Im Netz von Lügen und Intrigen

GeschichteDrama, Romanze / P18
Fili Kili Sigrid Tauriel
02.06.2020
16.09.2020
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16.09.2020 3.154
 
Hi und guten Abend, hier geht es mit meiner neuen Story weiter. Ich wünschte ich hätte zum Schreiben mehr Zeit aber zur Zeit haben andere dinge oberste Priorität, hoffe, das ändert sich in absehbarer Zeit
Gruß und noch einen schönen Abendessen
SChnutche





3. Der Alptraum beginnt

„Wie Kili mich so gefragt hatte, ob wir eine Runde zusammen spielen wollen, irgendwie scheu, aber so richtig süß“, schilderte Tauriel ihrer Freundin am nächsten Morgen. „Und wie er mich aus seinen goldigen braunen Augen angesehen hatte …“
„Du hast echt Glück mit ihm“, lachte Sigrid, die Freundinnen waren trotz der Sommerferien relativ früh wach und saßen mit gekreuzten Beinen – Sigrid in pinkfarbenen Schlafshorty, Tauriel im dunkelgrünen Pyama - auf Sigrids Bett. Sie waren am gestrigen Abend relativ lange wach gewesen. Neben ihrer ausschweifenden Unterhaltung, wo es hauptsächlich um das starke Geschlecht gegangen war, hatten sie noch einen Film auf Netflix angesehen. Trotz der relativ kurzen Nacht fühlten sie sich frisch und ausgeruht, dennoch hatten sie noch nicht für nötig befunden, sich umzuziehen. Wieso auch? Es war schließlich Sonntag und dann konnte man es auch ein wenig ruhiger angehen lassen.
„Kili ist der Richtige für mich – definitiv und du wirst deinen Mister Right auch noch finden. Ich wette, er ist dir vielleicht näher als du dir denken kannst.“
„Das glaube ich eher wenig“, meinte Sigrid, die in ihr Notebook schaute, der sich zwischen ihnen befand. Sie hatte sich in ein soziales Netzwerk eingeloggt und Lindir aus ihrer Freundschaftsliste geworfen, „nicht nach den beschissenen Erfahrungen mit Haldir und Lindir, diesen …“ Scheinbar suchte sie nach passenden Worten.
„Möchtegern-Machos?“, kam es von Tauriel.
„Ja, genau“, stimmte Sigrid lachend zu, „durch solche Möchtegern-Machos könnte ich glatt den Glauben an die Liebe verlieren.“
„Ach, mach dir jetzt nichts mehr draus, sollen sie doch glücklich werden mit ihrer Weltanschauung“, erwiderte Tauriel, „was ich sagen wollte, Kili und ich wollen nachher zum Minigolf-Platz. Komm doch mit!“
„Ich weiß nicht …“
„Du könntest seinen Bruder anrufen“, schlug Tauriel vor, „ich bin sicher, Fili würde auch gern mitkommen.“
„Meinst du?“, hatte Sigrid ihre Zweifel.
Tauriel lachte. „Und ob ich das meine. Er hat dir doch seine Nummer gegeben, ruf ihn doch an ... warte mal…“, sah sie auf sein Profil im sozialen Netzwerk, „oder du schreibst ihm, er ist gerade online.“
„Ich denke, ich rufe ihn lieber an“, entschied Sigrid und schnappte sich ihr Handy. Sie tippte seine Nummer ein, als gleich darauf ein kurzes Freizeichen ertönte.
„Hallo?“ Fili meldete sich recht zügig.
„Hi, ich bin’s, Sigrid!“
„Hey, ich freu mich, dass du mich anrufst“, sagte Fili erfreut, „wie geht es dir?“
„Ganz gut“, antwortete Sigrid mit leichtem Herzklopfen, „aber deswegen rufe ich nicht an …“
„Weswegen dann?“ In Filis Stimme mischte sich eine kleine Spur Belustigung mit bei.
