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A Hero's Heritage.

GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
Ash Ketchum
31.05.2020
23.02.2021
2
13.513
 
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23.02.2021 6.561
 
6 Jahre ist es mittlerweile her seit der Begegnung mit dem Mann in der Berghöhle und dem direkten Anblick wie ein Pokemon aus einem Ei schlüpft. Und obwohl Satoshi aufgrund der Nähe zum Professor bereits viel gesehen hatte, so war die Geburt bis zu jenem Tag noch etwas vollkommen Unbekanntes für den Jungen.
Natürlich hinterließ diese Erfahrung seine Spuren bei dem nun 16-jährigen Jugendlichen. Sein Interesse an den Pokemon stieg nur noch weiter und er widmete sich immer mehr der Laufbahn ein Trainer zu werden. Dabei lag sein größtes Augenmerk auf das direkte Wissen um die Wesen. Die verschiedene Arten, deren speziellen Eigenschaften und vieles mehr. Außerdem begann er noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Zumeist nutzt er dafür das Labor des Professors, so wie es auch im Augenblick der Fall ist.
Aktuell befindet er sich auf der Außenanlage im Bereich der jungen Feuer-Pokemon, da es Zeit für deren Fütterung ist. Allerdings stellt er ihnen das Futter nicht einfach nur hin, sondern spielt und redet nebenbei mit ihnen. Besonders eines der Wesen hat es ihm dabei angetan, mit welchem er sich auch jetzt beschäftigt.

„Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen wie gut du mit ihnen kommunizieren kannst,“ meint Samuel Eich, der Leiters und Inhaber des Labors, als er auf den Jungen zugeht und ihn bei seiner Interaktion mit einem der Pokemon beobachtet.

Für ihn, wie auch für die anderen Mitarbeiter unter dem Professor ist es nichts ungewöhnliches mehr den jungen Mann bei einer Unterhaltung mit den Wesen zu erwischen. Längst glaubt niemand mehr an einfache, kindliche Unschuld, aber keiner kann es sich so richtig erklären. Selbst dem Professor fällt es schwer zu glauben dass Satoshi wirklich mit den Kreaturen reden kann, andererseits kann er es sich auf keine sonstige Weise erklären. Immerhin war er schon oft genug Zeuge davon wie die Pokemon die Anweisungen von dem jungen Mann bis aufs kleinste Detail befolgen und er sie anscheinend ebenso genau verstehen kann.
Natürlich hat der Leiter des Labors im Hintergrund versucht der Sache auf den Grund zu gehen, aber ohne Erfolg. Dieses besondere Phänomen scheint ausschließlich auf Satoshi bezogen zu sein. Glücklicherweise sieht er keinen Schaden darin und hat auch nicht im Geringsten das Gefühl dass es sich um ein mentales Problem handelt. Deshalb belässt er es bei der Sache ohne großen Wirbel darum zu machen.

„Professor? Was machen sie denn hier?“ entgegnet der Jugendliche total perplex nach der Ansprache und als er den älteren Mann erblickt.

„Das sollte eigentlich meine Frage sein. Hast du mal auf die Uhr geguckt? Es ist fast 18 Uhr. Deine Mutter ist längst nach Hause gegangen.“

Hanako Ryuusen, Satoshi‘s Mutter, arbeitet ebenso für den Professor. Sie ist allerdings keine richtige Assistentin, sondern eher eine allgemeine Haushilfe.

„Ach, das ist schon in Ordnung. Sie ist ohnehin noch damit beschäftigt das Abendessen zuzubereiten.“

Zu seinem Gunsten wurde seine Mutter wesentlich entspannter was Regelungen für Ausgangszeiten und dergleichen angeht seit er sein 14. Lebensjahr erreichte. Es ist schließlich nichts Unübliches, dass Kinder in diesem Alter viel unterwegs sind um sich mit Freunde zu treffen oder sonstige Freizeitaktivitäten nachzugehen. Und obwohl er hier und da mit seinen Streifzügen für Sorge auf ihrer Seite sorgte, so hat sie gelernt dass auf ihren Jungen Verlass ist und er auf sich aufpassen kann.
Nicht zuletzt hat seine Fähigkeit der speziellen Kommunikationsform für ihre Entspannung gesorgt. Sie war bereits mehrmals Zeugin wie er sich mithilfe von Pokemon aus kniffligen Lagen befreien konnte indem er einfach nur mit ihnen sprach. Daher lässt sie ihren Jungen nun vollen Freiraum. Zumal es auch eine gewisse Art an Belohnung für seine Arbeit im Labor sein soll, auch wenn er dies natürlich vollkommen aus freien Stücken tut.

„Wie ich sehe habt ihr zwei bereits ein enges Bund miteinander geknüpft,“ meint der leicht betagte Mann lächelnd als er sieht wie sich das Glumanda der Gruppe von Feuer-Pokemon an Satoshi‘s rechtem Bein anschmiegt.

„Auf jeden Fall. Wir sind bereit unsere Reise zu beginnen. Ich hoffe sie haben ihr Versprechen nicht vergessen?“ antwortet er und kniet dabei nieder um das Pokemon über dem Kopf zu streicheln.

„Keine Sorge, ich habe es nicht vergessen. Im Gegenzug für deine Unterstützung mit den Pokemon hier im Labor werde ich dein Sponsor und gebe dir dieses Glumanda als dein Start-Pokemon. Natürlich unter der Voraussetzung dass du den Test zum Erhalt der Trainer-Lizenz bestehst. Morgen ist der große Tag wenn ich mich richtig erinnere.“

Während seiner Worte hat Satoshi sich wieder aufgerichtet und das kleine Pokemon ist zum Rest seiner Gruppe gegangen um ebenso etwas zu essen.

„Na ja, ich würde es nicht unbedingt als großen Tag bezeichnen. Morgen ist lediglich der Tag des Tests. Der wichtige Tag an dem ich die Lizenz erhalte ist erst in zwei Wochen. Zumindest wurde es mir so erklärt,“ erwidert er leicht frustriert dass sein Ziel so nahe und doch noch etwas Zeit entfernt ist.

