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Not broken forever

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Alex Standall Zach Dempsey
06.06.2020
06.06.2020
1
5.792
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Dieses Kapitel
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06.06.2020 5.792
 
Hallo Zusammen,
was für eine finale Staffel. Evtl. bin ich den Fangirly-Tod gestorben, als es tatsächlich einen Zalex-Moment gab. Und evtl. dreht die Fangemeinde deswegen auch durch :D. Da die Serie nun ihr Ende gefunden hat, lade ich hier meine schon nach der 2. Staffel geschriebene Story hoch. Dies hatte ich mit mir selbst vereinbart, da ich der Auffassung bin, es liest sich Stories schöner, wenn die betreffende Serie abgeschlossen ist. Und zudem soll sie eine Art Zuckerstück für diejenigen sein, die (wie meine Wenigkeit) auch bis zur letzten Folge auf ein Zusammenkommen von Alex & Zach gehofft haben. #Zalex

Title Not broken forever
Autor Blacky
Raiting P-16 – Slash
Vorbemerkung Die Story spielt zwischen der 2. & 3. Staffel. Parallelen zu der 3. und 4. Staffel sind zufällig.
Disclaimer / Claimer Die Figuren/Schauspieler von 13 Reasons Why gehören Netflix/sich selbst. Mit diese Geschichte erziele ich keine finanzielle Aspekte.
Fan-Video-Empfehlung (not mine)  https://www.youtube.com/watch?v=XZCX14RjIsk

~*~


Gekonnt und zügig parkte der Audi in einer Parklücke vor dem Einfamilienhaus ein. Der Fahrer des eleganten Autos vergewisserte sich mit einem Schulterblick, dass er gefahrlos die Fahrertür öffnen und aussteigen konnte. Dennoch hielt der Schwarzhaarige in seiner Handlung inne. Eine leise Stimme flüsterte Bedenken in sein Innerstes. Diese Gedanken, zuvor weit hinten in seinem Kopf weggeschlossen, wurden wieder hervorgerufen durch eine besorgte Mutter. Natürlich war eine Mutter immer besorgt um ihr Kind, egal wie alt dieses auch war. Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen. Der Fahrer schmunzelte leicht. Seine eigene Mutter hätte die selben Bedenken, wenn es um ihn ginge. Dennoch war er fest entschlossen, sein Vorhaben in die Tat umsetzen. Schließlich hatte er das Okay der Ärzte und was noch viel wichtiger war, das Okay des Vaters.

Nach einem erneuten Schulterblick stieg Zach aus seinem Wagen und umrundete dieses mit entschlossenen Schritten. Er tat einen großen Schritt um die wenigen Treppen zur kleinen Veranda zu überwinden und klingelte ebenso entschlossen an der Tür. Man konnte von innen einige Geräusche vernehmen. Bei genauerem Hinhören stellte es sich als ein kurzes Gespräch heraus. Schlussendlich wurde Zach die Tür von Bill geöffnet. Seine Ehefrau Carolyn stand direkt hinter ihm. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich fürchtete. Nicht vor Zach, welcher beim Eintreten zögerte. Sie fürchtete sich davor, was eben dieser junge Mann im Begriff war mit ihrem Sohn zu unternehmen.

„Guten Morgen, Zach. Wie geht’s dir?“ begrüßte Bill den Gast und deutete in Richtung Küche. „Morgen Mr. Standall. Danke gut. Und Ihnen beiden?“ Zach versuchte Carolyn mit in das Gespräch hinein zu ziehen, doch diese schien hin und her gerissen. Sie vertraute Zach, daran bestand gar kein Zweifel. Sie war ihm dankbar für alles, was er in den vergangenen Monaten für ihren Sohn getan hatte. Aber ihr wurde klar, dass sie Alex nicht ewig in Watte packen konnte. Ihr Sohn musste die Vergangenheit hinter sich lassen und wieder anfangen zu leben. Sie gingen hintereinander in die Küche, in welcher Alex auf einem Hocker an der Theke saß und gerade seine Haferflocken mit Orangensaft herunterspülte. „Zach? Was machst du denn so früh hier?“ Alex sah auf die Uhr über dem Kühlschrank. Für gewöhnlich holte Zach Alex erst gegen 8 Uhr zur Schule ab und es war gerade mal 7:30 Uhr. „Zach frühstückt heute mit uns.“ Trat Bill hinter dem großen Jungen hervor und tat ein Gedeck mehr auf. Carolyn frage Zach nach Kaffee, welches er mit „Zwei Stück Zucker bitte“ beantwortete. Er setzte sich Alex gegenüber, während Bill zu Alex' Seite Platz nahm.

Alex' blickte ratlos zwischen den drei Personen im Raum hin und her. Schlussendlich ließ er den Löffel mit einem leisen Klong auf die Anrichte fallen. „Was ist hier los?“ Bill wollte schon das Wort erheben, als Zach ihm zuvor kam: „Wir schwänzen heute.“ Diese drei Worte hellten Alex* Laune sofort auf. „Auf jeden.“ Dieses Kommentar fing ihm einen tadelnden Blick seines Vater ein. Alex rollte mit den Augen. „Oh Dad. Als ob ich das noch nie gemacht hätte.“ Bill sprang von der Rolle des erziehenden Erwachsenen auf die des junggebliebenen Mannes über: „Junge, deine Mutter ist im Raum. Da kann ich dich nicht decken.“ Zach beobachtete fasziniert, wie ein Schmunzeln unter den drei Familienmitgliedern ausgetauscht wurde. Ein Schmunzeln, welches schon tausende Male ausgetauscht wurde und an welchem man die Familienähnlichkeit nicht abstreiten konnte. Es versetzte Zach einen kleinen Stich in seine Herzgegend. Diese Art des Familienlebens hatte er schon ganz vergessen. Seit sein Vater verstorben war, hatte diese Art Zuneigung und Geborgenheit keinen Platz mehr in seinem Elternhaus. Vielleicht war auch das einer der Gründe, warum er gerne bei Alex* zuhause war. Trotz der vielen Probleme und Krisen gab es hier noch Liebe und ein Familienleben.

