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Jewel Rising

Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Eishi Tsukasa Erina Nakiri Megumi Tadokoro Soma Yukihira Takumi Aldini
07.06.2020
09.06.2020
2
2.369
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Dieses Kapitel
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09.06.2020 1.979
 
-4 Monate nach Central’s Sieg im Regiment de Cuisine-

“Hör auf deine eigenen Gefühle zu verneinen, Kobayashi. Es kann nur in einer Tragödie enden.”

Wie jede Nacht seitdem Totsuki’s einstiger 2. Sitz die Akademie mit dem Abschluss in der Tasche verlassen hatte wurde Rindou Kobayashi im Traum von den letzten Worten die Tosuke Megishima an sie gerichtet hatte heimgesucht.

Sie erwachte wie immer lächerlich früh, beinahe zusammen mit der Sonne selbst, und mir einem ein Ticken zu schnell pochendem Herzen.

Sie setzte sich auf, schüttelte sich und begann mit der alltäglichen Morgenroutine in der Hoffnung die Erinnerungen an das Finale des Regiment de Cuisines würden doch endlich verblassen. Was geschehen war, war geschehen und es sah ihr nicht ähnlich dem hinterher zutrauen.

Hatten Tosuke’s Worte ihr an dem Abend die Sprache geraubt? Vielleicht. Hatte sie bei dem großen Fest, welches Azami zu Ehren von Central’s Sieg gegeben hatte, ein wenig mehr Champagner trinken müssen als nötig um die Feierlichkeit auch wirklich genießen zu können? Kann gut sein. Hatte ein kleiner Teil von ihr darauf gehofft die Richter würden die Namen Soma’s und Erina’s sagen als sie die Gewinner verkündeten? Wer weiß.

Doch all das war nun Vergangenheit, welche sich nun mal nicht mehr ändern ließ. Es wurde Zeit, dass sie sich auf die Zukunft konzentrierte und Rindou hatte keine Lust mehr darauf jeden Morgen zeitgleich mit den Hühnern zu erwachen.

Irgendwann dann um 07:30, kurz bevor sie das von YouTube vorgeschlagene Video der 5 tödlichsten Krokodilangriffe anklicken konnte, klopfte es an der Tür. Gefolgt wurde das zaghafte Klopfen von der ebenso zaghaften Stimme Eishi’s. “Rindou, bist du schon wach?”

Rindou ließ von ihrem iPad ab und setzte ihr berühmtes, katzenartiges Grinsen auf. “Ja, seit 3 Stunden schon. Komm rein Tsukasa.” Verschmitzt fügte sie hinzu. “Ich bin auch angezogen.”

Wie von ihr erwartet, sah sie leichte Röte auf seinen Wangen als er seinen Kopf in ihr Hotelzimmer steckte. “Gu-Guten Morgen...” Begrüßte er sie, so schüchtern wie am ersten Tag.

Rindou dagegen, sprang voller Elan und Gelächter von ihrem Bett auf. “Morgen, Tsukasa.” Sie stemmte die Hände auf ihre Hüften. “Ich nehme mal an du willst mich zum Frühstück entführen? Wurde aber auch Zeit. Ich hab schon richtig Hunger.”

Daraufhin lächelte Eishi ein wenig. “Das hört man ja nicht gerade selten.” Er machte eine winkende Handbewegung und sprach mit Wärme in der Stimme. “Dann wollen wir dich mal zum Buffet bringen.” Das ließ sich Rindou natürlich nicht zweimal sagen.

Mit Eishi zu frühstücken war für sie der schönste Teil des Tages geworden. Sie konnte Unmengen essen und sich dabei unbefangen mit ihm unterhalten. Das Regiment de Cuisine war zu diesen Zeiten nur noch eine blasse Erinnerung. Es schien als gäbe es keine Verpflichtungen, keine Begrenzungen und kein Central.

Doch gerade als sie ihm einen Vortrag über die wohl ulkigsten Meerestiere hielt, klingelte sein Handy. Und die Realität brach wieder über sie ein.

“Ah, tut mir Leid Rindou. Eine Sekunde. Das ist der Direktor, da muss ich rangehen. Es geht sicherlich um die heutige Aufgabe.” Entschuldigte sich Eishi und stand vom Tisch auf um sein tägliches Telefonat mit Azami Nakiri an einem ruhigeren Ort führen zu können. Rindou konnte ihm nur beim Weglaufen zusehen.



Woanders war Somei Saito soeben mit seinem Frühstück fertig geworden, als seine Mutter hereinkam.

Er hatte ihr am gestrigen Abend seit Langem mal wieder einen Besuch abgestattet und dann auch gleich im Elternhaus übernachtet. Nach all dem Stress den er seit seinem Abschluss erdulden musste hatte er das einfach nötig gehabt.

Doch ein wahrer Krieger konnte sich nie lange in seiner Zuflucht verschanzen und als seine Mutter ihn mit verdutzter Miene ansah und sagte “Drau...Draußen steht eine Limousine....Der Fahrer fragte nach dir”. Da wusste Somei, dass es mit seinem kurzen Frieden wieder vorbei war.

