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Überraschungsbesuch

von justMai
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Newt Scamander Percival Graves
06.06.2020
06.06.2020
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2.002
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06.06.2020 2.002
 
Hallo zusammen,
also mir ist aufgefallen, dass es nur sehr wenige Geschichten zu dem Shipping zwischen Newt und Graves gibt und da ich das Couple selbst irgendwie total cute finden, hab ich jetzt selbst einen kleinen OS geschrieben. Ich hoffe er gefällt euch und freue mich über jeglichen Kommentar^^
Und jetzt, viel Spaß beim Lesen!



Percival Graves trat aus der kleinen, dämmrigen Kammer, die ihm seit seinem Einzug in diese Wohnung vor eineinhalb Jahren als Aufbewahrungskammer für Speisen und Getränke diente, in den hell erleuchteten Flur. Die Deckenlampe strahlte ein grelles, helles Licht aus und Graves blinzelte in die plötzliche Helligkeit, wartete, dass sich seine Augen von der Dunkelheit an das Licht gewöhnten. In Gedanken fügte er auf seine imaginäre To-Do-Liste Lampe mit wärmerem Licht besorgen hinzu. Als Graves die Augen wieder ganz öffnete, erstarrte er beim Anblick der hochgewachsenen Gestalt, die in seinem Flur stand und hätte beinahe die Schachtel Tee fallen gelassen, nach der er eine halbe Ewigkeit gesucht hatte. Allerdings gelang es ihm, seine Gesichtszüge schnell wieder unter Kontrolle zu bringen und sich nichts von seinem kleinen Schock anmerken zu lassen. Stattdessen nahm er eine gelassene Pose ein, steckte die freie Hand in seine Hosentasche und musterte den vermeintlichen Eindringling mit seinen braunen Augen. „Guten Tag, Mr. Scamander“, meinte er ruhig und verzog seine Lippen zu einem kleinen Lächeln, „wie nett von Ihnen, mir heute Abend einen Besuch abzustatten. Womit habe ich das nur verdient?“. Newt Scamander stand wie versteinert da, den Zauberstab auf sein Gegenüber gerichtet und fragte sich nicht zum ersten Mal, ob es vielleicht eine schlechte Idee gewesen war, den Obersten Direktor des MACUSA direkt konfrontieren zu wollen.
„Mr. Scamander?“, fragte Graves und hob seine Augenbrauen fragend an. „Ich-ich... Sie...“, stammelte Newt und verfluchte sich selbst in Gedanken. Er war sich nun sicher, dass es eine bescheuerte Idee gewesen war. Doch jetzt konnte er nichts mehr an seiner Situation ändern, also atmete er tief durch und setzte eine gleichgültige Miene auf. „Wissen Sie, wo sich mein Koffer befindet?“, brachte er schließlich heraus und war schon fast überrascht wie sicher seine Stimme klang. Percival Graves schien jedoch zunehmend verwirrt. „Ihr Koffer? Der mit den Tierwesen, der gegen sämtliche Gesetze zur Haltung von magischen Wesen verstößt?“, fragte er und innerlich musste er schmunzeln, versuchte jedoch angestrengt es nicht nach außen durchscheinen zu lassen. „Ich würde Ihnen raten, mir zu sagen, was Sie darüber wissen“, brummte Newt und trat einen Schritt auf den Auror zu. Dessen lässig-lockere Art nervte ihn und machte Newt nervös. Er musste einfach wissen, wo der Koffer war oder zumindest, wer ihn hatte. Graves räusperte sich.
„Nun, Sie brechen einfach so in meine Wohnung ein und drohen mir dann auch noch, nur um mich wegen Ihrem Koffer auszufragen? Hätten sie das nicht tun können, wenn ich offiziell im Dienst bin?“. Newt trat nervös auf der Stelle herum und brachte dann eine Erklärung zustande, die wenigstens teilweise der Wahrheit entsprach. „Hier ist es mir aber sicherer, Sie zu konfrontieren. Wenn Sie im Dienst sind, gibt es zu viele Leute, die zuhören könnten und wer weiß, wen Sie dort auf mich hetzen“, entgegnete er auf die Frage und sah knapp an dem Auror vorbei. Dies entsprach nicht ganz der Wahrheit und Newt hatte Sorge, dass Graves dies aus seinem Gesicht lesen könnte.
Einerseits fühlte er sich tatsächliche sicherer, wenn er alleine mit Graves war und diesen genau dort hatte, wo er ihn haben wollte. Andererseits durften seine Freunde nichts von seinem Verdacht erfahren. Wer weiß, was sie mit Graves anstellen würden, falls sich sein Verdacht als wahr erwies. Das konnte er nicht zulassen. Er wollte Graves für sich alleine. Bei diesem Gedanken legte sich ein rosaroter Schimmer über sein Gesicht und er sengte augenblicklich den Blick.
