Der König der Verlorenen

GeschichteFantasy, Freundschaft / P16
Chris "The Lord" Harms Class Grenayde Gared Dirge Niklas 'Nik' Kahl Pi Stoffers
04.06.2020
30.08.2020
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13.06.2020 2.678
 
Kapitel 2
In der Gosse



Lautes Jubelgeschrei hallte durch die Ränge der Arena. Wie in jeder großen Stadt des Landes Gogil liebte auch der Stadtherr von Hijelu, König Rinacec, den Schaukampf. Dieser diente nicht nur seiner Belustigung und der seines Volkes. Die Kämpfe sorgten dafür, dass die Zellen der Kerker, tief in seiner Burg, beständig leer blieben.
„Ja, töte ihn!“ brüllte der wohlhabende Bäcker der Stadt, der sich zusammen mit dem Fleischer den heutigen Kampf ansah. Mit feurigen Augen beobachteten sie, ebenso wie die anderen Zuschauer, wie der große Bär sich auf die Hinterbeine stellte und seine Pranken auf den Räuber sausen ließ. Die Krallen des Tieres schlugen sich tief in das Fleisch des Mannes und rissen dessen Brust auf.
„Genau, er hat es nicht anders verdient! Mach ihn fertig!“ brüllte der Sohn des Goldschmieds, der an diesem Tag den Beginn seines zwölften Sommers feierte, „Vater, meint Ihr, wir bekommen heute noch ihn zu sehen?“
„Wen?“
„Na den Kämpfer, von dem alle in der Stadt immer reden. Der, der stärker als alle Wachen in der Stadt sein soll.“
„Wenn sie den immer rauslassen, dann wäre das Gold für diesen Kampf umsonst gewesen.“
„Wieso?“
„Weil er dann den Kampf schneller beendet, als du überhaupt deinen Platz hier finden kannst.“
Enttäuscht schwieg der Junge und beobachtete weiter wie der Bär den Räuber in Stücke riss.

„Euer Abendbrot gehört wohl mir, Catad.“ sagte ein hochgewachsener junger Mann stolz, der sich mit einem anderen den Kampf durch das Gitter hindurch ansah, „Ich sagte Euch ja, dass der Kerl dem Bären keineswegs gewachsen ist.“
„Ich hasse es, wenn Ihr recht habt, Xahebar.“
„Vielleicht solltet Ihr einfach mit diesen Wettspielen aufhören. Ihr habt dabei nie Glück.“
„Immerhin habe ich soviel Glück, dass ich noch lebe.“ entgegnete Catad triumphierend, „Habt Ihr mich nicht gestern beobachtet, wie ich diese Wildsau erdrosselt habe?“
Xahebar verdrehte nur genervt die Augen. Plötzlich vernahmen die beide Schritte. Jemand nährte sich der Tür. Schnell stupste Xahebar Catad an, ehe sie im dunklen Schatten verschwanden.

Die schwere Tür wurde aufgeschlossen. Eine Wache schubste einen Jüngling grob vor sich her, ehe dieser unsanft zu Boden stürzte.
„Ihr habt gehört, was der Vogt des Königs gesagt hat. Morgenfrüh werdet Ihr zusammen mit dem Kämpfer Xahebar gegen den Koloss antreten, welchen die Wachen letzten Neumond vor den Toren der Stadt aufgegriffen haben.“ sagte die Wache im barschen Ton, „Soll ich Euch sagen, auf was ich setzten werde? Auf den Koloss, denn Ihr werdet nicht die geringste Chance gegen ihn haben.“
Damit wandte sich die Wache ab. Der Jüngling fuhr um, sprang auf die Beine und eilte dem Wachmann nach.
„Die ganze Sache ist ein Missverständnis, ich habe nichts von dem Seidenstand entwendet! Ich bin kein Dieb!“
„Das sagen sie alle, die hier landen.“
„Es stimmt aber, ich bin der Sohn von König Dirge!“
Der Wachmann prustete höhnisch los, die anderen Wachen stiegen in das Gelächter mit ein.
„Das Schloss von König Dirge ist vor zwei Mondphasen Räuber und Brandschätzer zum Opfer gefallen. Keiner hat dort überlebt und wenn ich es mir recht überlege, ist das auch ganz gut so, wenn man den Gerüchten über diese Familie Glauben schenkt.“
„Es ist aber wahr! So glaubt mir doch!“
Noch bevor der Jüngling die Tür erreicht hatte, fiel diese wieder hart in das Schloss. Die Wache drehte den Schlüssel um und ging lachend davon. Entsetzt griff der Jüngling an die dicken Eisenstäbe des kleinen Sichtfensters und schrie den Wachmännern hinterher. Doch es nützte nichts, sie kamen nicht wieder zurück.

