Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Erotik / Wie Eis

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Wie Eis

von KirjaKei
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
03.06.2020
30.03.2022
114
562.601
96
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Dieses Kapitel
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09.02.2022 3.963
 
Kapitel 107: Schmelzend

Der Urlaub hatte sich voll und ganz gelohnt. Das konnte man so sehr gut zusammenfassen. Ich hatte es schließlich auch clever geplant. Ich war mir schon sehr sicher gewesen, dass es Danny nur gefallen könnte, immerhin traf es trotz des ganzen Luxus ja eindeutig seinen Geschmack und es hatte einfach so viele Vorteile, das musste mein Freund einsehen, auch wenn er sich berechtigter Weise gegen all das noch etwas wehrte.

Ich konnte das nachvollziehen. Es war viel, vor allem wenn man so viel weniger gewohnt war, wie es ja war bei jemandem wie Danny. Er kannte das anders und er fand sicherlich viele Dinge, die für mich schon vollkommen normal waren, ziemlich übertrieben. Zudem hatte er damit ja irgendwo auch recht, viele von meinen Lebensstandards waren übertrieben, ganz bestimmt.

Man brauchte so viel nicht. Man konnte mit weniger leben. Aber warum sollte man das tun? Ich wollte ja nun ganz sicher auch nichts verschwenden. Ich hatte gute Zutaten gekauft, aber ich hatte nichts Überflüssiges eingekauft, was wir hier im Urlaub essen konnten. Auch wenn man so etwas wie eine Sauna oder einen Whirlpool hatte, dann musste man das ganz sicher nicht jeden Tag hier nutzen, zumal es Danny auch noch eindeutig überforderte, mit diesem Luxus klarzukommen, aber genau das war ja unproblematisch. Wir würden sicherlich hier noch einmal Urlaub machen können, ich sah ja, dass es Danny gefiel. Und es sprach ja genauso für meine Planung, ich wollte mit Danny die Zeit ein wenig genießen, aber ich wollte auch keine Ressourcen verschwenden, wo man sie verschwenden konnte, da sollte man schon eindeutig etwas über all das nachdenken. Und jetzt gerade passte es mit uns ja alles gut zusammen.

Danny hatte hier seinen Spaß und ich genoss die Zeit mit ihm ebenso. Dieser Urlaub war für uns gemacht. Ein wenig Ruhe und Frieden und viel Zeit für uns.

Es war zwar genauso ästhetisch schön, wie das Haus auf Hawaii, aber hier war es für Danny sehr viel mehr Ruhe. Und das Klima war für uns beide sicherlich auch noch etwas angenehmer. In der Kälte arbeitete es sich nicht so viel besser als in brennender Hitze, aber auf der anderen Seite konnte man hier gegen die Temperaturen so viel besser gegen arbeiten, das passte dabei ziemlich gut und so konnte man sich eben auch gut ein wenig auf Arbeit konzentrieren oder bei Danny eben auf das Zeichnen. Das funktionierte auch alles ganz gut so weit.

Es war ein herrlicher Urlaub, an dem sich sicher niemand von uns beschweren konnte. Wir hatten unseren Spaß und den hatten wir an verschiedensten Orten in diesem Gebäude, eigentlich mehr oder weniger überall, wo es denn ging. Auch wenn hier noch sehr viel mehr möglich wäre, denn das Haus gab so einiges her, besonders mit Sauna und Whirlpool, aber ich konnte auch klar akzeptieren, dass wir das noch einmal auf einen weiteren Besuch verschieben müssten oder etwas ähnliches. Aber dafür hatten wir die Zeit. Ich plante, mit Danny noch öfter herzukommen, es war wirklich ein ausgezeichneter Ort für Urlaub, und das nicht nur, weil ich sehr deutlich sah, wie sehr mein Freund den Anblick von Schnee und die ganze Atmosphäre genoss. Es war herrlich.

Wir zwei waren unter uns, wir konnten uns ein wenig ausleben und eine gute Zeit haben, genauso wie es geplant gewesen war.