„Tauriel und dein Bruder wollen nachher Minigolf spielen gehen“, erklärte Sigrid ihm, „ich würde mich freuen, wenn du auch mitkommst.“
„Ja, gerne“, freute sich Fili, „wann sollen wir uns treffen?“
„Etwa gegen elf am Club“, antwortete Sigrid auf ein Zeichen von Tauriel.
„Ich werde da sein“, versprach Fili.
Kaum hatte Sigrid das Gespräch beendet, da flog auch schon ihre Zimmertür auf – Tauriel war gerade dabei, ihren Pyama aufzuknöpfen - und Bain, Sigrids Bruder stand grinsend im Türrahmen.
„Mal was von Anklopfen gehört?“, blaffte Sigrid sofort los. „Dich scheinen anderer Leute Privatsphäre nicht zu interessieren ...“
„Als ob ich euch was weggucken würde“, verrollte Bain die Augen.
„Was willst du?“, wurde seine Schwester ungehalten.
„Euch sagen, dass ihr zum Frühstück kommen sollt“, richtete Bain aus, „Papa macht Pancakes!“
„Wir kommen gleich“, sagte Sigrid, „aber hau ab und mach die Tür zu.“
„Schon gut“, grinste Bain und kam der Aufforderung nach.
Die Freundinnen zogen sich schnell um und sahen zu, dass sie zum Frühstück kamen.
Sigrid war froh, dass Tauriel zu ihr gekommen war, als diese gespürt hatte, dass etwas nicht in Ordnung war. Doch sie hatte immer noch Angst, dass die Sache mit Haldir noch nicht ausgestanden war und die war durchaus berechtigt.


Fili hatte sich sehr über Sigrids Anruf gefreut und konnte es kaum erwarten sie wieder zu sehen. Er und Kili spielten ganz gerne Minigolf, doch mit Sigrid würde er sogar zum Berliner Reichstag fahren und sich eine totlangweilige Bundestagsdebatte reinziehen …
Er traf früher am Club ein als ausgemacht, so nahm er sich die Zeit, sich auf der Toilette ein wenig frisch zu machen. Als er den Raum betrat, vernahm er auch schon Haldirs Stimme.
„ … ganz schön aus dem Konzept gehauen …“
„Ich werd verrückt“, das war die Stimme von Galion, der zu Haldirs Clique gehörte und zu seinen größten Bewunderer zählte. Ein Arschkriecher und Schleimer, den Fili auf Teufel komm raus nicht ausstehen konnte. „Du hast sie echt gehabt?“
Er warf einen flüchtigen Blick in den zweiten abgegrenzten Raum mit den Pissoirs an den Wänden. Er erkannte Lindir und Elros, die zwei anderen kannte er nur flüchtig. Alle scharten sich um Haldir, der gerade seinen Gürtel zumachte und den Reißverschluss seiner Hose hochzog.
„Klar habe ich das, du Depp“, meinte Haldir kumpelhaft, „aber ein Gentleman genießt und schweigt.“
Fili wusch sich kopfschüttelnd die Hände. Er hasste es, wenn man Frauen und Mädchen wie Trophäen behandelte.
„Seit wann bist du ein Gentleman?“, lachte Elros.
„Nun erzähle mal“, forderte einer der anderen, „gehst du eigentlich jetzt fest mit ihr?“
„Ganz gewiss nicht“, sagte Haldir und hob theatralisch die hände, „die hat mir schon beim Tanzen gehörig an den Hosen rumgemacht und glaubt mir, die kannst du relativ schnell haben. Und ich kann euch garantieren, die war keine Jungfrau mehr, über die müssen schon ein paar drüber gerutscht sein.“
„Ist das echt wahr?“, fragte Elros ihn. „Ich kenne sie so eigentlich kaum ...“
„Alter, wenn ich es doch sage“, tönte Haldir, „diese Sigrid ist so scharf wie ein Sack Peperoni.“
Fili hatte sich da längst zwei und zwei zusammengezählt, sich aber rausgehalten, weil Haldir keinen Namen genannt hatte. Aber nun war er gefallen und er konnte nicht länger tun, als würde ihn dieses schmierige Gerede nichts angehen, denn die Wut kroch so richtig in ihn hoch. Das wollte er nicht auf Sigrid sitzen lassen und beschloss ihn sofort zur Rede zu stellen.