Während Zach gedankenverloren seine Haferflocken löffelte erklärte Bill seinem Sohn, warum er die Erlaubnis habe zu schwänzen. „Ihr fahrt heute zum See.“ Alex zog eine Augenbraue an. „Das hätten wir auch nach der Schule machen können.“ „Schon, aber da ist es zu voll. Ihr sollt ungestört sein.“ Ein breites Grinsen schlich sich auf Alex' Lippen. „Wir drehen da doch wohl nicht etwa einen Gay-Porno oder Zach?“ Ein erneutes Klong war zu hören. Dieses Mal von Zach, welcher seinen rührenden Löffel in die Kaffeetasse fallen ließ. „Was?“ fragte dieser verwirrt. Alex meinte einen rosa Schimmer auf dessen Wangen zu erkennen. Einen ähnlichen Schimmer, welcher sein Gesicht zierte, nachdem sie sich in der Umkleide geprügelt hatten. „Ähm... nein, ich hatte eine Idee und dein Vater hat sie abgesegnet.“ „Ich finde immer noch, dass es ein zu großes Risiko ist.“ mischte sich Carolyn ein. „Seine Ärzte haben gesagt, dass es unbedenklich ist. Sie sehen kein Risiko.“ bezog Bill für seinen Sohn Partei. „Würde mir Gott verdammt mal jemand sagen, worum es hier eigentlich geht?“ Als Alex seine Stimme anhob und mit seinen Worten gar die Luft in Fetzen riss, fühlte sich Zach wieder fürchterlich machtlos. Jedes Mal wenn Alex dies tat, und das war häufig der Fall, wurde Zach bewusst, dass Alex kein schutzbedürftiger Junge war. Alex war stärker als Zach, wenn auch nicht körperlich, dafür aber mental.

„Genau deswegen finde ich es risikoreich. Was ist, wenn er einen Wutanfall bekommt?“ fuhr Carolyn das Streitgespräch mit Bill fort. Schürte die Wut in ihrem Sohn, da dieser übergangen wurde. Ohne auf die Worte seiner Frau einzugehen, wandte Bill sich an Zach: „Ich hab euch eine Tasche gepackt. Sie steht auf der Treppe im Flur. Ihr solltet langsam los.“ Als wäre es Zach's Stichwort gewesen, sprang er vom Hocker auf und wollte sich bei Alex einhaken. Dieser ließ es nur widerwillig zu. Mal wieder stritten sich seine Eltern. Wegen ihm. Wegen seines Gesundheitszustandes. Wegen seines fehlgeschlagenen Selbstmordversuches. Bevor Alex wieder in seine dunkelsten Gedanken abdriften kann, kneift Zach mit seiner rechten Hand in Alex* linken Unterarm. Alex blickt zu seinem Nebenmann auf, welcher von den tausenden Emotionen in dessen Blick beinah erschlagen wurde. Er brauchte etwas um sich zu sammeln: „Deine Eltern streiten nicht wegen dir. Sondern wegen mir. Meine Idee hat deine Mutter nicht wirklich überzeugt.“ Im Hausflur angekommen, griff Zach nach Alex' Rucksack, in welchem sich kein einziges Schulbuch befand. „Würdest du mir endlich sagen, was das für eine Idee ist?“ Zach hielt Alex die Tür auf, welcher auf seine Krücke gestützt nach draußen ging. Erst nachdem die Tür zu war, rückte Zach mit der Antwort raus: „Wir klettern auf den Felsen neben dem See und springen von dort ins Wasser.“ Zach's Lippen verzierten sich zu einem Grinsen als er das Leuchten in Alex* Augen sah.

~*~

Erneut parkte der Audi am Straßenrand. Dieses Mal jedoch an einem sandigen Straßenrand, welcher direkt an einem Gewirr aus Büschen und Gestrüpp grenzt. Dahinter, gut versteckt, führt ein Trampelpfad den Berg hinauf. Ein Trampelpfad, angelegt von Generationen vor ihnen. Unzählige Male wurde dieser Weg bereits erklommen um vom höchsten Punkt aus ins kühle Nass zu springen. Offiziell Verboten, keine Frage, doch wer sollte sie dafür bestrafen? Ihre Eltern, die bereits selbst unzählige Male während ihrer Teenagerzeit diesen Pfad genommen haben um ebenfalls ins Wasser zu springen? Selbst Carolyn hat dies in ihrer Jugend getan. Die Sorge um ihren gesundheitlich eingeschränkten Sohn sei ihr verziehen, aber wenn selbst die Ärzte keine Bedenken hinsichtlich dieses Vorhabens haben, sollte dieser kleine Genuss Alex doch erlaubt sein.

