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2020 05 31: eine Frage der Existenz [by ladyfangirl]

Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P12 / Gen
Anthony J. Crowley Erziraphael
31.05.2020
31.05.2020
1
1.144
5
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Dieses Kapitel
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31.05.2020 1.144
 
Tag der Veröffentlichung: 31.05.2020
Zitat: "Der Gott aus den Bergen will manchmal mit starken Menschen spielen." - aus der Anime-Serie "Shaman King"
Autor: ladyfangirl
Titel der Geschichte: eine Frage der Existenz
Hauptcharaktere: Erziraphael, Anthony J. Crowley
Nebencharaktere: -
Pairings: -
Kommentar des Autors: Himmel, ich habe das Zitat gehört und dachte sofort an das ungleiche Paar *grins* schon verrückt, dass man bestimmte Bilder einfach nicht mehr losbekommt. Viel Spaß

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eine Frage der Existenz

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"Also, ich finde ja, wenn wir hier sitzen und uns den ein oder anderen guten Tropfen aus deiner Sammlung schmecken lassen, ist die Welt in ihrem Chaos doch ganz erträglich, oder?" Crowley hat auf seine ganz eigene, lässige Art die langen Beine über der Lehne des Sessels baumeln, während er mit der linken Hand ein Weinglas gegen das Licht hält. "Ich meine, was soll denn hier zwischen all den Büchern schon groß passieren?" Er wedelt mit der rechten Hand in der Luft rum und deutet damit einfach in den Raum rein. Ein Raum, der bis unter die Decke mit alten und auch seltenen Büchern vollgestapelt ist, die sich der Engel Erziraphael als eine Art Hobby zusammengesammelt hat. Der Engel, der gerade ebenfalls fast schon nachlässig auf seinem Stuhl hängt und sich noch ein Glas Wein einschenkt.
"Weiß nicht", und das überrascht Crowley soweit, dass er die Augenbraue hebt und seinen Freund über die Gläser seiner getönten Brille hinweg ansieht. "Ein Bücherwurm könnte hier für reichlich Chaos sorgen und meine Bücher zerfressen."
"Und das wäre schlimmer als ein frei rumlaufender Antichrist und die Zerstörung der Welt durch unsere vier reitenden Freunde?"
"Natürlich wäre es schlimmer und die Vier sind ganz sicher nicht meine Freunde. Es würde meine Welt zerstören. Du weißt genau, dass mir an den Büchern viel liegt, manche habe ich nur durch seltene Zufälle bekommen und ich würde keine einzige Seite wieder hergeben." Gut, diese Heftigkeit überrascht dann Crowley doch nicht mehr, der Engel liebt seine Bücher über alles.
"Da sind wir mal froh, dass es keine Bücherwürmer gibt, die sich hier einnisten könnten."
"Warum soll es sie nicht geben? Es gibt den Tod und den Hunger und die Umweltverschmutzung und den Krieg, da wird man im Himmel sicher auch an die Bücherwürmer gedacht haben."
"So ein Unsinn", Crowley schüttelt nur den Kopf und leert sein Glas in einem Zug. Für so eine Diskussion ist er eindeutig noch nicht betrunken genug und deswegen schnappt er sich eine neue Flasche und schenkt sich nach. "Warum sollte er sich die Mühe machen und irgendwelches Ungeziefer erschaffen? Der Gott aus den Bergen will manchmal mit starken Menschen spielen. Da muss er sich nicht mit so Kleinvieh behängen. Wo wäre da sonst die ganzen Größenwahnsinnigen und wofür bräuchte man sonst den Antichrist? Nein, für sowas wie Bücherwürmer ist in dem großen Plan deines Bosses kein Platz." Okay, das war dann aber erstmal genug Vernunft für die nächsten Jahre, Crowley kann ja selber nicht glauben, dass er das gerade tatsächlich von sich gegeben hat. Das ist doch immer das Ding vom Engel, diese ganze Weisheit und Nüchternheit den Dingen gegenüber.
