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Man kann fliehen oder leiden

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character) Rusty
06.06.2020
25.04.2021
16
19.345
4
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Dieses Kapitel
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03.08.2020 1.094
 
Es ist schon später Abend als Christina sich wieder auf den Depotplatz begibt. Die Tour von Rusty und ihr verlief super und sie versprach ihm leise wiederzukommen. Sie wurde den nicht ins Büro gebeten und deswegen fragt sie sich ob Rusty sich nicht einfach am gestrigen Tag verhört hatte.

„Hey Rusty", sagt sie leise und betritt das Depot von der Dampflok. „Endlich können wir reden! Warum warst du nicht schon eher da?! Ich hab den Namen von diesem Glatzkopf da vergessen, der hat einen Brief in den Kasten geworfen hier! Öffne ihn, los!", sagt Rusty unruhig und rattert die Sätze schneller runter als Eminem die Worte seiner Songs rauslässt.

„Jetzt atmest du erstmal tief durch!", sagt Christina ernst und geht zu dem Fach wo immer alle möglichen Briefe für sie eingeworfen werden. „Du gehst in die Garderobe, ich komme gleich nach. Ich kann hier kein Licht anlassen, wir können erwischt werden!", meint Cristina und tatsächlich geht Rusty, ohne weiter Panik zu schieben in die Garderobe. Sie holt den Brief raus und schaltet das Licht vorne aus.

In der Garderobe steht Rusty erwartungsvoll da und scheint jetzt schon auf die Antwort seiner Probleme zu warten. „Setz dich, ich werde mir den Brief durchlesen und dann schauen wir weiter. Es bringt dir nichts, wenn du dich nicht beruhigst und panisch auf eine Lösung wartest!", sagt Christina und lächelt ihn leicht aufmunternd an. „Tschuldigung", nuschelt Rusty und setzt sich auf den Boden.

Christina lässt sich auf das Yogakissen nieder welches sie bei ihrem letzen Besuch direkt da gelassen hat und öffnet den Brief.

Sehr geehrte Frau Schmidt

Ich Ihnen zu unserem Bedauern mitteilen, dass wir uns offiziell von der Arbeit mit Dampfloks trennen werden. Eine Weiterbildung um die E-Loks besser kennenzulernen ist für Sie schon in Planung.

Bis die Weiterbildung stattfinden kann, könnten sie im Service der Deutschen Bahn arbeiten.

Ab dem
20.1 ist die offizielle Arbeit mit unserer letzten Dampflok beendet. Ich werde noch auf sie zukommen.

Mit freundlichen Grüßen
Herr Scheper


Schluckend lässt Christina den Brief sinkend, sie wollen Rusty tatsächlich loswerden! „Und?!", fragt die Lok und sieht Christina auffordernd an. „Sie wollen dich wirklich verschrotten", murmelt Christina und Rusty sieht betroffen auf den Boden. „Wir finden einen Plan! Wir haben noch eine Woche Zeit! Wie ich diesen Kerl verfluche, früher Bescheid sagen wäre auch was gewesen!", sagt Christina wütend.

„Ich werde nirgendwo einen Job finden! Wenn ich hier verschwinde, ist es ja klar was ich bin!", sagt Rusty und Christina seufzt. „Wir finden einen Plan, mach dir keine Sorgen!", sagt sie beruhigend und lächelt leicht. Sie wird Rusty nicht verschrotten lassen, koste es was es wolle. „Christina, ich bin eine Lok! Man kann mich nicht einfach verschwinden lassen!", sagt Rusty und fährt sich durch die Haare.

„Rusty, du steigerst dich grade mehr und mehr rein. Atme tief durch, du musst dich beruhigen und dann werden wir gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ich bin hier, siehst du? Du bist nicht alleine!", versucht sie ihn aufzubauen, irgendwie war sie noch nie sehr gut im Trösten. „Danke", murmelt er kaum hörbar und Christine lächelt ihn an. „Wir finden eine Lösung", sagt sie und Rusty nickt leicht.

