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Bist du sicher?

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bryce Walker Justin Foley Montgomery de la Cruz OC (Own Character)
07.06.2020
02.10.2020
9
12.810
3
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.07.2020 1.829
 
Kapitel 5:
Bryce hatte Schuldgefühle. Er bekannte sich immer mehr zu Liz. Er mochte sie. Aber ihm entging nicht, dass erstens Liz sich unwohl fühlte. Nicht, wenn sie beide alleine waren, aber wenn seine Freunde dabei waren. Er führte das auf die Mobbing Attacken zurück. Er hätte sich auch nicht wohlgefühlt, wenn er auf eine Party eingeladen werden würde, bei der ausschließlich Leute waren, die ihn nicht leiden konnten. Deswegen hatte er auch nicht versucht, Liz zu überreden, mit zu kommen. Er wollte sie zu nichts drängen. Das hatte er immer an sich gehasst. Seine Ex- Freundin Chloe hatte er gedrängt. Zuerst zu harmlosen Dingen. Später hatte er sie überredete, mit ihm zu schlafen. Sie hatte es freiwillig getan, aber er hatte genau gewusst, welche Sachen er sagen musste, um ihr ein schlechtes Gewissen einzureden. Er hatte das immer an sich selbst beobachtet und gehasst. Aber abstellen konnte er es damals nicht. Das war auch der Grund gewesen, warum Chloe dann mit ihm Schluss gemacht hatte. In der Schule erzählte sie natürlich herum, dass Bryce Schluss gemacht hätte. Sie konnte so das verlassene Mädchen mimen und Bryce verteufeln. Nach ein paar Wochen wollte sie ihn dennoch zurück, was Bryce unbegreiflich gewesen war. Erst als Chloe gegangen war, hatte er erkannt, wie manipulativ er doch gewesen war. Das durfte er nicht bei Liz wiederholen. Er wollte eine komplett neue Version von sich selbst werden.
Er hatte aber nicht nur deswegen Schuldgefühle. Er hatte bemerkt, dass die Attacken auf Liz schlimmer wurden und ihm war bewusst, dass das seine Schuld war. Als Liz sich noch im Hintergrund aufhielt und zu niemandem ein Wort sagte, waren die Attacken schon schlimm gewesen, aber jetzt, wo sie mit Bryce offensichtlich befreundet war, stiegen die gemeinen Angriffe ins unermessliche. Früher hatte ihn das nicht interessiert. Aber jetzt, wo er sie kannte und wusste, was sie für ein Mensch war, machte es ihm etwas aus. Wenn die anderen wüssten, was sie für ein großes Herz hatte und was für einen Humor, dann würden sie anders denken und handeln. Aber sie blieben bei ihrer Meinung. Auf der Party entging Bryce nicht, dass über ihn geredet wurde und man ihn anstarrte. Wenn man das schon bei dem beliebtesten Schüler der Schule machte, dann wollte er sich nicht vorstellen, was Liz aushalten musste.