Tränen rannten dem Jüngling über das Gesicht, als er sich schniefend umsah. Mit zitternden Händen fuhr er sich durch das schwarze lange Haar. Wie um Himmelswillen war er nur hin drin gelandet? Er hatte doch nichts verbrochen. Er war kein Dieb und doch wurde er wie einer behandelt. Er ging ein paar Schritte, fasste mit seinen Händen hinauf an ein Gitter und warf einen Blick nach draußen. Er sah auf den sandigen Boden der Arena, wo er schon morgen kämpfen und so für seine Tat, die er nicht einmal begangen hatte, büßen sollte. Seufzend ließ er das Gitter los und wandte sich davon ab.
Langsam ging der Jüngling den Gang entlang. Dieser führte die halbe Strecke geradewegs der Arena entlang. Das wenige Licht was durch die schmalen Gitter fiel ließ die Umgebung schaurig und trostlos wirken. Hier und da stand eine kleine Kerze, die mit ihrem Schein die kargen Steinmauern erhellte. Ein Frösteln überkam ihn. Dieser Bau wirkte wie der Kerker der Burg, auf welcher er bis vor kurzem noch gelebt hatte.
Irgendwann setzte sich der Jüngling auf Stroh, welches in der Nähe einer Kerze lag. Er kauerte sich zusammen und starrte vor sich hin. Das Licht, welches durch die Gitter fiel wurde schwächer. Die Nacht bahnte sich an. Und wahrscheinlich war dies seine Letzte.

Plötzlich vernahm er, wie abermals die schwere Tür aufgeschlossen wurde. Eine Wache brachte vier Rationen Brot und Wasser herein. Mit knurrendem Magen starrte der Jüngling das Essen an. Seit er vor wenigen Tagen die Stadt betreten hatte, hungerte er. Sehnsüchtig stand er auf, eilte an das trockene Brot heran und wollte sich gerade eines der vier Stücke nehmen, als jemand ihn grob zurückzog und hart zu Boden warf.
„Wage es nicht unser Essen anzufassen! Es gehört Xahebar!“
„Aber…“ stammelte der Jüngling nervös und sah auf die beiden Kerle, die sich protzig vor das Essen stellten, „Ich… ich muss morgen kämpfen…“
„Das muss Xahebar auch. Er braucht also das Brot.“
„Es sind vier, wir könnten es uns teilen.“
„Catad und ich teilen niemals etwas, du elender…“
Noch bevor Xahebar seinen Satz beenden konnte, schnellte eine Gestalt aus der dunkelsten Ecke des Verlieses hervor. Catad trat erschrocken zurück und auch der Jüngling riss verängstigt seine Augen auf. Die Gestalt war ein junger Mann. Er schien durchtrainiert zu sein. Bunte Bilder zierten seinen gesamten Körper, vor allem aber seine Arme.
„Ich dachte, ich hätte Euch inzwischen wenigstens etwas Benehmen beigebracht. Anscheinend habe ich mich da wohl getäuscht.“ knurrte der Mann und blickte Xahebar finster an, während er ihm grob am Nacken gepackt hatte. Dann fiel sein Blick auf den Jüngling.
„Du… nimm dir dein Stück Brot und dein Wasser und dann iss.“ danach wandte er sich wieder an Xahebar, „Und du, Xahebar… wehe dir, du isst mehr als dir zusteht. Ich reiße dir den Arsch auf, hörst du?“
Damit stieß der Mann Xahebar von sich, schubste ihn direkt auf Catad. Dieser ging gemeinsam mit seinem Freund zu Boden. Ohne ein weiteres Wort zu sagen drehte sich der andere Mann um und ging zurück in den Schatten, wo er hergekommen war.