Kaum das Zach geparkt hatte, hatte er sich bereits bis auf die Badehose entledigt und stand in Flipflops und geschulterter Tasche neben der geöffneten Beifahrertür. Alex hatte sich ebenso gerade umgezogen und nahm sich einen Moment der Ruhe. Er bestand immer mehr darauf, alles alleine zu machen. Ohne Hilfe und aus eigener Kraft. Und genau das war der Grund, warum Zach den heutigen Ausflug geplant hatte. Er wollte Alex zeigen, was er alles kann. Ihm das Leben wieder schmackhaft machen. Seinen Lebensmut bestärken. Not broken forever.

Jedoch schlichen sich erneuter Zweifel in Zach's Gedanken. Eine Kleinigkeit hatte dies ausgelöst: Alex' neue Frisur. Er hatte sich die Haare kürzer geschnitten und dadurch war seine Narbe für jeden sichtbar. Zach hatte sie erst vor wenigen Minuten wirklich bewusst wahrgenommen. Und als er dies tat, traf es ihn wie ein Schlag. Sonst konnte er den Selbstmordversuch von Alex aus seinen Gedanken verdrängen. Klar, er sah ihn mit Krücke, das unregelmäßige Zittern seiner linken Hand und half ihm bei jeder Möglichkeit, die ihm Alex erlaubte. Dennoch, es war etwas anderes, wenn man die Wunde sah. Die Narbe verlief in einem geradezu perfektem Bogen über die rechte Seite von Alex' Kopf. Schien eine genaue Parallele zu seiner Ohrmuschel zu bilden. Und doch war sie ein Relikt. Ein Relikt einer Entscheidung, welche Alex getroffen hatte. Die glücklicherweise fehlschlug. Wieder schlichen sich die Schuldgefühle in Zach's Herz. Hätte er die Zeichen nur gesehen, hätte er Alex nur mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Hätte er ihn nur schneller zurückgerufen. Wie ein Blitz, zuckte das Bild von Alex im Krankenhausbett vor sein inneres Auge. Mehr tot, als lebendig. Ein Verlangen wuchs in Zach's Brust. Ein Verlangen, Alex beschützend an sich zu ziehen. Zu seinem Schutzschild zu werden. Alles Schlechte von ihm fern zu halten. Ihm von all seinen bösen Gedanken zu heilen. Sich nicht nur als Schutzschild um ihn zu legen, sondern auch seine Seele wie einen Balsam um seine zu legen. Dieses Verlangen raubte Zach nicht zum ersten Mal den Atem. Am schlimmsten war es gewesen, als Montgomery Alex die vielen verschiedenen Umschläge schickte. Alle mit nur einem Ziel: Alex zum erneuten Selbstmordversuch zu bewegen. Der Angst um Alex wisch die Wut auf Monty. Reflexartig schloss sich Zach's Hand zu einer Faust. Er wünschte Monty nur das Schlechteste. Er hasste ihn aus tiefstem Herzen. So sehr wie er aus tiefstem Herzen Alex beschützen wollte.

„Zach, Hallo?!“ Alex schnippte mit der rechten Hand vor dem Gesicht des Angesprochenen und erst da wurde Zach bewusst, wie weit er in seine Gedanken abgetaucht war. „Entschuldige, ich war... Nicht so wichtig.“ Er schüttelte die Gedanken ab. Es ging heute nur um Alex. Alex, welcher aus eigener Kraft heute etwas schaffen sollte, was er sich vielleicht nie wieder getraut hätte zu tun. Und so standen sie nun vor dem Trampelpfad. In Shorts und Flipflops. Zach mit Rucksack und Alex ohne Krücke. Aus Ermangelung dieser Stütze, klammerte sich Alex mit beiden Händen an Zach's linken Arm fest. Die Umklammerung war derart stark, dass seine Fingerspitzen schon leicht taub wurden. Doch er ließ sich nichts anmerken. Gab Alex den benötigten Halt. Der Aufstieg war für jemanden wie Zach keine Herausforderung. Er benötigte für die kurze Strecke vielleicht zwei, drei Minuten, doch Alex hatte sie noch nie bezwungen.

„Bereit?“ Alex nickte auf Zach's Frage hin heftig. Er wollte das tun. Er wollte beweisen, dass er er dies kann. Vor allem sich selbst wollte er es beweisen. „Ich bleib unmittelbar hinter dir.“ Wieder antwortete Alex mit einem heftigen Nicken. Er ließ Zach's Arm los. Balancierte seinen Körper aus. Tat einen kleinen Schritt mit seinem recht Fuß. Entlastete somit seinen geschundenen Fuß. Der nächste Schritt war schon um einiges zittriger. Es war mehr ein Hinterherziehen des Fußes als ein wirklicher Schritt. Zach war froh, dass Alex zwar auf die Krücke verzichtete, jedoch nicht auf die Manschette am Knöchel. Diese gab Alex' Gang mehr Stabilität. Nach dem fünften Schritt ruderte Alex mit seinem rechten Arm leicht, balancierte sich neu aus und tat dann den nächsten Schritt. Zach blieb die ganze Zeit dicht hinter ihm. Mit angehobenen Armen, bereit, einen etwaigen Sturz von Alex abzufangen und zu verhindern. Doch Alex hielt sich tapfer. Mit jedem Mal wurden seine Schritte selbstsicherer. Amüsiert verglich Zach Alex' gelegentliches Rudern mit den Armen mit dem Ausbalancieren einer Katze, welche einen schmalen Pfad entlang ging. Wacklig, langsam jedoch ohne Sturz und ohne fremde Hilfe gelang Alex auf den höchsten Punkt. Und das in unter 30 Minuten. Zach hatte schon Stürze gefolgt von Fluchen und Wutausbrüchen eingeplant, doch nichts davon war eingetreten. Alex hatte sich die Zeit genommen, die er benötigte und sein Vorhaben beim ersten Mal ohne Zwischenfall durchgezogen.