„Nimm es nicht so schwer. All die bürokratischen Sachen hinter dem Test und dem Ausstellen der Lizenz erledigen sich nun einmal nicht von selbst. Das braucht so seine Zeit. Mir ging es da nicht anders. Ich war ja bisher kein Sponsor und musste mich dafür auch zuerst anmelden. Du glaubst gar nicht wie anstrengend das alles war,“ spricht der Professor in einem leicht jammernden Ton während er seine Schultern etwas fallen lässt als ob er die Erschöpfung der Prozedur noch immer spüren kann.

„Tut mir leid dass sie wegen mir solche Umstände hatten,“ erwidert der Jugendliche auf der Stelle und verneigt sich ein wenig um seine Entschuldigung zu verdeutlichen.

Kaum dass er dies sieht, wedelt der ältere Mann mit seinen Händen vor seinem Körper in einer abweisenden Art.

„Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen. Immerhin ist es nicht deine Schuld und ich habe mich schließlich dafür entschieden. Außerdem hast du es dir mehr als verdient. Abgesehen davon bin ich mir sicher dass ich auch von der ganzen Sache profitieren werde. Mit all dem was hier zu tun ist bleibt mir leider keine Zeit für Reisen und die Ansammlung von Daten im Land. Da kommt ein junger, reisefreudiger Trainer, der mich bestimmt auf dem Laufenden hält genau richtig,“ meint er mit einem Zwinkern seines rechten Auges.

„Aber sicher. Wenn ich etwas entdecke sind sie der Erste dem ich es erzähle. Verlassen sie sich darauf,“ entgegnet Satoshi mit einem breiten Grinsen.

„Das freut mich zu hören. Aber nun werde ich mal zurück an die Arbeit. Ein paar Dinge habe ich heute noch zu erledigen. Du solltest auch langsam Schluss machen. Nutze die Zeit um dich für den Test gut auszuruhen und vorzubereiten.“

„In Ordnung,“ antwortet der jüngere der Männer bevor sein Gesprächspartner sich umdreht und wieder zurück ins Gebäude geht.

Allerdings geht Satoshi dieser Anweisung nicht sofort nach, sondern wartet noch bis die Pokemon-Gruppe mit dem Essen fertig ist. Es kostet ihm jedoch nicht besonders viel Zeit, da sie wie gewöhnlich recht schnell fertig sind. Normalerweise würde er noch eine Runde mit ihnen spielen, aber beschließt den Rat des Professors zu beherzigen. Nach einer kurzen Erklärung verabschiedet er sich von den Pokemon und macht sich anschließend auf den Weg.
Dabei handelt es sich jedoch um den direkten Heimweg. Stattdessen verlässt er den kleinen Ort Alabastia indem er an dem Haus seiner Familie vorbei und direkt in den darauffolgenden Wald geht. Mittlerweile ist der Gang dorthin für den jungen Mann zur Routine geworden. Fast jeden Tag unternimmt er ein Abstecher zu diesem Ort.
Da er bereits in seinen jüngeren Jahren oft genug dort war braucht er sich keine Gedanken mehr darüber zu machen sich zu verlaufen. Zumal es nicht unbedingt ein sehr großer Wald ist. Die Fauna ist recht übersichtlich und genau in der Mitte des Waldes geht ein kleiner Fluss hindurch, was ein Verlaufen nur noch schwerer macht. Außerdem kennt Satoshi das Landstück bereits wie den eigenen Garten seiner Mutter hinter deren Haus.
Etwas später kommt er bei einer kleinen Lichtung an, welche in gewisser Weise direkt neben dem Fluss liegt. Dort bleibt er stehen und richtet seinen Blick nach oben zu den Baumkronen. Es lässt seinen Blick von einem Baum zum nächsten wandern als ob er etwas Bestimmtes suchen würde.

„Du bist spät dran,“ ertönt auf einmal eine Stimme in seinem Kopf.

Instinktiv weiß der Junge von welchem Punkt diese Worte stammen und wendet seinen Kopf zum passenden Baum. Gleich darauf kommt dann der Grund für seinen Besuch im Wald zum Vorschein. Der Kopf eines Pokemon ragt aus einem mit Blätter überzogenen Ast nach unten hervor und schaut in Richtung des Jugendlichen.

„So viel später als sonst bin ich nun auch wieder nicht. Ich habe mich noch um die Fütterung der Feuergruppe gekümmert,“ entgegnet er.

Dabei holt er einen kleinen 5l-Beutel mit Pokemon-Essen darin aus einer seiner Taschen und kniet sich hinunter. Anschließend schüttet er den Inhalt auf den Boden und steckt den nun leeren Beutel wieder weg.

„Schon klar, du willst sicherstellen dass dieses Glumanda von dem du andauernd redest auch wirklich mit auf unsere Reise kommt,“ antwortet das Pokemon in der Baumkrone mit einem leicht genervten Unterton.

Noch während den letzten Worten beginnt es den Ast zu verlassen und hervorzukommen, wodurch dessen schlangenartiger Körper in einem strahlenden Silber immer mehr zum Vorschein kommt.

„Wieso klingst du so angefressen?“ fragt Satoshi als er dabei zusieht wie das Wesen in einer Spirale den Baumstamm hinunter schlängelt und wenig später am Boden ankommt. Plötzlich bekommt er ein fieses Grinsen und spricht direkt weiter. „Bist du etwa eifersüchtig das Glumanda mein Starter sein wird?“

Passend zu seinem Grinsen hat er einen stichig provokativen Ton, obwohl seine Frage eher rhetorisch gemeint ist. Immerhin kennt er dieses Pokemon nun schon einige Jahre und weiß wie es so tickt.

„Ja sicher. Ich will einfach endlich die Reise beginnen und die Welt erleben. Nach all der Zeit ist dieser Wald mehr als nur eintönig.“

Währenddessen kommt das silberne Schlangen-Pokemon bei dem Fressen an und beginnt sofort sich darüber her zu machen.