Ich hatte ohnehin jetzt nicht so lange bleiben wollen, da stand schließlich noch der Jahreswechsel an und dann müssten wir wieder auch zurück zur Universität. In erster Linie müsste Danny das, ich hatte schließlich nur noch wenige Veranstaltungen bis zum Abschluss. Aber dann müsste ich arbeiten. All das erforderte noch Vorbereitung, deshalb hatte ich nur ein paar Tage bleiben wollen, die galt es zu nutzen.

Das taten wir auf unsere eigene Art und Weise, so wie es uns am besten passte. Natürlich machten wir das auf diese Art, alles andere wäre schließlich auch albern gewesen. Es gab noch einiges, was wir noch machen könnten, aber das hatte noch Zeit. Wir hatten auch so genug zu tun, wir hatten auch so genug Sex und konnten jede Zeit der Welt welchen haben, denn ich plante ein langes Leben gemeinsam mit Danny, da würde das immer wieder kommen.

An diese Form von Luxus musste er sich gewöhnen, sie gehörte einfach dazu. Ich könnte Kompromisse schließen und Dinge runterfahren, weniger oft auf Partys gehen und bei vielen Punkten nicht ganz übertreiben, aber zu einem gewissen Grad gehörte es einfach dazu. Das würde immer so sein. Er würde sich nicht dagegen wirklich wehren können und wenn man ehrlich war: Wer würde das auch wollen? Das war so auf jeden Fall doch auch schön und es hatte Vorteile, ich würde genau diese Vorteile eben auch nutzen wollen, da führte genauso wenig ein Weg dran vorbei. Wenn man noch weiter an die Zukunft dachte… aber so weit dachte Danny definitiv nicht. Das musste er auch nicht, das hatte alles noch Zeit, aber ich hatte das im Blick.

Es machte mir allerdings keine Angst, denn wir bekamen das ja hin. Wir schafften es, mit all dem zurechtzukommen und ich vertraute auch in Zukunft darauf, wir schafften das gemeinsam, da gab es eigentlich nichts, was wir wahrscheinlich nicht gemeinsam schaffen könnten. Wir konnten uns mit allem absprechen. Danny sprach Zweifel und Bedenken aus und ich konnte mich dann zurückhalten und gleichzeitig arbeitete mein Freund daran, die Dinge, die man eben auch ertragen und schließlich genießen konnte, genau damit auch zu akzeptieren. So sollte es sein.

Es klang so kitschig, aber ich hatte es schon sehr lange gewusst, wir gehörten einfach zusammen.  

Aber ich dachte schon, dass es für alle anderen Leute inzwischen auch offensichtlich sein müsste. In meinem Umfeld hatte ich ja für so etwas auch wirklich genug Beispiele; da waren genug Leute, die Danny neben mir akzeptierten und sich für mich freuten. Es war genau das, wir waren glücklich, wir passten und da war sicherlich nichts, was wir nicht schaffen könnten, das war klar.

Außerdem musste man einfach auch noch weiter festhalten, dass wir auf allen Ebenen zusammenpassten. Es war nicht nur, dass wir die Zeit so gut miteinander verbrachten, wir ergänzten uns sexuell auch perfekt. Mein Freund wurde immer etwas experimentierfreudiger und mutiger, was das angeht, er wollte eindeutig auch mehr von diesen Spielchen und genoss das, was ich eben auch mit ihm anstellen wollte. So wie man sich das nur wünschen konnte. Wir hatten zwar so noch genug normalen Sex, aber wir konnten immer wieder etwas einfallsreicher sein und unsere Verständigung funktionierte problemlos. Das war mindestens genauso wichtig, wie die Verständigung auf anderen Ebenen. Wir schafften es einfach gemeinsam und wir waren glücklich mit allem. Mir machte das Hoffnung für die Zukunft. Wir würden es alles schaffen, mit meiner Planung und Dannys Einfallsreichtum war da eigentlich nichts mehr, was uns aufhalten könnte.

