Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Warmaster

KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
02.06.2020
02.06.2020
1
3.760
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
02.06.2020 3.760
 
Das Geheimnis ein guter Anführer zu sein lag darin, immer genau zu wissen wen man zu welcher Zeit in eine Position setzte. Immer zu wissen, wer der Beste für diese Aufgabe war. Zu wissen wem man Bestätigung zukommen lassen musste und wen man an seinen Platz erinnern musste. Zu erkennen wer eine Aufgabe brauchte und für wen eine Pause notwendig war. Über all die Jahre hinweg hatte sich Horus Lupercal zu einem Experten in diesen Fragen entwickelt.
Natürlich hatte selbst er als ein Schüler begonnen. War er doch mit lediglich neun Standardjahren vom Imperator gefunden worden und nach Terra gebracht worden. Er war ein Kind gewesen, mit einem Mangel an Wissen und Erfahrung, im Körper eines erwachsenen Mannes. Nicht mal eines normalen erwachsenen Mannes, sondern im Körper eines Halbgottes. Auch wenn er sich die meiste Zeit nicht wie ein Erwachsener gefühlt hatte.
Er war auf Cathonia geboren worden, einem schmutzigen Planeten, dem es an Zukunft und Moral mangelte. Die Menschen, die ihn aufgenommen hatten, hatten zu einer der zahllosen Gangs gehört und ihr Wissen umfasste zum größten Teil Informationen über Drogen und Waffen. Sie hatten ihn gelehrt wie man einen Krieg zwischen Gangs gewann, wie man kämpfte und wie man Angst unter seiner Anhängerschaft verbreitete, um ihre Treue zu sichern. Als er den Imperator getroffen hatte, hatte er sofort gespürt das diese Lehren nichts weiter als Müll war. Natürlich hatte der Imperator selbst ihm einige Tricks beigebracht, hatte ihn betraten, wenn er eine Frage gestellt hatte. Aber Horus hatte ihn auch stehts beobachtet. Er hatte ein natürliches Talent für solche Dinge und so hatte er diese Fähigkeiten lediglich verfeinern müssen. Inzwischen konnte er sich ohne Schande als einen Meister bezeichnen.
Seine Lehrzeit lang nun schon lange zurück, war er heute doch der Anführer der Lunar Wolves und, ohne zu Lügen, sehr gut darin. Die Space Marines liebten ihn und folgten, ohne eine Frage zu stellen, die Crews der Schiffe standen unter seinem Befehl und auch die Garde stellten seine Befehle nicht in Frage. Einige mochten sagen, dass dies daran lag, dass er ein Primarch war. Weil er einen gigantischen Körper hatte und seine Präsenz jeden in ihren Bann zog. Horus lachte immer über diese Aussagen, denn er wusste das sie nicht stimmten.
Es waren immer Zeit diese, die Reise zwischen zwei Eroberungen, die seine größte Aufmerksamkeit verlangten. Der Erste, der seine Aufmerksamkeit verlangte, war Abaddon, sein erster Kapitän. Ein großer Mann, etwas launisch aber mit herausragenden Fähigkeiten im Kampf. Die Reisen trafen ihn immer hart, denn er war ein Kämpfer mit Leib und Seele. Einer der Krieger, die sich in der Schlacht verloren und die sich ohne sie, verloren fühlten. Horus war gerade in die Badewanne gestiegen, hatte sich hingelegt und erfreute sich der Wärme, die ihn umgab, als die Tür aufsprang.
„Kriegsherr”, sagte Abaddon laut. “Ich brauche Euren Rat.“
Horus unterdrückte ein Seufzten und schaute zu seinem Sohn. Abaddon trug seine Rüstung, die ihn noch größer machte als er ohnehin schon war. Allein der Fakt, dass Horus‘ Gemächer für einen Riesen gemacht wurden, erlaubten ihm überhaupt durch die Tür zu passen. „Wie kann ich dir helfen?“
“Ich habe mir einige Dinge überlegt“, begann Abaddon, die Stimme voller Vorfreude. „Wir haben einige Neuzugänge in der Ersten. Einige haben noch nie in einer Schlacht in Terminator Rüstung gekämpft. Ich finde wir sollten sie im Eins-gegen-Eins Gefecht in der Rüstung trainieren. Oder drei gegen einen… Wie auch immer die Servitoren reichen nicht aus.“
„Ich sehe den Punkt, den du machst“, antwortete Horus. „Möchtest du, dass ich über deinen Trainingsplan schaue?“
„Es wäre mir eine Ehre!“ Abaddon nickte.
