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Schritt für Schritt

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16
Cana Alberona Gajeel Redfox Laxus Dreyar Levy McGarden
04.06.2020
21.01.2021
34
116.215
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16.07.2020 3.267
 
„Lexy ... Sie ist ein Teil von Cana. Natürlich mag ich sie, sie sie genauso aus wie sie, nur -“ Er stockte, legte die Ellenbogen auf seinen Oberschenkeln ab und starrte ins Leere. „Wie kann man ein Kind hassen, nur, weil man mit der Wahl des Vaters nicht einverstanden ist?“ Die erleichterten Blicke, die sich seine Gäste zuwarfen, bekam er nicht mit.
Erza räusperte sich wieder. „Cana ist ohne Lexys Vater zurückgekommen. Heißt das für dich gar nichts?“


+++


Kapitel 7 – Auftritt des Neuankömmlings

Ein einfaches, emotionsloses Schulterzucken. Der Raijinshuu schaute seinen Anführer mit einem mitfühlenden Blick an.
„Hibiki wird nicht länger als ein paar Tage, maximal ein oder zwei Wochen hier sein, dann geht er zu Blue Pegasus zurück. Cana wird uns hingegen nicht mehr verlassen, das hat sie versprochen.“
„Sie hat auch versprochen, mit mir über uns zu reden, wenn ich von meinem Auftrag wieder zurück bin!“, zischte der Blonde als Antwort. „Und was war? Ich komme zurück und sie ist weg! Makarov hat ausgesehen, als ob ihm das Herz entrissen worden wäre, und niemand hat eine Ahnung, wo sie hingegangen ist! Ich habe mich in den letzten Jahren gezwungen zu denken, sie sei tot! Damit ich weitermachen kann und nicht weiterhin -“ Er verstummte. Mit Sicherheit hatte er für seine Verhältnisse viel zu viel von sich preisgegeben.
Erza sah seine Verzweiflung, aber auch die tiefe Verletzung, die er davongetragen hatte. In ihr regte sich so viel Mitgefühl, wie sie es noch nie zuvor für den Blitzmagier empfunden hatte. Behutsam legte sie ihre Hand auf die seine, die zu einer Faust geballt auf seinem Knie ruhte.
„Cana hat unglaublich unter der Trennung gelitten. Sie ist nicht gegangen, weil sie es wollte, das musst du verstehen. Sie ist verschwunden, weil sie es musste. Ich kann nicht ansatzweise nachvollziehen, wie schlimm es für sie die ersten paar Monate war. Immerhin war sie ein Mitglied von Fairy Tail, seit sie mit sechs Jahren hierher gewandert ist, um ihren Vater zu finden. Ich denke, Hibiki wird dir zu gerne auf deine Fragen antworten, denn er ist mitunter einer der Gründe, warum es ihr etwas besser ging. Das darfst du nie vergessen, egal wie du ihm gegenüber fühlst. Er hat Cana geholfen und das ist alles, was für dich zählen sollte.“ Sie legte eine kleine Pause ein und wägte ihre nächsten Worte sorgfältig ab, doch dann beschloss sie, alles auf eine Waage zu legen. „Jeder in der Gilde ist darüber im Bilde, wie du zu Cana stehst. Selbst Natsu hat es verstanden. Denke daran: Egal was auch immer du tun willst, du hast den Rückhalt von ganz Fairy Tail. Wir sind eine Familie und du bist ein Teil davon.“
Laxus schüttelte betäubt den Kopf. „Ich muss eine Weile fort. Einen klaren Kopf bekommen ... Über all das hier. Es ist besser so, denn wenn morgen Hibiki erscheint, kann ich nicht einschätzen, wie ich reagieren werde.“
Freed warf Erza einen unglücklichen Blick zu, doch weder er noch sie hatten Gegenargumente. Der Mensch, der Laxus am besten einschätzen konnte, war Laxus selbst. Abgesehen von Makarov natürlich, der würde seinen Enkel jedoch selbst entscheiden lassen, was er tun wollte.
„Wir sagen der Gilde Bescheid, Laxus“, sagte Freed entschlossen.
Laxus nickte nur und schaute weiterhin ins Leere, während die anderen beiden aufstanden. Ihr Anteil hier war getan, nun mussten sie Laxus sich selbst überlassen, auch wenn vor allem Freed das seinem Freund nur ungern antat.
„Bis dann, Laxus“, murmelte Erza ermutigend und ging als Erste zur Tür.
Freed blieb noch kurz bei Laxus stehen und blickte nachdenklich auf den jämmerlichen Anblick, den der sonst so stolze Blitzmagier bot. „Cana sieht dich immer noch als einen ihrer ältesten und engsten Freunde.“ Mehr konnte er seinem Anführer nicht sagen, selbst wenn er es gewollt hätte. Laxus und Cana mussten selbst zueinanderfinden, sonst würde das keine glückliche Beziehung werden. Wenn sie einander noch immer so viel bedeuteten wie vor Canas Verschwinden, würden sie früher oder später wieder an dem Punkt weitermachen, wo sie aufgehört hatten. Der Rest der Gilde konnte nicht mehr tun als zuschauen und darauf achten, Lexy so wenig wie möglich von zukünftigen Diskussionen zwischen den beiden mitbekommen zu lassen.