Nun, da sie auf dem obersten Punkt des Felsens nebeneinander standen, suchte Alex wieder Halt an Zach's Arm. Dieser legte seine rechte Hand auf die ineinander greifenden Hände von Alex. Zeigte ihm auf diese Art, das er Stolz auf ihn war. Eine stumme Geste, welche Alex durchströmte wie eine angenehme Welle von Wärme. Sie traten näher an die Kante des Felsvorsprunges und sahen nach unten zum See. Er wurde in dieser frühen Morgenstunde in ein angenehmes Licht getaucht. Die Sonne blendete nicht durch die Spiegelung, sondern ließ die Oberfläche des Wasser glitzern. Das klare Blau lockte mit einem Versprechen des Abkühlens. Eine Abkühlung, welche ihnen willkommen war, denn der Aufstieg hatte beide aufgeheizt. Alex atmete immer noch angestrengt neben Zach. Doch diese Atemzüge schlugen in ein verzweifeltes Seufzen um. „Es war zu schön, ich wusste es.“ murmelte Alex vor sich hin und wollte sich zum Gehen wenden. Da er sich immer noch an Zach fest hielt, kam er jedoch nicht weit. „Was war zu schön?“ fragte der Größere. „Ich mach dir keinen Vorwurf Zach. Das war eine gute Idee. Aber ich kann da nicht runter springen.“ „Warum nicht? Höhenangst?“ schmunzelte Zach, was auch Alex zum Schmunzeln brachte. Ein anderes, als das welches er mit seinen Eltern ausgetauscht hatte. Eines, welches beste Freunde austauschten, wenn sie sich spielerisch gegenseitig aufziehen.

„Das sieht höher aus als es ist. 15 Meter maximal.“ versuchte Zach das Problem Höhe herunter zuspielen, wissend, dass es sehr wohl mindestens 15 Meter waren. „Daran liegt es nicht... Lass uns einfach wieder runter gehen.“ Bestimmend zog Zach Alex wieder neben sich, was diesen leicht schwanken ließ. Bevor Zach Alex' Entscheidung in Frage stellen konnte, gab er in altbekannter Wutausbruch-Manier Antwort: „Wenn ich da runter springe, bin ich zu nah an den Felsen. Ich müsste Anlauf nehmen, aber das kann ich nicht.“ Wild gestikulierend deutete Alex auf seine Füße und auch nun bemerkte Zach seinen Fehler. Er könnte seine Hand gegen die Stirn klatschen. Warum hatte er das nicht bedacht? Er war jedes Detail des Vorhabens durchgegangen und das wichtigste - den Anlauf vor dem Sprung für den nötigen Abstand zwischen den Felsen und dem Springenden  - hatte er vergessen.

Wieder wollte Alex Anstalten machen, den Abstieg aufzunehmen, doch Zach ließ ihn immer noch nicht los. „Nein!“ sprach er etwas lauter aus, als gewollt. Aber entschlossen genug für sie beide. „Wie nein?“ fragte Alex verwundert. „Du bist den ganzen Weg hier hoch gegangen. Alleine. Fest entschlossen hier runter zu springen. Also springst du auch.“ „Zach, ich...“ „Wir schummeln.“ strahlte Zach Alex entgegen. Dessen Augenbrauen zogen sich zusammen. „Was?“ fragte er amüsiert und skeptisch. „Wir springen zusammen. Ich nehme dich Huckepack.“ Zach's Idee ging in einem befreitem Lachen von Alex unter. „Du willst was?“ Alex stand stabil und ohne Hilfe Zach gegenüber, welcher sich von seiner Entschlossenheit nicht abbringen ließ. „Ich will, dass du dort runter springst. Mit mir.“ Diese entschlossene Art von Zach war ansteckend. Nach kurzem Überlegen nickte Alex. „Und wie...“ Die Frage würgte Zach ab und drehte sich mit dem Rücken zu Alex, ging vor ihm in die Hocke und hielt eine Hand über seine rechte Schulter. Zögerlich reichte Alex ihm seine rechte Hand. Zach umfasste sie am Handgelenk und zog Alex dadurch direkt auf seinen Rücken. „Wow, langsam Tiger.“ entkam es Alex, welcher den Halt unter seinem linken Fuß verlor, doch Zach war schneller. Er griff mit seinen Händen unter Alex' Kniekehlen, während dieser seinen linken Arm unter Zach's Achsel schob und seine Hände ineinander greifen ließ. Auch wenn er dadurch etwas schräg auf Zach's Rücken hing, war ihm diese Position lieber, denn somit schnitt Alex Zach zumindest nicht die Luftröhre ab.

