Schwarz & Rot

von MrsLivi
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Ben Beckman der Rote Shanks Lucky Lou OC (Own Character) Yasopp
29.05.2020
02.07.2020
11
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30.06.2020 1.396
 
Als die beiden Kapitäne das Deck der Saphir betraten war es fast Mittag. Die Anspannung, die ursprünglich zwischen den beiden geherrscht hatte war verflogen und sie schienen einander gut zu verstehen. Ben, der immer noch neben Marques saß fand das Ganze höchst seltsam. „Kannst du mir mal verraten, wo du warst?“ Erschrocken drehte sich Angel um und sah zu Ben, der auf dem Oberdeck über ihnen stand; der Kaiser blieb ruhig. „Ich habe mich mit Angel unterhalten.“, meinte er mit einem vielsagenden Gesichtsausdruck. „Und jetzt gibt es gleich Mittag, also werden wir jetzt essen.“, erklärte er weiter, nahm den jungen Piratenkapitän an der Hand und zog sie weiter. Ben kochte innerlich, Shanks wusste ganz genau was los war. „Ach und Ben“, wieder drehte er sich zu seinem Vize um, „Danach müssen wir reden.“  Damit wand er sich endgültig um und verließ mit einer überforderten Piratin das Schiff. Der junge Gelehrte, klopfte dem Vize der Rothaar-Piraten im Vorbeigehen auf die Schulter und folgte den Kapitänen zum Strand, auf dem die Köche beider Mannschaften das Mittags-Buffet gezaubert hatten.

