Ein Ende mit Schrecken?

von SWS Nana
GeschichteDrama, Familie / P16
Christoph Saalfeld Eva Saalfeld Robert Saalfeld
02.06.2020
02.09.2020
8
15.090
4
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02.06.2020 1.468
 
Dies ist meine erste Fanfiction zu Sturm der Liebe überhaupt. Diverse andere habe ich immer nur für mich geschrieben, daher werdet ihr aktuell auch nichts anderes von mir finden. Hier ist jetzt also mein Versuch für mich (und vll. den ein oder anderen auch) das Wunschende für das Chaos um Robert und Eva zu erschaffen, welches ich mir vorstelle. Christoph ist ein toller und interessanter Charakter der gerne noch ein paar mehr ausgeprägte gute Entscheidungen treffen darf und so konstruiere ich eine Alternative.


Wer hier auf eine Geschichte um das Traumpaar hofft, den muss ich enttäuschen. Die Figuren werden eine Rolle spielen, aber sie werden nicht mein Hauptfokus. Das wird spätestens dann spannend wenn neue Folgen erscheinen und die Figuren bei mir in der Zwischenzeit ganz andere wege gegangen sind :D


Was mich zu der Frage bringt, wo sind wir? In der Sendepause!
Alles was hier passiert baut auf den aktuellsten Follgen auf und setzt kurze Zeit nach Evas weggang vom Fürstenhof ein. Also wird diese Geischte ab dem Moment AU, sobald neue Folgen erscheinen.


Ich versuche mich an ein wöchentliches Update zu halten und ab jetzt einfach viel Spaß beim lesen!


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~Alles zu viel~


Drei. Drei Wochen war sie nun schon wie vom Erdboden verschluckt. Obwohl, so ganz richtig war das natürlich nicht. Natascha hatte das unmögliche geschafft. Sie hatte Eva eine E-Mail geschrieben und eine Antwort erhalten. Bitter verzog Robert das Gesicht bei dem Gedanken daran was er alles unternommen hatte, um ein Lebenszeichen von Eva zu erhalten. Doch alles was sie ihm gab war Schweigen und Ignoranz.Eine E-Mail… Nur eine verdammte E-Mail!

Mit zittriger Hand griff er nach der Flasche auf seinem Nachttisch. Er saß zusammengesunken auf seiner Bett Hälfte, den Rücken zu der Stelle gedreht, an der er zu dieser Nachtstunde normalerweise seine Frau finden konnte. Eva war gegangen und mit ihr Emilio. Bevor sie sich bei Natascha gemeldet hatte glomm noch die kleine Hoffnung in seinem Herzen, dass Eva sich melden würde. Das sie zur Ruhe kommen und sehen würde, dass sie einfach zusammengehörten. Das sie erkennen würde, dass sie genauso wenig ohne ihn kann, wie er ohne sie. Es geht ihr gut. Sie hat sich eine kleine Wohnung genommen. Auch Emilio geht es gut. Nataschas Erklärung rang schmerzlich durch seinen Kopf. Ihm ging es alles andere als gut. Vermutlich verdient…

Sein Vater versuchte täglich ihn zu beschwören sich endlich aufzuraffen. Durchatmen und sich eine Aufgabe suchen. Ja, das war sein Allheilmittel. Sein Vater Werner glaubte daran, dass eine Aufgabe die beste Medizin für Verzweiflung sei. Robert hatte es schließlich versucht, widerwillig. Wahrscheinlich nur um ein paar Tage Ruhe von den Ratschlägen seines Vaters zu bekommen. Doch egal womit er sich auch befasste, nichts berührte ihn so sehr, dass er sich richtig konzentrieren konnte. Geschweige denn dass er sich Details zu Abmachungen und Verträgen merkte. Also brach er diesen Versuch nach nur wenigen Tagen auch schon wieder ab. Wie ein geprügelter Hund hatte er sich in sein Zimmer zurückgezogen und regelrecht verkrochen.

Nach und nach verschwommen für ihn die Tage. Nicht zuletzt, weil er seine Sorgen in reichlich Alkohol ertränkte. Natürlich konnte das seine Sorgen nicht vertreiben, doch es fühlte sich so an als beharkten sie ihn dadurch nicht alle auf einmal und die Nächte gingen so schneller vorbei.

Warum konnte ich ihn nicht einfach lieben? Diese Frage bohrte sich in seinen Kopf und in sein Herz. Als wäre die Antwort der Schlüssel, aber außer Reichweite. So oft hatte er gesagt das er sich bemühte und zuversichtlich war es zu schaffen, doch Eva konnte nicht mehr auf diesen Moment warten. Sie sah wie sehr sich Robert quälte und ihre eigenen Ängste sowie die Lüge schnürten ihr die Luft ab. Eva musste gehen. Nur langsam und widerwillig gestand sich Robert ein das am Ende nicht Christoph schuld an ihrer Trennung war. Natürlich hatte er seinen großen Beitrag geleistet indem er sich in ihre Ehe gedrängt hatte. Doch letztlich war er selbst es gewesen, der seine Frau in diese unmögliche Situation gezwungen hat. Er war es der durch sein Misstrauen den Keil zwischen sich und Eva getrieben hatte. Christoph musste dafür nicht einmal viel tun, um den Abstand, der zwischen ihnen in dieser Zeit wuchs, noch zu vergrößern. Dann war da noch der Flugzeugabsturz, die Nacht die alles verändern sollte und dann doch endlich die vermeintliche Versöhnung. Vermeintlich, da alles was sie durch ihre Liebe und die Freude auf das gemeinsame Kind geschafft hatten, in tausend Scherben für ihn zerbrach als ihm klar wurde das Christoph Emilios leiblicher Vater war.