„Nun tu mal nicht so als würdest du hier gefangen sein oder sowas. Ich habe dir oft genug gesagt das du gerne schon etwas umherstreifen kannst wenn dir hier langweilig wird.“

Die Worte des jungen Mannes klingen vorwurfsvoll, aber seine Stimmlage zeigt davon kein Stück. Er klingt eher so als würde er sich selbst verteidigen.

„Und jedes Mal sage ich dir dass dies sinnlos wäre. Ich möchte die Welt mit dir erleben und nicht alleine,“ entgegnet das Pokemon und hebt dabei das „mit dir“ besonders hervor, bevor es weiterfrisst.

„Ja ich weiß. Zum Glück ist es ja bald soweit.“

Nachdem es diese Worte hört, unterbricht das Pokemon plötzlich das Fressen und schaut mit großen Augen zu dem Jungen hinauf.

„Bald? Ich dachte morgen ist der Test?“ meint es geschockt als ob es gerade eine brutale Nachricht erhalten hätte.

„Haah…,“ lässt Satoshi lautstark einen Seufzer los und dabei seinen Kopf, sowie seine Schultern nach unten hängen. „So hört ihr mir also zu. Wie ich dem Professor vorhin schon erklären musste ist morgen lediglich der Test. Auch wenn ich bestehe bekomme ich meine Lizenz erst in ungefähr zwei Wochen.“

„Zwei Wochen? Ich muss also noch zwei Wochen warten?“

„Jetzt tu mal nicht so als ob das der Weltuntergang wäre. Was sind schon zwei Wochen nach der ganzen vergangenen Zeit?“

„Da hast du wohl Recht. Hauptsache du bestehst den Test morgen damit das lange Warten nicht umsonst war.“

„Ja ja, mach dir mal keine Sorgen. Ich bin mir nicht sicher was die Punktzahl angehen wird, aber ich bin mir sicher das ich bestehen werde. Ich habe schließlich nicht aus Spaß die ganzen Kurse mitgemacht und mich so gut darauf vorbereitet.“

„Na das hoffe ich doch,“ antwortet das Pokemon und macht sich wieder über das Essen her.

Anschließend folgt etwas Stille zwischen den Beiden, da Satoshi das Wesen nicht beim Fressen stören will. Es dauert allerdings nicht sehr lange bis es fertig ist. Immerhin war es nicht besonders viel Nahrung, die der junge Mann mitbrachte. Daraufhin unterhalten sich die Zwei noch eine gute halbe Stunde über alle möglichen Sachen bevor der Jugendliche sich auf den Heimweg macht.
Der Rest des Tages vergeht für ihn im Grunde genommen wie im Automatikmodus. Abendbrot mit seiner Mutter und das anschließende Überfliegen der Stoffe, welche höchstwahrscheinlich im Test herankommen werden. Dann macht er sich auch schon bettfertig und geht vergleichsweise zeitig ins Bett.
Am folgenden Morgen wacht er dementsprechend früh auf. Entgegen seiner Erwartung hatte er problemlos durchgeschlafen. Es ist nicht unüblich das Menschen, vor allem Jugendliche in seinem Alter, vor einem großen Tag mit wichtigen Angelegenheiten wie Tests oder dergleichen nicht richtig schlafen können vor Aufregung. Bei ihm traf dies jedoch nicht zu.
Wie schon am Abend zuvor verläuft auch der Morgen routiniert. Nach einer kurzen, aber ausreichenden Dusche macht er sich etwas zu Essen. Normalerweise bereitet seine Mutter die Mahlzeiten zu, aber da er schon vor einiger Zeit beschlossen hatte auf Reisen zu gehen hatte er sich über die Zeit ein gewisses Maß an Grundfertigkeiten im Kochen angeeignet. Bei komplizierte Gerichte tut er sich noch schwer, aber die regulären Speisen kann er mittlerweile alleine zubereiten. Wobei er selbst zugibt dass der Geschmack dem seiner Mutter noch nicht gewachsen ist.
Nachdem er noch fix den Abwasch erledigt hat packt er sich seinen Rucksack zusammen um sich anschließend auf den Weg zur Prüfung zu machen. Da diese ausschließlich in den passenden Außenstellen des Pokemon-Verbandes abgehalten wird muss er zuerst in eine benachbarte Stadt, denn nur dort befindet sich das nächstgelegene Ausbildungsgebäude. Satoshi kennt sich jedoch schon mit dem Weg dorthin und im Gebäude selbst etwas aus, da auch die Kurse dort abgehalten wurden.

Der junge Mann meldet sich kurz bei seiner Mutter ab und schwingt sich anschließend auf sein Fahrrad um loszufahren. Mit dem Fahrrad braucht er ungefähr eine Stunde um sein Ziel zu erreichen, was den Weg zu Fuß zu lang machen würde. Glücklicherweise ist das Wetter optimal mit einem fast wolkenlosen Himmel und warmen 25°C. Wobei dies für die Sommerzeit ein normales Wetter ist.
Die Fahrt verläuft ohne große Zwischenfälle, weswegen er sehr gut in der Zeit liegt. Seinen Termin hat er um 10.30 Uhr, weswegen er bereits zur Sicherheit um 9 Uhr losfuhr. Dank seiner über die Jahre antrainierten Kondition braucht er keinerlei Pausen und trifft 10 Minuten vor 10 Uhr beim Ziel ein.

‚Dann muss ich wohl etwas warten,‘ spricht er gedanklich nach einem Blick auf die Uhr und der Erkenntnis dass er durchaus noch Zeit übrig hat.