+++


Mittlerweile war Cana wieder etwas ruhiger geworden, zumindest ruhig genug, um nach ihrer Tochter zu schauen. Diese hatte ihre Mutter jedoch völlig vergessen, weil sie abwechselnd von den männlichen Magiern der Gilde mit kleinen magischen Tricks abgelenkt wurde. Als Cana dazu stieß, produzierte gerade Max eine riesige Sandburg mit allen Details.
Lexy schaute mit glänzenden Augen und offenem Mund zu und kaum sah sie ihre Mutter, sprang sie auf. „Mama! Wieso kannst du keine Sandburgen bauen? Ich will das auch können!“ Die umliegenden Magier lachten, doch das störte Lexy nicht. Cana fühlte sich bei dem Anblick ihrer Tochter gleich besser.
„Dafür kann ich dir helfen, wenn du nicht einschlafen kannst“, erinnerte sie ihre Tochter an die Zeit, in der Lexy oft Schmerzen gehabt hatte und nicht einschlafen konnte.
„Stimmt“, murmelte Lexy und drehte sich wieder sehnsüchtig zur Sandburg um, die noch mehr gewachsen war. Nun verfügte sie über drei Türme, eine Zugbrücke und sogar einen kleinen, sich bewegenden Drachen. „Kannst du ihn fliegen lassen?“
Während Max Lexys Frage bejahte, drehte sich Cana zu ihrem Vater um, der sie besorgt betrachtete. Sie lächelte halbherzig und sah, wie sich sein Gesichtsausdruck verdüsterte. Mit einem unterdrückten Seufzen ging sie zu ihm. Egal wie sehr Gildarts seine Enkeltochter auch liebte, den Erzeuger sah er immer noch mit gespaltener Einstellung an.
„Es lief besser als befürchtet“, murmelte sie.
„Aber schlechter als erhofft, oder?“ Sie musste ihm keine Antwort geben, denn jeder hatte den Abgang des Blitzmagiers mitbekommen.
„Er scheint reifer geworden zu sein“, meinte Cana mit versonnenem Blick und Gildarts brummte missgelaunt, aber zustimmend. Er hatte es selbst mitbekommen, ob er es wollte oder nicht.
„Laxus wird sich damit abfinden. Er ist nicht mehr so nachtragend wie in seiner Jugend“, bestätigte ihr Vater widerwillig die Aussagen der anderen. Das beruhigte Cana immerhin noch etwas mehr und sie konnte gedankenverloren ihrer Tochter zusehen, wie sie von Max immer mehr Figuren forderte, was dieser gutmütig befolgte. Lexy würde so lange durchhalten, zumindest hoffte sie es.