So viele Täuschungen und Enttäuschungen. Der Betrug seines Vaters verursachte unweigerlich eine neue Spirale von Lügen und Misstrauen. Seine Wut gegenüber Werner war aber längst verflogen. In gewisser Weise konnte er verstehen warum er den Vaterschaftstest manipuliert hatte. Dennoch war es so falsch gewesen. In einer perfekten Welt wäre er ein besserer Mensch, dann hätte er mit Eva den Mut und das Vertrauen gehabt Christoph zu begegnen und ihm die Wahrheit zu sagen. Dann hätte er das Vertrauen gehabt, das sie zu dritt einen Weg fänden, um Emilio ein glückliches und sicheres zu Hause zu bieten. Nils und Michael hatten es doch auch bei Fabienn geschafft…

Und dann wiederum war das eine ganz andere Zeit gewesen. Ganz andere Umstände. Und ER konnte es einfach nicht. Er war nicht dieser bessere Mensch, den er sich vorstellte. Als Robert bemerkte, dass die Flasche in seiner Hand schon lange leer war ließ er sie aus seinen Fingern geräuschvoll auf den Teppich fallen. Mit wackeligen Beinen stand er auf. Er atmete tief durch und richtete seinen schwarzen, zerknitterten Pyjama. Vom Alkohol benebelt sah er sich in ihrem, ach nein, nun seinem Zimmer um.

Alles sah so perfekt aus. Es wurde täglich aufgeräumt. Er hatte das nicht gewollt, doch es war Werner Bedingung gewesen, wenn er nicht wollte das er ihm täglich Michael oder andere Menschen auf den Hals hetzte. Ein Kompromiss. Doch dadurch sah er jeden Abend wie ein Teil seines Lebens fehlte. Unvollständig. Ja die Einrichtung und Ausstattung wirkte unvollständig. Es war alles perfekt arrangiert bis einem, oder besser ihm, auffiel was fehlte.

Als Eva ging nahm sie nicht nur einfach irgendwelche Kleidung und dekorativen schnick schnack mit. Sie hatte ihre Anwesenheit geradezu ausgelöscht. In seinem Kopf ging er alles durch was fehlte. Jedes einzelne Stück brachte Erinnerungsfetzen hervor. Wie sie die Haarbürste durch ihre Haare gleiten ließ. Wie sie das Bild von sich und Valentina zärtlich berührte, als sie nicht wussten ob sie ihre Prinzessin verlieren würden. Wie sie übereuphorisch ein Tuch nach dem anderen von ihrem goldenen Ring zog, um das Beste zu finden, für den Tag als sie ihre Tochter aus dem Krankenhaus holten… Die Bilderflut und die Eindrücke waren zu viel. Für einen Moment glaubte er, er würde stürzen. Panisch, nach Balance ringend, stolperte er aus dem Zimmer. Sein Magen überschlug sich. Er spürte wie ein bitterer Geschmack sich in seinem Mund ausbreitete. Wie aus Reflex stürmte er ins Bad, gerade noch rechtzeitig, um sich kurz darauf zu übergeben. Viel kam nicht. Wie auch. Hatte er in letzter Zeit doch kaum etwas gegessen. Ohne Eva wollte auch einfach nichts mehr schmecken. Die Toilettenbrille fest umklammert, würgte es ihn bald nur noch schmerzhaft trocken. Galle und Alkohol war das einzige was er von sich gab und der ganze Akt brachte seinen Körper unkontrolliert zum Zittern. Ein paar Tränen bahnten sich ihren Weg. Der Druck war einfach zu groß für ihn. Zu groß für den Moment. Eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf verurteilte und verhöhnte ihn. Erbärmliches, feiges Arschloch!

Am Ende wusste er nicht mehr wie lange er im Badezimmer lag, oder das er sich überhaupt hingelegt hatte, als er den drang verspürte zu laufen. Er wollte nicht hier liegen und sich noch erbärmlicher fühlen. Sein Vater sagte doch immer er solle mal raus gehen, ein bisschen laufen. Den Kopf frei kriegen. Genau das fokussierte ihn genug, um sich wiederaufzurichten. Sein Kopf war noch immer stark benebelt und der Alkohol steuerte seinen nur schwer kooperativen Körper unbeholfen durch den Flur.

Für einen kurzen Moment wollte er sich umziehen, doch kaum an der Tür angekommen zögerte er. Seine Hand zitterte als er sie auf den Türgriff legen wollte. Nein!

Panik und Trauer stiegen erneut in ihm auf. Nein, er brauchte jetzt nicht noch einmal den Beweis das seine Frau nicht mehr bei ihm war. Was wollte er? Ach ja, er wollte raus. Ein bisschen laufen. Wie ein Mantra ließ er es durch seinen Kopf rotieren, als befürchtete er es wieder zu vergessen, wenn er nicht darauf achtete. Er drehte auf dem Absatz und mit schnellem Schritt machte er sich auf die Wohnung zu verlassen. Auf seinem Weg stieß er gegen die Couch. Leise, auf Italienisch fluchend atmete er durch den Schmerz in seinem Zeh und verließ dann aber unbeirrt die Wohnung.
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