Seufzend stand der Sushi-Chef vom Tisch auf und begann sein Geschirr wegzuräumen bevor seine übereifrige Mutter es tun konnte. “Danke, Mama. Das heißt bloß, dass ich schon wieder los muss.”

Wenige Minuten später hatte er auch schon die Sachen die er brauchte aus seinem Zimmer geholt und stand an der Tür, seine Mutter umarmend. “Vielen Dank, dass du mich heute hier hast schlafen lassen, Mama.” “Aber das ist doch selbstverständlich, Somei.” Antwortete sie ihm und bevor er endgültig zur Tür rauskonnte, rieb sie ihm noch einmal seine Wange. “Geb auf dich Acht.” “Natürlich, hab ich doch immer.”

Als er aus dem Haus trat traf er draußen wie zu erwarten die besagte Limousine welche die Blicke der gesamten Nachbarschaft auf sich zog. Somei jedoch  nickte bloß, höflich wie er nun mal war, dem Fahrer zu und stieg dann in das imposante Gefährt.

“Hätte es nicht ein Taxi oder so auch getan?” War sein erster Kommentar als er sich auf den Sitz fallen ließ.

Das Mädchen, neben welches er sich gesetzt hatte, antworte schnell, bündig und schroff. “Ich nehme doch keine Taxis, Somyan.” Nach dieser Klarstellung wandte sich Momo Akanegakubo dann auch an der Fahrer der modernen Kutsche. “Sie können dann jetzt losfahren. Momo plant nicht hier Wurzeln zu schlagen.”

Mit den Worten “Aber natürlich, Miss Akanegakubo” setzte sich die Limousine also in Bewegung.

Somei schenkte seiner früheren Klassenkameradin ein leichtes Stirnrunzeln während die bescheidene Straße in der er groß geworden war am Fenster vorbeizog und schließlich verdrängt wurde von der Aussicht auf die größere, geschäftigere Stadtstraße sobald der Fahrer abbog. “Du bist wirklich ein verzogenes Prinzesschen, Akanegakubo.” Urteilte er.

“Ich sehe das nicht als Beleidigung, falls es das sein sollte.” Murrte Momo bloß und drückte Bucchi enger an sich. “Wir sind auf wichtiger Mission und die Leute sollen gefälligst sehen, dass wir wichtig sind.”

“Ach Akanegakubo.” Seufzte Somei bloß und sah dann aus dem Fenster.

Für eine kleine Weile herrschte danach Stille im Auto. Doch dann spürte Somei wie eine zierliche, kleine Hand, vergleichbar mit der einer Porzellanpuppe, an seinem Ärmel zog.

Leicht überrascht drehte er seinen Kopf zurück zu Momo welche ihn emotionslos wie eh und je ansah. Dann hielt sie eine fein-aussehende, mit Kirschblüten dekorierte Box hoch. “Ich hab dir übrigens Daifuku gemacht.”

Er blinzelte, nahm dann aber die Box entgegen. “Danke, das ist nett von dir.”

Nun war es Momo die ihren Kopf abwandte um aus dem Fenster zu sehen. “Wenn mir danach ist kann ich auch nett sein.”



Auf der berühmt-berüchtigten Totsuki Akademie war seit dem spektakulärem Regiment de Cuisine wieder mehr oder weniger Normalität eingekehrt. Oder zumindest das was Azami Nakiri als “Normalität” verstand.

Natürlich gab es noch hier und da die ein oder andere kleine Reform, doch nach dem tragischen Ende der Rebellion im Regimentsshokugeki, gab es kaum mehr Aufstand unter den Schülern der niedergeschlagen werden musste.

Und so war der Anblick von Etsuya Eizan, dem neu-erkorenen zweiten Sitz, auf dem Weg zum Zehnerrat-Gebäude mit einem Strauß rosa Blumen in den Händen für viele das Seltsamste was sie diese Woche auf Totsuki’s Schulgelände sahen.

Etsuya hatte seit Neustem untypisch gute Laune. Sie zeigte sich an der selbstgefälligen Miene wie dem stolzierenden Gang.

Zwar war beim Regiment de Cuisine nicht alles wirklich so gelaufen wie Etsuya es wollte und seine Rechnung war noch lange nicht beglichen, dennoch wollte er fürs Erste die derzeitige Situation einfach mal genießen: Ruhe.

Die Senpais, mit ihnen die laute, stets brabbelnde Rindou und die kindische, herrische Momo, waren abgegangen. Satoshi Isshiki und sein Gerede über Jugend wie auch die Person die Etsuya für die größte Nervensäge auf den Planeten Erde hielt, Terunori Kuga, waren nach dem Verlust der Rebellen im Regimentsshokugeki aus der Schule geworfen worden. Die Zehnerratssitzungen die der derzeitige zweite Sitz besuchte waren nicht mehr wie früher von Lärm und Blödsinn geplagt. Stattdessen hatte er die Schüler, welche die frei gewordenen Zehnerratssitze eingenommen hatten, erfolgreich eingeschüchtert sodass sie taten was auch immer er sagte, ganz wie er es mochte.