„Bequem?“ fragte Zach mit einem kleinen Lachen, welches Alex mit einem ebenso amüsierten „Ja, total.“ bestätigte. Zach erhob sich in den Stand und zum ersten Mal wurde Alex bewusst, wie groß Zach war. Er blickte über seine linke Schulter gen Boden und war gelinde gesagt geschockt. Es entsprach nicht seiner eigenen Körpergröße und deswegen war es rein physisch schon seltsam von diese Höhe runter zu blicken. Zach festigte seinen Griff in Alex' Kniekehlen. Atmete einmal tief durch. „Bereit?“ Alex atmete ebenfalls tief durch und klammerte sich dichter an Zach. „Bereit!“ gab er entschlossen das Startsignal. Und im nächsten Moment legte Zach den kurzen Sprint ein und sie kamen der Absprungkante immer näher. Alex' Herz schlug ihm bis zum Hals und Adrenalin pumpte durch seine Adern. Noch nie hatte er sich so sehr bewusst am Leben gefühlt wie jetzt. Mit einem kräftigen Sprung stieß Zach sie von der Kante ab um im nächsten Moment zu fliegen. Der Wind rauschte durch ihre Haare, überzog ihre Haut mit einem feinen Kribbeln und das angenehme Ziehen hinter ihren Herzen ließ sie freudig auflachen. Die Welt gehörte ihnen, das Leben schenkte ihnen diesen phantastischen Moment und die Emotionen fuhren Achterbahn mit hochgerissenen Händen.

Alex hätte Schreien können vor Glück, doch er musste sich auf das Eintauchen in den See bereit machen. So schnell wie es begonnen hatte, so schnell war es leider wieder vorbei. Zach löste seinen Griff um Alex' Beine und griff mit seiner linken Hand nach der rechten Hand von Alex. Brachte etwas Abstand zwischen ihre Körper. Je näher die Wasseroberfläche kam umso mehr wurde Alex bewusst, warum Zach dies tat. Derart nah beisammen könnte der Aufprall auf dem Wasser für beide zu Verletzungen führen. Und so tauchten sie nebeneinander ins blaue kühle Nass ein und Zach hielt seine linke Hand fest mit der rechten von Alex umklammert. Sie tauchten so tief ab, dass Alex meinte, dass seine Zehen den kühlen Schlick am Boden des Sees zu spüren. Derart tief im Wasser versunken hatte Alex erneut das Gefühl einer Befreiung. Es war absurd, doch er hatte das Bedürfnis, das klare Wasser in sich aufzunehmen. Er fühlte sich seit langem wieder richtig frei. Wie er selbst und vor allem: Sorgenfrei.

Immer noch Hand in Hand schwammen sie nach oben Richtung Wasseroberfläche und brachen schließlich hindurch und sogen die frische Luft in jeden Winkel ihrer Lungen auf. Da Alex in dem bodenlosen Wasser einige Probleme hatte sich oben zu halten, legte er seinen rechten Arm um Zach's Schulter und drehte den Kopf zurück Richtung Felsen. Ein breites Grinsen zierte Alex' Gesicht. Dieses Grinsen gefolgt von einem euphorischem Lachen stimmte Zach glücklich. Er sog jedes Detail von Alex' Freude in sich auf und vergaß sogar die Narbe, welche sich in dieser Position direkt auf Augenhöhe zu ihm befand. Mit strahlendem Gesicht wandte Alex sein Gesicht Zach zu. Ein leises „Danke“ entkam seinen Lippen. Lippen, von denen Zach seinen Blick nicht lösen konnte. Das breite Lächeln war ansteckend und das schönste, was er seit langem gesehen hatte. Zach's Blick wanderte über die Oberfläche des See's hinüber zu dem kleinen Stück Strand, welcher leicht begrünt war. „Schaffst du es bis dort rüber?“ fragte Zach mit einem Nicken in besagte Richtung. Leicht paddelnd, und dabei wie ein Hund wirkend, folgte Alex dem Nicken und anstatt einer Antwort, schwamm er in eben diese Richtung. „Wetten, dass ich vor dir ankomme?“ forderte Alex Zach heraus. Ein breites Grinsen, welches nur durch ein angestrengtes Japsen unterbrochen wurde, zierte nach wie vor Alex' Gesicht. Durch das Adrenalin und den erfolgreichen Sprung, fühlte er sich unbesiegbar. Alles war möglich, selbst Zach schlagen im Kurzstrecken-Schwimmen. „Der Gewinner fährt uns zurück.“ spielte Zach bei Alex' Spiel mit. Selbstverständlich wissend, dass er Alex in seinem Zustand nicht Auto fahren lassen würde, auch nicht sein eigenes. Dafür waren seine Hand- und Fußkoordination nicht sicher genug, aber mit diesem Wetteinsatz spornte er den Brünetten noch mehr an. Geradezu euphorisch legte dieser mehr Kraft in seine halb-schwimmende, halb-paddelnde Bewegungen, sodass Seewasser in Unmengen um sie herumspritzte.

Zach ließ sich immer mehr zurückfallen und beobachtete Alex' Bewegungen. Hin und wieder streckte er sein gesundes Bein aus dem Wasser heraus, was weiteres Wasser in Zach's Gesicht spritzte. Sie waren wie zwei Kinder, sorglos, verspielt... frei. Unter großer Anstrengung kam Alex dem Ufer immer näher, sodass Zach einen Sprint einlegte und lässig an seinem Freund vorbeizog. Mit einer eleganten Leichtigkeit sprang er aus dem Wasser und lief die Steigung bis zur Wasserkante hinauf. Kurz verschnaufend drehte er sich zu Alex um, welcher auf allen Vieren das seichte Wasser durchwatete. Ebenfalls nach Luft ringend, nur um einiges intensiver als Zach. Erneut stieg leichte Panik in dem Gewinner auf, sodass er an den Knienden herantrat und zu ihm in die Hocke ging. „Alles okay?“ fragte er besorgt, denn Alex' Gesichtszüge zeichneten deutlich die Anstrengung, die ihn dieses intensive Schwimmen gekostet hatte. Umso erleichterter war der Schwarzhaarige, als ein keckes Grinsen das Gesicht des Brünetten auflockerte. Ein freudiger Blick wurde Zach zugeworfen, welcher Alex anerkennend seine rechte Hand auf  den Rücken legte. „Du hast geschummelt Dempsey.“ Dieser tat gespielt empört: „Jetzt kommst du mir damit? Nachdem du gegen das Schummeln zuvor nichts einzuwenden hattest?“ Das Grinsen wurde durch ein amüsiertes Auflachen noch wärmender. „Touché.“