Ihm ist auch nicht danach noch irgendwo einen Kaffee zu trinken oder einkaufen zu gehen, daher betritt er direkt das Gebäude und geht zur Rezeption. Er zeigt der Person am Schalter den Brief des Verbandes mit seinem Termin und identifiziert sich mit seinem Ausweis. Nach einem schnellen Check der Daten bestätigt der Mann seine Ankunft und weist ihm den Weg zum Prüfungsraum. Ebenso gibt er ihm Bescheid dass der Jugendliche einfach dafür Platz nehmen und warten soll. Er wird zur passenden Zeit von jemanden abgeholt.
Ohne zögern begibt sich der Jugendliche zur genannten dritten Etage, wo die Prüfungen stattfinden, und findet problemlos den Wartebereich. Es überrascht ihn ein wenig dass er komplett alleine ist, da er davon ausging dass mehrere Personen gleichzeitig den Test machen. Allerdings ist noch etwas Zeit und im Grunde genommen ist es ihm nicht wichtig wie viele Menschen mit im Raum sind. Es setzt sich also hin und beginnt mit dem Warten.
Obwohl er nicht unbedingt der Typ ist, der gerne wartet, so vergeht die Zeit bis zu seiner Prüfung dennoch relativ schnell. Absolut pünktlich, 3 Minuten vor der Startzeit um genau zu sein, kommt dann auch jemand den Flur entlang und geht auf Satoshi zu. Es handelt sich um eine Frau, dessen Aussehen gerade zu nach einer Vertreterin des Pokemon-Verbandes schreit.
Mit einem knielangen Rock und einer Bluse, beides in einem dezenten Grauton gehalten, hat sie ein typisches Outfit für eine Mitarbeiterin des Verbandes. Der Hormon-geladene Jugendliche muss innerlich zugeben dass sie ebenso äußerlich recht ansprechend aussieht. Ihre langen, hellbraunen Haare, welche in Lockenform nach unten hängen und ihre durchaus ausgeprägten weiblichen Rundungen machen es ihm nicht gerade einfach seine physiologischen Bedürfnisse unter Kontrolle zu halten. Zumal er schon immer etwas für den Sekretärinnen-Typ hatte.
Zu seiner Erleichterung schafft er es allerdings seinen inneren Drang gerade noch rechtzeitig unter Kontrolle zu bringen als die Dame bei ihm ankommt.

‚Echt ein heißer Feger…,‘ denkt er sich als er nun auch ihr Gesicht unter die Lupe nimmt.

Auch dieses ist sehr ansprechend und noch erstaunlich jung. Der junge Mann vermutet dass sie noch nicht einmal die 30 erreicht hat. Nicht zu vergessen ist da noch die stylische Brille, welche sie  noch mehr zur Sekretärin werden lässt.

„Satoshi Ryuusen?“ spricht ihn die Angestellt an und hilft ihm damit nicht weiter zu starren.

„Jawohl.“

„Mein Name ist Lisa Wolf, ich werde ihre Prüfung für den Erwerb der Trainer-Lizenz leiten,“ stellt sich die Dame vor. „Folgen Sie mir bitte,“ meint sie gleich darauf in einem höflichen, aber professionellen Ton, dreht sich anschließend wieder um und geht zur naheliegenden Tür gegenüber vom Wartebereich.

Wie aufgefordert folgt er ihr. Sie nutzt eine Karte am Scanner neben der Tür, wodurch man ein Piep-Signal hört, welches das Öffnen bestätigt. Dazu kommt noch das grüne Licht auf dem Display. Ohne Worte tritt sie hindurch und stellt sich dann etwas seitlich hin um auf den Jugendlichen zu warten.
Satoshi tut es ihr gleich und betritt den nächsten Bereich bevor auch er sich zu ihr gewandt hinstellt, woraufhin sie die Tür selbst schließt um sicherzustellen dass diese auch verschlossen ist. Gleich darauf macht sie sich wieder auf den Weg und führt den Jungen weiter hinein.

‚Also kein Klassenraum…,‘ denkt er sich als er einen schnellen Blick durch die Umgebung schweifen lässt.

Eigentlich ging er davon aus dass sie direkt in einem Klassenraum gehen um dort die Prüfung abzuhalten, aber stattdessen befinden sie sich erneut in einem Flur mit einer beachtlichen Länge. Außerdem befinden sich auf der rechten Seite in gleichbleibenden Abständen so einige Türen. Die Abstände zueinander sind jedoch zu gering für größere Räume, was bei ihm die Frage hervorruft wobei es sich bei diesen Räumen handelt. Die Antwort wird er aber gleich erhalten, da seine Führerin nun vor einer der Türen stehen bleibt und sich wieder zum Jungen dreht.

„In dieser Kabine wird ihre Prüfung stattfinden,“ spricht sie und wartet auf eine Antwort seinerseits.

„Ok,“ entgegnet er, wobei es fast schon nach einer Frage klingt als nach einer Antwort.

„Die Prüfung wird ca. eine halbe Stunde dauern und es ist nicht gestattet den Raum in dieser Zeit zu verlassen. Wenn Sie also noch einmal zur Toilette müssen dann tun Sie dies bitte jetzt,“ erklärt sie und behält dabei ihre Professionalität bei.

Ihm kommt augenblicklich der Gedanke dass es dahingehend offenbar schon öfter mal Probleme gab wenn es sogar explizit angesprochen wird. Dennoch rechnet der Jugendliche ihr hoch an dass sie weiterhin ein leichtes Lächeln auf den Lippen hat.

„Nein, das ist nicht nötig,“ antwortet er und erwidert das Lächeln, wobei er es in Grenzen hält, da er nicht wie ein dummer Teenager wirken will.

Generell betrachtet ist er dies vom Alter her, aber er selbst kann dumme Gören nicht leiden. Das liegt vermutlich daran dass er durch seine Arbeit im Labor mehr Verantwortung erlangen hat als andere Menschen in seiner Altersklasse.

„Ich verstehe,“ meint Lisa daraufhin und nutzt ihre spezielle Mitarbeiterkarte ein weiteres Mal. Mit einer schnellen und präzisen Bewegung lässt sie diese über den entsprechenden Scanner neben der Tür gleiten, was wiederum zu einem Piepen und der darauffolgenden Öffnung der Tür führt.

Anders als beim letzten Mal geht die Tür jedoch von selbst auf indem sie sich zur Seite schiebt und in der Wand verschwindet.

„Bitte sehr,“ sagt sie gleich darauf und deutet mit ihrer Hand zum Inneren der Kabine.