So verlief unser Urlaub auch weiterhin gut und entspannt. So wie Urlaub sein sollte. Wir konnten uns etwas ausruhen, wir nutzen die Zeit, aber ich musste eben auch etwas daran denken, was jetzt als nächstes alles passieren und passieren müsste. Ich hatte das im Blick und ich hatte nicht das Glück oder Pech, wie man es auch sehen wollte, dass ich all solche Sachen einfach ausblenden konnte, aber an all unserer Planung hing ja schließlich auch noch einiges mehr. Ich hatte das im Blick, wahrscheinlich war es einfach meine Aufgabe, während Danny immer wieder etwas mehr in den Tag hineinlebte. Aber das war sicherlich auch ganz gut und es konnte genauso helfen, wenn ich mich hin und wieder etwas mehr entspannen würde, wenn Danny das Tempo rausnahm. So unterstützten wir uns gegenseitig.

Ich mochte es schließlich ja auch so. So hatte ich die Kontrolle und konnte mir über alles Gedanken machen.

Genauso hatte ich auch unseren Aufbruch geplant, nachdem wir das Haus und die Umgebung etwas gesichtet und genutzt hatten, schließlich wollte uns die Realität am Ende eben doch wieder haben.

Die Autofahrt – auf der Danny dieses Mal nicht schlief – hielt ich für eine gute Gelegenheit, etwas anzusprechen, zu dem ich mir eben schon seit etwas Längerem Gedanken gemacht hatte, einfach weil der Termin näher rückte. Es war nichts, was sehr wichtig wäre, aber etwas, das wir eben klären sollten. Das war einfach wichtig und ich hatte schon vermutet, dass mein Freund sich darum wiederum gar keine Gedanken gemacht hatte bisher. Das war ja auch nicht schlimm, ich hatte das für uns beide im Blick.

Wir hatten während der Tage über so einiges geredet, aber darüber eben noch nicht. Ich hatte es auch noch nicht für so wichtig empfunden, andere Themen waren da etwas entspannter und zogen auch die Aufmerksamkeit nicht so sehr vom Wesentlichen in diesem Kurzurlaub – also von uns – weg.

Aber als wir nun auf der Rückfahrt ein wenig Zeit hatten, meinte ich, dass es eine gute Möglichkeit wäre, das Gespräch nun zu führen: „Es gibt da noch etwas, das wir besprechen müssen, Sweetheart.“ Sicherlich hätte man es auch weniger dramatisch ausdrücken können, das war mir auch klar, aber es amüsierte mich dann hin und wieder etwas. Ich konnte seine Reaktion ja sehen und ich fand es einfach lustig. Immerhin lief ja sonst alles in meinem Leben recht strickt und geregelt und genau das gefiel mir auch, aber auf der anderen Seite war es eben deshalb so schön, dass es mit Danny etwas anders war und ich etwas anders sein konnte. Das half schon sehr.

„Was genau ist denn?“, fragte mich mein Freund nun schließlich auch gleich etwas irritiert.

Ein bisschen wollte ich es noch hinauszögern, auch wenn es natürlich etwas blöd war, dass wir das während der Fahrt machten, es war ja schon sinnvoll, diesen Moment nach dem Urlaub zu nutzen, um das gleich zu klären, aber ich bekam Dannys Reaktion nur am Rande mit. Ich konnte es an seiner Stimme hören und vielleicht etwas aus dem Augenwinkel wahrnehmen, aber da ich mich auf das Fahren und die Straße konzentrierte, konnte ich ihn eben nicht sehen. Das machte auf die eine und andere Art und Weise ein paar Probleme. Aber schließlich klärte ich ihn auf, was ich denn wollte: „Hast du eine Planung für Silvester?“