Die Hand auf Alex' Rücken wanderte weiter nach unten um seine Taille und die linke Hand wurde ihm zur Stütze entgegen gehalten. Nach einem weiteren tiefem Atemzug ergriff Alex besagte Hand und zog sich an dieser in den Stand. Wieder etwas mehr humpelnd führte Zach Alex Richtung Wiese. Als Alex unter Zach's stützender rechten Hand etwas gen Boden sagte, ließ er ihn langsam auf das Grün sinken. Alex ließ sich in das Gras hinab und lag flach auf dem Rücken. Mit geschlossenen Augen atmete er immer noch schwer. Zach wusste, dass die körperliche Aktivität Alex ziemlich ausgelaugt hatte, doch das würde dieser niemals zugeben, also überspielte er Alex' geschwächten Zustand. „Hast recht, ein guter Platz zum Chillen.“ Alex hob die rechte Hand und formte sie zu einem „Like“-Daumen und genoss mit geschlossenen Augen die leichten Sonnenstrahlen, welche durch das Blattwerk der umliegenden Bäume brachen. Mit einem Schmunzeln legte sich Zach ebenfalls auf den Rücken, blickte jedoch weiterhin auf Alex' Gestalt. Beobachtete, wie sich dessen Brustkorb immer noch rasant bewegte und der benötigten Luftzufuhr kaum hinterher zukommen schien. Trotz der Anzeichen des körperlichen Ausgelautseins, sah Alex in den ganzen letzten Wochen, ja gar seit seinem fehlgeschlagenem Selbstmordversuch nicht mehr so zufrieden mit sich aus. Er hatte etwas geschafft, von dem er ausgegangen war, es nie wieder zu können. Egoistischer Weise war Zach ein bisschen stolz auf sich. Er war fest davon überzeugt, dass Alex die heutige Unternehmung noch nicht mal in Betracht gezogen hätte, wenn Zach ihn dazu nicht ermuntert hätte.

Alex atmete wieder normal und sog nunmehr die frische Morgenluft nur noch des Genießen wegen tief in seine Lungen ein. Er öffnete seine Augenlider und blickte zu Zach herüber, welche etwas ertappt wirkte. Die Besorgnis von Zach herunterspielend warf Alex ihm einen gewohnt trockenen Spruch entgegen: „Kein Angst, ich sterb dir hier schon nicht weg.“ Diesem Satz folgte eine unangenehme Stille. Alex wandte rasch seinen Blick von Zach ab. Er war sich nicht immer sicher, ob Zach seinen schwarzen Humor verstand, also versuchte er das Schweigen zu ignorieren. Doch dieses Schweigen, die unangenehme Stille war ungefähr so laut wie die Frösche die im nahegelegenen Gebüsch quakten.

„Ich bin stolz auf dich Alex.“ die Worte, so sanft gesprochen, durchschnitten die Stille. Ruckartig drehte Alex seinen Kopf wieder in Zach's Richtung und ihm schlug ein derart emotionaler Blick entgegen, dass er beinah erschrak. Alex wusste nicht, was er auf Zach's Äußerung erwidern sollte, sodass er nur etwas unbeholfen lächelte und nickte. Ruckartig bewegten sich Zach's Pupillen. Schienen nicht zu wissen, wo sie zuerst blicken sollten, blieben jedoch wie angeheftet auf Alex' Gesicht hängen. Der Brünette vermeinte ein Knistern zu spüren, welches von dem Schwarzhaarigen ausging. Je länger er in dessen Augen blickte, umso mehr wurde ihm bewusst, womit Zach zu kämpfen schien. Alex beschloss ihm bei diesem Kampf zu unterstützen und bewegte seinen Kopf weiter in Zach's Richtung, soweit es ihm seine liegende Position erlaubte. Seine weitere Unterstützung war ein Lächeln, welches er Zach zuwarf, dass es ihm schier den Atem raubte. Es schien die erwünschte Wirkung zu erzielen, denn im nächsten Moment drehte Zach sich auf die Seite und beugte sich über Alex' Gesicht. Seine rechte Hand neben dessen Kopf und den linken Unterarm oberhalb von Alex abstützend.

Zach blickte fasziniert in Alex' Gesicht, die feinen Linien, die Wangenknochen, den eleganten Kiefer und diese unglaublichen Lippen. Sein Herz schien zu zerspringen als er realisierte, dass Alex geradezu einladend über seine Lippen leckte. Diese bewusst befeuchtete, als würde er nur darauf warten, dass Zach seine darauf ablegte. Der Moment schien einzufrieren, zu stoppen und sogar die leichte Brise war verebbt. Zach war hypnotisiert von dem Anblick, welcher sich ihm bot. Er genoss jedes Detail und konnte sich nicht satt sehen. Es schienen Stunden vergangen zu sein, bis er Alex' Hand in seinem Nacken spürte, welche ihn nach unten zog, direkt auf diese wunderbaren Lippen. Sie empfingen ihn mit einer Wärme, die Geborgenheit versprach. Liebevoll drängten sie sich perfekt aneinander und verschmolzen zu einem hingebungsvollen Kuss.

