Vanguard

von Nakago
GeschichteAbenteuer, Familie / P16
03.06.2020
27.09.2020
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56.637
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16.09.2020 1.244
 
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"Das ist die letzte Station unserer Tour", meint Shaka, als wir über der kargen Welt Togominda aus dem Hyperraum springen. Hier hatte sich nach dem Sieg über das Imperium Leutnant Markov mit seiner Frau angesiedelt. Diese treue Seele ist seiner Commanderin in die Sperrzone gefolgt und hat ein bitteres Ende erleiden müssen. Verdammt sei Thorne für seine Taten. Man könnte ja meinen, dass der schurkische Admiral von der Hand der Königinmutter Ta‘a Chume sein gerechtes Ende erlitten hätte, aber auch dieses Schauspiel war eines Soldaten unwürdig.

Wir dringen in die Atmosphäre ein. Die Welt ist unterentwickelt und kaum kolonisiert Wir sind hier in der Nähe der Corellianischen Handelsstraße und lustigerweise gar nicht weit von der Welt entfernt, wo Tentakelchen eigentlich hin wollte. Was wiederum heißt, dass hier in der Nähe sich der Anuat Sektor mit Gouverneur Adalhart befindet. Tritt auf keinen Stein, könnt ein Imperialer drunter sein.

Leutnant Markov hat seine kleine Ranch auf der nördliches Hemisphäre. Die zerklüftete Landschaft ist mit Gras bewachsen. Gutes Weideland für anspruchslose Tiere wie Nerfs, die hier auch hauptsächlich auf den weitläufigen Weiden gehalten werden. Die Welt ist Vulkanisch noch sehr aktiv und es gibt hier unzählige Salzgeysire, die in unregelmäßigen Abständen ausbrechen. Das Haupthaus der Ranch ist runder Kuppelbau, der zur besseren Isolierung halb in einen Hügel hinein gebaut und dessen Dach mit Gras bewachsen ist. Es gibt noch einen Schuppen und einen großen Stall. Ein Gleiter mit großer Ladefläche steht auf dem Hof. In einem Gatter grasen einige Muttertiere und ihre Kälber.

Idara, Markovs Witwe, ist eine Frau in den Vierzigern, der man ansieht, dass sie kein leichtes Leben hatte. Hier in der Einöde mitten im Nirgendwo ist der tägliche Existenzkampf obligatorisch. Shaka schafft es, der Urnenübergabe einen feierlichen Rahmen zu geben, der diesen traurigen Anlass gerecht wird.

In dieser Zeitzone wäre es nun Zeit für das Mittagessen und wir werden herzlich eingeladen. Eigentlich haben wir noch ein paar andere Dinge zu tun, wie diesen Code besorgen oder Crimson Dawn zu vernichten. Aber der Rest der Crew hat gegen eine geschnorrte Mahlzeit nichts einzuwenden, also bleiben wir hier. Das Haus besteht hauptsächlich aus einem großen Raum, der als Wohn- und Esszimmer, Küche und auch als Schlafzimmer dient. Nur Bad und Vorratskammer sind extra abgetrennte Bereiche. Dies ist eine typische Konfiguration für eine preiswerte Wohnstätte am Rand. Die Möblierung sieht aus, als hätte man sie vom Sperrmüll geholt, was durchaus möglich ist.

Markovs Witwe gelingt es ein feines Nerfgulasch und Teignudeln auf den Tisch zu zaubern. Kochen kann sie, muss man ihr lassen. Kaum sind wir mit wirklich leckeren Essen fertig, rummst es in der Scheune, wo sich auch die Haustechnik befindet. Alarmiert springe ich auf und befürchte schon das Schlimmste. Aber das war kein beginnender Angriff, sondern die Entsalzungsanlage hat den Geist aufgegeben. Das Grundwasser hier ist salzig und muss erst aufwendig gereinigt werden. Von hier aus wird nicht nur das Wasser des Hauses aufbereitet, sondern es werden über Rohre auch mehrere Tränken für das Vieh gespeist. Skav und ich sehen uns die Sache mal näher an. Schnell wird klar, dass die Filter vollkommen verstopft sind. Wartung ist Idaras Stärke nicht. Die Dinger sind hinüber, da ist nichts mehr zu machen.