“Oder, vielleicht, sollten wir ihn ausprobieren?“, schlug Horus mit einem Lächeln vor.
Für einen Moment schien Abaddon verwirrt tu sein. Sein Körper straffte sich und er fragte: „Ihr meint… wir testen ihn? Ihr und ich?“
„Ja“, antwortete Horus mit einem Nicken. „Die Aktion zeigt mehr als die Theorie, denke ich. Gib mir ein paar Minuten, um mich zu waschen und bring mir meinen Bodyglove.“
„Selbstverständlich!“ Abaddon war sichtlich erfreut und drehte sich um, um davon zu eilen. Nach zwei Schritten blieb er plötzlich stehen und drehte sich zu seinem Genvater um. Seine Ohren waren nun rot. „Ich hoffe es war nicht unangebracht Eure Badezeit zu unterbrechen, Sir.“
„Sei unbesorgt“, antwortete Horus einfach. Natürlich war es unangebracht gewesen einfach in sein Badezimmer zu stürmen, ohne eingeladen worden zu sein oder mindestens eine Erlaubnis dafür zu haben. Er brauchte schließlich auch einige Minuten für sich selbst. Aber nun war es ohnehin zu spät und Horus hatte schon früh gelernt, dass er manchmal seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellen musste.
Abaddon verließ den Raum und startete seine Suche nach dem Bodyglove seines Vaters. Horus konnte endlich seufzten und griff nach der Seife.
Einige Minuten später kehrte Abaddon zurück, präsentierte glücklich den Bodyglove und half seinem Kriegsherren aus der Wanne. Eigentlich brauchte dieser keine Hilfe, stand einfach auf, griff nach einem Badetuch und verließ das Wasser. Glücklicherweise hatte er kein Haar, dass getrocknet werden musste. Sein erster Kapitäne wartete geduldig und bewunderte still seinen perfekten Körper.
Schließlich nahm er den Bodyglove an sich und zog ihn sich über den Körper. Dann schaute er zu Abaddon und stellte fest: „Es fühlt sich an als wäre es schon viel zu lange her, dass ich das letzte Mal in Rüstung in den Kampf zog.“
„Es ist nicht einmal eine Woche her“, antwortete Abaddon mit einem Lächeln. „Aber ich fühle dasselbe. Ich trainiere jeden Tag, doch es ist einfach nicht dasselbe. Ich freue mich darauf gegen einen so starken Gegner wie Euch zu kämpfen.“
Sie gingen in Horus‘ Schlafzimmer und betraten den Bereich, in dem er seine Rüstungen und Waffen aufbewahrte. Horus suchte sich die Terminatoren Rüstung aus die er normaler für einen harten Kampf trug und Abaddon half ihm, sie anzuziehen.
„Ich denke, für heute werde ich auf das Fell verzichten. Ich möchte nicht, dass du sie beschädigst“, erklärte er.
„Seid unbesorgt, ich könnte einfach vorsichtig sein“, schlug Abaddon vor.