„Sprichst du etwa von Sigrid Larson?“, fragte er hart.
Die Gruppe ging leicht auseinander, als Fili im Türrahmen stand. „Ich habe dich was gefragt, Arschloch!“
„Ja, auch wenn ich nicht weiß, was es dich angeht“, meinte Haldir selbstgefällig, nachdem er bei Filis Ausruf kurz erschrocken war, zu seiner Erleichterung hatte dies keiner von seinen Freunden gemerkt.
„Das geht mich eine ganze Menge an“, sprach Fili gefährlich langsam, „du hörst auf so eine Scheiße über Sigrid zu erzählen, sonst hast du ein Problem mit mir.“
„Oh Mann, Durin, ziehe deine rosarote Brille ab und sehe dir mit deinen eigenen Augen an, was das für Flittchen ist. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass wir einen flotten Dreier hingelegt haben, obwohl ich das Sigrid noch zutraue.“ Dabei grinste er höhnisch auf.
„Du widerlicher Drecksack“, schäumte Fili vor Zorn und machte einen bedrohlichen Schritt auf ihn zu, „du bist doch nur in deiner Eitelkeit verletzt, weil du nicht zum Zug gekommen bist.“
„Willst du mich etwa vermöbeln?“ Haldir zuckte unmerklich auf, denn Fili trieb viel Sport und war muskulös ausgestattet. Mit diesem Großmaul würde er es allemal aufnehmen. „Schon möglich, dass ich vielleicht bei einer Prügelei den Kürzeren ziehe, dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sigrid nichts als eine kleine Nutte ist. Oder bist du etwa in die verknallt?“
Fili merkte wie er rot wurde und hasste sich selber dafür. Er verspürte große Lust, Haldir die Prügel seines Lebens zu verpassen, doch der Anstand hielt ihn davon ab. „Du hörst auf, so über Sigrid zu sprechen, ist das klar? Und das gilt auch für euch alle!“
„Hey mach mal langsam“, mischte sich Lindir ein, „es ist doch offensichtlich, wie sie drauf ist. Und wenn ich gewollt hätte, dann hätte auch ich sie haben können, gestern auf meiner Party.“
„Ja, halte mal den Ball flach“, sagte auch Galion, „wenn Haldir sagt, die ist so leicht zu haben wie die Zigaretten im Automat, dann ist das so.“
„Und das findest du toll, was?“, rief Fili.
„Er hat mal keine Probleme, Weiber aufzureißen.“
„Kommt Leute, gehen wir“, sagte Haldir, dem das unangenehm wurde, „ich will hier nicht festwachsen und schon gar nicht wegen so einer wie Sigrid.“
Die Gruppe ging an ihn vorbei nach draußen, dabei grinste Haldir ihn noch selbstgefällig an, was Filis Wut nur noch mehr aufsteigen ließ. Er konnte nicht glauben, was er da eben gehört hatte. Ja, Sigrid hatte ein Faible für sexy Kleidung und war auch kein Kind von Traurigkeit. Aber gleich mit einem Typen ins Bett steigen? Niemals! Erst recht nicht am ersten Abend, das konnte nie und nimmer stimmen, was Haldir da erzählte. Fili wurde dabei ganz schlecht, wenn er daran dachte, was auf Sigrid zukam, wenn Haldirs Lüge die Runde machen würde. Und sowas konnte rasend schnell gehen und gerade in den sozialen Netzwerken wurden solche Sachen ausgereizt bis nichts mehr ging. Und dann würde aus der leicht zu habenden Sigrid jemand werden, die auf den Straßenstrich ging. Dagegen musste was unternommen werden, sonst würde ihr Leben ein wahrer Spießrutenlauf werden. Er musste Sigrid darüber in Kenntnis setzen und er würde hinter ihr stehen …

„Na los, Bruder, gib dich geschlagen“, lachte Kili, auf seinen Minigolfschläger gestützt, während Fili an der Bahn stand und versuchte, den Ball ins Loch zu befördern, „du verlierst ja eh auf der ganzen Linie.“
Dieser drehte sich zu Kili um und musste grinsen, als Tauriel hinter ihm stand und dabei ihre Arme um seine Mitte geschlungen hatte. „Was macht dich da so sicher?“
„Weil mein Schatz hier der Größte ist“, antwortete Tauriel an Stelle von Kili und unterstrich dies noch mit einem ganz liebevollen Kuss.