Satoshi versteht die dahinter steckende Aufforderung natürlich sofort und betritt deswegen den kleinen Raum. Nachdem er weit genug hinein gegangen ist um genug Platz für seine Führerin zu lassen nimmt er den Innenraum in Augenschein.
Der Raum selbst ist karg was die Gestaltung angeht. Es gibt keinerlei Bilder oder sonstige Dekorationen und das dunkle Blau lässt den Raum ziemlich kalt wirken. Es gibt keine Fenster, aber ein starkes Licht mittig der Decke sorgt für mehr als genug Helligkeit. Die rechte Wand hinter der Tür geht gerade weiter, da der Raum zur linken Seite ausgebaut ist. Obwohl er laut Satoshi‘s Schätzung nicht viel größer als 3 x 3 Meter ist
In der hinteren, linken Ecke vom Eingang aus gesehen befindet sich ein kleiner Schreibtisch mit einem recht großen Flachbildschirm und einer Tastatur, sowie einer Maus direkt davor. Der Bildschirm ist bereits an und der Jugendliche kann erkennen dass sich genau in der Mitte ein Button mit der Aufschrift „Prüfung beginnen“ befindet.
In seinen Augen wirkt das alles etwas überzogen für einen Test zur Trainer-Lizenz, aber im Grunde genommen ist es ihm egal ob es ein einfacher Klassenraum oder eine Testkabine ist. Hauptsache er besteht ihn.
Während er noch immer den Bildschirm im Blick hat geht die Mitarbeiterin des Verbandes zur freien Wand direkt links vom Schreibtisch. Dort befindet sich ein weiterer Scanner, wobei dieser offensichtlich etwas anders funktioniert, da er einen Schlitz zum Einstecken der Karte hat. Und genau das tut Lisa nun auch.
Kaum dass sie damit fertig ist leuchtet das Display unter dem Schlitz grün auf, woraufhin plötzlich eine Art Schublade aus der Wand herausfährt. Diese ist breit gehalten und hat eine Höhe, welche reguläre Schubladen übersteigt.

„Es ist uns wichtig dass bei der Prüfung nicht geschummelt wird, daher möchte ich Sie bitten ihre Sachen hier drinnen abzulegen. Während der Prüfzeit bleibt die Ablagebox geschlossen, aber keine Sorge, nach Vollendung bekommen Sie ihre Gegenstände natürlich wieder.“

‚Die nehmen‘s ja wirklich sehr genau.‘

Mittlerweile kommt er sich so vor als würde er den Test für die Zulassung einer geheimen Spionageorganisation durchführen. Allerdings stellt das Ganze kein Problem dar, weswegen er auch dieser Aufforderung ohne zu zögern Folge leistet und sämtliche Tasche leert. Er hat ja ohnehin nicht viel dabei. Portemonnaie, Schlüsselring und sein Handy ist alles was er mitbrachte.

„Nur um sicher zu gehen muss ich Sie darauf hinweisen dass sie die ganze Zeit über von Kameras überwacht werden. Sollten Sie trotzdem irgendeinen Gegenstand nutzen, so müssen wir Sie leider disqualifizieren,“ spricht sie erneut als er seine Sachen in die Box gelegt hat und zurückgetreten ist.

Ein wenig erzürnt ihn diese Aussage, da es den Anschein hat als würde die Dame denken er hätte nicht alles abgegeben um zu schummeln. Dennoch behält er sein leicht freundliches Lächeln bei, da ihm klar ist dass sie auch nur ihren Job macht. Und es würde ihn nicht wundern wenn es bereits die ein oder anderen Personen gab, die trotzdem versucht haben zu cheaten.

„Ich verstehe.“

Sie akzeptiert diese Antwort und die Tatsache das er nichts weiter herausholt, woraufhin sie auf die Mitte des Displays drückt. Gleich darauf schließt sich das Fach von selbst. Nachdem es vollständig in der Wand verschwunden ist leuchtet das Display rot auf und ihre Karte wird gleichzeitig ein Stück heraus geschoben, weswegen sie diese wieder an sich nimmt. Anschließend wendet sie sich zum Monitor.

„Sie können den Test nun beginnen. Klicken Sie einfach nur auf die Schaltfläche und die Prüfung beginnt. Die Zeit startet im selben Augenblick und wie viel Zeit Ihnen noch verbleibt sehen Sie recht oben am Bildschirm. Alle Fragen können mit Maus und Tastatur beantwortet werden und wenn Sie mit allen durch sind erscheint unten recht eine Schaltfläche um ihre Antworten zu bestätigen. Natürlich können Sie solange noch Zeit übrig ist ihre Antworten noch überarbeiten. Sollte die Uhr ablaufen bevor Sie fertig sind, so werden die bis zu diesem Zeitpunkt gegeben Antworten gespeichert und vom System aus bestätigt,“ erklärt sie den Ablauf der Prüfung detailliert. „Haben Sie noch Fragen zum Vorgang der Prüfung?“

„Nein, klingt alles recht einfach,“ antwortet er daraufhin.

Er kann sich nicht vorstellen was man daran falsch verstehen könnte oder unklar sein sollte, aber er ist schließlich mit Technologie groß geworden, von daher ist das keine große Sache.

„In Ordnung, ich werde Sie abholen sobald die Prüfung beendet ist. Viel Erfolg,“ entgegnet die Dame und macht sich gleich darauf auf den Weg das Zimmer zu verlassen.

„Danke,“ meint Satoshi noch als sie durch den Türrahmen geht und hinter sich die Tür schließt.

Das klickende Geräusch, welches offenbar die Verriegelung der Tür kennzeichnet, hätte in seinen Augen ruhig etwas leiser sein können. So wirkt es regelrecht als wäre er eingesperrt worden, aber immerhin hat sie ihn vorher gewarnt.
Also widmet er sich lieber der eigentlichen Sache und setzt sich an den Schreibtisch. Nach einer kurzen Bewunderung des erstaunlich komfortablen Stuhls ergreift er die Maus und führt den Zeiger auf dem Bildschirm über das einzige Feld im Display.

„Dann mal los,“ meint er und klickt auf die Schaltfläche.