Eine Weile später kamen Freed und Erza wieder und gesellten sich zu der Runde, die sich um Lexy und Max gebildet hatte. Mittlerweile hatte auch Gray angefangen, kleine Figuren aus Eis zu erschaffen. Auch Juvia war dabei, den von Max geschaffenen Graben mit Wasser zu füllen. Lexy war davon so begeistert, sodass sie noch nicht einmal registrierte, wie ihre Mutter zusammen mit Lucy und Mira sofort zu den beiden Neuankömmlingen lief. Juvia warf zwar einen Blick auf die Gruppe, doch sie blieb bei der Burg.
„Laxus wird eine Weile aus der Stadt sein“, meinte Freed neutral.
Cana wurde bleich. „Hat er -?“ Das synchrone Kopfschütteln der beiden Magier beruhigte sie.
„Er muss das alles verdauen, es war etwas viel für ihn. Zwar gibt er sich beherrscht, doch mit zu viel Emotionen kann er immer noch schlecht umgehen. Bevor er etwas tut, was er später bereuen wird, sucht er Abstand, bis er sich wieder beruhigt hat. Laxus tut das nicht nur für sich, sondern auch für das Wohl der Gilde.“ Erza schaute Cana fest an und sie ahnte, auf was die andere Magierin anspielte.
„Dann wird Hibiki morgen wohl ohne größere Feindseligkeiten willkommen geheißen werden“, sagte Lucy fröhlich, denn sie mochte seit der Begegnung mit Oración Seis den Magier ebenfalls.
„Ich werde es dem Master berichten“, meinte Freed und eilte in Richtung von Makarov, der auf dem Tresen saß und seine Urenkelin verträumt beobachtete.
„Wann wird er wiederkommen?“, fragte Cana leise, doch Titania konnte ihr keine Antwort geben.
Stattdessen zuckte sie ratlos mit den Schultern. „Ich vermute, länger als ein paar Wochen wird er nicht fort sein. Schon allein, weil ihn bis dahin die Raijinshuu ausfindig gemacht haben und ihn eigenhändig hierherschleppen werden.“
„Laxus lässt das mit sich machen?“, fragte Cana ungläubig nach und die anderen drei fingen an zu lachen.
„Laxus ist ruhiger geworden, aber gleichzeitig auch nahbarer. Er behandelt die Raijinshuu nicht mehr wie seine Leibeigenen, sondern wie gleichgestellte enge Freunde. Das, was sie wirklich sind. Du wirst an ihm viele reifere Seiten entdecken, das macht sich nach sechs Jahren Abwesenheit bemerkbar.“
Die Aussage von Mira brachte Cana auf einen Gedanken und sie schaute die anderen drei neugierig an. „Was habe ich bei euch verpasst?“
Mira fing an, unheilvoll zu strahlen. Lucy und Erza hingegen liefen beide puterrot an und begannen wie auf Kommando zu stottern, was Mira und Cana zum Lachen brachten.

+++


Es war spät geworden am Abend, daher war Lexy alles andere als ausgeschlafen, als Cana sie am nächsten Morgen weckte. Sie lief mit einer trüben Miene durch die Wohnung, und brachte die Kartenmagierin beinahe dazu, die Nerven zu verlieren, während sie ihre Tochter dazu antrieb, sich fertigzumachen.
Schließlich reichte es Cana. „Wenn du dich jetzt nicht innerhalb der nächsten fünf Minuten angezogen hast und bereit bist, dir die Haare kämmen zu lassen, wirst du Hibiki heute gar nicht mehr sehen!“
Sofort blieb Lexy stehen. „Biki kommt heute?“
„Ja. Also beeil dich, wir schaffen es gerade noch so vor seiner Ankunft zur Gildenhalle.“ Schon setzte sich Lexy um einiges schneller in Bewegung und die beiden waren wirklich noch vor Hibiki im Gildengebäude.