„Klar doch“, meinte Fili und führte seinen Schlag aus, doch der Ball schaffte es nicht ins Loch.
„Wusste ich es doch, ich bin mal wieder der Größte“, meinte Kili ironisch mit einer winzigen Spur Schadenfreude gemischt.
„Ja ja, schon gut“, brummte Fili nur.
„So, jetzt bin ich dran“, meinte Sigrid und brachte sich in Stellung und Fili kam nicht herum sie dabei zu beobachten. Sie trug ein gelbes Sommerkleid im Carmenstil, welches ihr fast bis zu den Knien ging. Fili fand sie so süß darin und auch unschuldig.
Sigrid stand an der Bahn und hielt kurz inne, ehe sie zum Schlag ausholte.
„Volltreffer!“, rief Tauriel, denn Sigrid hatte nur den einen Schlag gebraucht, um den Ball ins Loch zu befördern.
„Wow, nicht schlecht“, war auch Kili beeindruckt.
„Mir scheint, wir haben Konkurrenz“, grinste Fili.
„Tja“, meinte Sigrid, „und die belebt nun mal das Geschäft.“
„So, Leute“, meinte nun Kili, „das war die letzte Bahn, gehen wir noch was trinken.“
Alle fanden die Idee gut. Sie gaben die Golfschläger beim Betreiber ab und bestellten sich Softdrinks, ehe sie sich an einen der Tische setzten, die zu der kleinen Gaststätte der
Minigolf-Anlage gehörte.
„Schön kalt“, meinte Sigrid nach einem großzügigen Schluck Cola, „genau richtig bei dem warmen Wetter.“
„Wie wahr“, stimmte Tauriel zu und fragte schließlich in die Runde, „wir können ja mal öfter zu viert was unternehmen, was meint ihr?“
„Gar keine schlechte Idee“, erwiderte Fili, der trotz der Sache, die er im Treff mitbekommen hatte, den Nachmittag genoss, vor allem weil Sigrid mitgekommen war.
„Nicht immer, aber immer öfter“, flachste Kili und dabei sahen er und Tauriel sich verliebt in die Augen.
Sigrid wurde es dabei etwas wehmütig, doch gönnte sie ihrer besten Freundin ihr Liebesglück, zumal Kili ein ganz feiner Kerl war. Dann fiel ihr Blick auf Fili, der sie liebevoll anlächelte, was sie sofort erwiderte. Dass er ihrer spontanen Einladung gefolgt war, darüber hatte sie sich sehr gefreut und war auch froh, dass sie ihn angerufen hatte. Tauriel hatte ihr nach dem Telefonat versichert, dass sie dumm wäre, wenn sie es nicht getan hätte.
Irgendwann erhoben Kili und Tauriel sich von ihren Plätzen.
„Wollt ihr schon gehen?“, fragte Sigrid verwundert.
Tauriel nickte. „Ja, wir wollen noch ein bisschen durch die Stadt laufen.“
„Heute Abend können wir uns ja nicht sehen“, untermauerte Kili ihre Aussage.
„Wieso das?“, fragte Fili seinen jüngeren Bruder.
„Schon vergessen? Mutter erwartet uns heute zum Abendessen“, erinnerte Kili ihn nun daran.
Fili fasste sich an den Kopf.“ Stimmt, das habe ich total vergessen.“
„Daran siehst, wofür kleine Brüder gut sein können“, flachste Kili.
„Sehr witzig“, maulte Fili, als Kili und Tauriel schließlich händchenhaltend die Anlage verließen.
Zurück blieben Fili und Sigrid.
