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"DA WAR ICH OHNE SIE."

DrabbleFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Joan Watson Sherlock Holmes
02.06.2020
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„Watson, darf ich hineinkommen?“
Joan verdrehte genervt ihre Augen.
„Seit wann fragen Sie denn? Sonst stürmen Sie doch auch sofort in mein Zimmer, ohne dabei auch nur einen Gedanken zu verschwenden, dass ich vielleicht gerade nichts anhabe, oder sonst etwas in meinem Schlafzimmer anstelle.“

„Nun, mit meinem Bruder, haben Sie ja bereits den Beischlaf praktiziert, in dieser Hinsicht kann mich demnach nichts mehr schockieren und was Ihre Nacktheit anbelangt, denke ich, dass ich damit auch problemlos fertig werden würde, oder wächst Ihnen vielleicht irgendwo aus Ihrem Körper, ein dritter Busen heraus?“
„Sie sind geschmacklos!“
„Darf ich jetzt trotzdem endlich eintreten?“

Joan seufzte ergeben auf, ging zur Türe und öffnete diese.

„Was ist los, Watson? Warum sind Sie erst so spät nach Hause gekommen? Sie haben mir Ihr Erscheinen, hier, in unserer gemeinsamen Wohnung, für exakt 21.00 angekündigt und jetzt ist es zehn Minuten nach Neun.“
„Gute Güte, was bin ich aber auch für ein schlimmes Mädchen.“, entgegnete Joan sarkastisch und begann in ihrer Tasche zu wühlen.
„Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht.“
„Das hätten Sie nicht tun müssen, ich bin inzwischen groß und kann doch ganz gut auf mich aufpassen.“
„Verraten Sie mir, wo Sie waren?“
„Wenn Sie mir versprechen, mich nicht auszulachen, dann ja.“
„Etwas kindisch, aber wenn Ihnen soviel daran liegt, dann verspreche ich es Ihnen.“

Joan setzte sich auf ihr Bett und bedeutete Sherlock, neben ihr Platz zu nehmen.

„Sie wissen doch, dass wir dieses Mal, jeder für sich, einen Fall in Arbeit hatte.“
Sherlock nickte.
„Das ist mir bekannt. Ich habe meinen, ja bereits schon vor vier Tagen abgeschlossen. Danach hatte ich Ihnen ja angeboten, ob ich Ihnen, nicht bei Ihrem Fall helfen kann, aber Sie haben abgelehnt.“
„Weil ich meinen, schon vor gut einer Woche erledigt hatte.“
Sherlock glotzte Joan jetzt regelrecht in den Boden.
„Würden Sie das bitte noch einmal wiederholen?“
„Ich habe…“
„GAR NICHTS HABEN SIE!!!“ Sherlock sprang auf, rannte galoppartig auf Joan zu und packte diese, ziemlich derb an der Schulter.

„Ein Scherz. Nicht wahr, Sie erlauben sich gerade einen Spaß mit mir!“
„Würden Sie mich bitte loslassen, Sie tun mir weh.“
Sofort ließ Sherlock von ihr ab und wich ein paar Schritte zurück. Doch plötzlich hellte sich seine Miene auf.

„Gregson, ich brauche doch nur Gregson anzurufen und der wird mir bestätigen, dass Sie mich gerade so dermaßen verarschen.“

Sherlock zückte auch sogleich sein Smartphone und stellte eine Sprechverbindung zu Gregson her.

Drei Minuten später legte er auf und starrte Joan ungläubig an.

„Sie waren mit Mycroft im Sensorland, um sich dort die Gabe, als lebendiger Sensor anzueignen, damit Sie Lebewesen besser aufspüren können.“
„Genauergesagt, Verbrecher. Aber ja, es stimmt. Zusammen mit Ihrem Bruder, bin ich in dieses Land gereist.“
Sherlock  schnellte erneut in die Höhe.

„Habe ich Sie nicht ausdrücklich gebeten, dass Sie gerade diesen Ort meiden sollen???!!! Dort hätte Ihnen weiß Gott was passieren können!! Und ich war nicht da, um Sie zu beschützen! Ich schwöre Ihnen, Mycroft kann etwas erleben, wenn ich ihn das nächste Mal treffe. Sicher hat er Sie überredet, mit Ihm, in dieses schreckliche Land zu schaukeln.“

Joan hatte Sherlock selten so erregt gesehen. Das verhielt sich eigentlich immer nur dann, wenn er vor Sorge, um sie verging.

Joan stand nun ebenfalls auf, trat an ihren Freund heran und hängte sich bei ihm ein.

„Mycroft hatte sich geradezu rührend um mich gekümmert, aber es war meine Idee, nicht seine. Ich wollte in dieses Land, um meine Arbeit noch viel besser erledigen zu können.“

Sherlock schluckte schwer. Ein dicker Kloß, hatte sich in seinem Hals festgesetzt.
„Sie wissen, wie man ins Sensorland gelangt?“
Natürlich wusste Sherlock das, wenngleich er noch nie dort gewesen war.

„Eine Schaukel, oder zwei, wenn die Reise nicht alleine angetreten wird, ist notwendig. Damit muss so hoch und schnell geschaukelt werden, bis man sich überschlägt. Dies darf aber nur vier Mal passieren, überschlägt man sich öfter, landet man im Mörderland, dort wird einem, kaum dass man angekommen ist, sofort der Kopf abgeschlagen.“
Joan nickte zustimmend.“

„Nach dem Überschlagen, muss man sofort von der Schaukel springen, sich dreimal gegen den Uhrzeigersinn im Kreis drehen und…“
„Und dann ist es geschafft.“, vollendete Joan Sherlocks Satz.

„Jedenfalls dort angekommen, haben wir uns sofort auf, zu Balinda gemacht. Sie ist die einzige, die binnen von nur ein paar Stunden, einen menschlichen Sensor aus mir machen konnte.“
„Weil Sie eine Sensor-Priesterin ist.“
„Genau. Aber bitte fragen Sie mich jetzt nicht, wie sie es genau gemacht hat. Fakt ist, dass ich mich nach drei Stunden plötzlich total durch den Wind gefühlt hatte, weil ich so sehen, spüren und erkennen konnte, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben, dazu fähig gewesen bin. In mir ist auf einmal eine Art Dauerfilm abgelaufen, der mir abertausende von Verbrechern angezeigt hatte, mit Steckbrief und wo sie sich gerade aufgehalten hatten. Glauben Sie mir, es war zu Beginn ein kaum zu beschreibendes Gefühl. Doch als ich mich daran so halbwegs gewöhnt hatte, traten Mycroft und ich, sofort wieder die Heimreise an. Danach war es ein Leichtes, den an mich, herangetragenen Fall, zu Ende zu bringen.“

Joan drückte kurz Sherlock Arm, ehe sie ihn losließ und sich wieder auf ihre Tagesdecke, in ihr Bett setzte.
Sherlock zögerte, bis er neben seiner Freundin Platz nahm.

„Würden Sie mir vielleicht bei meinem nächsten Fall behilflich sein? Oder haben sie diese Sensor-Fähigkeit, nur für eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt bekommen?“

„Es ist für immer.“

                                                                      THE END
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