„Bitte nicht, wir wollten deinen Trainingsplan testen, erinnerst du dich? Zeig mir deine volle Stärke.“
Abaddon nickte und seine Augen begannen vor Freude zu Leuchten. „Alles für Euch, Kriegsherr.“

Wie immer, war der Trainingsraum nicht leer als sie ihn erreichten. Die Anwesenden stoppten augenblicklich als Horus eintraten und schauten ihn an. Er gab ihnen ein Lächeln. „Gut zu sehen, dass meine Söhne für die kommenden Kämpfe trainieren. Die Wölfe sollten niemals Ruhen sonst werden ihre Zähne stumpf.“
Die Halle füllte sich mit dem Klang von dunklem, lauten, cathonischen Lachen seiner Space Marines. Dann blickte er zu Abaddon, welcher den Sitz seine Energieklaue korrigierte. „Daher werde auch ich mir einen Kampf unter Freunden gewähren. Weiter machen.“
Horus trat auf den Waffenhalter zu und nahm sich ein Energieschwert. Abaddon betrachtete seine Wahl und kommentierte: „Normalerweise kämpft Ihr mit einer Klaue oder einem Streitkolben.“
„Ich wollte lediglich deine Chancen erhöhen. Immerhin sollten wir eine Weile kämpfen. Es wäre eine Schande, wenn es zu früh Enden würde.“ Horus deutete auf einen freien Trainingskäfig. Er wusste, dass er jeden Käfig für sich beanspruchen konnte und Abaddon wusste dies ebenfalls.
„Warum nehmen wir nicht einen Käfig mit mehr Platz“, fragte dieser nach.“
„Dieser sollte vollkommen ausreichend sein“, antwortete Horus und lief auf ihn zu, sein Sohn an seiner Seite. Dann senkte er seine Stimme. „Wir müssen unsere Macht und unseren Rang jetzt nicht demonstrieren. Lass die anderen in Ruhe trainieren.“
„Ihr seid sehr freundlich, Kriegsherr!“ Etwas unzufriedenes lag in Abaddons Stimme. Horus wusste, dass sein erster Kapitäne nie eine Chance verpasste seine Dominanz und Autorität zu demonstrieren. Für ein Kind eines cathonischen Gang Anführer war dies auch nicht ungewöhnlich.
„Ich liebe all meine Söhne“, stellte er klar. „Und ich kümmere mich um jeden von ihnen. Vom ersten Kapitäne bis hin zum kleinsten Aspiranten. Daher behandle ich Euch alle mit Respekt, oder nicht? Aber genug mit dem Gerede, lass uns kämpfen. “
Er musste Abaddon nicht ein zweites Mal fragen. Der Kapitäne hob seine Klaue und sprang auf seinen Genvater zu. Mit Leichtigkeit parierte Horus den Angriff, täuschte an, dass er seine Klinge zwischen der Klaue hindurch Stoßen wollte, um Abaddon zu stechen. Sein Kapitäne nahm die Finte an und hob seine Hand, um den Stich zu verhindern. Genau wie Horus es erwartet hatte. Er bewegte sich nach vorn und rammte seine Schulter gegen Abaddon. Sein erster Kapitäne fiel zu Boden und das Echo des Falls hallte durch den Raum. Horus musste nicht aufsehen, um zu wissen, dass alle ihnen zu sahen, gierig ihren Genvater beim Kampf zu beobachten und in seiner Präsenz zu baden.
Ihr Kampf dauerte noch eine Weile an, brachte ihm zu schwitzen und sich ein erneutes Bad -dies Mal ohne Störung- zu wünschen. Er gestattet Abaddon einige gute Schläge zu platzieren und versuchte spezielle Situationen zu generieren die seinen Gegner dazu zwangen sich zu bewegen. Ihm war bewusst, dass dies der schwerste Teil im Kampf in Terminatoren Rüstung war. Er endete ihren Kampf, wie er ihn begann, mit Abaddon zu seinen Füßen. Dieses Mal stellte er sich an seine Seite und half ich auf.
„Das war ein guter Kampf“, sagte er und lächelte seinen Sohn an. „Ich hoffe, ich konnte dir etwas Inspiration für das Training geben.“
„Natürlich“, antwortete Abaddon. “Ich möchte niemals auf dem Schlachtfeld gegen Euch kämpfen wollen, Sir.“
„Mir geht es ebenso”, sagte Horus. „Du warst sehr gut. Die Rüstung gibt dir nicht viel Raum für Bewegung, aber du bewegst dich, als würdest du eine normale Powerrüstung tragen. Ich bin stolz.“
„Vielen Dank, Sir.” Es hörte sich nach viel an, doch Horus konnte fühlen, dass sein Sohn sehr stolz über sein Lob war.