Die Hand in Zach's Nacken fuhr durch das kurze Haar am Ansatz und die Fingerkuppen bewegten sich massierend auf der Haut. Dies gepaart mit dem Kuss, ließ Zach kurz aufseufzen, wodurch er aus seiner Versteinerung herausbrach. Er legte seine rechte Hand an Alex' Hals und fuhr mit dem Daumen über den eleganten Kieferknochen. Strich hierbei leicht das Ohr und wieder zurück. Mit geschlossenen Augen genoss er das Gefühl von der warmen Haut in seiner Handinnenfläche und den wohligen Lippen unter seinen. Für einen kurzen Moment löste Zach sich von Alex und sah ihm etwas ungläubig entgegen. Er konnte es nicht glauben, dass es ihm vergönnt war, diesen wunderbaren Menschen unter sich zu wissen und diesen zu küssen. Wie eine böse Stimme, welche sich plötzlich in seine Gedanken schlich, wurde ihm bewusst, dass er beinah niemals die Möglichkeit gehabt hätte. Das es diesen Moment fast nicht gegeben hätte, wenn... Zach wollte die Stimme verbannen doch sie war zu stark und gelang bis hin zu seinen eigenen Stimmbändern. „Alex, ich...“ Doch dieser unterbrach ihn direkt, schien ebenfalls diese Stimme in seinem Kopf zu haben: „Nicht. Zach, ich bin hier. Wir sind hier. Das ist alles was zählt.“ Ein erleichtertes Lächeln huschte über Zach's Lippen, welche Alex im nächsten Moment wieder in Beschlag nahm und mit einem sanften Kribbeln, welches sich von dem Lippenkontakt ausbreitete wurde die Stimme verdrängt. Es war alles egal. Ihre Vergangenheit, ihre Taten, einfach alles. Dieser Kuss und ihr miteinander war es, was es zu genießen galt.

Und wie sie es genossen. Je intensiver der Kuss wurde, umso wärmer wurde der Strudel in Zach. Riss Wellen der Begierde los, welche ihn sich dichter an Alex drängen ließ. Ihre Oberkörper trafen glühend aufeinander. Ließen den Kuss noch emotionaler werden. Geradezu hungrig nahm Alex immer mehr von Zach's Lippen Besitz, gewährten ihm keine Atempause. Wie von selbst schob Zach sein rechtes Bein zwischen die Beine von Alex, die sich leicht in seinen verhakten. Bei jedem Kontakt ihrer Zungen war es wie ein Stromschlag, welcher einen erneuten heißen Strudel Richtung Lendengegend sandte. Alex hob sein rechtes Bein leicht an und fuhr mit erhöhtem Druck über Zach's Mitte, welcher augenblicklich in den Kuss stöhnte. Sein Herz setzte zwei Setzer aus und die Hitze stieg nun auch vollends in seine Wangen. Er benötigte ein paar Sekunden um zu sehen, dass Alex ihn herausfordernd anlächelte. Es war unglaublich, wie verrucht er zur Tat schritt und Zach wusste nicht, wie lange er diesem reizvollen Spiel folgen konnte, bis er sich der Gier hingab. Doch Alex' Blick zufolge, war genau dessen Frage Antwort, die er anstrebte. Mit einem leichten Lächeln verließ Zach's Hand Alex' Wange und griff in dessen linke Kniekehle. Zog den Untenliegenden näher an sich und schmiegte ihre untere Körperregionen lasziv aneinander. Dieser Herausforderung kam Alex entgegen, indem er seine Hände unter Zach's Arme schob und seine Fingerkuppen und die zurück geschnittenen Nägel mit leichtem Druck von den Schulterblättern an bis runter zu dem Steißbein zog. Diese fließende Bewegung wurde von einem gehauchten Aufstöhnen von Zach begleitet, welcher genießerisch die Augen schloss und Alex meinte unter diesem leichten Stöhnen seinen eigenen Namen herauszuhören. Die Bewegung endete auf seinem Steißbein und Alex drängte Zach nur noch enger an ihn heran. Der Schwarzhaarige ließ seufzend seine Stirn auf die des Brünetten sinken.

In dieser Position verharrten sie, bis beide sich wieder etwas klimatisiert hatten. Zach ließ sich seitlich neben Alex auf die Wiese zurückfallen, ohne jedoch den Blick von dessen Antlitz zu nehmen. Wie von selbst fanden sich ihre Hände, griffen ineinander und blieben zwischen ihnen auf dem Grün liegen. „Willst du dich nochmal abkühlen?“ fragte Alex Zach schmunzelnd, welcher das Schmunzeln erwiderte. „Ich will diesen Anblick genießen.“ „Ich wusste gar nicht, dass du so romantisch bist.“ gab Alex zurück. Zach lächelte ihn nur liebevoll entgegen. „Ich auch nicht.“