Zaghaft holte sich der Jüngling ein Stück von dem Brot und ein Becher Wasser, während sich Catad und Xahebar tuschelnd auf die andere Seite des Verlieses zurückzogen. Dann sah er sich um, blickte in die Dunkelheit, in welcher der junge Mann verschwunden war. Langsam stand der Jüngling auf und schlich genau in diese Richtung. Der Gang dort schien ebenso lang zu sein, nur viel dunkler. Keine Kerze erhellte hier das karge Verlies. Irgendwann als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, entdeckte er den jungen Mann auf einem kleinen Haufen Stroh sitzen. Erstaunt und verwundert zugleich musterte der Jüngling ihn von Kopf bis Fuß. Der Mann war gekleidet in eine schäbige Tunika aus grauen Leinen und eine zerlumpte Hose aus schwarzgefärbtem Stoff. Um seine Taille hatte er einen ledernen Gürtel gebunden, wo eigentlich Waffen wie Dolche und Schwerter ihren Platz finden konnten. Die Füße steckten in engen, knöchelhohen Stiefeln, die auch schon die besten Tage hinter sich hatten. Seine langen, dunklen Haare waren an beiden Seiten geschoren, lediglich der Rest war zu einem strammen Zopf zusammengebunden.
„Was willst du?“ knurrte der junge Mann ihn an und würdigte ihn dabei keines Blickes.
„Ich…“ stammelte der Jüngling nervös, „Ich… ich spreche Euch meinen Dank aus, für…“
„Wofür? Dafür, dass ich darauf geachtet habe, dass wir alle das zu essen bekommen, was uns auch zusteht?“ entgegnete der Mann trocken, „Der König hält seine besten Kämpfer, die ihm viel Gold bringen, immer irgendwie am Leben. Das Brot da ist für uns alle gedacht, nicht nur alleine für Catad und Xahebar.“
Nun sah der Mann auf und musterte den Jüngling kritisch von Kopf bis Fuß.
„Wie ein Kämpfer siehst du nicht gerade aus.“ ein leichtes Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, „Und du willst wirklich ein Sohn von König Dirge sein?“
„Mein Name lautet Gared und ich bin der erstgeborene Sohn von König Dirge.“
„Hmm…“ der junge Mann lachte leise auf, „Du bist also ein Sohn des Königs und endest hier. Dabei erzählt man sich doch so viel über deinen Vater, diesen großen Zauberer.“
„Alles Gerüchte unter dem gemeinen Pöbel.“ antwortete der Jüngling, „Die Kraft der Magie ist seit Generationen nicht mehr stark in meiner Familie.“

