Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Man kann fliehen oder leiden

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character) Rusty
06.06.2020
25.04.2021
16
19.345
4
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
25.04.2021 1.210
 
"Du siehst aus als würdest du gleich ne Bank überfallen", lacht Michael was seine beste Freundin ihre Augenbraue heben lässt. "Du denkst wohl nicht das du im geringsten besser aussiehst, ist die schwarze Farbe im Gesicht den wirklich Notwendig?", fragt Christina ungläubig nach.

Christina dachte eher Michael würde einen Rückzieher machen und wäre deswegen so lange im Bad, aber das er sich mit schwarzer Farbe das Gesicht anmalt, hat sie niemals gerechnet.

"Hätte ich lieber ne Sturmhaube aufsetzen sollen? Ich will einmal in meinem Leben spass haben, lass ihn mir!", grinst Michael und Christina schüttelt ihren Kopf. "Manchmal frage ich mich wie ich es mit dir aushalte, du bist einfach unglaublich", murmelt sie entnervt und hofft Michael würde durch sein grade extrem kindliches Verhalten die Rettungsmission nicht gefährden.

Um ehrlich zu sein haben sie noch nicht mal überlegt wie man Rusty am besten zu seinem Versteck bringt. Schließlich kriegt man so eine Lok nicht in den Kofferraum des Autos und laufen klingt ziemlich idiotisch, denn sie könnten dabei gesehen werden.

Diese ganze Sache ist ziemlich ungeplant, aber wahrscheinlich kann man eine Rettungsmission einer Lok gar nicht planen. Christinas Bauchgefühl sagt nichts Gutes, aber jetzt ist der Zeitpunkt um ein Risiko einzugehen.

"Hoffentlich sind alle Nachbarn am Schlafen, wenn uns so jemand sieht, sind wir geliefert", grinst Michael schief und Christina atmet hörbar aus. "Deswegen werden wir kein Licht anschalten im Treppenhaus, gib meinem Gehirn nicht noch mehr Szenarien was schiefgehen könnte!", schimpft sie und sieht ihren besten Freund mit einem vorwurfsvollen Blick an.

"Ich versuche mich nur irgendwie abzulenken, denkst du ich möchte vom Staat verhört werden und am Ende angeklagt wegen versuchter Entführung einer Lok?", fragt Michael nach. Christina greift wortlos nach ihrem Handy und sieht ihn auffordernd an, sie sollten keine Zeit verlieren durch unnötige Gespräche.

"Bis wir im Auto sind, wird geschwiegen", mahnt Christina was ihren Mitbewohner nicken lässt. Die Anspannung ist förmlich greifbar und Michael verübelt die Stimmung von seiner Chrissy gar nicht, schließlich musste sie eine kurze Zeit über die wahre Existenz der Lok schweigen und er weiß wie schwer so eine große Verantwortung für Christina ist.

Das Treppenhaus liegt im Dunkeln vor ihnen und Michael hofft Christinas Tollpatschigkeit würde sie nicht die Treppe herunterfallen lassen. Die Schritte der beiden sind ruhig, Michael kann seinen verschnellerten Herzschlag bis in die Ohren spüren und insgeheim wünscht er sich aus einem Traum aufzuwachen.

Jedoch ist Christina seine beste Freundin und niemals würde er sie alleine lassen in einer Situation wie diese, denn er weiß genau das Christina das Gleiche tun würde.

Sobald sie das Treppenhaus hinter sich haben und Michael zielstrebig auf sein Auto zugeht intensiviert sich die Anspannung der beiden. Schnell sind beide eingestiegen und Christinas Herzschlag beschleunigt sich auf einen Rhythmus, der einfach nicht gesund sein kann.

"Du fährst uns bitte nicht in einen Baum, nh?", bittet Christina ihren besten Freund leise und er nickt. "Versuchen werde ich es, aber jeder Sanitäter würde es mir verbieten mich mit meinem momentanen Gefühlszustand hinters Steuer zu setzen", murmelt Michael, denn in diesem Moment kann er nicht mal über sich selber grinsen als er seine Spiegelung sieht.

"Hoffen wir Rusty ist ein bisschen entspannter als wir", sagt Christina und wippt mit ihrem rechten Bein das war schon immer ein Stress-Tick von ihr.

Normalerweise würde Michael sie nun zur progressiven Muskelentspannung verdonnern, aber Christinas Mitbewohner hat in diesem Moment lieber die Straße im Blick.

