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Survive farm life

von SeiSarash
GeschichteHorror / P16 / Het
01.06.2020
12.04.2021
8
14.979
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01.03.2021 1.963
 
Philipp ist erst verwirrt, als der Gastgeber wegen dem pinken Wagen offensichtlich schlechte Laune bekommt, aber als der Wagen hält, kann er es dann doch verstehen. Darin sitzt eine Frau, die wohl nur etwas jünger ist als Jack, aber wohl nochmal 25 Jahre alt sein will. Mit blonden und eindeutig falschen Haaren und einem Make-up wie eine Bordsteinschwalbe, würgt sie gerade ihren Wagen ab. Der Farmer sichert das Gewehr und gibt es Philipp.
„Leg das in Wohnzimmer. Weck die anderen und deckt den Frühstückstisch. Ich kümmere mich noch um die Pferde und… das was da kommt.“
Der junge Mann nickt und verschwindet ins Haus. Die aufgetakelte Dame ist nun aus ihrem pinken Cabrio gestiegen. Sie trägt ein hautenges Kleid, dass ihre falsche Oberweite deutlich größer wirken lässt und ihr nicht mal bis zu den Knien reicht. Auf hochhackigen Schuhen stolpert sie über den erdigen, teils matschigen Weg zu Jack, der die Pferde von dem Pfahl abbindet, wo sie vorübergehend fest gemacht waren.
„Jackie, mein Lieber. Jetzt bleib doch mal stehen und begrüße deine liebe, kleine Schwester.“
Jack hält die Pferd an den Zügeln und schaut zu ihr.
„Jackie? Woher kommt denn dieses… was auch immer das sein soll.“
„Na das ist eine Kurzform deines Namens.“
Der Farmer kneift etwas die Augen zusammen.
„Kurzform? Deine Kurzform hat zwei Buchstaben mehr als mein richtiger Name. Und Verzeihung, dass ich nicht deine Etikette erfülle, Manuela. Als Farmer habe ich nun mal einen Fulltimejob und keine Zeit für ungebetene Gäste.“
Er führt die Pferde zum Stall. Seine Schwester versucht mit seinem Tempo mit zuhalten, aber auf ihren Schuhen ist das nicht so einfach. Und das prangert sie aus sofort an.
„Kannst du den Weg nicht mal asphaltieren? Hier kann man ja nicht richtig gehen.“
Der Farmer schaut zu ihr.
„Auf einem Hof trägt man auch flache Schuhe und keine hochhackigen Folterinstrumente. Außerdem haben fast alle meiner Tiere Hufe. Und Asphalt ist Gift für diese. Und meine Hühner und Enten scharren und das können sie nicht bei Asphalt.“
Im Stall nimmt Jack dem Friesen das Zaumzeug ab, und lässt ihn durch das hintere Tor auf die Koppel. Dann spannt er den Karren von seinem Shire Horse ab, nimmt auch diesem das Zaumzeug ab und lässt ihn ebenfalls auf die Koppel. Manuela kommt gerade in den Stall, als Jack ein Tor wischen ihr und ihm zuzieht. Sie nimmt das sofort persönlich.
„Jack, was soll das? Hast du mich denn gar nicht lieb?“
Jack schaut zu ihr.
„Zumindest genug, um dafür zu sorgen, dass du nicht von meinen Pferden totgetrampelt wirst.“
Der Farmer geht zu den Boxen und öffnet eine nach der anderen. Fünf weitere Pferde laufen nun auch auf die Koppel. Der Besitzer schließt das Tor vom Stall zur Koppel. Dann geht er wieder zu seiner Schwester und schiebt das Tor zwischen sich und Manuela auf. Dann verschränkt er die Arme vor der Brust.
„Also, was willst du? Brauchst du mal wieder Geld?“
Die Schwester grinst breit.
„Soviel ist es dieses Mal nicht .“
Jack verdreht die Augen und verlässt den Stall. Seine Schwester folgt ihm sofort.
„Dieses mal sind es nur 10.000 Dollar.“
Der Farmer dreht sich zu ihr um. Dabei läuft sie fast in ihn hinein.
„Nur? Wofür brauchst du ‚nur‘ 10.000 Dollar?“
„Weißt du, ich bekomme einen Werbeauftrag für ein Anti-Aging-Creme. Aber dafür muss mein Gesicht ein bisschen straffer aussehen. Sonst sieht das ja nach nichts aus. Die denken ja sonst noch, dass das Zeug nicht wirkt.“
Der Bruder seufzt und fährt sich mit den Händen übers Gesicht.
„Manuela. Du bist 48, keine 20. Deine sogenannte Karriere hat dir noch nie einen Cent ein gebracht. Und wenn diese Creme so gut ist, wie du sagst, sollte diese jawohl ausreichen um dein Gesicht zu straffen. Weißt du, was ich mit 10.000 Dollar machen kann? Ich würde ein neues Sicherheitssystem installieren lassen. Und das würde länger halten, als dein Face-Lifting .“
„Ach, wozu braucht eine Farm ein Sicherheitssystem? Ein paar Wölfe machen doch keinen großen Schaden.“
Jack atmet tief durch und geht weiter zu seinem Haus. Seine Schwester immer hinter ihm. Kaum betritt er das Esszimmer, spricht Luke ihn an.
„Mister Redfield, dieses Funkgerät hat eben ein Geräusch gemacht.“
Sofort eilt der Farmer zum Funkgerät und nimmt es in die Hand.
„Jack hier. Was gibt es?“
Ein kurzes Knacken kommt aus dem Gerät, dann eine Stimme.
„Jack, Gott sei Dank. Ein Rang A wurde in der Nähe von Amys Hof gesehen.“
„Bin auf dem Weg!“
Jack legt auf und schaut zum Tisch.
„Die Mädels, Kühe melken. Sonnyboy, nachher kommt jemand und bring meinen Schäferhund zurück. Du bringst die Schafe auf die Südweide. Die andern beiden Eier einsammeln. Manuela! Ich weiß, wo mein Geld liegt und wie fiel es ist. Sollte nachher etwas fehlen, schleife ich deinen Arsch vor Gericht.“
Der Farmer nimmt aus einem Waffenschrank eine Schrottflinte und eine Packung Patronen. Dann schließt er den Schrank ab und steckt den Schlüssel ein. Schließlich läuft er aus dem Haus. Die Gäste und die Schwester halten kurz inne. Philipp und Luke schlucken. Sie wissen, was da los ist. Schließlich beginnen sie zu essen. Manuela setzt sich auf Jacks Platz und isst auch eine Kleinigkeit.