+++


Der Trimens blieb etwas unsicher im Eingang stehen, als auf ihn alle Augenpaare gerichtet waren und Cana unterdrückte ein Lachen. Anscheinend war er gegenüber der gesamten Gilde doch nicht mehr so mutig, wie er immer geprahlt hatte. Doch sie konnte es ihm nicht verübeln, denn die bohrenden Blicke von einigen waren wirklich zum Fürchten. Allen voran Freed, der Hibiki anscheinend für die Stimmung seines Anführers verantwortlich machte.
Makarov erlöste den Magier schließlich. „Kinder, habt ihr nichts Besseres zu tun?“, brüllte er donnernd durch die ganze Halle. Viele, einschließlich Lexy, zuckten zusammen und widmeten sich wieder ihren Gesprächen. Das hieß nicht, den Magier auf einmal zu ignorieren, aber man beließ es bei mehr oder weniger unauffälligen Blicken.
Cana währenddessen lief auf Hibiki zu, Lexy im Schlepptau. Doch als sie vor ihm standen, sprang Lexy regelrecht auf und ab.
„Biki“, jauchzte sie und der Trimens hob sie hoch, um sie herumzuwirbeln.
„Wie geht es meiner Lieblingsfreundin?“, fragte er, während sie ausgelassen lachte. Dann setzte er sie wieder ab und umarmte Cana. Dabei warf er ihr einen intensiven Blick zu.
„Wie lief es?“, murmelte er so leise, damit nur sie ihn verstand.
Cana schloss kurz die Augen, dann sah sie ihn mit einem betont neutralen Blick an. „Wie wohl. Laxus ist jetzt eine Weile fort, einen klaren Kopf bekommen.“
„Weil er auf einmal eine fünfjährige Tochter hat?“ Dem Archiv-Magier fielen die Augen regelrecht aus dem Kopf.
„Nein, weil er der Ansicht ist, du seist der Vater.“Hibikis Kinnlade fiel herunter und er wurde so bleich wie eine weiß gestrichene Wand. „Bitte erzähl mir nicht, ich werde einen wutschnaubenden S-Klasse-Magier an den Fersen haben, sobald er wieder da ist“, erwiderte er schwach.
„Laxus ist reifer geworden“, versuchte Cana ihn zu beschwichtigen, doch auch in ihren Augen hörte sich ihre Erwiderung nicht wirklich sicher an. Hibiki sah das genau so, denn er blickte hastig in der Halle umher, als ob jeden Moment eine Explosion stattfinden könnte.
„Hibiki! Wie geht es Bob?“, dröhnte die Stimme von Makarov durch die Gildenhalle und Cana trat einen Schritt zur Seite. Sie hatte völlig vergessen, noch nicht einmal die Willkommensrede abgewartet  zu haben. Kurzerhand winkte sie Lexy, die Hibiki immer noch sehnsüchtig anstarrte, zu sich, um wieder zu den anderen zu gehen. Egal was passiert war, ihre Tochter himmelte ihn immer noch an. Hoffentlich würde das nicht mehr allzu lange gehen. Genauer genommen sollte es am besten enden, bevor Laxus zurückgekehrt war.
„Gut. Hier ist ein Brief von ihm, ich soll ‚liebe Grüße an die ganzen schnuckeligen Magier‘ ausrichten oder wie er es auch formuliert hat.“ Da er das mit lauter Stimme gesagt hatte, bekam es der Großteil der Gildenmitglieder mit.