Die Antwort ließ etwas auf sich warten, wahrscheinlich dachte Danny gerade ziemlich über all das nach. Das machte er ja mehr oder weniger immer, wenn ich ihn auf die eine oder andere Art und Weise auf etwas hinwies. Das waren dann meistens Sachen, über die er vorher nicht nachgedacht hatte und durch meine Aussage wurde das alles angestoßen und es fing wieder an, bei ihm zu rattern und zu arbeiten. So ging das immer. Das war seine Strategie und das war sie sicher irgendwie auch bereits gewesen, als wir uns noch nicht gekannt hatten. Eigenlicht war es ja auch ganz in Ordnung, mit mir war es vielleicht noch etwas angenehmer gewesen, weil er jetzt definitiv immer noch an diese Dinge erinnert wurde, die er sonst vielleicht übersehen hätte. Seine Antwort bestätigte meine Überlegung in gewisser Art und Weise: „Nicht wirklich.“

„Ich hätte da einen Vorschlag“, warf ich dann ein. Eigentlich hätte es mich auch gewundert, wenn Danny sich wirklich groß darauf vorbereitet hätte. Sonst hätte er ja auch schon längst etwas gesagt. Selbst er hätte große Pläne nicht vergessen. Ich sprach das nun ebenfalls spät an, weil ich hatte abwarten wollen. Natürlich hatte ich einen Vorschlag, aber niemand wäre böse gewesen, wenn Danny und ich alleine oder bei ihm etwas anderes vorgehabt hatten. Aber eigentlich war ich schon mehr davon ausgegangen, dass ihm die Jahreswende gar nicht so wichtig war oder er eher lockere Pläne gehabt hätte, um die er sich dieses Jahr natürlich auch nicht wirklich gekümmert hatte. Es schien ja auch wirklich genauso nun auszusehen, wenn ich das so betrachtete.

Er kicherte und ich konnte aus dem Augenwinkel ein Nicken wahrnehmen, er war noch etwas skeptisch, aber er war interessiert. Eigentlich war das nun wirklich genau das, was ich erwartet hatte. „Ich höre…“, murmelte er und er war eindeutig interessiert, ich konnte es an seiner Stimme hören.

Ich musste etwas grinsen. Es war wie immer schön wahrzunehmen, dass er offen für solche Sachen war. Mich freute das, ganz gleich, ob wir meinem Vorschlag und meiner Tradition folgen würden, das allein freute mich schon. Nun war mir aber bewusst, dass ich es Danny auch berichten sollte. „Normalerweise schmeißt Rachel in unserem Freundeskreis eine Silvesterparty.“

Eigentlich hatte ich schon damit gerechnet, dass Danny erst einmal nicht ernsthaft darauf reagieren würde. Und ich wurde nicht enttäusch. „Uh… glaubst du, das halte ich aus? Ihr Geburtstag… war ja schon besonders…“ Er versuchte erst einmal mit einem Witz anzufangen, um die Situation besser einzuschätzen. Er überspielte solche Situationen immer wieder, weil er gerade nicht genau wusste, was er davon halten sollte, das war mir auch klar, aber genau deshalb wollte ich mit ihm ja darüber reden. Das war nur sinnvoll und mir war klar, dass Danny es auch verstehen würde.

„Eine andere Feier, das ist nicht wirklich mit ihrem Geburtstag zu vergleichen, obwohl sie es gerne macht. Aber es läuft alles ein wenig anders und kleiner ab. Sie hat irgendwann damit angefangen und daran Spaß entwickelt das zu machen.“ Die Erklärung konnte vielleicht schon mal helfen und ihm ein bisschen die Angst nehmen. Rachel selbst kündigte das immer groß an und es war sicherlich auch etwas davon, aber sie übertrieb mit Nichten, sie wusste genau, was für unseren Rahmen noch in Ordnung war und ich war mir sicher, dass Danny das auch gefallen würde, sonst hätte ich das Thema gar nicht angesprochen.