Wie angekündigt startet das Programm auf der Stelle und zeigt sofort die erste Frage an. Ohne Zeit zu verlieren überfliegt er die Frage und deren Antwortmöglichkeiten. Es handelt sich dabei um eine Multiple-Choice-Frage, was sogar als Hinweis über den Antwortmöglichkeiten steht.
Stück für Stück arbeitet er sich durch die Aufgaben. In kurzer Zeit hat er bereits 10 davon erledigt.

„Hmm…,“ entweicht seinem Mund während sich eine Frage in seinem Kopf bildet. ‚Das soll der Test sein um ein Trainer zu werden?‘

Der Grund für seine Überraschung sind die Themen der bisherigen Fragen. Pokemon-Trainer zu werden erfordert normalerweise ein gewisses Wissen über...nun ja, Pokemon eben. Dementsprechend ging der Jugendliche davon aus dass die Fragen auf dieses Thema zugeschnitten sind. Immerhin waren ein Großteil der besuchten Kurse ebenso darauf ausgerichtet. Allerdings zeigten die erledigten Aufgaben dass er sich offenbar irrte.
Die Fragen beliefen sich nämlich ausschließlich zum Thema Regeln für Kämpfe. Ihm ist durchaus klar dass dies ebenso ein wichtiger Punkt ist um Trainer zu werden. Schließlich geht es dabei auch um den Verdienst oder Verlust bei Sieg oder Niederlage. Aber das die Fragen so spezifisch auf die Regeln eingehen kommt dann doch eher unerwartet. Andererseits sieht er die Gesamtzahl an Fragen nicht. Es kann ja sein dass nur der Start so aufgebaut ist. Deswegen stellt er seine Verwirrung hinten an und macht mit der Bearbeitung weiter.

„Puh...endlich geschafft,“ meint er erleichtert gute 20 Minuten später als er die Antwort für die letzte Frage eingetippt und die Meldung bekommt dass er alle Fragen durch hat.

Obwohl er die Wahl hat die Prüfung zu beenden oder noch einmal seine gegebenen Antworten zu überprüfen und zu ändern braucht er nicht lange nachzudenken welche der Optionen er wählen wird. Er ist sich zwar nicht sicher ob er alle Fragen korrekt beantwortet hat, aber er hat im Gefühl dass er nicht durchfallen wird. Dementsprechend klickt er auf das Feld um den Test abzuschließen.
Gleich darauf bekommt er eine Meldung, welche für seine Teilnahme dankt und ihm mitteilt dass er nun abgeholt wird und sich bis dahin kurz gedulden soll. Deshalb bleibt er sitzen und denkt an die Fragen aus der Prüfung zurück. Nachdem er nun alle Aufgaben kennt ist er weiterhin leicht erstaunt über die Tatsache dass nur ein kleiner Teil davon über Pokemon-Wissen war. Nach seiner Vermutung waren es etwa 20%, der Rest handelte über Regeln oder andere organisatorische Dinge.
Ihm bleibt jedoch nicht viel Zeit darüber nachzudenken, da wenig später Lisa die Tür öffnet und herein tritt.

„Damit ist die Prüfung beendet,“ meint sie sofort in ihrem üblichen Ton mit einem leichten Lächeln und geht direkt zur Wand mit der Ablagebox. Sie steckt ihre Karte ein, wodurch sich die Schublade öffnet. „Sie können sich Ihre Sachen nun wieder nehmen.“

Satoshi wartet nicht ab und erhebt sich sofort. Er nimmt seine drei Dinge heraus und verstaut diese in seine Taschen. Die Verbandsmitarbeiterin schließt daraufhin das Fach wieder und verlässt den Raum. Der Jugendliche folgt ihr natürlich. Zusammen gehen sie wieder zurück zum Wartebereich. Noch immer ist dort sonst niemand zu sehen.

„Bitte haben Sie etwas Geduld während ihre Prüfung ausgewertet wird. Es sollte nicht länger als 15 Minuten dauern.“

Da ihre Aussage keine weitere Erklärung benötigt, nickt der junge Mann ihre Worte ab und setzt sich auf einen der Sitzplätze. Lisa wartet jedoch nicht bis er sitzt und geht schon zuvor den Flur nach rechts entlang. Satoshi kann noch hören wie sie eine Tür hinter sich schließt. Alleine im Bereich wartet er somit auf das Ergebnis.
Und genau wie angekündigt kommt sie knapp 15 Minuten später wieder zum Vorschein. Er musste noch nicht einmal seine eigene Armbanduhr checken, da eine große Uhr an der Wand im Wartebereich hängt.

„Vielen Dank für Ihre Geduld, Herr Ryuusen. Ihr Ergebnis liegt nun vor,“ meint sie, zeigt aber außer ihrem üblichen Gesichtsausdruck kein Indiz wie er abgeschnitten hat.

Ohne zu antworten schaut er sie gespannt an und erwartet voller innerer Unruhe die kommende Nachricht. Es fällt der Dame offenbar nicht schwer seine Spannung zu erkennen, da sie auf einmal beginnt stärker zu lächeln als sonst.

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben bestanden,“ spricht sie dann in einem etwas wärmeren Ton.

Ein paar Sekunden vergehen ohne dass der Jugendliche eine Reaktion zeigt. Insgeheim zweifelte er etwas dass dies wirklich der gesamte Test gewesen sein sollte. Dafür fand er ihn insgesamt zu einfach. Er rechnete sogar damit dass es vielleicht noch einen zweiten Teil oder sowas gibt, aber auch dabei hat er sich wohl geirrt.

„Wirklich?“ fragt er noch einen Moment später um sicher zu gehen dass er nichts falsch verstanden hat.

„Ja,“ entgegnet sie solide ohne Raum für Zweifel zu lassen. „Sie wirken überrascht über Ihr Ergebnis,“ fügt sie kurz darauf hinzu als sich sein Ausdruck noch immer nicht groß verbessert hat.

„Nein, nicht über das Ergebnis...es ist nur…,“ spricht der junge Mann leise und leicht stotternd.

„Die Fragen entsprachen nicht Ihren Vorstellungen,“ mischt sich die Dame ein und beendet seinen Satz für ihn.