„Behalt das bei und trainiere deine Kämpfer gut.“

Nach einem ausgiebigen Bad entschied sich Horus zu überprüfen was seine Brüder machten. Er legte sich gemütlich auf die Couch und las sich die neusten Berichte durch, als das Vox System des Raums klickte. Er sah auf, da er wusste, dass jemand darum bat seine privaten Gemächer betreten zu dürfen und so gab er dem Besucher über einen Button auf dem Tisch das Signal einzutreten.
Es war Horus Aximand der schüchtern eintrat. Er sah etwas nervös aus und räusperte sich bevor er sagte: „Ich hoffe, ich störe Euch nicht, Kriegsherr.“
„Natürlich nicht“, antwortete Horus mit einem gütigen Lächeln. Er konnte spüren, dass etwas seinen Sohn bedrückte, was nicht ungewöhnlich für ihn war. Er richtete sich auf und bedeutete seinem Sohn sich ebenfalls zu setzen. Klein Horus zögerte einen Moment bevor er sich auf der andere Couch niederließ. Er war noch jung und war erst vor kurzem dem Mournival beigetreten.
„Ich… benötige Euren Rat“, begann er seinen Besuch zu erklären. „Seit den letzten Kämpfen stelle ich mir viele Fragen… Ich kann es noch immer nicht verstehen… Warum haben diese Leute rebelliert?“
Horus nickte und erhob sich. Er nahm zwei Gläser aus dem Schrank und griff nach einer Flasche Wein. „Ich sehe. Das ist eine sehr schwierige Frage. Einige Leute sehen einfach nicht, dass sie das falsche tun.“
„Ich weiß“, sagte Aximand und sah seinen Genvater an. „Wir haben über die Jahre gegen einige Menschen gekämpft Menschen, die mit Xenos alliiert haben, die die Lehren des Imperators und die imperiale Wahrheit ablehnten, … Aber diese Leute verstanden einfach nicht die Herrlichkeit und die Weisheit des Imperators, geliebt von allen.“
„Richtig“, stimmte der Kriegsherr zu und gab seinem Sohn eines der gefüllten Gläser, ehe er sich neben ihn setzte. Klein Horus war zunächst verwirrt, gewöhnte sich jedoch schnell an seine Nähe. Es war immer eine Art Spiel. Seine Space Marines liebten seine Präsenz und wahren nahezu süchtig nach seiner Aura. Besonders die Jüngeren hatten Probleme die respektvolle Distanz zu halten. Seine Aura gab ihnen Sicherheit, bis zu dem Punkt, dass sie sich besser von Verletzungen erholten, wenn sie in seiner Gegenwart waren. Auf der anderen Seite machte es sie nervös, sie wussten nicht mehr was sie tun sollten und fühlten sich eingeschüchtert.
„Diese Menschen die wir bekämpft haben… Sie waren Teil des Imperiums gewesen.“ Klein Horus schaute auf sein Glas.
„Ich wünschte, ich könnte es dir erklären“, sagte der Kriegsherr. „Es ist verwirrend, selbst für mich. Diese Menschen dachten, es wäre besser, wenn sie wieder für sich allein sind.“
„Aber wenn man nicht dem Imperator, geliebt von allen, dient… Warum lebt man dann überhaupt? Ihm zu dienen und auch Euch, ist mein Leben. Alles was ich immer wollte.“ Der Astartes schaute zu ihm auf und Horus blickte tief in seine besorgten Augen für einen langen Moment.
„Denkst du, wir hätten sie nicht bekämpfen sollen?“, antwortete Horus.
„Nein, es war das richtige zu tun. Aber… Gibt es keinen besseren Weg? Gibt es keinen besseren Weg, um sie wieder zurück ins Licht der imperialen Wahrheit zu führen?“
Horus lehnte sich zu ihm und zog ihn an seine Brust. Aximand senkte seinen Kopf und lehnte sich an den weichen Pelz auf seinen Schultern. Zunächst war er überrascht, doch Horus konnte schon bald fühlen wie sich die zwei Herzen seines Sohns beruhigten.