Nach und nach kam die Idee eindeutig auch bei Danny an und er konnte sich zumindest in meinem Kopf wohl ein Bild davon machen – ob das so das richtige war, würde sich dann noch zeigen lassen. „Ich bin gespannt…“, murmelte er und ich konnte seinen Blick auf mir spüren. Natürlich er wollte mehr wissen und das war absolut korrekt.

„Es ist wirklich nichts so Besonderes. Es passt nur gut, weil man sich dann nicht stressen muss, irgendwo Tickets für größere Feiern zu kaufen oder so etwas und Rachel hat Spaß daran, Feiern zu organisieren. Das hat sich so ergeben und bisher haben wir es eigentlich oft so gemacht. Wir hatten nur kurz drüber gesprochen, aber sie würde das wohl machen.“ Ich räusperte mich einmal kurz, um das etwas wirken zulassen und weil ich nicht so viel am Stück während des Fahrens gut reden konnte. „Aber es ist wirklich ein anderes Kaliber als ihr Geburtstag. Das ist wirklich der Tag, an dem sich die Welt um Rachel drehen soll. Unsere Silvesterfeier läuft da anders ab.“

„Also gut und was heißt kleiner dann genau? Ich kann es mir ein wenig schwer vorstellen“, hakte Danny dann aber noch einmal nach.

Mein Grinsen wurde etwas breiter. Er hatte ja schon recht, man konnte bei Rachel nie wissen und dass er auch so etwas einfach fragte, zeugte ja schon davon, dass er sich genug Gedanken darüber machte. „Wirklich nicht viel…“, begann ich die Erklärung. „Rachel und ihr Vater, Quentin, Charlotte, Adam, Charles und mein Vater und Catherine.“

Es war in der Tat vielleicht ein etwas besonderes Fest mit unseren Eltern, aber es war wirklich ganz nett so weit. Das musste ich auch zugeben. Es war ja auch nur der eine Tag, wir saßen auch so schon mehr zusammen. Aber da war es schon nett, selbst wenn man es sich so nun nicht vorstellen konnte, aber es war wirklich nicht so besonders.

Danny schien verwundert, aber das hatte wohl noch einen ganz anderen Grund: „Du bist auf so einer kleinen Feier mit Catherine zuvor gewesen?“

Eigentlich war das ein Berechtigter Einwand, aber das hatte mich zuvor in der Tat nicht aufgehalten. Ich nickte leicht: Auch bei wenigen Personen kann man jemandem aus dem Weg gehen. Dieses Jahr wird logischerweise wohl Peter dabei sein… und dann du eben. Was meinst du, Sweetheart?“

Das war die wichtigste Frage. Es interessierte mich wirklich, was Danny jetzt zu der ganzen Sache so sagte. Es war ja auch keine so leichte Entscheidung, genau deshalb schien er sich auch etwas Zeit zu nehmen. Das war ja alles auch richtig.

Selbst wenn uns beiden offensichtlich nicht so viel an dem Tag lag, sollte man genau überlegen, ob er das so wollte. Es hatte immerhin auch das Potential, dass es anstrengend werden könnte. Das müsste man ja nicht wirklich haben. Mich würde es freuen, wenn wir damit weiter machen könnte und ich wusste, dass es Rachel auch viel bedeuten würde, es war ja immer schön, aber jeder hätte auch für eine andere Vorgehensweise Verständnis. Da war kein Druck in der Entscheidung, aber genau deshalb fand ich erstrecht, dass man sich die Zeit nehmen konnte, um vollständig zu ergründen, was denn das Beste war. Ich glaubte daran, dass Danny und ich viel Spaß dort haben könnten, sonst hätte ich das nicht vorgeschlagen.

Mein Freund kam offenbar zu dem gleichen Entschluss: „Ich finde, es klingt spannend. Ich bin gerne dabei.“

„Sehr schön“, ich lächelte. „Rachel wird sich freuen, dass wir dabei sind. Und du musst wirklich keine Angst haben, es ist ruhiger, aber halt immer noch eine Party.“ Ich musste noch etwas breiter lächeln, das war einfach so. Ich war froh einen Partner zu haben, mit dem ich diese Traditionen teilen wollte und dem es auch genauso ging.