Nach dem Mittag zog sich Shanks mit Ben zusammen direkt in seine Kajüte. Der Rothaarige hatte bemerkt, dass sein bester Freund angefressen war. „Ben, bevor du explodierst, hör mir zu.“, begann er und zog somit die Aufmerksamkeit seines Vize auf sich. „Ich habe dich heute Nacht an Deck der Red Force gesehen. Was ist passiert?“ Überrascht wurde er aus grauen Augen angesehen. „Du hast kurz geschrien, davon bin ich aufgewacht. Und dann bist du aufgestanden und aufs Deck gegangen … nach einer Dusche. Was war los Ben?“ Besorgt mustert er den großen Schwarzhaarigen. „Ich hab … schlecht geträumt? Ja, so könnte man es nennen.“, war die einfache, wenn auch überraschende Antwort. Der Kaiser nickte. „Ich bin dir gefolgt.“, gestand er. „Ich hab mir Sorgen gemacht und wollte da eigentlich schon mit dir reden, doch auf der Saphir kam Angel auch aufs Deck. Sie schien auch schlecht geträumt haben.“, erklärte er weiter. „Hat Angel…“ „Ich habe ihr davon nichts gesagt. Ich wollte erst mit dir darüber reden. Aber, ähm Ben?“ Fragend sah er seinen besten Freund an. „Was hältst du von ihr?“, wollte er wissen. Ben hatte mit viel gerechnet, aber nicht mit dieser Frage. „Ich weiß nicht.“, begann er, doch der Blick von Shanks strafte ihn für die ausweichende Antwort. „Naja, sie ist schon irgendwie niedlich. Sie wird immer quietschrot und unsicher, wenn ich ihr zu nahe komme. Manchmal stottert sie sogar. Das steht so in völligem Kontrast zu dem, wie sie sich sonst gibt.“, gestand der Vize mit einem leichten Feixen. „Und?“, hakte der Kaiser weiter nach, was ihm aber nur einen fragenden Blick brachte. Offenbar war sein Freund noch sehr unentschlossen, was die junge Piratin anging. Es war nicht unbedingt die Antwort, auf die er gewartet hatte, doch so war Ben nun mal. „Käpt’n? Du siehst aus, als hättest du etwas anderes erwartet.“, stellte er fest. Ein leichtes Lächeln huste über das Gesicht des Rothaarigen. „Ja, und nein. Ich dachte, dass du vielleicht … egal. Das musst du selber herausfinden.“, erklärte er und beendete mit einer Geste das Thema. Mit einem Nicken akzeptierte der Schwarzhaarige die Entscheidung, auch, wenn er sie nicht ganz nachvollziehen konnte. „Und wo warst du heute Morgen bzw. den ganzen Vormittag?“, fragt der große Schwarzhaarig skeptisch. „Ich konnte dann nicht mehr richtig schlafen, als ich euch beide gesehen hab. Außerdem hab ich mir Sorgen um dich gemacht, weil das nun mal so völlig untypisch für dich ist.“ Die Sorge klang aus der Stimme des rothaarigen Mannes und Ben konnte sie in seinen Augen sehen. „Ich bin heute früh schon so zeitig aufgestanden, da war noch fast keiner der Männer wach.“, beantwortete er die Frage seines Freundes. „Ich bin dann einfach rüber auf die Saphir und da lag Angel an Deck und hat gelesen. Ich hab sie dann einfach nach einem Gespräch gefragt. Sie hat zugestimmt und wir sind in ihre Kajüte.“ Ben zuckte leicht bei den Worten, kamen ihm doch sofort Bilder von seinem Traum wieder in den Sinn. Natürlich bemerkte das sein Kapitän. „Okay Ben. Was ist los?“, fragte er erneute und dieses Mal war klar, dass er nicht so einfach nachgeben würde. Resigniert setzte er sich neben seinen Käpt’n und besten Freund. „Ich hab heute Nacht nicht unbedingt schlecht geträumt … ich hab von Angel geträumt. Wir waren wieder in der Saphir, unten bei den Kajüten und ich wollte wissen welche ihre ist. Sie hat gemeint, wenn ich es errate zeigt sie sie mir und irgendwie hat es in einem sehr … intensiven Kuss geendet. Das war der Punkt, wo ich aufgewacht bin.“ Der rothaarige Kapitän verstand seinen besten Freund. „Du magst sie.“, stellte er schlicht und ergreifend fest und erhielt ein leichtes Nicken als Antwort. Der Blick des Kaisers wurde Ernst, er musste Ben noch irgendwie beibringen, was er über die Mädchen herausgefunden hatte. „Shanks? Warum schaust du so?“, wollte der Schwarzhaarige wissen. Ihm war der Stimmungswechsel des Roten nicht verborgen geblieben. „Shanks, ich bleibe bei dir, hier ist mein Platz, meine Familie, ich werde dich nicht …“ Er sprach nicht weiter, als er das sanfte Lächeln seines Freundes sah. „Ach Ben, das weiß ich doch.“ Damit lehnte sich der Kaiser an seinen Vize, noch immer das sanfte Lächeln im Gesicht. Wenn er Ben nur sagen könnte, was Angel über ihn dachte, doch das würde er nicht. Er hoffte nur, Ben würde ihre Geschichte so akzeptieren wie sie war. Eigentlich würde er sich auch wünschen, dass Ben und Angel zueinander finden, doch wie es dann weiter gehen sollte, das wusste er nicht. Vielleicht konnte er die junge Saphirpiratin da fragen, denn sie schien sich damit schon befasst und abgefunden haben. „Darum mache ich mir keine Sorgen Ben.“, begann er mit sanfter Stimme, „Doch du solltest wissen, dass sie nicht so ist, wie du es vielleicht denkst. Keines der Mädchen ist so.“ Das Lächeln schwand aus dem Gesicht des rothaarigen Mannes, verdrängt durch die Bilder, die er in der Akte gesehen hatte. Der Anblick zerriss Ben schier das Herz. Vorsichtig legte er eine Hand auf die Schulter seines Freundes. „Shanks, was ist denn?“, will er wissen, doch er hat Angst vor der Antwort, das kann auch sein Käpt’n hören. Dieser schüttelt leicht den Kopf. „Komm mit.“, meint er nur und steht auf. Besorgt folgte Ben seinem Kapitän. Gemeinsam gingen sie auf die Saphir, der schwarzhaarige Vize zögerte jedoch, als der Rothaarige zielstrebig auf Angel zuging. Nur langsam folgte er und bekam grade noch mit, wie Angel antwortete. „Natürlich Shanks. Geht schon vor, ich bring den Sake mit.“ Beklommen folgte Ben seinem Freund in das Innere der Saphir, hinunter zu den Kajüten. Kurz bevor unten ankamen hatte Angel die beiden anderen Piraten eingeholt. „Hast du überhaupt schon etwas erzählt?“, fragt sie die Kaiser. Als Antwort schüttelt er mit dem Kopf. „Nein, ich hab es nicht geschafft das in Worte zu fassen.“ Er sprach leise, hatte einen Kloß im Hals und Ben fragte sich, was er wohl erfahren haben mochte, dass es Shanks so zu schaffen machte. Die junge Frau nickte nur. „Dann kommt rein.“ Mit diesen Worten öffnete sie die Tür zu ihrer Kajüte und trat gefolgt von den Rothaar-Piraten ein. Der Rothaarige setzte sich direkt wieder auf den Stuhl am Schreibtisch, während Ben etwas unschlüssig im Raum stand. „Mach es dir bequem, Ben.“, sagte Angel mit einem leichten Lächeln und deutete auf ihr Bett. Zögerlich ließ sich der Schwarzhaarige darauf nieder und beobachtete die Piratin. Jetzt erst fiel ihm auf, dass sie das Amulett nicht trug und somit ihre Narben und Verletzungen alles zusehen waren. Sie holte einige Akten aus ihrem Schreibtisch heraus und reichte sie Ben. Dieser nahm sie zwar entgegen, griff aber zeitgleich nach ihrem Handgelenk und hielt sie fest, musterte sie aufmerksam. Shanks erkannte, dass sie rot wurde und das nicht grad wenig, und grinste vor sich hin. Ben hatte recht, es war ungemein niedlich, ähnlich wie bei Red, wenn er ihr zu nahe kam. Seine Augen weiteten sich, wenn Angel so auf Ben reagierte, dann bedeutete das vielleicht, dass Red sich in ihn verguckt hatte. „Ich muss noch was klären.“, sagte er, sprang auf und stürmte aus dem Raum. Zurück lies er seinen Vize und den Kapitän der Saphir-Piraten, die ihm verwirrt hinterher und dann den jeweils anderen ansahen. „Was war DAS denn?“, fragte Angel und sah Ben an. Dieser zuckte nur mit den Schultern.