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Man kann fliehen oder leiden

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character) Rusty
06.06.2020
25.04.2021
16
19.345
4
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Dieses Kapitel
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08.07.2020 1.067
 
„Bist du wach?", es klopft an der Tür und Christina seufzt frustriert. Sie würde alles tun um direkt weiterzuschlafen.
„Du solltest aufstehen, dir ist klar, dass es schon spät ist?", erst jetzt wird ihr klar das ihr Mitbewohner Michi sie grade am Aufwecken ist.

Sofort springt sie auf und sieht auf die Uhr, sie muss ihren Wecker überhört haben. „Kannst du bitte was zu essen machen?", ruft sie hektisch während sie nach Kleidung aus ihrem Schrank kramt.

„Natürlich! Stress dich nicht so, ich muss später eh arbeiten gehen und dann mache ich einen Umweg", sagt Michael durch die Tür und geht schmunzelnd in die Küche.

Sowas ist ihr echt nie passiert und die Schuld liegt alleine bei Rusty! Sie haben viel zu lange geredet und gegen Ende wäre es fast dazu gekommen, das sie erwischt worden wäre.

Für eine kalte Dusche ist jetzt keine Zeit, deswegen wirft sie sich im Bad schnell ein wenig kühles Wasser ins Gesicht.

„Stress dich nicht! Wir haben genug Zeit, wir müssen erst in dreißig Minuten los. Mit dem Auto haben wir nicht so lange", meint Michael als Christina in die Küche gestürmt kam.

„Sicher, dass du dich gestern nicht mit nem Typen getroffen hast?", fragt er danach grinsend und bekommt deswegen Christinas Todesblick ab.

„Wir hatten uns einfach verquatscht", nimmt sie schnell als Ausrede und danach. Nächstes Mal sollte sie eine zeitliche Beschränkung festlegen.

„Iss jetzt was und danach machen wir uns in Ruhe auf den Weg", meint Michael und verschwindet im Badezimmer.

Christina würde sich am liebsten wieder ins Bett hauen, aber dadurch das sie sehr pflichtbewusst ist, wird sie auf keinen Fall wegen zu wenig Schlaf zu Hause bleiben.

Vor allem muss sie sich keine Sorgen machen, Rusty wird das Steuer übernehmen falls sie zu müde wird, um sich zu konzentrieren.
Naja hoffentlich...

Sie geht in ihrem Kopf schon die heutige Route ab, damit sie nachher keinen Fehler macht. Zuerst mit den Wagons von gestern zum Bahnhof von gestern und dort hat sie sich mit Kim auf einen Tee verabredet. Danach muss sie noch weiter südlich fahren und dort Fracht abholen gehen.

* * *

„Hey Rusty", murmelt Christina und lächelt als sie in das Führerhaus eintritt. Ganz leise, sodass es wirklich nur Christina hören kann, pfeift er und begrüßt sie damit.

„Du kennst den Weg, ich fahre bis wir außer Sichtweite sind und danach überlasse ich dir das Steuer", sagt sie leise und überprüft noch kurz die Anzeigen.

Sobald sie los sind, grinst Christina, denn Rusty scheint ebenfalls irgendwie müde zu sein. „Nicht gut geschlafen?“, fragt sie grinsend, aber erwartet gar keine antwortet darauf.

Wie immer hört sie auf die Geräusche, die ihr Hinweise auf Rustys Zustand geben. Heute hört sie noch genauer hin, irgendwas klingt komisch.

Nach Jahren Zusammenarbeit erkennt sie ein störendes Geräusch sehr schnell und tatsächlich scheint mit Rusty etwas nicht zu stimmen.

„Hast du Probleme?“, fragt sie fast schon besorgt nach und versucht mithilfe der Anzeigen herauszufinden was möglicherweise beschädigt ist.

Eine Antwort erhält sie immer noch nicht, aber auf jeden Fall will sie ihre Dampflok sofort checken lassen bei ihrem ersten Ziel.