Ganz ausradiert war der frühere Zehnerrat allerdings nicht. Eine war ihm noch geblieben.

“Kinokuni, hallo.” Rief er aus als er ohne anklopfen oder dergleichen in das Büro des ersten Sitz des Zehnerrates trat. Sein Blick war auf den Schreibtisch am Ende des Raumes gerichtet und der jungen Frau die an dem Tisch saß und in diesem Moment von ihren Dokumenten aufsah.

Nene Kinokuni. Die einzige Mitstreiterin aus dem ehemaligen Zehnerrat die mit ihm auf der Akademie verblieben ist. Die neue Spitze der angesehensten Schule. Eine der wenigen Menschen die ihm ohne zu Zögern die Stirn boten. Ein Mädchen, das ihn schon seit der Mittelschule fasziniert hatte. Anders als er war sie fleißig, artig und die Ruhe selbst. Sie hatte nicht die geringste Spur von Angst ihn zurecht zu weisen auf ihre eigene eiskalte, strenge Art. Nene hatte sowohl Biss als auch Eleganz und er konnte gar nicht genug davon kriegen.

Ironischerweise hatte Nene’s gefühlskalte Art in Etsuya Gefühle geweckt die er eigentlich tot geglaubt hatte.

Er wusste, dass sie nie viel für ihn übrig gehabt hatte und hatte eigentlich nicht auf viele Chancen gehofft ihr irgendwie näher zu kommen. Doch nun standen die Dinge anders.

Nun gab es nur noch sie und ihn. Ihn und sie.

“Eizan.” Begrüßte Nene ihn frostig während sie ihre Brille zurecht rückte. Persönlich ging ihr die gute Stimmung die er seit neustem an den Tag legte auf die Nerven und sie war auch nicht allzu angetan von dem Fakt, das aus all ihren ehemaligen Kollegen ihr nur noch dieser aus Haargel und Goldaccessoires bestehende Flegel geblieben war. “Ich hoffe du bist fertig mit deinen Aufgaben. Denn ansonsten sehe ich keinen nötigen Grund für dich hier bei mir aufzukreuzen.”

Etsuya war ihrem Tisch inzwischen näher gekommen und anstatt ihre Frage zu beantworten hielt er ihr lieber den Strauß vor ihr Gesicht.

Überrascht weiteten sich Nene’s Augen ein wenig als die rosa Nelken in ihrem Blickfeld auftauchten und ihr der wohlbekannte, betörende Duft in ihre Nase stieg. Woher wusste er, dass Nelken ihre Lieblings-

Schnell lenkte Nene ihren Fokus zurück auf das Gesicht ihres Kollegen. Sie erlaubte sich nicht sich von ihm geschmeichelt zu fühlen. “Was soll das?”

Etsuya war bestimmt eine Stunde durch die Stadt gefahren um auch ja einen Blumenladen zu finden der seinen Ansprüchen entsprach. Dann hatte es ihn beinahe eine weitere Stunde gebraucht Blumen zu finden, dessen Bedeutung nicht allzu offensichtlich waren und die er als ihrer würdig erachtete. “Ach, so ein Blumenladen lag auf dem Weg und ich dachte bloß dein Büro könnte ein wenig Grünzeug verkraften. Das ist alles.” Er zuckte mit den Schultern und legte den Strauß danach auf ihren Tisch.

“Wie charmant.” Erwiderte sie kühl und sah ihn stirnrunzelnd an.

Ein leichtes Grinsen spielte sich auf sein Gesicht und plötzlich hatte er seine Hände auf ihren Tisch gestemmt um sich ein wenig vorzulehnen. “Seit wann sind wir denn so sarkastisch, Kinokuni?”

Unbeeindruckt entgegnete sie. “Seit mir ein gewisser zweiter Sitz auf den Geist geht.” Sie faltete ihre Hände zusammen. “Dein Job ist nicht dich um sie Innenausstattung meines Büro zu kümmern sondern die Planung der diesjährigen Herbstauslese. Es wird die erste sein sie im Namen Central’s stattfinden wird, deshalb beginnen wir dieses Jahr früher mit der Planung.”

Etsuya nahm die Hände wieder von ihrem Schreibtisch und lehnte sich zurück, das Grinsen blieb jedoch. “Ich hab schon einmal eine Herbstauslese organisiert. Mach dir darum mal keine Sorgen.”

Nene’s Augen wurden scharf, ebenso wurde es ihre Stimme. “Ich mache mir überhaupt keine Sorgen. Aber du solltest es tun. Denn wenn die Herbstauslese nicht reibungslos über die Bühne geht werde ich dich persönlich kalt machen.”

Ein überhebliches “Ts” war die Antwort die sie bekam und dann hatte er sich auf schon umgedreht um ihr Büro zu verlassen.

Und während sie frustriert seufzte, war sein Grinsen nur noch gewachsen.

Ja, er wollte Nene Kinokuni an seiner Seite. Nun mit ihrem Sarkasmus, den Haaren die sie seit Neuestem offen trug und der neuen Brille mehr denn je. Und er bekam immer was er wollte.
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