Diese Gedanken kreisten ihm unaufhaltsam im Kopf herum, als er Montag morgen zur Schule fuhr.
Er hatte sich Freitagnacht noch erkundigt, ob Liz auch wirklich gut nach Hause gekommen war und sie hatten am Wochenende noch viel miteinander geschrieben. Auch hatte Bryce am Wochenende einen Entschluss gefasst. Er würde auf Liz aufpassen. Er würde jetzt ein Auge auf sie haben und es nicht zulassen, dass jemand sie noch einmal beleidigt. Er konnte seinem Team nicht sagen, dass sie Liz in Ruhe lassen sollten. Sie hätten dann das Gefühl, dass ihr eigener Quarterback sich gegen sie stellen würde, aber er konnte nicht zusehen, wie Liz Tag für Tag gedemütigt würde.
Er machte sich direkt auf in den Bioraum, in dem er heute seine ersten zwei Schulstunden verbringen würde. Aber das freute ihn, weil das auch bedeutete zwei Stunden mit Liz in einem Raum zu sein. Als er den Raum betrat, sah er schon ein paar seiner Freunde in der ersten Reihe sitzen. Er lies den Blick schweifen und bemerkte Liz hinten in der Ecke. Sie war immer die erste im Klassenraum.
„Hey du. Seit wann bist du denn hier?“, fragte Bryce. Er sah, dass seine Freunde sich mal wieder umdrehten um das Szenario zu begutachten.
„Hey du zurück. Ich bin seit 20 Minuten hier.“, erwiderte Liz, als sie sich von dem Schock erholt hatte, dass jemand sie von hinten ansprach.
„Ich habe nahcgedacht.“, sagte Bryce und wirkte verlegen.
„Oh nein. Soll ich direkt in Deckung gehen?“
Bryce lachte. Liz kannte seine berühmten Ideen mittlerweile und wusste, dass nicht immer alles eine grandiose Idee war.
„Ich wollte dich fragen, ob du dich jetzt nicht neben mich setzen möchtest. Links von mir ist noch ein Platz frei.“
Liz starrte ihn an. Sie würde schon gerne vorne sitzen, aber sie wollte nicht auffallen. So wie immer. Aber war sie nicht schon der Mittelpunkt von jedem Tratsch?!
„Wenn das für deine Freunde okay ist, gerne.“, sagte Liz.
Damit hatte Bryce nicht gerechnet. Er dachte er müsse Liz länger gut zureden, bis sie einverstanden wäre.
„Super, na dann. Pack deine Sachen und folge mir.“
Er wartete noch, bis sie alles zusammen gekramt hatte und ging dann zu seinen Freunden zum anderen Ende des Raumes.
„Morgen Leute. Man ihr seht immer noch scheiße aus. Habt ihr nach Freitag einfach weiter gefeiert?“, sagte Bryce zu Monty und Diego gewannt.
„Was soll das?“, entgegnete Monty ihm stattdessen, „Wieso folgt sie dir?“, er deutete auf Liz.
„Liz wird ab heute neben mir sitzen. Neben mir war sowieso immer ein Platz frei und Liz hilft mir ein besserer Schüler zu werden damit ich eurer Quarterback bleiben kann. Wenn jemand ein Problem damit hat, kann er es ja mit mir klären, weil das ja auch meine Idee war.“
Bryce wirkte auf einmal sehr ernst. Liz nahm ihm sofort ab, dass er es zu 100% ernst meinte.
Um die Situation ein wenig aufzulockern legte Liz ihre Sachen ab und wollte sich für den anstehenden Unterricht vorbereiten. Doch sie hatte die Rechnung ohne Monty gemacht. Er beugte sich zu ihr und zischte „Ach so ist das. Du hilfst Bryce und dafür macht Bryce ein paar Wochen auf Freund, damit du wenigstens einen auf dieser Schule hast.“
Noch bevor Liz ihren Kopf einschalten konnte, hörte sie sich schon selbst antworten:
„Na wenigstens hat Bryce etwas zu sagen. An dich würde ich mich nicht dran hängen, so unbedeutend wie du bist.“
Das hatte gesessen. Zugegeben. Der Spruch war nicht sonderlich gut gewesen, aber damit hatte Monty nicht  gerechnet. Doch Liz erkannte ihren Fehler in dem Moment, als sie den Mund aufmachte. Bryce war nicht da. Er hatte sich kurz rüber gestellt, um mit zwei anderen Jungs zu quatschen und jetzt war sie Monty schutzlos ausgeliefert.
Monty sprang auf und beugte sich bedrohlich über sie.
„Jetzt hör mal zu du kleine unbedeutende Kanalratte. So redest du nicht mit mir. Du bist ein nichts und deine Eltern…“, weiter kam er nicht. Denn Bryce hatte in diesem Moment Montys Worte gehört und war auf ihn zu gestürmt. „Hast du eigentlich deinen Schuss nicht gehört? Wieso sagst du sowas?, raunzte Bryce ihn an.
„Warum verteidigst du sie? Ich bin dein Freund und was ist sie? Deine Hure?“
Das war zu viel. Das nächste was Liz sah war, wie sich Bryce auf Monty stürzte und anfing auf ihn einzuschlagen. Tische und Stühle flogen um und auch Liz sprang auf. Der Raum füllte sich mit Schülern, die das Spektakel live miterleben wollten.
„Bryce, hör auf. Bitte nicht.“, versuchte Liz, aber sie hatte keine Chance. Beide Jungs lagen auf dem Boden und schlugen auf einander ein.
„Was ist denn hier los?“, schrie plötzlich eine Männerstimme.
Mr. Johns, der Biolehrer, betrat den Raum und hechtete auf Bryce und Monty zu. Er schaffte es auch sie zu trennen und schaute beide wütend an.
„Ich brauche ja nicht zu sagen, dass sie jetzt alle beide zum Direktor gehen werden. Und sie werden den Weg zum Direktorat schaffen, ohne sich wieder die Köpfe einschlagen zu wollen. Haben wir uns da verstanden?“, brüllte Mr. Johns.
„Ich...“, keuchte Bryce doch Mr. Johns machte eine kurze Handbewegung und brachte in somit zum schweigen. „Abflug!“
Beide Jungs packten ihre Sachen und bewegten sich zu gehen.
Liz war immer noch wie angewurzelt, da hörte sie die Stimme einer Cheerleaderin: „ Eigentlich müsste auch Liz gehen. Sie war ja schließlich der Auslöser.“
Liz konnte nicht glauben, in was sie da hinein geraten war und sie ärgerte sich über die Worte der Cheerleaderin. „Ernsthaft Liz? Von Ihnen hätte ich das am wenigsten erwartet. Dann packen auch Sie bitte ihre Sachen zusammen.“
„Aber sie...“, versuchte Bryce Liz noch zu retten, doch jetzt war es Liz, die Bryce mit ihren Blicken zum schweigen brachte. Sie kramte wortlos ihre Sachen zusammen und folgte Monty und Bryce hinaus. Auf dem zum Direktorat waren alle drei vielen Blicken ausgesetzt. Die drei gaben auch ein komisches Bild ab. Zwei Footballer, die eigentlich Freunde waren, waren jetzt blutverschmiert und die Schulstreberin folgte ihnen.
Als sie sich vor das Büro setzten, wandte sich Bryce Liz zu: „Sorry, dass ich dich da mit reingezogen habe.“
„Sorry, dass ich dich da mit reingezogen habe.“, machte Monty Bryce nach und beide warfen sich böse Blicke zu.
„Du weißt schon, dass sie mich beleidigt hat, oder?“, motze Monty Bryce an.
„Wenn sie das getan hat, dann hast du es auch verdient. So gut kenne ich euch beide mittlerweile.“, entgegnete Bryce.
„Sie können jetzt alle hereinkommen. Direktor Bolan erwartet Sie schon.“, sagte die Schulsekretärin.
Alle drei setzten sich in Bewegung und gingen rein.