Gared ließ sich mit seinem Essen neben dem jungen Mann nieder. Interessiert musterte er diesen ganz genau.
„Aber nun zu Euch… verratet mir, wer seid Ihr?“
„Du scheinst dich nicht für Kämpfe zu interessieren, ansonsten wüsstest du, wer ich bin.“ antwortete der Mann überrascht, als er aufstand und sich einige Schritte entfernte, „Es spricht doch die ganze Stadt, ja sogar das ganze Königreich von nichts anderem mehr als von mir.“
„Ich sehe Euch zum ersten Mal.“ entgegnete Gared verwundert. Abrupt wandte sich der Mann wieder ihm zu und deutete auf seine Brust: „Sie nennen mich der Herr der Gosse, weil ich so gut kämpfe und bislang gegen keinen Gegner verloren habe.“
„Dann seid Ihr der Lord, von dem alle auf dem Markt gesprochen haben.“
Der Mann lachte höhnisch auf: „Ich war und werde niemals ein Lord sein. Ich sorge lediglich für Ordnung hier unten in der Gosse, damit nicht zwei Gestalten mehr Brot nehmen als sie es überhaupt verdienen!“
Den letzten Satz hatte er wütend in die andere Richtung gebrüllt, sodass Catad und Xahebar diesen auch gut hörten. Dann wandte er sich von Gared ab. Er trat an das Gitter, umfasste die kalten Stäbe mit seinen Händen und sah hinaus in die inzwischen dunkle Arena. Wieder fielen Gared die bunten Bilder an dessen Arme auf.
„Die Farben auf Eurer Haut…“
„Die Künste von Magiern. Du scheinst wirklich nichts mit Zauberei am Hut zu haben.“
Gared atmete tief ein. Nein, von solchen Zauberkünsten hatte er bislang noch nie etwas gehört.
„Du solltest ein wenig ruhen. Bereits kurz nach Sonnenaufgang wirst du in der Arena stehen und dich dem Zyklopen stellen müssen.“
„Zyklop?“ fragte Gared nervös mit flatternder Stimme, „Ich dachte, mein Gegner sei der Koloss…“
„Die Wachen sind nicht sehr gebildet. Sie können noch nicht einmal ein Leopard von einem Löwe unterscheiden. Alles was größer als das Stadttor ist, ist für sie ein einfacher Koloss. Dabei gibt es da durchaus feine Unterschiede. Ein Koloss ist ein einfacher, wilder Riese. Ein Zyklop ist eine andere Art davon.“
Gared hörte dem Mann aufmerksam zu.
„Sie haben ihn neulich vor den Stadttoren mühsam eingefangen.“ erklärte der junge Mann mit verachtender Stimme, „Zwei dutzend Soldaten haben dabei ihr Leben gelassen.“
„Habt Ihr… habt Ihr schon gegen ihn gekämpft?“
„Bereits zweimal. Der König dachte, es wäre endlich mal ein würdiger Gegner für mich. Zweimal habe ich den Zyklopen wenigstens kampfunfähig gemacht. Er ist ein ziemlich harter Brocken.“
Gared würgte erschrocken den letzten Happen seines Brotes hinunter, während sich der junge Mann schweigend in die Dunkelheit zurückzog.

An Schlaf war nicht zu denken. Nervös drehte sich Gared auf dem wenigen Stroh hin und her. Irgendwann gab er es auf. Seufzend setzte er sich und sah sich um. Irgendwo zu seiner Linken musste er sein, dieser geheimnisvolle Krieger, der ihn vor Catad und Xahebar beschützt hatte. Neugierig stand er auf und trat vorsichtig weiter hinein die die Dunkelheit des Verlieses.
„Habe ich dir nicht geraten zu schlafen?“
„Das habt Ihr wohl, aber…“
„Warum tust du es dann nicht?“
Unverständlichkeit lag in der Stimme des Mannes. Ohne nach seiner Erlaubnis zu fragen ließ sich Gared neben ihm nieder und starrte ihn fasziniert an.
„Wenn Ihr tatsächlich dieser große Krieger seid, wieso seid Ihr dann noch hier? Wäre es Euch nicht leicht, von hier auszubrechen und zu verschwinden?“
Kurz fiel der Blick des Mannes auf ihn, nur für wenige Sekunden. Selbst in dieser Finsternis wirkten seine Augen wie die eines traurigen Kindes.
„Ich habe nichts, wofür sich das Fliehen lohnt.“ antwortete er mit fester Stimme.
„Aber…“ stammelte Gared verständnislos, „Jeder Ort ist doch besser als… dieser hier…“
„Dieser Ort ist gar nicht so schlecht.“ gab der Mann leicht erheitert zurück, „Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, alles da.“
Ungläubig starrte Gared den jungen Mann an.
„Aber… wollt Ihr denn nicht von hier fort und ein Leben in Freiheit führen?“
„Meine Freiheit habe ich da draußen, wenn ich kämpfe.“
„Dann seid Ihr nichts mehr als ein Vogel im goldenen Käfig, welchen man zur Belustigung am Leben hält.“ stieß Gared angewidert auf, „Ihr mögt Euch da draußen vielleicht noch so frei fühlen. Von der wirklichen Freiheit habt Ihr jedoch keine Ahnung.“
Damit stand Gared auf und eilte davon. Der junge Mann sah ihm erstaunt nach. Dann zog er die Beine dicht an sich heran und starrte nachdenklich ins Nichts.