Dementsprechend überrascht guckt er sie nun an. Ihre erste Reaktion auf seinen erstaunten Blick ist ein Lächeln als ob sie bereits mit dieser Aussage rechnete.

„Sie sind nicht der Erste, der sich über den Inhalt der Prüfung wundert.“

„Das war also wirklich bereits der ganze Test?“ fragt Satoshi noch immer in Unglauben dieser Tatsache.

„Ganz genau, das war die vollständige Prüfung und Sie haben sie bestanden. Der Grund für die Themen der Fragen ist das es uns nicht wichtig ist wie es um Ihr Wissen über Pokemon steht. Unser Augenmerk liegt darauf Leuten eine Lizenz zu geben, welche die Regeln kennen und diese folgen. Pokemon sind Wesen, die neben einer Vielzahl an Angriffen auch spezielle Fähigkeiten besitzen. Es ist nicht zu leugnen dass es sich um gefährliche Wesen handelt. Genau aus diesem Grund wurde ein Mindestalter bei der Lizenzvergabe eingeführt. Wir können nicht jedem Kind die Verantwortung für solch kraftvolle Kreaturen anvertrauen.
Daher ist es für den Verband von absoluter Wichtigkeit dass neue Trainer mit den Regeln und Strafen vertraut sind. Was das Wissen über Pokemon angeht werden Sie es auf Ihrer Reise lernen. Es heißt schließlich nicht umsonst „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Die Fragen über Pokemon in der Prüfung dienen lediglich dazu, dass sich die Sponsoren ein Bild von dem Trainer machen können. Ich hoffe ich konnte Ihnen damit den Inhalt der Prüfung einigermaßen verständlich machen.“

Nachdem er diese Worte hörte wird ihm einiges klar. Er bekommt sogar ein kleines Schamgefühl im Inneren, weil er nicht selbst darauf gekommen ist. Jetzt wo er es gehört hat, macht es durchaus Sinn. Es stimmt dass es dem Verband egal sein kann ob ein neuer Trainer Talent verfügt oder nicht. Das zeigt sich ohnehin nach etwas Zeit. Wichtig ist es für eine Organisation, die mit der Kontrolle zu tun hat, dass die Trainer keinen Unsinn treiben.

„Ich verstehe,“ entgegnet der Jugendliche noch immer etwas enttäuscht über seine eigene Inkompetenz dies nicht schon früher erkannt zu haben.

„Dann wird es nun Zeit dass wir die Formalitäten für das Ausstellen Ihrer Lizenz vollenden. Bitte folgen Sie mir,“ sagt Lisa und geht anschließend den Korridor entlang.

Satoshi folgt er mit einem Meter Abstand bis sie an einer zweiseitigen Tür ankommen. Wie immer öffnet die Mitarbeiterin diese mit ihrer Karte, woraufhin die Zwei hineingehen. Der betretene Raum ist locker doppelt so groß wie die Testkabine, aber genauso wenig dekoriert. Daran hat der Verband anscheinend kein großes Interesse.
Genau in der Mitte befindet sich eine technologisch hochentwickelte Maschine mit einem sehr großen Bildschirm. Außerdem ist auf der linken Seite ein Kreis, dessen Mitte frei ist. Anders als der Computer in der vorherigen Kabine hat dieses Gerät hier kein Tastenfeld. Ebenso eine Maus ist nicht vorhanden. Der Grund dafür erklärt sich jedoch von selbst als Lisa auf das Display drückt und dieses daraufhin startet. Ohne Frage ist es ein Touchscreen.
Mit schnellen Fingerbewegungen tippt sie eine Nummer ein, welche sie von ihrem Klemmbrett abliest. Als sie damit fertig ist werden verschiedene Informationen erkenntlich.

„Bitte prüfen Sie die hier aufgeführten Angaben auf Korrektheit. Diese Daten werden in ihrer Lizenz vermerkt,“ spricht die Dame und tritt zur Seite um dem jungen Mann genug Platz zu geben.

Er wartet nicht groß ab und tritt an den Bildschirm heran um die Daten zu checken. An sich weiß er schon was dort steht, da er diese Angaben beim Antrag auf eine Lizenz aufschreiben musste. Darunter fallen neben Name, Geburtsdatum und Adresse auch äußerliche Merkmale wie Größe und Augenfarbe. Die Angaben ähneln stark die auf einem Führerschein oder dem regulären Ausweis. Selbst ein aktuelles Foto musste er mit einreichen, welcher er jetzt ebenfalls zu sehen bekommt.

„Das ist alles richtig wie es da steht,“ meint er nachdem er die Daten geprüft hat.

„Sehr schön,“ antwortet Lisa daraufhin und kommt wieder näher um einen Button auf dem Bildschirm zu drücken, der die Angaben bestätigt. Gleichzeitig wird eine neue Seite geladen auf der in der Mitte in großen Buchstaben „Messung beginnen“ steht und als Schaltfläche angezeigt wird.
„Bitte führen Sie nun den Arm an dem Sie ihr PTO tragen möchten durch das Messgerät dort,“ fährt sie fort und zeigt dabei auf den Kreis der Maschine.

Satoshi folgt der Aufforderung und stellt sich vor dem besagten Kreis. Anschließend steckt er seinen linken Arm soweit hinein, dass der Bereich direkt nach der Hand im Inneren des Kreises ist. Allerdings berührt er diesen noch nicht.

„Ich werde nun die Messung zur Anpassung des Umfang Ihres PTO‘s starten. Es wird dabei ein gewisser Druckaufbau an Ihrem Arm entstehen, das ist jedoch vollkommen normal. Sollten Sie allerdings stärkere Schmerzen bekommen, dann drücken Sie sofort den roten Knopf dort,“ erklärt sie und zeigt beim letzten Teil auf den angesprochenen Knopf, welcher rechts neben dem Kreis angebracht ist.

„In Ordnung.“

„Gut, dann starte ich den Vorgang jetzt,“ meint sie und führt die angekündigte Aktion aus indem sie den Button auf dem Display betätigt.