Meine Freunde mochten ihn, selbst mein Vater mochte ihn, das alles war wirklich Möglich, ohne dass man viel befürchten musste. Das machte all das einfach nur schön.

Er schien aber gleichzeitig noch über etwas gestolpert zu sein. „Wie kommt es, dass Rachel das macht?“

Ich zuckte leicht mit den Schultern. Von früher gab es da natürlich so seine Gründe, aber ich war mir nicht sicher, ob es hier jetzt wirklich wichtig war. „Das hat sich so ergeben. Vor ein paar Jahren kam die Frage auf, ob wir nicht auch einmal, in einem kleinen Rahmen eine eigene Feier machen wollen, statt ständig irgendwohin zu fahren. Das ist schließlich auch mit vielen Nachteilen verbunden. Und Rachel macht das wirklich gerne. Sie hat Spaß daran, solche Sachen zu planen… also stell dich darauf ein, dass es schon ein bisschen besonders wird, aber du musst dir keine Sorgen machen.“ Es gab natürlich da noch ein paar andere Sachen, aber das war so nicht falsch und es erklärte ja schonmal etwas. Ich wollte mich auch nun mehr auf die Zukunft konzentrieren.

Mit einem Mal klang Danny amüsiert: „Das weiß ich doch… Ich weiß doch, dass ich mir bei euch keine Gedanken machen muss.“ Damit bestätigte er mir ja genau das, was ich selbst schon die ganze Zeit gedacht hatte…

„Gut…“, murmelte ich, während ich mich weiter auf die Straße konzentrierte.

„Ich freue mich darauf, ich mache immer gerne was mit deinen Freunden“, fügte er noch einmal an und brachte mich wieder zum Grinsen, aber auf andere Art und Weise. Es tat einfach gut, das zu hören.

„Da bin ich froh, Sweetheart… Ich freu mich auch darauf, dass du dabei bist.“ Das war es. Genauso war es.

Danny war einfach der Mann für mich. Ich konnte es nicht oft genug sagen. Es war einfach wahr. Ich freute mich auf die Zukunft mit ihm, auf jeden Moment und ich war mir mehr als nur sicher, dass wir alles hinbekommen würden, was auch immer da auf uns warten würde.

Vielleicht war es albern so daran zu denken, weil wir noch nicht so lange zusammen waren, aber manchmal wusste man es und man musste sich ja auch ansehen, in welcher Situation ich war. Die Zukunft war schon sehr viel näher und ich hatte schon einiges mit Schäfchen durchgemacht, um zu wissen, dass es besonders war, den einen Menschen zu treffen, mit dem man wirklich all das so durchmachen wollte und auf den man sich verlassen konnte. Danny war anders, Danny war einzigartig und ich wollte das. Genau das.

Daran gab es keinen Zweifel und das war dann auch alles, was man brauchte. Wir könnten gemeinsam die Zukunft planen, so wie wir alles andere auch planten, ich war mir vollkommen sicher. Vielleicht war das dieser Moment gewesen, dieser kleine Ausflug, an dem ich mir einfach hundertprozentig sicher war, dass niemals wieder in meinem Leben jemand so gut zu mir passen würde. Manchmal überkam es einen, manchmal fand man eine Erkenntnis nach Suche und manchmal war es ganz einfach so, wie es jetzt gerade war.



Kapitel 107x:  Schmelzend

„Glaubt ihr nicht auch, dass ich eine Art zweiten Geburtstag verdient habe?“ Rachel begann zu kichern.

„Es ist wirklich klar, dass du das denken würdest…“, murmelte Quentin mit einem leichten Lächeln. Er meinte das ja auch nicht so. Wir kannten Rachel beide bereits unser gesamtes Leben lang, wir wussten, wie sie das meinte und dass sie nicht so selbstverliebt oder schlecht war. Nur manche ihrer Ideen waren eben besonders. Rachel hatte besondere Vorstellungen vom Leben, aber das war nicht das Schlimmste, in vielerlei Hinsicht sogar gut, aber oftmals eben auch besonders.