„Ich fürchte, es gibt keinen einfachen Weg“, sagte er sanft. „Wir können diese Menschen nicht verstehen. Sie lebten lange ohne das Licht des Imperators und einige scheinen zu denken, dass dies bessere Zeiten waren. Ich verstehe, warum dich diese Dinge zweifeln lassen.“
„Ich sollte jedoch nicht zweifeln“, antwortete Klein Horus, den Kopf noch immer auf dem weichen Fell ruhend. „Ihr erwartet von uns stark zu sein. Nie an unserem Weg zu zweifeln.“
„Hast du Zweifel daran dem Imperator zu dienen? Mir zu dienen?“
“Niemals”, antwortete Klein Horus und sah zu seinem Genvater auf. „Ich werde euch immer folgen. Ich weiß, dass Ihr mich niemals enttäuschen werdet.“
Horus Lupercal lächelte ihn an und legte seine große Hand auf seinen Rücken. „Ich habe nicht weniger von dir erwartet, Aximand. Du bist still, wenn die anderen laut sind. Aber in deiner Stille, stellst du dir die Fragen, die andere sich nicht stellen wollen. Ich habe euch alle gebeten, euch auch mit Dingen zu beschäftigen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben und du bist einer der besten Schüler innerhalb der Legion in diesen Dingen. Jedenfalls wurde es mir so berichtet.“
„Dennoch…“ Aximand nahm einen Schluck von dem Wein. Er wollte offensichtlich nicht weitersprechen.
„Sie nennen dich Klein Horus, weil wir einige Gesichtszüge teilen, weil wir im selben Akzent in unserer Muttersprache sprechen, nicht weil ich dich kleinrede“, sagte Horus.
„Ich weiß“, seufzte sein Sohn. „Ich wünschte nur das ich stärker wäre, was diese Dinge angeht. So wie Abaddon es ist. So wie Ihr es seid.“
“Ich liebe alle meine Söhne und ich bin sehr glücklich mit meinem Klein Horus, genauso wie er ist. Mit all seinen Zweifeln, all seinen Gedanken und all seiner Geduld, seine Stimme erst zum rechten Zeitpunkt zu erheben.“ Der Kriegsherr stellte sein Glas auf den Tisch und zog seinen Sohn in eine Umarmung. Und seinem Bedürfnis sich anzuschmiegen, fügte er in Gedanken hinzu.

Am nächsten Tageszyklus beschloss Horus nach einem anderen Mitglied des Mournivals zu sehen. Tarik Torgaddon war ungewöhnlich 5ruhig in den letzten Tagen. Er war verwundet wurden, doch er bereits vor einigen Tagen wieder von der Medicae in die Freiheit des Schiffs entlassen worden. Natürlich hatte er seine Berichte nachgereich aber dennoch… hätte es normalerweise mehr Kontakt zwischen ihnen gegeben. Tarik war viele Dinge, aber nicht schweigsam.
Er fand ihn auf dem Weg zu den Trainingsräumen und lud ihn zu einem lockeren Gespräch in einen der Besprechungsräume ein. Natürlich schlug Tarik diese Einladung nicht aus und folgte seinem Genvater. Und natürlich folgte er nicht still. „Es ist gut Euch wiederzusehen, Sir. Es fühlt sich an als hätte ich Jahre in dem Medicae verbracht. Es ist fast so als wäre ich auf einem anderen Schiff.“
„Das Klima ist etwas gesunken“, stimmte der Kriegsherr zu. Er sah zur Seite und konnte deutlich fühlen, dass die Moral seiner Männer gesunken war.
„Das stimmt, selbst Ihr wirkt anders als sonst. Habt Ihr etwas an Euren Haaren geändert?“ Horus, welcher wie immer einen kahlrasierten Kopf hatte, lachte laut. Einige der Leute im Gang schauten zu ihnen und in ihren Augen lag Schreck.
