Take it slow (Juni)

von Ririchiyo
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Aaron Daryl Dixon Maggie Greene Paul "Jesus" Rovia Rick Grimes Tara Chambler
01.06.2020
30.06.2020
31
25.628
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30.06.2020 978
 
Kapitel 30

„Ich sollte immer so aufwachen“, bemerkte Paul, während er an die Decke starrte.
     „Von Leuten, die laut an die Tür klopfen?“
     Er lachte, als er sich zu Daryl drehte, und der alles andere als begeistert aussah. Was Paul durchaus verstehen konnte, er wurde auch nicht gerne geweckt. Schon gar nicht von energischem Klopfen an der Tür. Weshalb er auch nicht wirklich plante, sich sehr bald zu bewegen. Anders als Daryl, der sich bereits aufgesetzt hatte, und gerade irgendwas vom Boden aufhob.
     „Ich meinte eigentlich hier. Zu relativer Ruhe, und mit dir zusammen.“ Das Schnauben war nur zu deutlich zu hören. Paul entschied, dass es eher belustigt, als abwertend klang. Er starrte weiterhin Daryl an, der gerade damit beschäftigt war, sein Hemd zu entfalten, und ohne zu groß darüber nachzudenken, streckte er eine Hand aus, um ihm über den Rücken zu fahren. Obwohl es nicht das erste Mal war, dass er die Tattoos und auch die Narben sah, blieb ihm trotzdem wieder die Luft weg. Und obwohl es auch nicht das erste Mal war, dass Paul ihn berührte, spannte sich Daryl trotzdem wieder an.
     Paul zog seine Hand sofort zurück. „Sorry“, murmelte er.
     Daryl zuckte mit den Schultern, und streifte sich sein Hemd über. „Nur etwas überrascht.“ Von unten war wieder ein Klopfen zu hören, und Daryl hob erneut etwas vom Boden hoch, und kurz darauf stand er auf. „Du könntest einziehen“, bemerkte er noch, bevor er kurz darauf dem Zimmer den Rücken zukehrte, und er Paul mit dieser Information alleine zurück ließ.
     Der keine andere Möglichkeit hatte, als Daryl stumm nachzusehen, zu lauschen, wie sich die Schritte die Treppe hinunter bewegten, und ein wenig überfordert mit dieser ganzen Situation zu sein. Dann ließ er sich ins Bett zurückfallen, und starrte an die Decke. Ob Daryl das ernst meinte? Bestimmt. Daryl war niemand, der darüber Witze machte. Also war es ernst. Aber nach Alexandria ziehen? Mal abgesehen davon, dass das so einfach ja dann doch nicht war – er konnte die Gespräche mit Rick und Maggie schon vor sich sehen –, war er sich auch nicht so sicher, ob er das wirklich wollte. Ja, vielleicht war er ohnehin schon äußerst selten in Hilltop, und bestimmt würde er sich in Alexandria wohlfühlen, aber aktuell war er noch ziemlich zufrieden mit der Situation. Und auch wenn er es erst einmal getan hatte, seit Daryl vor vier Tagen in Hilltop aufgetaucht war, hatte er nicht das Gefühl, dass es so anstrengend wäre, einfach regelmäßiger hin und her zu pendeln. Was war denn schon dabei? Wenigstens für den Anfang?
     Er seufzte leise, als er unten Stimmen hörte, und setzte sich dann ebenfalls auf. Was auch immer es war, es war offensichtlich nicht dringend, denn sonst wäre wohl nicht nur geklopft sondern das Haus auch betreten worden, aber auch wenn es Daryls Haus war, sollte er seinen Freund wohl nicht so alleine lassen. Freund. Automatisch musste er grinsen. Er sollte es ausnutzen, dass Daryl das gesagt hatte, und das Wort mehr im Kopf haben. Und sagen. Daryl war sein Freund. Fester Freund. Jep. Das klang gut. Sollte er definitiv öfter denken. Gleich, nachdem er sich ebenfalls etwas übergezogen und unten nach dem rechten gesehen hatte.
     Was erstaunlich schnell ging, jetzt wo er offensichtlich wacher war, und schon kurz darauf wurde er unten im Wohnzimmer von einem sehr gut gelaunten Aaron begrüßt. Sowie einem recht gelangweilt aussehenden Daryl.
     „Morgen!“ Aaron hob kurz die Hand. „Ich wollte nur mal sehen, wie es meinem ehemaligen Mitbewohner geht. Der mich einfach so verlassen hat. War es, weil ich nicht mit dir geschlafen habe?“
     Daryl räusperte sich hörbar. „Ich brauche irgendwas zu trinken.“ Aaron schien sich noch mehr zu amüsieren. „Und falls du das im Sinne von Sex meintest, dann muss es an was anderem liegen, davon hatten wir noch keinen.“ Das Grinsen auf Aarons Lippen verschwand sofort, während er Daryl entgeistert anstarrte, und Paul deutlich bessere Laune bekam. Wer hätte gedacht, dass ein kleines ‚noch‘ so gute Laune machen konnte? „Jemand Kaffee?“
     Paul hob die Hand, Aaron schüttelte den Kopf, und Daryl nickte und verließ den Raum.
     Aaron nutzte die Gelegenheit sofort, um sich Paul zuzuwenden. „Ich kann irgendwie immer noch nicht glauben, dass das mit euch echt gerade passiert.“
     Ja. Paul auch nicht so richtig. „Eigentlich ist es ja deine Schuld“, gab er zurück. „Hättest du damals nicht mit dem ganzen Angefangen, hätte ich sicherlich nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet.“ Fast hätte er ‚an eine Beziehung‘ gesagt. Was sicherlich nicht schlimm wäre, immerhin war es eine, aber so, wie es sich in seinem Kopf gerade anfühlte, würde das zu nah an einem Liebesgeständnis liegen.
     Und für derartige Geständnisse – oder sogar Gefühle, wenn man ihn fragte – war es dann doch noch ein wenig früh. Er war niemand, der so schnell von Liebe sprach, also wenn man ihn fragte, dann würde es noch eine ganze Weile zu früh für derartige Angelegenheiten bleiben. Irgendwann bestimmt, ja, warum auch nicht, immerhin fühlte er sich verdammt wohl bei Daryl, aber jetzt? Wohl nicht. Was Daryl sicherlich auch einsah. Liebe war immerhin ein ziemlich großer Schritt, und sie hatten sich ja auf kleine Schritte geeinigt.



AN: Und das war es jetzt auch schon wieder. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Lesern bedanken, auf jeden Fall für das Review, danke für die zwei Favos, und die drei Sterne, und generell fürs Dranbleiben. Es hat mich sehr gefreut, und ich hoffe, ihr hattet auch euren Spaß an der Geschichte! :)
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