Luke ist ziemlich langweilig. Er weiß nicht wie man mit Schafen umgeht und soll ohnehin auf jemanden warten, der einen Schäferhund bringt. Er zupft gerade den achten Grashalm, um den zu verkleinern, als ein Traktor mit Anhänger den Sandweg herunter kommt. Er hält neben dem Haus und ein Mann mit dem Körper eines Bodybuilders steigt aus.
„Hey, Jack, rate mal… Nanu. Wer bist du denn?“
Luke geht zu dem Mann rüber.
„Hallo. Entschuldigen Sie. Jack wurde zu einem Notfall zu Miss Amys Farm gerufen. Rang A. Ich soll die Schafe zur Südweide bringen. Mit einem Hund.“
Der Mann erschrickt kurz. Dann seufzt er.
„Dann wünschen wir ihm mal Glück. Ja, ich habe King dabei.“
Der Bodybuilder pfeift kurz, da springt ein Border Collie vom Anhänger und rast zu den beiden, umkreist sie ein paar Mal und setzt sich dann neben den Mann.
„Wie wärs, Kleiner, King und ich helfen dir bei den Schafen?“
Luke lächelt und stimmt zu.
„Ähm, wie soll ich Sie denn nennen?“
„Nicht so förmlich, Kleiner. Nenn mich Mike.“
Wieder lächelt der junge Mann.
„Sehr gerne. Ich bin Luke.“
Mike lacht.