„Überhaupt nicht“, antwortete er dann. „Ich bin froh, dass du wieder geheilt bist und deine Arbeit an meiner Seite weiterführen kannst.“
„Ich versuche mein bestes“, nickte Torgaddon. „Aber das Rumliegen war tatsächlich ganz gut für eine Weile. Habt Ihr es je ausprobiert?“
„In der Vergangenheit schon.“ Horus lächelte zu ihm herab. „Aber ich fürchte das die Dinge etwas außer Kontrolle geraten würden, wenn ich für mehr als eine Stunde verschwinden würde.“
„Guter Punkt!“ Torgaddon lächelte zu ihm zurück. „Ein Vater zu sein erlaubt einem nicht mehr keinen freien Tag mehr, nehme ich an. Besondern wenn man gezwungen wird das einzige Elternteil von über 150.000 Männern zu sein.“
„Ich habe in den Berichten gesehen, dass deine Kompanie zahlreiche Verluste hinnehmen musste“, stellte Horus fest und gab ihm einen aufmerksamen Blick. Torgaddon sah zur Seite und nickte erneut.
“Gute Männer, sagte er und räusperte sich. „Ich habe bereits mit dem Auswahlprozess begonnen um die Kompanie wieder auf die richtige Größe zu bringen.“
„Ich weiß, ich habe die Daten gesehen“, antwortete Horus.
„Ich kann mich beeilen, wenn Ihr…“
„Das ist nicht notwendig”, unterbrach ihn Horus. „Wir haben noch mehrere Wochen bis wir unser Ziel erreichen. Ich wollte nur sehen wie es dir geht…“
“Vater, schau mich nicht so an“, flüsterte Torgaddon in einer gespielt unschuldigen Stimme.
„Tarik, bitte hör auf damit.“ Horus schüttelte den Kopf, lächelte jedoch. „Geht es dir gut?“
“Ich habe mehr als einen Freund verloren.“ Torgaddon wurde plötzlich wieder ernst. Er sah auf und Horus nickte. „Ich kann sie nicht ersetzen, aber ich komme damit klar. Der Imperator, geliebt von allen, kennt ihre Namen.“
„Das tut er“, versicherte ihm Horus. „Ebenso wie ich.“
„Ich weiß. Danke, Vater.“
Tarik musste nicht mehr sagen, um Horus zu zeigen, dass er sich getröstet fühlte.

„Ich habe Euch den Bericht gesendet.“ Hastur Sejanus schaute auf das Datapad in seiner großen Hand. „Es ist jetzt Zeit für meine Trainingseinheit, danach werde ich mit Tarik die Auswahl durchgehen, um sicherzustellen, dass alles passt. Danach habe ich… eine etwas persönliche Angelegenheit zu klären, aber ich werde rechtzeitig für die Besprechung zurückkehren.“
Sein liebster Sohn schaute ihn wieder an und Horus nickte. Sein liebster Sohn… Er wusste, dass er keinen Liebling haben sollte, doch erlaubte es sich. Nicht zu einem schmalen Anteil, weil der Imperator selbst auch einen hatte. Dann sah er hinab und las durch den Bericht, der ihm präsentiert wurde.
„Es fehlen ein paar Informationen“, sagte er dann und sah auf. Sejanus blinzelte schockiert und sah wieder hinab. „Ich habe bereits den Bericht der Zweiten, ich kann sie hinzufügen. Wenn du dann noch etwas hinzufügen möchtest, kannst du es im Anschluss tun. Du kannst nun gehen.“
„Es tut mir wirklich leid.“ Sejanus senkte seinen Kopf. „Das muss ich übersehen habe. Ich werde es korrigieren. Ihr müsst Euch nicht darum bemühen, Vater.“
„Es ist in Ordnung, Sejanus.“ Horus schenkte ihm ein Lächeln und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Du hast bereits genug Aufgaben für heute.“
„Ihr ebenfalls”, warf der Kapitäne ein. „Wesentlich mehr als ich. Ich wollte Euch nicht noch mehr Arbeit bereiten, als Ihr bereits habt.“
„Mach dir keine Sorge, ich kann damit umgehen.“ Horus blickte ihn an. „Geh jetzt zu deinen Männern, Sejanus, sie brauchen dich. Wir haben mehr Männer verloren, als es zu erwarten war in einem Kampf gegen normale Menschen. Die Moral hat Schaden genommen. Aber noch viel wichtiger, möchte ich nicht, dass es Ablehnung gegenüber der Garde gibt.“
„Ich verstehen”, stimmte Sejanus zu. „Sie haben unseren Angriff vorhergesehen und haben einige von uns erwischt. Besonders aus der Zweiten. Ich werde mit ihnen reden.“
„Und sie werden dir zuhören.“ Horus nickte und ließ sein Datenpad sinken. Er griff nach dem Glas zu seiner Rechten und nahm einen Schluck.