Unsere Freundin zuckte mit den Schultern. „Nun, normalerweise hat meine Mutter Silvester ja die Feier ausgerichtet… das war ja auch das Einzige, was sie so konnte…“ Sie verzog kurz das Gesicht. „Seit der Scheidung war es die letzten Jahre ruhig, aber… ich habe wieder Lust, das größer gemeinsam zu feiern, das wird sicher lustig. Dad würde es auch freuen.“

Quentin sah sie erstaunt an. „Du willst mit Eltern feiern?“, fragte er halb schockiert. „Aber Geschenke willst du nicht, oder?“

Da begann Rachel zu kichern. „Sei nicht albern, ich meinte das im Sinne davon, dass es meine Party sein soll, aber ich brauche nicht noch einen Geburtstag, ich bekomme sowieso alles, was ich will.“

Ich musste etwas grinsen. „Nun, an sich finde ich die Idee gut, wenn du das wirklich willst.“

Einen Moment lang betrachtete Rachel mich, dann nickte sie. „Ich habe Lust, darauf, das zu organisieren. Muss doch nicht riesig sein. Unsere Familien, Essen, Getränke, Feuerwerk.“

Quentin hielt sich leicht den Kopf. „Mein Vater kann sehr peinlich sein, wenn er viel trinkt…“

„Ach, du bist so ein Blödmann, niemand außer dir findet Adam und Charles peinlich!“, neckte Rachel ihn.

Nun das sah aus jeder Perspektive sicher anders aus, aber der Gedanke war schon verständlich. Dennoch konnte Quentin sich nun wirklich nicht über seine Eltern beschweren. Ernsthaft wollte er das sicher auch nicht tun.

Da hatten andere Personen wohl mehr Recht zu. Besonders wenn ich so an Rachels Mutter dachte…

Was unsere Freundin da schon alles hatte durchmachen müssen, war wirklich auf dieser Ebene nicht in Ordnung. Wenn man schon glaubte, dass Rachel besondere Vorstellungen hatte, dann war ihre Mutter sicher der Grund dafür, warum das eigentlich so war. Man konnte es immer wieder merken. Es kompliziert. Schon jetzt wusste ich in meinem Leben, dass Scott nie wirklich viel Glück mit Frauen gehabt hatte, aber Juliette war schon besonders gewesen und hatte sich hin und wieder einen kleinen Kampf mit Rachel geliefert und ihre Vorstellungen auf sie projiziert. Das war natürlich immer schlimm gewesen, aber man durfte auch nicht vergessen, wie Scott sicherlich unter ihr gelitten hatte, selbst wenn man das so nicht wirklich mitbekam.

Ihre Idee fand ich genau deshalb eigentlich auch wirklich schön. Es wäre nett, etwas mit unseren Eltern in so einem Rahmen zu machen und wir drei hätten dann sicherlich auch so Spaß – vier, da Charlotte sicherlich auch kommen würde.

Ich lächelte etwas. „Gigantisches Feuerwerk ist nicht gut für die Umwelt, hat meine Mutter immer gesagt…“, murmelte ich dann.

Rachel legte den Kopf schief. „Muss ja nicht groß sein“, sagte sie dann aber gleich und zuckte mit den Schultern. „Darum geht es ja auch nicht. Wir machen ein bisschen was und nebenbei kann ich vielleicht so was wie Lichter organisieren, als Unterstützung. Wäre das okay?“

Ich sah sie an und nickte dann. „Ich wollte es ja auch nicht ganz ausschließen, ich wollte dich nur etwas bremsen.

Meine Freundin grinste breit. „Vielleicht auch ganz gut… Stimmt…“ Sie nickte und blickte zwischen uns hin und her. „Und? Was sagt ihr, Jungs? Seid ihr dabei?“
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