„Ich habe Ihren Koffer nicht“, meinte Graves und in seiner Stimme schwang eine amüsierte Note mit. Er musste beim Anblick des jungen Zauberers schmunzeln und betrachtete ihn intensiver. Scamander war hochgewachsen und gertenschlank, schon fast schlaksig. Seine Augen besaßen eine interessante Farbe, eine Mischung aus grün, blau und braun. Graves musste sich eingestehen, dass Newt tatsächlich sehr attraktiv war.
Jetzt sah dieser auf und in seinen Augen spiegelte sich Misstrauen. Er brauchte es nicht laut auszusprechen, denn Graves wusste auch so, dass er ihm nicht glaubte. „Was halten Sie davon, wenn wir das bei einer gemütlichen Tasse Tee besprechen würden?“ antwortete Graves auf Newts Blick und hielt die Teeschachtel hoch, die er schon die ganze Zeit in der Hand hielt. Newt reagierte auf sein Angebot mit kaum verhohlener Skepsis und kniff die Augen leicht zusammen.
„Weshalb sollte ich Ihnen vertrauen?“ fragte er und musterte den Auror genau. In dessen braunen Augen lag etwas, was Newt fast dazu veranlasste, ihm einfach so zu vertrauen. Er wünschte, er könnte dies tun, doch dafür war es noch zu früh. „Zum einen müssen sie mir nicht vertrauen und zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob Sie mich nicht gerade angeflunkert haben“, meinte Graves mit einem selbstsicheren Lächeln und wartete auf eine Reaktion. Newt brauchte einen Moment, um zu antworten. „Wie kommen Sie darauf?“ fragte er unsicher und wusste nicht genau, worauf der andere Zauberer hinauswollte. Dieser betrachtete ihn mit diesem wissenden Lächeln, das Newt so nervös machte. „Dies, mein Lieber, werden sie bei einer Tasse Tee auf dem Sofa erfahren“, gab Graves als Antwort zurück und verschwand ohne ein weiteres Wort in der ersten Tür zu seiner Linken. Newt ließ er einfach alleine und verwirrt im Gang stehen, immer noch mit erhobenem Zauberstab und geröteten Wangen.
Unsicher darüber was er nun tun sollte, blieb Newt einfach stehen und wartete, ob noch etwas von dem Auror kam. Tatsächlich steckte dieser kurz darauf seinen Kopf wieder aus dem Raum, der sich unschwer als Küche erkennen ließ, und sah Newt entschuldigend an. „Verzeihen Sie, hinter Ihnen die zweite Tür links“ war alles was er zu hören bekam ehe der Kopf des anderen Zauberers wieder verschwand und Newt hörte, wie dieser Wasser für den Tee aufsetzte.
Langsam drehte Newt sich um und blickte den Gang entlang. Er dachte gar nicht erst daran, seinen Zauberstab wegzustecken oder seine angespannte Haltung aufzugeben. Stattdessen ging er den Gang entlang und nahm alles genau in Augenschein. Die erste Tür zu seiner linken stand einen Spalt breit auf und sein Blick fiel auf weiße Fließen. Das war vermutlich das Badezimmer. Er ging weiter und die nächste Tür an der er vorbeikam, war verschlossen. Das musste wohl das Schlafzimmer sein, dachte sich Newt im Vorübergehen. Vor der letzten Tür auf dieser Seite des Ganges blieb er stehen. Sie stand offen und führte in einen großen, gemütlichen Raum mit dunkle grünen Wänden. In der Mitte des Raums stand ein Glastisch, umrandet von einem Sofa und zwei Sesseln, beide aus grauem Samt. Am hinteren Ende des Raumes führte eine Tür auf einen kleinen Balkon. Auch diese stand offen und eine kühle Brise wehte Newt entgegen. Zwei der Wände waren mit Bücherregalen gesäumt, in denen sich unzählige Bücher befanden, an die dritte Wand gegenüber dem Sofa stand eine Kommode auf der ein kleiner Fernseher stand. Newt trat einige Schritte in den Raum ein und blieb dann unschlüssig stehen. Keine zehn Sekunden später hörte er ein leises Geräusch hinter sich. Er drehte sich alarmiert um und hätte Graves beinahe das Tablet mit einer Kanne und zwei Tassen Tee aus den Händen geschlagen.
Der Auror stand dicht vor ihm, schon fast zu dicht, für Newts Geschmack, und schien sehr amüsiert über dessen Reaktion. „Als ich ‚eine Tasse Tee auf dem Sofa‘ sagte, meinte ich durchaus auf dem Sofa und nicht vor dem Sofa. Sie können sich ruhig setzen“ murmelte Graves mit einem süffisanten Grinsen auf dem Gesicht und fügte dann noch hinzu: „Und, bei Merlin, stecken Sie doch bitte Ihren Zauberstab weg. Ich habe schon nicht vor sie anzugreifen“. Newt wusste nicht genau wieso, aber er kam der Aufforderung des Aurors nach und setzte sich schweigend auf das Sofa. Graves nahm auf dem Sessel gegenüber ihm Platz und musterte ihn aufmerksam.