Christina überlegt was sie tun kann. Sobald Rusty verschwunden ist, wird sie die Hauptverdächtige sein und sie hat keine Lust auf diesen Stress. Also kann sie schwer sagen er soll einfach losfahren und so schnell wie möglich abhauen. Sie kann auch niemanden sagen was Rusty genau ist, denn sonst würde er zu hundert Prozent sofort weggesperrt und an die Regierung weitergegeben. Rusty in ein weit entferntes Land zu schmuggeln ist auch keine gute Idee, denn wie zur Hölle sollte sie das hinbekommen?! Seufzend sieht sie Rusty an.

„Dumme frage, aber vermisst du nicht dein zu Hause?", fragt sie nach und Rusty sieht sie verwirrt an. „Du wärst sicherer zu Hause. Bei deinen Freunden und deiner Familie, da ist niemand der dich ausstellen würde..“, sagt Cristina und wartet die Reaktion ihrer Lok ab.

„Nie im Leben!“, sagt er sofort und verschränkt trotzig seine Arme. Christina muss direkt an ein kleines Kind denken, na das kann was werden. „Wieso nicht? Zusammen würden wir einen Weg finden!“, sagt sie und lächelt Rusty sanft an. „Da wäre ich bestimmt nicht willkommen!“, sagt er bissig und Christina sieht ihn fragend an, jetzt versteht sie gar nichts mehr.

„Willst du mir vielleicht was erzählen?“, fragt sie und Rusty seufzt tief. „Nein!“, sagt er dann und sieht weg, es hat Christina nichts zu interessieren. „Ich meine es nur nett“, sagt sie sanft, aber sie hat bei Rusty mit diesem Thema einen wunden Punkt getroffen. „Geh lieber“, meint er leise und Christina seufzt. Kann sie Rusty tatsächlich alleine lassen? „Ich will alleine sein“, sagt er abweisend und Christina steht auf. Es wird nichts bringen ihn zu zwingen, so werden sie nicht weiterkommen. „Bis morgen, Rusty“, meint sie leise und läuft aus der Garderobe.

Vielleicht wird morgen die Welt schon wieder anders aussehen und er lässt mit sich reden. Sie bemerkt, dass die Müdigkeit an ihr nagt und wahrscheinlich ist auch ihre Lok müde. Schließlich mussten die beiden heute arbeiten und die Neuigkeiten sind auch nervenaufreibend. Wenigstens fährt jetzt noch ein Bus auch, wenn sie eine längere Heimfahrt nun vor sich hat.

Als sie endlich die Wohnung betritt und in ihr Zimmer will stellt sich ein grinsender Michael in ihren Weg. „Dein Freund hat angerufen“, grinst er und Christina zieht eine Augenbraue hoch. „Michi hatten wir das Thema nicht? Ich habe keinen Freund!“, sagt sie und er grinst noch mehr. „Natüürlich, deswegen hatte er vor etwa zehn Minuten angerufen. Als ich ranging war ihm das wohl sehr peinlich!“, Michael lacht leicht. Christina ahnt schlimmes, hat Rusty etwa versucht sie zu erreichen?! „Ehm, also ja. Wir sind nicht zusammen!“, sagt sie schnell ausweichend und wird knallrot, Michael wird sie für Monate damit triezen!

Hallo!:)
Tut mir leid, dass ich das Kapitel gestern nicht hochgeladen habe!
Ich war ein bisschen beschäftigt mit Netflix & danach mal wieder mit Hamilton. :D
Es ist 20:38 - heute vor einem Jahr war ich zum ersten Mal (und leider dank Corona zum erstmal letzten Mal) bei Starlight Express.
Hätte ich gewusst wie sehr die Erfüllung meines Kindheitstraumes mein Leben verändern würde..
Ich habe davor nie eine Fanfiktion darüber gelesen oder geschrieben, jetzt habe ich zwei Oneshots, eine Kurzgeschichte & bin an meiner vierten Geschichte.
Das ausgerechnet Starlight Express meine Liebe zum schreiben wieder erwecken würde hätte ich niemals gedacht.
Einen hoch auf Starlight würde ich sagen! :D
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