„Und was machen wir noch solange?“, fragte Sigrid, sie hatte Zeit, sie musste erst um elf Uhr abends zuhause sein.
Da besann sich Fili, dass er unbedingt mit ihr sprechen musste wegen der Sache im Treff.
„Fahren wir zu mir?“, schlug er vor. „Da gibt es etwas, wo ich dir sagen muss.“
Sigrid war überrascht, Fili klang auf einmal so merkwürdig ernst.
„Okay“, meinte sie dann nur.
Sie hatten nicht viel gesprochen, während sie zu ihm gefahren waren. Er schloss die Tür des Hauses auf, in dem er mit seiner Mutter und seinem Bruder lebte und führte sie ins Dachgeschoss.
„Ich habe es selber ausgebaut“, erklärte er ihr stolz, als er sie ins Wohnzimmer führte und sie bat, auf einer gemütlichen Couch Platz zu nehmen. Er brachte ihr noch etwas zu trinken und setzte sich anschließend neben sie.
„Du wolltest doch mit mir über etwas sprechen“, erinnerte Sigrid ihn daran.
„Ja, das muss ich auch“, legte Fili kurz die Hände vor sein Gesicht. Selbst in dem Moment überlegte er, wie er die richtigen Worten für dieses heikle Thema finden sollte, „es ist nur nicht so einfach …“
Sigrid bedachte ihn mit einem Lächeln. Wie er sich scheinbar Gedanken darüber machte, was er ihr sagen wollte – echt lieb!
„Sag es doch einfach!“
„Es wird dir leider nicht gefallen“, antwortete Fili mühsam beherrscht, „es ist gemein, eine große Sauerei …“
„Was meinst du damit“, war Sigrid irritiert, „was ist das für eine Sauerei. Bitte, Fili, sag mir was los ist, ich verstehe es nicht.“
„Es geht um das, was Haldir gesagt hat. Ich habe zufällig was mitangehört, bevor wir uns getroffen haben.“
„Was ist mit Haldir, was hast du da mit angehört, klär mich bitte auf“, meinte Sigrid.
„Er hat seinen Leuten erzählt, du wärst ihm beim Tanzen an die Wäsche gegangen und keine Jungfrau mehr gewesen und würdest mit jedem ins Bett gehen“, brachte Fili es auf den Punkt, „du wärst relativ leicht zu haben …“
Sigrid war geschockt, sie kam sich schon wieder vor wie in einem Albtraum.
„Das ist nicht wahr, das musst du mir glauben“, beteuerte sie, „er wollte mir im Hausflur an die Wäsche gehen und habe ihm dann eine Abfuhr erteilt und hinterher noch eine Backpfeife.“
„Und Lindir hat da auch noch eine Gemeinheit vom Stapel gelassen“, sagte Fili, „er hat gesagt, er hätte dich gestern auch haben können wenn er gewollt hätte.“
„Das ist eine Lüge“, begehrte Sigrid auf, „willst du wissen, was wirklich abgegangen ist?“
„Das musst mir nicht erzählen“, meinte Fili.
„Ich will aber, dass du es erfährst“, sagte Sigrid und schilderte ihm die ganzen Vorkommnisse.
„Dabei wollte ich gar nicht auf sein Zimmer, sondern nur an die frische Luft“, endete Sigrid, „er hatte das von Anfang an geplant.“
Wütend sprang Fili auf. Nun war ihm klar, weswegen Lindir sich gestern so an sie gehängt hatte und machte sich selber dafür verantwortlich, weil er glaubte, nicht genügend auf sie achtgegeben zu haben.
„Dieses Schwein“, rief er aus, „Haldir muss ihm wunder was vorgelogen haben, dass Lindir gleich versucht hat, dir die Hose auszuziehen.“
Für Sigrid war das alles zu viel. Sie schlug die Hände vors Gesicht und fing an heftig zu schluchzen. Dies konnte doch alles nicht wahr sein, was passierte da nur mit ihr?
Haldir zerstörte systematisch ihren Ruf – aus verletzter Eitelkeit!