„Bitte sehr“, meinte er und reichte Newt eine der zwei Tassen. Der Tee roch herrlich nach Kamille und Newt wollte gerade einen Schluck nehmen, als ihm nicht sehr erfreulicher Gedanke kam. Was, wenn der Auror den Tee vergiftet hatte. Was, wenn er einen Schlaftrunk oder Ähnliches untergerührt hatte. Misstrauisch inspizierte Newt den Inhalt seiner Tasse, konnte jedoch nichts ungewöhnliches Erkennen. Graves lachte plötzlich laut auf und musterte Newt entzückt. Es war einfach herrlich mitanzusehen, wie skeptisch der junge Zauberer war. „Keine Sorge, mein Lieber, ich habe den Tee nicht vergiftet. Wenn ich Ihnen etwas Böses wollte, dann hätte ich schon längst gehandelt“, versuchte Graves sein Gegenüber zu beruhigen. Tatsächlich schien es zu wirken und Newt nahm langsam einen Schluck des Tees.
„Und?“. Graves sah ihn fragend und belustigt zugleich an. Newt brummte nur etwas und stellte seine Tasse auf dem Glastisch ab. „Es ist wirklich bewundernswert, wie aufmerksam und skeptisch Sie sind, mein Lieber“ versuchte Graves Newt aufzuziehen. Dieser warf ihm einen finsteren Blick und ein „Nennen Sie mich nicht so“ zu. „Aber wieso denn nicht?“ fragte Graves mit gespielter Verwirrung und zog die Augenbrauen hoch. Newt blickte ihn an. Die Augen des Aurors hatten etwas Einladendes an sich, etwas, das Newt dazu brachte, sich etwas zu entspannen. Nun stellte auch Graves seine Teetasse auf den Tisch und musterte Newt aus seinen warmen, braunen Augen.
„Sie sind wirklich erstaunlich, Newt“ murmelte der Auror und an seinem Gesicht konnte Newt ablesen, dass er etwas ausheckte. „Nun ja“ meinte Graves schließlich, „ich muss zugeben, dass Misstrauen manchmal ganz hilfreich sein kann.“
Er beugte sich zu Newt herüber und stützte die Ellbogen auf den Tisch. „Ich-ich denke... Sie... vielleicht...“, stammelte Newt, unfähig etwas Anderes zustande zu bringen. Er war in den Augen des Aurors gefangen, schaffte es jedoch, seinen Blick zu senken. Newt spürte wie er rot anlief und seine Ohren zu glühen anfingen. Er schloss die Augen und versuchte, seine Beherrschung wiederzuerlangen.
Als er die Augen wieder öffnete war Graves von seinem Sessel verschwunden. Stattdessen saß er dicht neben Newt und musterte ihn interessiert. Erschrocken sprang Newt auf und trat einen Schritt zurück. Hätte er sich auf der anderen Seite des Raums befunden, wäre er jetzt vielleicht einfach rausgerannt und aus dem Haus geflohen. Er hatte nicht direkt Angst, es war eher Nervosität, die sein Herz zum Rasen brachte und seine Atmung beschleunigte.
Nun stand Graves ebenfalls langsam auf und trat auf Newt zu. Dieser wich zurück, immer weiter bis er mit dem Rücken plötzlich gegen ein Bücherregal stieß. Graves stand dicht vor ihm und stützte seine Hände rechts und links von Newts Kopf ab, sodass sich dieser wie in einem Käfig befand.
„Mr. Graves...“, stammelte er, „ich-ich... ich werde jetzt ein-einfach gehen, wenn Sie da-da-dass wollen...“. Graves hielt inne und sah ihn berechnend an. „Nein, ich möchte nicht, dass du gehst.“, sagte er dann gedehnt, „Bitte hab keine Angst vor mir.“ Graves hielt es für eine gute Idee auf Formalitäten zu verzichten und konnte sich kaum noch zurückhalten. Am liebsten hätte er die Arme um Newt geschlungen und ihm einen innigen Kuss gegeben. Er wartete ab und als keine Reaktion von seinem Gegenüber kam, entschied er sich dazu, die Initiative zu ergreifen.
Graves überbrückte die wenigen Zentimeter zwischen ihnen und legte seine Lippen auf die des jungen Zauberers. Dieser quietschte überrascht auf und verharrte vollkommen reglos. Graves wollte sich gerade wieder von ihm lösen und seinen Versuch als gescheitert abhaken, als Newt sich plötzlich regte und den Kuss erwiderte. Erst zögerlich und zurückhaltend, dann immer selbstsicherer. Er schlang die Arme um den Auror und verwickelte ihn in einen leidenschaftlichen Kuss. Als sie sich aus Atemnot voneinander lösten, lächelte Graves zufrieden. „Nun, da hat es sich wohl doch gelohnt, dass du deine Skepsis abgelegt hast. Was hältst du davon“, er sah Newt grinsend an, ,,wenn wir noch etwas an deinem Vertrauen zu mir arbeiten und uns dann zusammen um deinen Koffer kümmern?“
Statt einer Antwort schmiegte Newt sich an den Auror und drückte ihm einen weiteren Kuss auf die Lippen.
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