Gleich darauf pumpt sich die Innenseite des Kreises auf und der Zwischenraum wird somit kleiner. Nach wenigen Sekunden umschließt das schwarze Material den gesamten Armbereich. Wie erwähnt baut sich leichter Druck auf, es ist aber durchaus ertragbar und ähnelt dem Aufpumpprozess eines Blutdruckmessgerätes für den Oberarm. Gleichzeitig werden verschiedene Werte von der Maschine erfasst und im unteren Bereich des Displays wiedergegeben. Keine 20 Sekunden später ist der Vorgang abgeschlossen und die Kreisinnenseite schrumpft wieder auf ihre ursprüngliche Form zurück, sodass Satoshi‘s Arm freigegeben wird.
Ohne etwas zu sagen bestätigt die Mitarbeiterin die gesammelten Daten, sodass eine andere Seite angezeigt wird. Darauf wird mittig ein PTO angezeigt und verschiedene Kastenfelder sind außen herum aufgeführt.

„Sie können nun einige Grundeinstellungen vornehmen, die bei der Produktion Ihres PTO‘s berücksichtigt werden,“ sagt die Dame und tritt erneut zur Seite um dem Jugendlichen Freiraum zu geben.

Sofort stellt er sich direkt davor und schaut sich die Möglichkeiten an. Einer der Punkte wird als „Design“ bezeichnet, welchen er direkt antippt. Daraufhin bekommt er fünf Möglichkeiten aufgeführt. Er wählt jede einzelne einmal an und bekommt dabei das Aussehen angezeigt. Er braucht nicht lange um sich für eines zu entscheiden und bestätigt seine Wahl mit dem grünen Haken bevor er zum Hauptmenü zurückgebracht wird.
Als nächstes wählt er den Punkt Farbe. Wobei er dieses Mal noch schneller ist, da er längst wusste welche er will. Gezielt markiert er schwarz und bestätigt die Wahl. Nun bleibt lediglich ein Punkt zur Auswahl, welcher als „Layout“ bezeichnet ist. Als er diesen anklickt erkennt er dass dabei das Aussehen des Menüs vom PTO gemeint ist, so wie es auch bei Computer oder Handys der Fall ist. Hier stehen ein paar mehr Möglichkeiten zur Auswahl, aber er braucht trotzdem nicht lange um ein passendes Aussehen zu wählen. Nach der Bestätigung kommt er erneut zum Hauptmenü, nur das dieses Mal die Frage gestellt wird ob er mit den Einstellungen einverstanden ist.

„Alles ausgewählt,“ sagt er zur Mitarbeiterin des Verbandes, welche anschließend die Frage mit „ja“ bestätigt.

Sie klickt noch ein paar andere Felder an und bestätigt Dinge bevor sich das Display wieder herunterfährt.

„Damit sind wir auch schon fertig was das Organisatorische für Ihre Lizenz angeht. Ihr PTO wird nun in die Produktion gegeben. Wie Sie aber sicherlich wissen werden wir ihn erst versenden wenn Sie einen Sponsor haben.“

„Und wie genau läuft es jetzt ab?“

„Die Ergebnisse der heutigen Prüfungen werden ab Mitternacht freigegeben und online gestellt, sodass die Sponsoren sich für jemanden entscheiden können. Wir werden Sie über Angebote informieren und dann können Sie entscheiden welchen Sponsor Sie wählen.“

„Ähm… Ich habe bereits jemanden der mein Sponsor sein möchte. Es ist auch bereits alles mit ihm abgesprochen,“ mischt Satoshi sich ein als sie gerade eine Atempause macht.

„Das wird den Vorgang natürlich erleichtern. Die Person muss dann lediglich den Sponsorbogen ausfüllen und diesen mit Ihnen unterschreiben um offiziell die Partnerschaft zu schließen. Sobald wir den ausgefüllten Bogen bekommen haben, werden wir den Versand des PTO‘s einleiten. Natürlich erst wenn er produziert ist. Wenn alles normal verläuft sollten Sie ihn aber bereits in einer Woche haben.“

Während ihrer Erklärung haben die Beiden den Raum verlassen und sich zurück zum Wartebereich begeben.

„Na das klingt doch super,“ erwidert der junge Mann. ‚Da wird sich Silver aber freuen das es nur eine anstatt zwei Wochen dauern wird.‘

„Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?“ spricht Lisa und dreht sich dabei dem Jugendlichen entgegen.

Für einen Augenblick überlegt Satoshi ob noch irgendetwas wichtig war. Allerdings fällt ihm nichts ein, da er den folgenden Ablauf nun kennt.

„Nicht wirklich.“

„Sehr schön. Falls Sie doch noch Fragen haben, dann kontaktieren Sie uns einfach. Nochmals einen herzlichen Glückwunsch zum Erhalt Ihrer Trainer-Lizenz und alles Gute für ihre Zukunft,“ meint die Dame in einem sehr formellen Ton und verneigt sich leicht.

„Vielen Dank,“ antwortet der neue Trainer und verneigt sich ebenso kurz um den Abschied zu erwidern.

Gleich darauf verlässt ihn die Verbands-Mitarbeiterin und lässt ihn stehen. Der Abschluss kommt ihm ziemlich geschäftlich vor, aber es stört ihn nicht wirklich. Voller Freude über sein Bestehen macht er sich auf den Weg das Gebäude zu verlassen. Draußen angekommen schwingt er sich mit Elan auf sein Fahrrad und tritt kräftig in die Pedale. Mit einer entsprechenden Geschwindigkeit entfernt er sich vom Gebäude und fährt in Richtung zu Hause.

‚Nur noch eine Woche! Nur noch eine Woche und ich kann endlich meine Reise beginnen!‘ schreit er gedanklich.

Nicht nur das Drachen-Pokemon kann es kaum noch abwarten, auch er kann es kaum erwarten sein Trainer-Dasein so richtig zu starten. Mit dem Gedanken einen Abstecher zu seinem kleinen Freund zu machen fährt er dem Horizont entgegen.
Endlich hat er den ersten Schritt zum Beginn eines hoffentlich großen Abenteuers getan.
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