ich sehnsüchtig auf ihn gewartet. Ich hatte Angst um ihn. Sehr große. Sobald die Angst uns ergreift, sind wir ein Wrack. Unser klarer Verstand setzt aus und wir vertrauen instinktiv unserem Herzen. Doch sobald wir uns zu sehr darauf verlassen, gibt es kein zurück mehr. Wir fallen unendlich lang in ein schwarzes Loch und es gibt keinen Weg nach draußen.

Ich war maßlos von ihm enttäuscht.
Es schien für mich so, als seien alle Bemühungen für ihn umsonst gewesen.

,,Lass mich ausreden!"
Josephs grünen Augen, die sonst immer so regelrecht strahlten, hatten einen ungewöhnlich verzweifelten Ausdruck. Auch seine kräftige Stimme bebte dabei. Sein brauner Haarschopf wirbelten genau so wie meine nachtschwarzen Haare umher, als der Wind stärker wehte als zuvor.

,,Du bist mir wichtig, in jeder Hinsicht.
Ich weiß, wir haben uns drei Monate lang nicht gesehen und ich habe dich auch vermisst, bitte glaube mir doch", rief er zu mir herüber, da ich bewusst Abstand von ihm hielt. Mein Herz sog sich schmerzvoll zusammen.

,,Wie soll ich dir glauben, wenn ich offensichtlich ersetzt wurde und ich nach deinem albernen Auftritt bei deiner eigenen Beerdigung erfahren musste, dass ER tot ist? Ist dir überhaupt bewusst, wie wichtig er mir bis jetzt ist?", zischte ich mit monotoner Stimme. Meine Augen verengten sich dabei.  

Joseph trat näher an mich heran, weshalb ich sofort nach hinten ging und bestimmend  ,,Bleib da gefälligst stehen!" zu ihm rief. Tatsächlich blieb er stehen, aber der Abstand verringerte sich. Zwischen uns beiden waren nur noch so gut wie zwei Meter Abstand.

,,Es tut mir leid, ich meine das Todesernst! Ich weiß das ich mich arschig verhielt und du bist verletzt. Aber bitte, gib unsere Freundschaft nicht auf!", versuchte er es diesmal mit mehr Energie und ging wieder auf mich zu. Reflexartig wich ich nach hinten und spürte schon die ersten Regentropfen auf mich hinab fallen.

Die Stimmung zwischen uns war erdrückend und das Unwetter betonte das umso mehr.

Schnell stieß ich ihn von mir weg, bevor er sich mir nah entgegen stellen konnte.

Mein Herz schrie.
Es schrie, dass ich ihn nicht loslassen soll. Denn vielleicht brauche ich ihn wirklich.

Aber mein Verstand redete mir immer wieder ein, dass er mir nicht gut tut und so eine Freundschaft nicht weiterhin standhalten wird, denn wir beide wussten, dass wir mehr als nur gute Freunde waren. Es war viel intensiver als ich dachte.

Entweder wir gehen jetzt als ehemalige Freunde auseinander oder nur die Distanz oder.. der Tod wird uns voneinander trennen.


꧁꧂

Welcome to;
MIZPAH.

Enjoy it :)
 
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