Gray schüttelte sich, während er von Lucy ausgelacht wurde. Beide konnten sich noch gut an die erste Begegnung mit Bob erinnern, als sie das Gebäude der Master vor Lullaby gerettet hatten. Juvia blickte Gray neugierig an und zog Lucy zu sich, um ebenfalls von der Geschichte in Kenntnis gesetzt zu werden.
„Und Ichiya lässt die ‚herzlichsten Grüße an das wundervollste Parfüm von Fairy Tail‘ ausrichten - Erza.“
„Mavis“, meinte diese mit schlagartig bleichem Gesicht und schaute sich um, als ob sie jeden Moment Ichiya erwartete, der auf sie zuspringen und an ihren Haaren riechen würde.
Lexy blinzelte. „Er kennt auch hier Parfüm?“, meinte sie verwirrt und schaute Hibiki mit einem steinerweichenden Blick an. „Kannst du mir das erklären?“
Dieser schüttelte auf Canas warnenden Blick den Kopf. „Nein, dafür bist du noch zu klein.“ Er strich dem schmollenden Mädchen über die Haare, was es etwas beruhigte.
„Wie weit bist du denn mit deiner Magie?“, fragte er an Lexy gewandt, doch das war die falsche Frage. Sie sah sofort wieder niedergeschlagen aus.
„Ich habe noch nichts geübt ... Mamas Karten fühlen sich falsch an“, murmelte sie und eilte zu Gildarts, um sich ablenken zu lassen.
Cana seufzte, kaum als Lexy außer Hörweite. „Ich vermute immer noch, sie hat eine Affinität zu der Magie von ... ihrem Vater“, verbesserte sie sich schnell. „Gildarts Magie ist ebenfalls nichts für sie, auch wenn das zu erwarten war. Doch ich habe keine Ahnung, wie ich ihren Vater dazu bringen kann, ihr etwas zu zeigen, ohne ihm gleich alles offenbaren zu müssen. Abgesehen davon kann sie in ihrem Alter nicht mehr als ihre Magie bestimmen. Wenn ich ehrlich bin, hat das auch noch ein paar Jahre Zeit“, murmelte sie mit kaum hörbarer Stimme.
Der Archivmagier verzog nachdenklich das Gesicht. „Du könntest - nein, das ist zu auffällig. Gibt es bei euch keinen anderen, der eine ähnliche Magie vorzuweisen hätte? Einfach nur, um sich über die Natur ihrer Magie gewiss zu sein?“
Cana schüttelte den Kopf. „Ich kann sie zu Natsu oder Gajeel lassen, wobei ich nicht an einen Erfolg glaube. Eher noch mit Natsu als Lehrer. Seine Magie ist der von Laxus doch noch ähnlicher als die Eisen Dragon Slayer Magie.“
Der Trimens schüttelte den Kopf. „Das wird ebenso wenig funktionieren. Aber wir werden uns etwas einfallen lassen, dafür bin ich da. Solange es Lexy ermöglicht, ihre Magienatur zu erkennen, tue ich alles dafür.“
„Lass das bloß nicht Laxus hören.“ Diese Worte waren ernster gemeint, als sie vermutet hatte. Doch sie konnte nicht sagen, mit welcher Stimmung der Blitz Dragon Slayer zurückkehren würde. Sie hoffte, er würde nicht gleich auf Hibiki losgehen. Zumindest nicht vor ihren oder Lexys Augen, wobei sich der Trimens besser schützen konnte, als Laxus wahrscheinlich annahm. Selbst sie war immer wieder von seinen Fähigkeiten beeindruckt, sich aus einer heiklen Situation zu befreien und den Kampf zu seinen Gunsten zu wenden.