„Können Sie mir bitte erklären, was das soll? Also dass sich Footballer hin und wieder die Köpfe einschlagen, meinetwegen. Es ist zwar immer noch falsch und vor allem der Ort war sehr dumm gewählt, aber was um Himmels Willen haben sie damit zu tun, Liz?“
Direktor Bolan war wütend. Er stand vor uns und versuchte sich auf die ganze Situation einen Reim zu machen.
„Mhm...ich…es war nur eine Meinungsverschiedenheit, die ich ausgelöst habe.“, erwiderte Liz.
Direktor Bolan schnaubte: „Eine Meinungsverschiedenheit? Na gut, wenn sie mir nicht sagen wollen, was passiert ist, dann gibt es einfach direkt Strafarbeiten. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie nicht körperlich involviert waren, Liz, somit machen nur Monty und Bryce die Strafarbeiten.“
Monty schnaubte und Liz konnte es ihm nicht verübeln. Jetzt sah es so aus, als hätte Liz nur nichts gesagt, um ihre eigene Haut zu retten.
„Bryce, Sie schreiben bis Ende dieser Woche einen Aufsatz zum aktuellen Deutschthema und sie Montgomery, Sie schreiben einen in Biologie. Sie werden mir den Aufsatz vorlegen und er wird 15 Seiten umfassen. Und jetzt raus hier!“
Bryce und Monty wollten schon wortlos gehen, als Liz das Wort ergriff.
„Ich war zwar nicht körperlich involviert, aber ich habe etwas blödes gesagt, was das alles ausgelöst hat. Ich würde dann einen Aufsatz in Mathe schreiben, wenn das geht. Das ist nämlich mein schlechtestes Fach.“
Liz wartete gar keine Antwort ab und ging aus dem Büro.

Als sie draußen waren ergriff Monty das Wort. „Das hast du doch nur getan, um jetzt als gute Samariterin dar zustehen.“
Liz konnte Montys Worte kaum glauben. „Wenn du das denken möchtest, meinetwegen. Egal was ich mache, es gibt immer Menschen, die alles negativ auslegen.“
Mit diesen Worten ging Liz und lies Bryce und Monty auf dem Flur stehen.
Bryce dachte einen Augenblick nach, ob er darauf etwas sagen sollte, aber er beschloss, es dabei zu belassen. Mit Monty zu reden hatte keinen Sinn. Er drehte sich um und folgte Liz.

Der Rest des Tages war eine Qual und das schlimmste war: Bryce und Liz hatten kein Wort mehr miteinander gewechselt. Die schönen Momente der letzten Wochen waren zunichte gemacht worden.
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