Vielleicht ist nur mal wieder etwas locker, denn es wäre tatsächlich nicht das erste Mal. Er fährt trotzdem locker und ruckelt nicht rum, somit kann es kein schwerwiegendes Problem sein.

„Fahr einfach in deinem Tempo weiter, falls sich aber etwas ins Schlechte ändern würde gib ein Zeichen“, sagt Christina und lächelt als Rusty einmal freundlich pfeift.

Es scheint ihm gutzugehen und das beruhigt sie sehr. Ob ihm eine Reparatur weh tut?
Jetzt könnte sie sich wieder tausende Fragen stellen, aber das will sie gar nicht.

* * *

Bei den Depots angekommen hält sie an und steigt aus. Sie schaut sich Rusty kurz von außen einmal an und findet tatsächlich das Problem.

„Na die muss wieder befestigt werden, natürlich habe ich das sofort rausgehört“, meint sie und erschrickt als Kim hinter ihr steht.

„Gibt er den Geist auf?“, fragt sie nach und mustert die Dampflok nachdenklich.
„Nein, da muss nur mal wieder etwas erneuert werden. Kann man aber ganz einfach fixieren und bis morgen die Schicht beginnt, ist alles wieder gut“, sagt Christina und begrüßt ihre Freundin.

„Ich sag mal eben kurz einen Mechaniker hier Bescheid und dann trinken wir einen Tee?“, fragt sie Kim welche begeistert nickt.

So bleibt Rusty stehen und wird behandelt. Er hat ein paar Schuldgefühle, denn das lockere Maschinenteil an ihm hat er sich gestern aus Versehen kaputt gemacht.

Als Christina noch bei ihm war, lachten sie ein wenig zu viel und er schlug seinen Arm in seinem halb menschlichen Modus blöderweise an der Wand an.

Klar das Teil war schon älter und wäre wahrscheinlich sowieso bald ersetzt worden, aber dieser kleine Unfall reichte, um es kaputt zu machen.

Christina währenddessen nippt an ihrem Pfefferminztee welcher sie von innen aus aufwärmt.

„Du siehst müde aus, geht’s dir gut?“, natürlich bemerkte man die Augenringe unter Christinas Augen und natürlich machte man sich leichte Sorgen, denn sie war normalerweise immer ausgeruht.

„Ach ich habe mich gestern mit einer Freundin getroffen und es ging länger als erwartet. Deswegen müssen wir beide auch aufpassen, denn sonst verpasse ich meine Abfahrtszeit“, schmunzelt Christina und Kim lacht kurz.

„Hast du schon mitbekommen das Köln einen neuen Fall von diesen lebendigen Zügen hat? Schon der zweite!“, Kim hatte am Morgen einen Bericht darüber gelesen.

„Hab ich nicht gelesen, erzähl“, fordert Christina sie sofort auf. Ein wenig Sorge macht sie sich um den unbekannten Zug.

„Es war ein Wagon, weiblich. Der Wagon wurde hauptsächlich vom Militär eingesetzt für Transporte von Dynamit. Ich muss sagen sie sieht interessant aus, aber manchmal frage ich mich was wäre, wenn diese lebendigen Züge unseren Job übernehmen und danach die Welt unterjochen“, erzählt Kim und Christina schluckt.

Wie gerne würde sie etwas sagen, aber es wäre auffällig, wenn sie sich jetzt für diesen Sprengstoffwagen in Schutz nehmen würde.

„Neues Filmmaterial und danach wird sie verstauben, so wie alle anderen aufgefunden“, sagt sie nur dazu, denn das sollte nicht allzu auffällig rüberkommen.

„Da hast du recht, in spätestens drei Monaten hören wir nichts mehr über sie“, stimmt Kim ihr zu.

Carpe Noctem!
Ich bin spät dran mit diesem Kapitel, aber ich habe momentan viel um die Ohren & komme gar nicht zum schreiben.
Sollte sich bessern nachdem ich morgen meinen (hoffentlich erstmal letzten) Termin im Krankenhaus zur Untersuchung hatte.
Wünscht mir Glück! :D
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