~*~

Mit sachten Schritten und wieder auf seine Krücke gestützt, stieg Alex die Treppen zur Haustür hinauf. Dicht gefolgt von Zach, welcher beide Taschen in seiner linken Hand trug. Seinen Blick nicht von seinem Vordermann nehmen könnend. Hatte er ihn schon immer auf diese Art angestarrt? Er wusste es nicht, doch es schien, als würde er seinen Blick nie wieder auf etwas Schöneres heften. Kurz vor der Tür stoppte Alex abrupt und blieb wie angewurzelt stehen. In Zach stieg Panik auf. War das der Moment, in dem Alex ihm sagen würde, dass die vormittäglichen Ereignisse aus einer Laune der Euphorie heraus passiert waren? Das ihm der Kuss nichts bedeutet habe? Ein schmerzhafter Stich trieb sich durch Zach's Innerstes, als Alex sich in einer fließenden Bewegung zu ihm umdrehte. Ein Lächeln seines Gegenüber ließ den Stich verschwinden. Verwandelte ihn in Wärme, welche in seinem Körper aufstieg. „Danke, Zach.“ Der Angesprochene fühlte sich wie zerlaufene Butter bei diesen beiden simplen Worten. Wieder schwoll in ihm das Bedürfnis an, den Brünetten mit seiner ganzen Hingabe beschützen zu wollen. Doch mischte sich diesem Drang ein weiteres Gefühl bei. Er befürchtete, wenn er Alex zum Abschied umarmen würde, würde er ihn nie wieder loslassen können. Ein sachtes Schmunzeln zierte Alex' Gesicht. „Zerdenkst du die Ereignisse etwa?“ Ein unsicherer Blick zur Seite und ein Sinken des Hauptes war Zach's Antwort. „Wusste ich's doch.“ Worte eher zu sich selbst sagend als zu seinem Gegenüber.

„Ich weiß, du hälst dich für einen großen Denker, Zach. Aber deine Stärken liegen in deinen Handlungen.“ Ruckartig hob der Schwarzhaarige seinen Blick auf den Brünetten, welcher einen Schritt auf ihn zugegangen war. Was konnte man auf solch ein Kommentar antworten? War es eine Aufforderung? Mehr Handeln, weniger Denken... „Alex,... ich-“ „Küss mich.“ eine eindeutige Aufforderung. Noch klarer als die zuvor getätigten Worte und es verging nicht mal ein Bruchteil einer Sekunde als Zach dieser Weisung Folge leistete. Seine freie rechte Hand legte sich erneut an den Hals des Brünetten, welcher seiner Bewegung entgegen kam. Ihre Lippen trafen aufeinander. Liebkosten die des anderen verlangend. Zach's Unterlippe wurde von Alex' Lippen gefangen genommen, zog und knabberte leicht an dieser, nur um im nächsten Moment wieder beide Paare mit einem feuchten Kuss in Beschlag zu nehmen. Ein genießerischer Laut entkam Zach. Seine Hand fuhr in Alex' Nacken, zog den Kleineren dichter an sich und ließ die Rucksäcke fallen, nur um mit der nun freien linken Hand um Alex' Hüfte fassen zu können. Es war genauso wie Zach vermutet hatte. Der Kleinere lag perfekt in seiner Umarmung, schmiegte seinen Körper an seinen und schien gar nicht mehr von ihm ablassen zu wollen. Die perfekte Vermählung zweier Körper.

Ein Räuspern erklang und sie ließen voneinander ab. Ihr Blick auf den Verursacher dieses Geräuschs gerichtet. Bill stand in der geöffneten Haustür und nickte Zach leicht entgegen. Ein Lächeln lag auf seinem Gesicht und die anfängliche Panik in dem Schwarzhaarigen verschwand. „Du bringst mir meinen Sohn in einem Stück zurück. Das freut mich. Ich schätze mal, der Sprung war erfolgreich?!“ „Ja, Sir.“ gab Zach förmlich von sich. Irritiert warf Alex einen Blick über seine Schulter. Diese Art der Anrede war unüblich für Zach, schien jedoch durch das plötzliche Auftauchen seines Vaters geschuldet zu sein. „Morgen dann wieder zur gewohnten Zeit?“ verabschiedete sich Zach an Alex gewandt. „Ja, morgen dann.“ nickte Alex seinem Gegenüber zu. Blieb diesem nahe, in der Hoffnung, dass dieser ihn zum Abschied nochmals küssen würde, doch dazu fehlte Zach allem Anschein nach der Mut. Die Anwesenheit von Bill schüchterte ihn wohl ziemlich ein. Es war immerhin sein Sohn, den er da küssen würde und war auch nichts anderes, als einem Mädchen in Anwesenheit des Vaters den Hof zu machen. Rasch griff Zach nach seinem Rucksack und trat schnellen Schrittes auf sein Auto zu.

Bill und Alex sahen dem davonfahrendem Audi hinterher. Ein schuldbewusster Blick seitens Bill traf Alex. „Er ist doch wohl nicht etwa wegen mir regelrecht geflohen oder?“ „Doch, Dad. Du hast ihn offensichtlich eingeschüchtert.“ „Oh, das tut mir leid. Ist ein netter Junge.“ beschwichtigend nickte er dem Auto hinterher und ob Alex' Rucksack von der Veranda auf. Aufgrund der körperlichen Anstrengung schritt Alex immer noch etwas langsam ins Haus und stieg Stufe für Stufe die Treppen hinauf. „Hey Kumpel?“ hielt Bill ihn auf. Fragend blickte Alex zu seinem Vater, welcher die Tür ins Schloss fallen ließ und seinem Sohn einen liebevollen Blick schenkte. „Zach ist wirklich ein netter Junge.“ Für Außenstehende war es lediglich eine Wiederholung der vorherigen Aussage, doch Alex wusste, dass sein Vater ihm damit mitteilte, dass er mit ihrem Arrangement einverstanden war. Zustimmend nickte Alex. „Ja, das ist er.“

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