"Doch", heftig nickt der Engel, der schon deutlich angeheiterter ist als der Dämon. "Allein nur, damit wir uns damit rumärgern müssen. Stell dir nur vor, so ein Bücherwurm frisst eines der alten Geschichten an, das Ende wird dann total verfälscht. So entsteht dieses neuartige Zeug, wodurch sich die Kinder nicht mehr bei den Märchen gruseln. Man hatte früher ja nicht ohne Grund mehr Angst vor Wölfen oder wilden Tieren im Wald. Heute wollen sie mit den Tieren spielen, weil es ihnen gesagt wird, das man keine Angst haben muss, wenn Monster plötzlich sprechen können. Ich will die Bücher in ihrer unverfälschten Fassung haben, ohne Löcher von Schädlingen oder ganzen fehlenden Seiten. Also hilf mir, die Bücherwürmer vor die Tür zu setzen. Soll der Krieg sie alle erledigen oder der Tod." Der Engel stellt sein Glas planlos irgendwo ab und Crowley schwingt sich stöhnend aus der bequemen Position. Wenn Erziraphael schon so weit ist und sein Glas Wein direkt neben seine geliebten Erstausgaben stellt, dann ist der Engel tatsächlich nicht mehr zurechnungsfähig und viel zu betrunken, um den Laden auf den Kopf zu stellen. Natürlich würde es dem Dämon gefallen, wenn hier mal so richtiges Chaos herrschen würde oder Erziraphael wirklich mal ein Buch an einen Kunden verkaufen würde, statt sie nur zu bunkern. Aber er weiß auch, dass dann das große Gejammer losgehen würde, sobald Erziraphael wieder nüchtern genug ist, um seine Tat zu sehen. Und dann wäre Crowley fällig, weil er seinen Freund wider besseren Wissens nicht aufgehalten hat. Also lieber mal etwas Vorausdenken und die nahende Katastrophe im Keim ersticken.
"Ich bin mir sehr sicher, dass es nur ein Gerücht ist, was Gott in die Welt gesetzt hat, um die Menschen zu beschäftigen. Du hast zwischen deinen Büchern keine Würmer, auch keine, die Seiten fressen. Lass uns lieber schauen, ob du nicht noch eine Flasche von dem guten Burgunder hast. Dann trinken wir uns noch ein bisschen Mut an und halten dann das Ende der Welt auf. Klingt das nach einem guten Plan?"
"Und ich habe hier wirklich keine Würmer?" Erziraphael sieht seinen Freund mit großen runden Augen an und zum ersten Mal erkennt der Dämon, warum die Menschen Tieren mit einem ähnlichen Blick nicht widerstehen können.
"Hast du nicht."
"Oh, na dann. Aber meinst du nicht, dass wir vielleicht für den Planteil mit ´... halten dann das Ende der Welt auf ...´ nicht besser weniger angetrunken sein sollten?" Er schaut ein wenig fragend in die Runde und innerlich atmet Crowley erleichtert auf. Der Engel hat doch noch nicht genug Wein getrunken, um völlig den Bezug zur Realität zu verlieren.
"Gut, dann heben wir uns den Burgunder für danach auf und retten erstmal die Welt." Das klingt nach einem guten Plan und Erziraphael scheint dem auch nicht abgeneigt zu sein. Also ist es an der Zeit, wieder nüchtern zu werden und die Bücherwürmer für den Moment zu vergessen.

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~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine wirklich lustige und unterhaltsame Fanfiktion, die wirklich gut zum Zitat passt.
An dieser Stelle auch nochmal vielen lieben Dank an ladyfangirl, die das Zitat übernommen sind. Die Ersatzschreiberquote liegt derzeit bei 4,6% (auf die Anzahl der Kapitel bezogen) bzw. bei 4,8% (auf die Anzahl der Geschichten bezogen). Das ist doch mal eine schöne Quote. Ich bin wirklich froh, dass ich nur so wenig auf Ersatzbeiträge zurückgreifen muss.
Mit dieser Geschichte ist schon wieder ein Monat rum. Die Zeit vergeht echt schnell. Die Stats kommen dann die Tage.

Eure lula-chan
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