Es ist kurz nach Mittag, als Jacks Traktor vor dem Haus parkt. Die Mädels sind erst vor einer Stunde mit dem Melken fertig geworden und wollten nun einen Spaziergang machen, als Jack vom seinem Traktor steigt. Die Mädchen sehen die Farmerin, die Neulich auch da war. Sie wirkt völlig abwesend. Gerade traumatisiert. Der Farmer hilft ihr vom Traktor, dabei fällt sie ihm gerade zu in die Arme. Dann fängt sie an zu weinen und drückt sich an den Farmer. Sonja und Ramona kommen zu ihr, um sie zu trösten. Jack schaut zu den beiden Mädchen.
„Seit ihr mit der Arbeit fertig? Würdet ihr euch um Amy kümmern, ihr ein Bad einlassen, neue Kleidung geben?“
Natürlich übernehmen sie die Aufgabe. Sie werden schon noch erfahren, was da los war. So gehen die Mädchen mit Amy ins Haus. Jack legt sich eine Hand an die Stirn und die Arme auf die Abdeckung über dem Traktorreifen. Da hört er ein Bellen. Der Farmer dreht sich um und sieht King auf sich zulaufen. Der Mann geht auf die Knie und begrüßt seinen Hund, der ihm sofort das Gesicht abschleckt. Da kommen auch Mike und Luke um die Ecke. Mike begrüßt seinen Kumpel.
„Jack, altes Haus. Alles gut gelaufen bei Amy?“
Da wird der Farmer wieder niedergeschlagen. Die Männer kommen bei ihm an, dann erzählt Jack.
„Das war ein Albtraum. Es war nicht ein Rang A. Es waren 4. Und jede Menge Rang C. Die haben die Farm geradezu überrannt. Es hat zwar keinen von uns erwischt, aber einen Großteil von Amys Tieren. Es war ein Massaker. Und sie will auch nicht mehr zurück. Sie hat Angst, alleine zu sein, wenn so etwas wieder geschieht.“
Mike streicht sich mit beiden Händen übers Gesicht. Luke schaut einfach nur gen Boden. Der Kumpel wendet sich wieder an Jack.
„Und jetzt?“
Jack atmet einmal tief durch.
„Vorerst bleibt Amy hier. Die anderen beseitigen die Schweinerei auf ihrer Farm. Die Tiere, die überlebt haben, kommen morgen mit Transporten hierher. Die sind ja markiert.“
Mike seufzt kurz. Dann fasst er in seine Brusttasche und holt einen Umschlag hervor, den er seinem Kumpel reicht. Dieser nimmt ihn und macht ihn auf. Darin ist ein etwas dickeres Geldbündel und zwei Fotos. Jack holt diese heraus und schaut sie sich an. Es sind Ultraschallbilder.
„Na, dass sind ja mal ein paar Schönheiten.“
Mike grinst nun doch wieder.
„Laut Tierarzt bei der einen 8 und bei der anderen 4 Welpen. Willst du vielleicht ein paar?“
Jack steckt die Bilder wieder in den Umschlag.
„Von der mit den 8 würde ich zwei nehmen und von der anderen einen. Zwei Hündinnen und einen Rüden, wenn es geht. Sonst drei Hündinnen oder nur zwei Rüden. Such mir die Hübschesten raus.“
„Geht klar. Ich sorge dafür, dass du die Besten bekommst. Ich würde euch dann mal alleine lassen. Grüß Amy von mir. Ich schaue die Tage nochmal vorbei, wenn das okay wäre.“
Jack legt seine Hand kurz auf die Schulter seines Kumpels.
„Ich denke, es wird sie freuen.“

Amy liegt in einem Schlafkleid in Jacks Bett, als dieser reinkommt. Er setzt sich auf die freie Seite des Bettes und schaut zu ihr runter.
„Wie geht es dir?“
Sie schaut zu ihm, ihre Augen sind ganz geschwollen. Sie hat fast ununterbrochen geweint, doch nun geht es einfach nicht mehr. Und ihre Stimme ist auch ganz rau.
„Scheiße. Ich will nicht wieder zurück. Was wenn das nochmal passiert?“
Jack streicht über ihre Wange.
„Dann kommen wir. Weißt du denn, wo du dann hin willst?“
Amy schüttelt leicht den Kopf. Der Farmer beißt sich kurz auf die Unterlippe.
„Wenn du willst, kannst du hier bleiben. Egal wie lange.“
Nun schaut die Frau zu ihm hoch. Sie ist etwas überrascht, dann setzt sie sich auf.
„Wirklich?“
Jack nickt. Sie fällt ihm sofort in den Arm und bringt dann doch noch ein paar Tränen hervor. Er legt auch seine Arme um sie.

Es ist schon Abend, als Jack und Amy ins Esszimmer kommen. Jack bietet Amy seinen Platz am Tisch an. Als sie sitzt, wendet sich der Farmer an seine Gäste.
„Ich muss noch die Pferde in den Stall...“
„Hab ich schon gemacht.“
Jack schaut zu Philipp. Der Farmer atmet einmal durch und lächelt etwas. Da kommt auch schon Ramona und Sonja aus der Küche mit zwei Töpfen Gemüsesuppe. Nun ist Jack sprachlos. Die Touristen schmeißen seine Farm wie Profis. Dann kommt der Haken in Form seiner Schwester aus dem Wohnzimmer und schlingt ihren Arm um Jacks.
„Da bist du ja wieder. Weißt du wie langweilig es hier war?“
Amy ist nun irritiert. Jack sieht ihren Blick und erklärt die Situation.
„Darf ich vorstellen? Meine Schwester Manuela.“
Die Farmerin versteht. Sonja und Ramona füllen allen auf. Sonja überlässt Jack den Platz neben Amy und setzt sich einen Stuhl weiter zwischen Florian und Manuela. Diese ist von dem Essen nicht sonderlich begeistert.
„Was ist das denn?“
Jack schaut zu ihr.
„Iss oder lass es sein. Aber hör auf zu meckern. Übrigens, du schläfst auf der Couch.“
Manuela sieht schockiert zu ihrem Bruder.
„Bitte? Ich schlaffe in deinem Bett.“
Da mischt Amy sich ein, um diese Angelegenheit zu klären.
„Sein Bett ist besetzt.“
Sie zieht den Farmer zu sich rüber und gibt ihm einen Kuss. Dieser ist erst überrascht, dann lässt er sich darauf ein. Die Teenager kichern kurz. Da kommt auch noch King und legt seinen Kopf auf Amys Schoss. Diese streichelt den Hund.
„Und der Hund schläft ja auch bei uns.“
Schließlich gibt Manuela sich mit dem Sofa zufrieden.
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