Die nächste Siedlung mit einem Laden ist knapp hundert Klicks entfernt, ein Tookasprung für die "Vanguard". Natürlich fliegen wir Idara mal kurz nach Coria, wie die kleine Siedlung heißt. Wir haben ja alle Zeit der Galaxis. Ist ja nicht so, dass wir schon einen Gebirgszug an ungelösten Problemen vor uns herschieben. Die Siedlung Coria besteht aus etwas mehr als zwei Dutzend Kuppelhäuser, die sich Ringartig um einen zentralen Platz gruppieren. Einige Gebäude dienen als Laden, Cantina und Rathaus. Vor dem Rathaus hat sich eine Menge versammelt und lauscht den Worten eines dürren Mannes unbestimmten Alters, offensichtlich der Bürgermeister. Wir landen die "Vanguard" etwas außerhalb auf einer freien Fläche, wo wir ein paar Nerfs weg scheuchen. Schnell wird klar, was der Aufruhr verursacht hat. Der monatliche Versorgungsflug ist in den "Zinnen" abgestürzt. So heißt ein Areal etwas fünfzig Klicks nördlich von hier, dass aus einer bizarren Steinformation besteht. Zum einen ist das ein äußerst unwegsames Gelände und dort leben auch viele Mohwas.

"Was ist ein Mohwa?", frage ich den freundlichen jungen Mann in einem einfachen Arbeitsoverall, der bis jetzt geduldig meine neugierigen Fragen beantwortet hat. Gefährliche, flugfähige Kreaturen, die Tagsüber unter der Oberfläche in Salzstöcken schlafen und in der Nacht auf die Jagd gehen. Die Farmer hassen sie wie die Pest, weil sie freilaufende Nerfs jagen. Deswegen ist in der Nähe der Zinnen keine Tierhaltung möglich. Außerdem können die mit ihren Schwänzen Ionenladungen verschießen, was sie gefährlich für Raumschiffe macht. Offensichtlich ist wohl Tagsüber außerhalb ihrer Gewohnheit ein Schwarm Mohaws aufgestiegen und hat das Schiff zerstört, dass darüber geflogen ist. Da es sich um ein Raumschiff handelt, frage ich mich, warum es ausgerechnet in niedriger Höhe über ein gefährliches Gebiet fliegt. Nun ja, darauf weiß niemand so recht eine befriedigende Antwort. Womöglich eine Kostenfrage, Treibstoff kostet auch Credits.

Fakt ist, es gibt momentan keine Filter zu kaufen, weil die eben sehr begehrt sind, weil sie oft ausgetauscht werden müssen und das Versorgungsschiff eben abgestürzt ist. Die Leute sind entsprechend Sauer. Neben dem Bürgermeister Barka ist noch ein gewisser Meister Revkan vor Ort, ein Vertreter der Kunakra Stiftung, was auch immer das sein mag. Auch er versucht die Leute so gut wie möglich zu beruhigen.

"Warum wird die Ladung nicht einfach geborgen?" Der nette junge Mann schaut mich entgeistert an. Unzugängliches Gebiet in Verbindung mit diesen ominösen Mohwas scheint ein solches Unternehmen von vorne herein zum scheitern zu verurteilen. Weil dieses Areal so gefährlich ist, darf es auch offiziell nicht betreten werden. Eigentlich geht uns das rein gar nichts an, aber Shaka ist der Auffassung, dass es an uns liegt, Idara die wichtigen Entsalzungsfilter zu beschaffen. Wer denn auch sonst?

"Klar, haben ja sonst rein gar nichts anderes wichtiges zu tun", meine etwas sarkastisch. Natürlich bin ich nie einer Rettungsaktion abgeneigt, aber unser Zeitfenster für das beschaffen der Codes ist begrenzt. Wenn wir nicht liefern, wird Moorbaa sich daran versuchen. Und ich denke, der geckenhafte Sohn von Wattoo wird dabei nicht besonders subtil vorgehen.

Der Rest der Crew ist aber der Meinung, dass wir Idara helfen müssen, die Filter zu besorgen. Nun gut, entweder wir fliegen zur Hauptwelt des Sektors, packen unseren Laderaum voll und verteilen die an notleidende Rancher. Oder wir haben etwas Spaß und gehen das Wrack in den Zinnen suchen.

Leider ist der allgemeine Tenor, dass es inzwischen schon zu spät für eine Exkursion in den Zinnen ist, weil die Mohwas ja Nachtaktiv sind. Für mich wäre das ein guter Grund in der Nacht hinzugehen und dort etwas die Population dieser Kreaturen zu dezimieren. Aber leider findet mein Vorschlag keine Mehrheit. Auch scheint keiner Interesse zu haben, ins Filtergeschäft einzusteigen. Da bleibt mir nichts anderes übrig als mit den Achseln zu zucken. Wenigstens können wir hier noch unsere letzten Waren an den Mann und Frau bringen. Im Laufe der Reise haben wir schon den Großteil verkauft und keine neuen Waren an Bord genommen. Der Gewinn ist nicht riesig, deckt aber die Kosten der Aktion, wobei wir von der Neuen Republik dafür auch noch fünfzehntausend Credits bekommen. Besser als nichts.

Nakagos wirre Gedanken

Wir haben die schwarze Null erreicht! Wir sind gut! Ne, nicht wirklich. Vielen Dank für das liebe Review! Habe mich wieder sehr darüber gefreut.
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