Kurz vor dem Morgengrauen als noch finstere Nacht herrschte, schlich sich der junge Mann lautlos durch das Verlies. Ohne irgendein Geräusch zu verursachen setzte er einen Fuß vor den anderen. Er schüttelte dabei seinen Kopf und fragte sich, warum er das tat, was er gerade dabei war zu tun.
Er schlich sich vorbei an Gared, der tief und fest auf dem bisschen Stroh, welches sich dieser auf dem steinigen Boden zusammengekratzt hatte, schlief. Kurz blieb er stehen. Äußerst kritisch beobachtete er den Schlafenden zu seinen Füßen. Nein, kopfschüttelnd war sich der junge Mann sicher, Gared würde niemals einen Kampf in der Arena überleben. Ein weiterer Grund weshalb ihm sein Vorhaben vollkommen richtig erschien, auch wenn er es selbst nicht wirklich nachvollziehen konnte.
Der junge Mann schlich weiter, hin zur anderen Seite des Verlieses. Dorthin, wo Catad und Xahebar schliefen. Bei ihnen angekommen blieb er abermals stehen und blickte auf die schlafenden Gestalten, die lauthals schnarchten.
Mit Catad und Xahebar hatte er definitiv die längste Zeit hier unten in der Gosse verbracht. Vor etwas weniger als zwölf Mondphasen waren die beiden in das Verlies gebracht worden. Damals war ihr Verhalten wahrlich flegelhaft gewesen, sie waren eben noch Jünglinge, die nicht einmal ihren zwanzigstens Sommer vollendet hatten. Bei dem kläglichen Versuch während einer Mutprobe in die Küche der Burg des Königs Rinacec einzubrechen, waren sie von der Schlosswache des Königs persönlich erwischt worden und mussten zur Strafe fortan ihr Leben als Krieger verbringen und in der Arena zur Belustigung des gemeinen Pöbels kämpfen. Anfangs waren sie lausige Kämpfer gewesen, doch mit der Zeit waren sie immer besser geworden. Sie wussten sich gegenseitig zu unterstützen und mit Dingen oder Waffen umzugehen, welche sie im Kampf zu fassen bekamen, selbst wenn es nur die ausgerissenen Zähne eines Säbelzahntigers waren. Alles was sie konnten, hatten sie von ihm gelernt. Und er hatte versucht ihnen Benehmen beizubringen, hatte ihnen gelehrt was es hieß, sich an Regeln zu halten, auch hier unten in der Gosse.
Jetzt oder nie. Mit ernstem Blick ging der junge Mann in die Knie und betrachtete noch einmal Xahebar. Er wusste, dass dieser den leichteren Schlaf hatte. Also musste er diesen auch zuerst kampfunfähig machen. Deshalb legte er im nächsten Moment blitzschnell seine Hand auf dessen Mund und schlug mit der Faust zu. Das blaue Auge und die Kopfschmerzen würden ihn sicher nicht umbringen, jedoch war er unfähig am kommenden Kampf teilzunehmen.
Dann fiel der Blick des jungen Mannes auf Catad. Dieser drehte sich auf die andere Seite, weg von Xahebar. Schnell kroch der junge Mann um die beiden Jünglinge herum. Erst als er sich sicher war, dass Catad noch tief und fest schlief, ließ er auch auf diesen seine Faust hinuntersausen. Ein Kinnhaken. So wirkte es, als habe er sich mit Xahebar geprügelt, was tatsächlich hin und wieder einmal vorkam. Die Verletzung schadete ihm nicht, allerdings war auch er nun kampfunfähig.
„Verzeiht, aber ich hatte keine andere Wahl.“ knurrte der junge Mann leise und sehr aufrichtig, eher er wieder zurück in den Schatten des Verlieses verschwand.
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