Fili tat es in der Seele weh, sie so zu sehen, wie ihr Körper von ihrem Weinanfall durchgeschüttelt wurde. Er setzte sich neben sie und nahm sie in die Arme.
„Ich weiß, dass das alles nicht wahr ist, was er da über dich sagt“, hielt er sie fest und streichelte ihr über die Haare, während sie immer noch weinte, „das kommt alles wieder in Ordnung. Du bist nicht alleine, ich helfe dir!“
Sigrid sah ihn aus ihren verweinten Augen. „Du? Warum?“
„Weil ich dich sehr mag, Sigrid“, versicherte Fili ihr ernsthaft, während er ihr tränennasses Gesicht mit einem Taschentuch trocknete, „du hast es nicht verdient, so behandelt zu werden. Es wird nicht einfach werden, aber ich stehe voll und ganz hinter dir. Wir werden diesen Schweinehund niederstrecken und ihn mit seinen ganzen dreckigen Lügen konfrontieren, dass kannst du mir glauben.“
Sigrid war so gerührt, dass sie wieder in Tränen ausbrach und ihr Gesicht an seinen Schultern verbarg. Doch Fili hielt sie einfach nur fest, um ihr den nötigen Halt zu geben. Er würde die ganze Sache mit ihr durchstehen und sie beschützen wo es nur ging, schließlich hatte er sie richtig lieb.


Sigrid kam am frühen Abend zu Tauriel, um mit ihr die ganze Sache zu besprechen, die sie von Fili erfahren.
„Das hat er wirklich gesagt?“, fragte Tauriel entsetzt, nachdem sie von der Rufmordkampagne erfahren hatte, die Haldir gegen ihre Freundin gestartet hatte. „Das du ein Flittchen wärst und jeder weiß, wie leicht du zu haben wärst?“
Sigrid nickte. „Und ich dachte, er mag mich, dabei wollte er nur ein Exempel an mir statuieren …“
„Das ist wirklich ekelhaft“, fand Tauriel, „und Lindir ist ebenfalls das Letzte!“
„Ich weiß nicht, was ich machen soll“, war Sigrid wieder verzweifelt.
„Den sollte man echt zur Rede stellen.“
„Der Meinung ist Fili ja auch“, meinte Sigrid resigniert.
„Weißt du was?“, fragte Tauriel und schnipste dabei mit den Fingern. „Genau das werden wir tun. Jetzt sofort!“
„Ist das dein Ernst? Sollten wir nicht lieber warten bis morgen, wenn Fili und Kili Zeit haben?“
„Nein, nein“, entschied Tauriel, „wir gehen jetzt zum Club und machen dem Scheißkerl mal eine klare Ansage.“
Sigrid hatte ihre Zweifel, doch sie ließ sich von Tauriel hochziehen. „Also gut, wenn du meinst.“
„Und ob ich das meine, also los!“
Sie machten sich also auf den Weg zum Jugendclub und je näher sie kamen umso unwohler fühlte sie sich, obwohl sie nichts zu befürchten hatte. Immerhin war sie das Opfer von dem Lügennetz, das sich um sie herum spinnen ließ.
„Vielleicht ist er auch gar nicht da“, meinte Sigrid und es klang etwas hoffnungsvoll.
„Den kriegen wir und wenn wir ihn aus dem Bett holen müssten“, prophezeite Tauriel ihr, „auf in den Kampf, wir sind da.“
Mit klopfenden Herzen und mit ihrer besten Freundin an der Seite betrat sie den Club, wo ihr bereits die Musik entgegen schlug.
An einem der Billardtische entdeckten sie zwei Mädchen, die zu Haldirs Clique gehörten und fragten nach dessen Verbleib.
„Hier drüben an dem großen Tisch“, sagte die eine von ihnen und wies in die dementsprechende Richtung.
„Danke“, sagte Tauriel.
„Hast du gesehen, wie die mich angesehen haben?“, raunte Sigrid ihr zu.
„Oh ja, die wussten schon Bescheid“, antwortete Tauriel grimmig, „Der Drecksack hat also sein Gift schon verspritzt.“
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