„Und hier ist unsere neue Wohnung“, redete Lexy unaufhörlich weiter, während sie Hibiki an der Hand hielt und quer durch Magnolia gezogen hatte. Der Trimens kannte die Bestimmtheit der Kleinen und hatte sich widerstandslos durch die Stadt ziehen lassen, bis ihm Lexy alles für sie Wichtige gezeigt hatte. Cana lief neben ihm her und lachte immer wieder, während sie aufpasste, ihre Tochter nicht wieder über Kreuzungen laufen zu lassen, ohne vorher nachzuschauen. Doch ihre Sorgen waren unbegründet, denn anscheinend hatte das Lexy in Erinnerung behalten und blieb vor jeder Straße stehen, um nach Autos zu schauen.
„Lexy, hier sind keine Autos erlaubt“, meinte sie, als ihre Tochter vor ihrem Haus stehen blieb und abermals die Straße nach Fahrzeugen absuchte.
Lexy blinzelte. „Warum?“
Cana zuckte nur mit den Schultern. „In dieser Stadt darf man nur auf vier Straßen mit dem Auto fahren. Warum, musst du die Leute fragen, die sich das ausgedacht haben.“
Doch das interessierte ihre Tochter schon wieder nicht mehr, denn sie blickte Hibiki strahlend an. „Hier ist es schön, oder? Genauso schön wie bei euch, die Leute hier sind auch alle nett. Vor allem der große blonde Mann ... Er riecht beruhigend“, murmelte sie mehr zu sich. Doch Cana und Hibiki hörten das und die Kartenmagierin erstarrte, während sich der Trimens zu Lexy hinunterbeugte.
„Welcher große Mann?“
„Der, der mich vor dem Auto gerettet hat. Er riecht ähnlich wie Mama, nur irgendwie wieder anders ...“ Lexy runzelte die Stirn, während sie nachdachte. „Aber ich weiß nicht, wieso. Und wo ist er? Seit heute Morgen habe ich ihn nicht mehr gesehen.“ Sie blickte Cana fragend an.
Cana blickte sie regungslos an. „Er ist auf einem Auftrag“, antwortete sie mechanisch, während sie dem Trimens einen verzweifelten Blick schenkte. Das würde schwieriger werden, als sie erwartet hatte. Nie hätte sie gedacht, Lexy könne Laxus‘ Verwandtschaft riechen, auch wenn sie selbst nicht erkannte, was der Geruch bedeutete. Zumindest war ihr klar, welcher Elternteil Lexy die Magie vererbt hatte. Eigentlich hatte sie es geahnt, nachdem ihre Tochter die Karten von ihr gehalten und es keine Reaktion gegeben hatte. Es waren für Lexy ganz gewöhnlich Tarotkarten gewesen. Aber Lexys feiner Geruchssinn schrie förmlich nach Dragon Slayer Magie. Cana graute es schon jetzt davor, wie Lexy werden würde, wenn sie die Magie ihres Vaters erlernte.
„Nun ... wann hat Laxus denn vor, wieder zurückzukehren?“ Hibiki hatte sich zu Cana gebeugt, damit Lexy wirklich kein Wort mitbekommen würde. Leider hatte sie auch ein scharfes Gehör, was in dieser Situation äußerst ungünstig war.
Cana biss sich auf die Lippen. „Ich weiß es nicht. Bis er sich wieder beruhigt hat. Aber keine Ahnung, wann das sein wird. Selbst Freed konnte mir keine Auskunft darüber geben.“
„Nun, dann hoffen wir, es wird bald sein. Lexy ist in dem Alter, in dem sie anfangen sollte, ihre Magie kennenzulernen, wenn auch ohne gezieltes Training. Einfach nur, um ein Gespür für ihre Fähigkeiten zu bekommen. Vor allem in ihrer Lage, wenn selbst die Ärzte nicht sagen können, wann es zu spät sein wird.“ Cana kannte es aus eigener Erfahrung: Je später ein Magier anfing, sich seiner eigenen Magie wirklich bewusst zu werden, desto schwieriger tat er sich mit der vollständigen Beherrschung von dieser. Erst recht, wenn die magischen Fähigkeiten so stark zu sein schienen wie bei ihrer Tochter.
„Sie brauchen die Magie des Vaters“, antwortete Cana verzweifelt. „Ich - ich muss es ihm sagen, sobald er wieder da ist! Egal, was auch passiert, er wird es erfahren.“
Hibiki sah nicht wirklich überzeugt aus, was sie noch verzweifelter machte. Sie spürte, wie die hilflosen Tränen wieder in ihr aufstiegen, die sie immer hatte, wenn sie sich an die verzwickte Lage ihrer Tochter erinnerte. Die Gewissheit, nur hilflos zuschauen zu können und zu beten, es würde nicht früher als erwartet eintreten, war das Schlimmste an alldem. Sie hatte ihr Bestmögliches getan, jetzt hieß es nur abwarten und beten, bis sich alles zum Guten fügen würde. Das hing hauptsächlich davon ab, ob und wann sich Laxus wieder beruhigen würde und vor allem, wie er auf die Neuigkeiten reagieren würde. Die Vaterschaft war eine Sache, die Situation von Lexy eine andere. Noch sah man es ihr nicht an, aber die Anfälle konnten jeden Tag auftreten.
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Als erstes eine riesige Entschuldigung! Das kommt davon, wenn der Anfang der Geschichte schon so lange her ist ... Für all diejenigen, denen ich geschrieben habe, es gäbe keine Fortführung des Gesprächs zwischen Laxus, Freed und Erza - die Falschinformation war wirklich keine Absicht xD
Aber Hibiki ist da und man erfährt auch ein wenig mehr über den eigentlichen Grund, warum Cana gerade jetzt wieder nach Magnolia zurückgekehrt ist. Das sollte doch als Ausgleich genügen, abgesehen von den winzigen Einblicken in Lexys generellen Charakter ;)
Abschließend nochmals ein riesiges Dankeschön für die Reviews und das generelle Interesse dieser Story! Weil das Pairing keines der "großen" ist, freue ich mich immer wahnsinnig, wie viel Anklang meine kleine Story hier findet!
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