„Das werden sie”, stimmte Sejanus zu. „Aber ich bin nicht halb so perfekt wie sie annehmen.“
„Du bist perfekt genug, Sejanus.“ Horus sah ihn an. Dann lächelte er. „Ich habe immer die Sorge, dass Fulgrim dich mitnimmt, weil er dich für einen seiner Söhne hält.“
„Jetzt macht Ihr schlechte Witze“, antwortete Sejanus und schüttelte seinen Kopf. Er erhob sich von seinem Stuhl.
“Mir wurde gesagt, dass schlechte Witze zu machen ein essenzieller Teil ist, wenn man ein guter Vater sein möchte. Daher ist Tariks Kompanie in den besten Händen.“
Sejanus lachte als er den Raum verließ, erleichtert dass er nicht immer den Perfekten darstellen musste.“

„Bruder“, sagte Horus erleichtert als er Sanguinius’ Stimme vernahm. „Ich habe mich bereits auf dieses Gespräch gefreut. Es ist immer schön deine Stimme zu hören.“
Der Engel kicherte bevor er sprach. „Das Vergnügen ist mein, Kriegsherr. Ich hörte, dass du eine harte Zeit auf dem Planeten hinter dir hast.“
„Es war anders als wir es erwartet hatten“, bestätigte Horus. „Aber du weißt ja wie diese Dinge sind. Letztlich haben wir Gerechtigkeit über diese Welt gebracht.“
„Dennoch“, sagte der Engel. „Ich hörte, dass du einige deiner Söhne verloren hast. Ich fühle mit dir. Das ist wie diese Dings sind, aber trotzdem… trifft es unsere Gefühle.“
„Es geht mir gut”, antwortete Horus. „Ich bin es gewohnt mit solchen Dingen umzugehen. Das Mournival war etwas neben der Spur in den letzten Tagen, aber es sollte ihnen nun wieder gut gehen. Die Garde ist auch wieder zur Normalität zurückgekehrt. Nun… Das Mechanicum ist so wie immer.“
„Ich verstehe.“
“Aber wie geht es dir?“, fragte Horus. „Es ist schön zu wissen, dass du nun wieder näher bei mir bist… Du hängst schon seit Monaten in derselben Position fest. Nimmst du dir absichtlich Zeit damit du etwas Gesellschaft bekommst? Du weißt, ich kann meinen Kurs noch immer anpassen.“
„Das ist nicht notwendig.“ Die Stimme des Engels war nun etwas weniger sanft. „Wir haben alles unter Kontrolle. Wir lassen uns eben etwas Zeit. Nicht jeder benutzt die schnellen Rein-Raus-Taktiken.“
„Ist das eine Kritik?“
„Nein“, antwortete Sanguinius schnell. „Absolut nicht. Ich bevorzuge es, wenn du solche Dinge tust. Das weißt du doch.“
„Und ich mag es, wenn du mir das sagst.“
Sanguinius kicherte erneut. “Es war nicht einfach dich in den letzten Tagen zu erreichen. Bist du sicher, dass es dir gut geht?“
„Natürlich”, versicherte Horus mit starker Stimme. Tief in ihm wünschte er jedoch, dass es jemanden geben würde, der ihm geben würde was er brauchte. Der ihn durch die die Konflikte in seinem Kopf führen würde, der im Trost spendet und ihm etwas der Last von seinen Schultern nahm. Er konnte dies nicht laut aussprechen. Diese Wünsche gaben ihm das Gefühl schwach zu sein und zu versagen. Als könnte er nicht seine Aufgabe im Plan des Imperators erfüllen. Er versuchte zwanghaft diese Fehler in seiner Perfektion zu verbergen, ohne zu wissen, dass dies zu seinem Untergang führen sollte.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast