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A Sweet Whisper

von Ashla
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Elara Merandus Maven Calore Tiberian Calore Tiberias "Cal" Calore
30.05.2020
30.05.2020
1
1.235
3
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30.05.2020 1.235
 
»A Sweet Whisper« ist eine autorisierte Übersetzung aus dem Englischen.

Autor des Originals: lullydef
Das Original: Bitte hier klicken!
Altersempfelung: P16
Protagonisten: Maven Calore, Tiberias Calore, Elara Merandus, Coriane Jacos, Cal Calore
Kapitelanzahl: 1
Genre: Schmerz/Trost, Drama
Anmerkungen: Die Geschichte war von der Autorin eigentlich als Geschichte mit vier bis fünf Kapiteln geplant, daher bleibt sie bei mir auf dem Status »in Arbeit«, obwohl ich nicht weiß, ob nach der langen Zeit noch ein Update kommt. Ansonsten lasse ich dies als OS stehen.

Reviews sind gern gesehen. Falls ihr Verbesserungsvorschläge habt oder einen Rechtschreibfehler, etc. entdeckt, sagt mir Bescheid. :)


Während fast alle Mitglieder sich bemühten, ihre Gedanken in der Nähe eines Mitgliedes des Hauses Merandus zu verschleiern, schien dies für Prinz Tiberias keine Beunruhigung zu sein. Seitdem Elara erstmals Auftritte in der Öffentlichkeit hatte, als sie zwölf war, schlug ihr das mentale Geplapper des Prinzen entgegen, selbst aus weiter Entfernung. In diesem jungen Alter erwies sich die brutale und bittere Schärfe seiner Gedanken als unangenehm – nicht, weil es ungewöhnlich war, sondern weil sie an sie persönlich gerichtet zu sein schien. Mehr als einmal hörte sie ihn in seinem Kopf höhnisch ihren Namen sagen.

Elara wusste nicht, wieso.

Sie hatte kaum mit ihm gesprochen, außer der höflichen Begrüßung, die ihr so vertraut war, dass sie wie Wasser aus ihr herausströmte. Sie sagte dasselbe zu allen.

»Ich wünsche Euch alles Gute zum Geburtstag, Eure Hoheit«, hatte sie ihm einmal gesagt, während sie in einem demütigen Knicks versank.

Tiberias, der gerade vierzehn geworden war, rang sich augenscheinlich ein Lächeln ab. Es war seine Geburtstagsfeier, ein wundervolles Fest, und dennoch kam er ihr abfällig und ungehalten vor. Sie hatte bemerkt, wie er mehrere Gläser starken Wein hinuntergespült hatte. »Danke, Lady Merandus. Es ist mir wahrlich ein Vergnügen, Euer hübsches Gesicht hier zu sehen.«

Das war es nicht. Er wollte sie offensichtlich gar nicht mehr sehen; Elara konnte jedoch nicht herausfinden, wieso das so war, sie hatte sogar seinen Kopf nach dem Grund durchforstet. Dann dachte sie, dass es vernünftig wäre, wenn sie um den Prinzen einfach von der Bildfläche verschwand.

Angst

[aŋst]

Eine quälende Emotion, die durch drohende Gefahr, Unheil, Schmerz, etc. ausgelöst wird, unabhängig davon, ob die Bedrohung real oder imaginär ist.


Ihre Brüder nannten sie eine Heulsuse. Sie konnte kein langes Leben erwarten, wenn sie sich von jedem negativen Gedanken verängstigen ließ. Und Elara wusste das. Sie wusste es allzu gut. Doch sie konnte sich der Angst nicht erwehren. Das Schlimmste von allem war, dass Tiberias sich wohl bewusst war, dass sie alles, was er dachte, hören konnte.

Er sprach mit ihr persönlich. Und jedes Mal, wenn er das tat, traf es sie kalt bis ins Mark.

Er erzählte ihr, dass er sie nicht mochte. Nun, das war nicht allzu ungewöhnlich. Nicht viele hegten herzliche Gedanken für Flüsterer.

Er erzählte ihr jedes Mal, wenn sie sprach, dass er wollte, dass sie den Mund hielt. Manchmal, indem ihr sie aus dem Raum warf. Manchmal, in dem er ihr auf die Nase schlug. Bei diesen Gedanken lief immerzu ihr silbernes Blut über den Körper und ruinierte ihr Lieblingskleid – irgendwie wusste er, dass es das violette war: lang, schicklich und mit hübschen Saphiren besetzt.

Eine Zeit lang schaffte sie es, sich von ihm fernzuhalten, bis ihr Vater entschied, dass es höchste Zeit war, dass sie ernsthaft eine Adelige wurde und sich für ihren mutmaßlich einzigen Lebensgrund vorbereitete: ein Sieg in der Königinnenkür. Der Gedanke, an diesen gewalttätigen Prinzen gekettet zu sein, der trank, wenn er verärgert war, der überhaupt nichts Gutes in ihr sah, wollte Elara weinen lassen, bis keine Tränen mehr übrig waren. Bis sie sich in einen Ozean aus Tränen geweint hatte, der sie aus Whitefire und Archeon und von Tiberias Calore fortspülte.

Verzweiflung

[fɛɐ̯ˈt͡svaɪ̯flʊŋ]

Ein Verlust von Hoffnung, Hoffnungslosigkeit.


Wenn es jedoch irgendetwas Gutes oder Amüsantes gab, das sich daraus ergab, dann war es, dass Tiberias innerlicher Zorn ihr einen Überfluss an neuen Worten beibrachte. Sie hatte Worte schon immer geliebt;  sie waren ihre liebsten und einzigen Freunde. Sie erlaubten ihr, ihre Gefühle auszudrücken und die Gefühle anderer zu entschlüsseln. Dies war der anhaftende Vorteil, als Flüsterin geboren worden zu sein: Sie hatte Zugriff auf Köpfe, die bis zum Rand mit so vielen neuen Wörtern gefüllt waren.

dezimieren

[det͡siˈmiːʁən]

Eine Vielzahl oder einen gewissen Anteil einer Sache zerstören.


Sie wurde nach einer selbstauferlegten Verbannung im Haus ihrer Mutter an der Küste, wo sie frei mit ihren Worten leben konnte, zurück nach Whitefire gebracht. Sie verbrachte ihre Zeit zwischen dem Unterricht und unfreiwilligen Ausflügen mit Antonia Merandus damit, ihre neuen Freunde in einem dicken Notizbuch aufzuschreiben, ihrem persönlichen Wörterbuch. Es war das eine, bei dem sie sicherstellte, es zurück nach Archeon zu nehmen. Sie nahm an, dass sie es dringend brauchen würde, nachdem in eine so große Gruppe von adligen Mädchen gezwängt wurde. Adlige Mädchen, die sie entweder ignorierten oder auf den Boden spuckten, auf dem sie lief. Sie konnte sehen, dass auch sie sie nicht mochten.

Aber damit kam sie zurecht. Der Hass war nichts, weswegen sie beleidigt sein musste – sie war der Meinung, dass sie ihnen es nicht wirklich vorwerfen konnte. Sie nahm an, dass sie an ihrer Stelle ebenso so feindselig in Anwesenheit der kleinen Missgeburt, die aus Jux und Tollerei in ihre Privatsphäre eindringen konnte, wann immer es ihr beliebte, gewesen wäre. Das war wirklich entnervend.

Jedoch längst nicht so entnervend, wie diese Missgeburt zu sein. Es war eine Weile her, seit sie Tiberias' bösartige Gedanken gehört hatte, und ihm mit voller Gewalt ausgeliefert zu sein, sorgte dafür, dass sie davonlaufen und sich verstecken wollte. Es bereitete ihr nur hämmernde Kopfschmerzen.  Nun war sie gezwungen, ihn jeden Tag beim Training und bei gesellschaftlichen Ereignissen zu sehen. Von ihr wurde erwartet, sich mit ihm anzufreunden. Ihn zu betören. Ihn zu verführen.

Die ersten Gedanken, in denen sie sich nackt gesehen hatte, waren seine. Es kam als brutaler Schock und Elara konnte nicht verhindern, dass sich ihr die Nackenhaare aufstellten und sich ihr Magen vor Entsetzen umdrehte. Er saß ihr beim Abendmahl gegenüber und während die anderen fröhlich weiteraßen, war sie wie festgewachsen an ihrem Platz und Tiberias schmutzige Fantasien sorgten dafür, dass ihr Schauer über den Rücken liefen. Es war kein weiterer Flüsterer beim Essen anwesend – nur die Mitglieder der Trainingsgruppe. Daher hatte er sich wahrscheinlich jetzt für die Offenbarung solcher Gedanken entschieden. Er quälte sie in Anwesenheit ihrer Familie nie damit.

In diesen Gedanken war sie immer nackt. Immer schrie sie wie am Spieß. Immer hatte sie blaue Flecken, blutete häufig und hatte einen fürchterlich gequälten Ausdruck im Gesicht. Gelegentlich folterte er sie mit einem Werkzeug aus Metall oder einem Spielzeug. Manchmal vögelte er sie selbst und ignorierte ihr Flehen, dass er aufhören sollte. Er hatte Vergnügen an ihrem Schmerz, ebenso an der Hitze ihres weichen Fleisches.

Es jagte dem kleinen Mädchen Angst ein. Wenn er solche Neigungen hatte, konnte er sie so behandeln, wenn sie verheiratet würden. Sie konnte ihn abwehren, ja, doch am Ende hätte er immer mehr Macht über sie. Allein das Wissen, dass seine Gedanken irgendwie Wirklichkeit werden könnten, sorgte dafür, dass Elara ihren Vater anflehte, sie weit, weit fortzuschicken.

Lord Merandus war nicht zu überzeugen. Er hatte ein besonderes Schicksal für seine Tochter vorgesehen und sie würde in die königliche Linie eingebunden werden, ob es ihr nun gefiel oder nicht. Sie würde die Königinnenkür gewinnen oder man würde sie nicht mehr daheim empfangen.
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