* * *

Im selben Moment läuft Rusty nervös auf und ab. Wann wollte Christina da sein, war die abgemachte Uhrzeit nicht schon vor einer Stunde? Er hat keine Ahnung mehr was Christina ihm auf der Fahrt erzählt hatte.

In seiner Angst hat Rusty eine Packung Schokolade verdrückt, welche er von Christinas Versteck gemopst hatte und nun kann er nicht sagen, ob ihm davon übel ist oder die Nervosität ihm so auf dem Magen schlägt.

Was wenn sie erwischt werden? Rusty will seine Lokführerin beschützen, denn schließlich ist dies seine Aufgabe. Eine Lok muss alles tun, um seinen Arbeitgeber zu beschützen, Menschen sind viel zerbrechlicher und müssen sich verlassen können das ihre Lok sich immer vor sie stellt.

Rusty würde grade alles tun, um mit seinem Vater zu reden, er hatte immer die richtigen Worte um ihn aufzumuntern und weiterzubringen.

Um ehrlich zu sein, vermisste er ihn sehr, aber Rusty kann ihm nicht in die Augen sehen, nicht nachdem er ohne ein Wort seinen Bahnhof verlassen hat.

Die Dampflok hat das Gefühl sein Kessel würde überhitzen, seine rostroten Locken kleben an seiner Schweißnassen Stirn.

"Jetzt beruhig dich, alles wird gut ablaufen und niemand wird dich verschrotten, Christina wird aus der Sache rauskommen und dann musst du dich nicht mehr über die anderen Details sorgen", redet Rusty sich leise ein.

Kann sich nicht ein großes Loch öffnen in welchem Rusty verschwinden kann? Diese Gelegenheit würde er definitiv nutzen , aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihm und deswegen steht er im dunklen Depot.

Das leise ticken der Uhr bringt Rusty beinahe um den Verstand und am liebsten würde er sie an die nächst beste Wand schmettern. Doch Christina hatte ihm ausdrücklich gesagt still zu sein, denn jedes Geräusch würde dazu führen, dass er sich selbst verrät.

Eigentlich hatte seine Lokführerin ihm gesagt er solle in seiner Lokform bleiben bis sie da ist, aber Rusty kann nicht stillsitzen in einem Moment wie diesen. Wie viele Loks oder Wagons sind wohl durch diese Tortur gegangen?

Plötzlich schleicht sich ein unangenehmer Gedanke in Rustys Kopf. Was, wenn Christina ihn verpfeift? Vielleicht taucht sie gar nicht auf und morgen früh wird er von der Regierung abgeholt. Er will kein Testobjekt sein, lieber lässt er sich verschrotten und dann hat sich diese ganze Sache erledigt.

Rusty versucht seine Aufmerksamkeit auf irgendwas anderes zu lenken, aber die tickende Uhr ist das einzige, was sich in seinen Kopf drängt, ist das Ticken der Uhr. Als wolle sie ihn verspotten, dass ihm die Zeit abläuft und er nichts dagegen tun kann.

Vielleicht sollte Rusty ausreißen, denn die Horrorszenarien wollen nicht aufhören. Es würde nur wenige Stunden brauchen bis er außer Reichweite ist und falls er es schafft könnte er sich wieder woanders eingliedern, schließlich hat er es schonmal geschafft.

Das Geräusch der sich öffnenden Tür lässt ihn innehalten und ein breites Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht. Christina ist hier, sie hat ihr Versprechen gehalten. "Du weißt nicht wie froh ich bin das du endlich hier bist, ich dachte echt das wärs mit mir!", lächelt Rusty und dreht sich zu der Tür.

Ich hoffe niemand köpft mich für meine erneute Pause! :D
Aber jetzt mal Klartext: Ich hab den Spaß an Stex Fanfiktions ein bisschen verloren, da ich anfing über andere Sachen Fanfiktions zu schreiben (momentan schreibe ich hauptsächlich auf Englisch)
Ich hab mir vorgenommen diese Geschichte fertig zu schreiben, aber ihr müsst Geduld mit mir haben :)
Danach will ich Trouble & into your arms überarbeiten, bin mir noch nicht sicher, ob ich die beiden dann neu hochlade oder einfach "drüber schreib" -- mal sehen wie ich mich entscheide :D
Auf jeden Fall danke an jeden der auf ein Kapitel von mir wartet und hier liest! :)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast