kismet ᵐᵐᶠᶠ

von solasta
MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
28.05.2020
01.08.2020
2
7.289
6
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
01.08.2020 3.245
 
Die Sonne hatte ihren höchsten Punkt am Himmel erreicht und schien mit majestätischer Schönheit auf den Wald des Elfenvolkes nieder. Lichtspiele entstanden durch die dichten Kronen der riesigen und steinalten Bäume. Tatsächlich scheint die Sonne nicht so häufig wie manch ein Volk es glauben wollte. Der Wald der Elfen ist schließlich dicht und die Baumkronen dienen als Schutz. Vielleicht war dies auch der Grund, wieso der Wald des Ursprungs so sehr gefürchtet wird. Denn im Gegensatz zum Dunkelwald der Hexen, welcher kontinuierlich von einer dunklen Wolkendecke bedeckt wird, scheint die Sonne bei den Elfen ständig und dennoch findet man nur wenige Lichtquellen. Daher schätzen die Elfen ihre Lichtungen sehr und bauen auf diesen Flächen besondere Früchte- und Gemüsesorten an.

Für viele Außenstehende mag das Leben als Elf einem Traum gleichen. Halbgöttlich, magisch und einfach nur bildschön. Die unzähligen Märchen der Menschen über magische Wesen sind überall bekannt und sorgen für Gelächter unter ihnen. Für Elfen ist dies einfach nur absurd. Menschen im Allgemeinen sind absurd ihrer Meinung nach, zumal waren es doch sie, die viele ihrer Elfen gefoltert haben und aus reinem Aberglauben ihre Ohren abschnitten. Wie war es noch gleich? Ein Zeichen des guten Glücks? Für jeden Elfen ist dies eine sehr schmerzliche Erinnerung in ihrer Jahrtausend alten Geschichte und hat nur noch mehr zu ihrem Hass gegen Menschen beigesteuert.

Die Völker Epros meinten es nicht immer gut mit dem Elfen und bekämpften sie oftmals. Inzwischen herrscht ein Schein von Frieden und Elfen leben komplett zurückgezogen. Nicht nur haben sie keinen einzigen Kontakt zu anderen Völkern, nein, sie leben auch mit ständiger Vorsicht, dass ja kein Wesen oder Mensch ihre Grenzen überschreitet. Es ist bis in jede Ecken Epros bekannt, dass die Außenposten der Elfen von tödlichen Bogenschützen bewacht werden, die Eindringlinge binnen Sekunden das Leben nehmen können. Doch so soll es sein. So soll das Leben eines Elfen sein.

Wir sind uns zu Schade, dachte sich die die junge Elfin, welche gerade durch den Wald lief. In ihrer Umgebung gab es nur wenig Licht und wenn, so könnte man den Staub in der Luft glitzern sehen. Einige Insekten schwirrten um sie herum, angelockt durch den blumigen Duft der Elfin. Der Wald schien monoton, doch Elin konnte sich dennoch durch jahrelange Übung zurechtfinden. Sie ist kein Kind mehr, welches sich regelmäßig verirrt. Wege sind schließlich eine menschliche Erfindung, der sich die Elfen entsagen. Achte auf den Stand der Sonne und den Hauch des Windes, nur so wirst du dein wahres Ziel erreichen. , ein gängiger Spruch der Elfen. Elin schlängelte sich zwischen tiefhängenden Ästen und umgestürzten Bäumen hindurch, um einen Weg ins Dorf zu finden. Die vielen Dornen und Ranken, welcher an ihrem beigefarbigen Kleid und ihrer zarten elfenbeinfarbenen Haut zerrten, musste sie dafür in Kauf nehmen. Der Wald hatte seine Tücken, doch gleichzeitig ist er voller Leben und die Quelle ihrer Energie. Auch wenn sie nicht sonderlich aktiv und oft im Wald zu finden war, so genoss sie auch diese Momente, um einfach nur mal tief Luft zu holen und den betörenden Duft des Waldes in sich aufzunehmen.

Elin wusste, dass sie dem Dorf immer näherkam, sobald sie die ersten Bänder in den Bäumen hängen sah. Zum einen Dekorationen und zum anderen Wegweiser für die ganz Jungen unter ihnen. Ebenfalls wurde immer mehr Licht durch die Baumkronen gelassen, ein großer Indikator dafür, dass man der größten Lichtung im gesamten Elfenreich näherkam; die Lichtung auf der das Elfendorf erbaut wurde und auf der sich ein einziger gigantischer Baum befand, der überall als Mutterbaum bekannt war.

„ELIN!“, Elin wurde von einer heiteren Stimme aus ihrer tiefen Gedankenwelt gerissen und blickte erschrocken in die Richtung der Stimme. Eine freudestrahlende Sorn kam auf sie zugestürmt und warf sich ihr um den Hals. Die erste Umarmung nach einer Woche und somit sehnlichst gewünschter Körperkontakt. Elin erwiderte die Umarmung, legte ihre Arme um die Taille der kleineren Elfin und hob sie vor Freude hoch.

„Wie schön dich wiederzusehen, Sorn!“ Elin und Sorn waren seit Jahrhunderten gute Freundinnen. Erstmals lernten sie sich auf einem der vielen Feste der Elfen kennen und von dort an, sahen sie sich, wie es das Schicksal wollte, immer häufiger. Inzwischen vergeht wohl kaum ein Tag, an dem Elin nicht Zeit mit ihren drei Lieblings Pflegerinnen des Waldes verbringt; Sorn, Elkie und Seunghee. Sorn ist eine sehr geschätzte Ältere für Elin und auch wenn sie es niemals zugeben möchte, so hätte sie sich am liebsten gewünscht eine Pflegerin des Waldes zu werden, nur um mehr Zeit mit ihr verbringen zu können. Doch es eröffneten sich andere Wege für sie und auch dies war in Ordnung für Elin, zumindest größtenteils.

Elin hörte den vielen Worten ihrer Freundin aufmerksam zu, auch selbst dann, wenn ihre Ohren förmlich bluteten. Das ist typisch für Sorn. Sie redete überdurchschnittlich viel und scheint nie ein Ende zu finden. Schließlich hat ihre Freundin für eine ganze Woche nichts von den elfischen Vorkommnissen mitbekommen und so muss Drama und Verrat mitgeteilt werden. Elin macht sich nicht sonderlich viel aus Drama, doch es amüsiert sie ungemein, Sorn bei ihren Monologen zu beobachten.

„Oh übrigens, Seunghee hat schon länger nichts mehr von Seonghwa gehört und sie macht sich Sorgen. Kannst du ihr bitte einfach erzählen, dass er sich wie ein Schuft benommen hat? Ist schließlich nicht komplett gelogen…“ Und wieder sind wir an diesem Punkt angelangt. Elin verdrehte die Augen. Sie verstand wirklich nicht, was Sorn dazu brachte, Seonghwa so sehr zu hassen. Es ist untypisch für ihre Person.

„Nein, werde ich nicht.“, sagte Elin kurz und knapp.

„Oh komm schon. Hilf mir gefälligst etwas. Sie muss endlich über ih-“

Elin atmete genervt aus und trat dabei unbewusst auf eine arme Blume, was Sorn zusammenzucken ließ: „Hör zu, Sorn. Sie haben ein Seelenband. Komm endlich damit klar und nerv mich bitte nicht mit deinem Hass, wo ich doch noch nicht mal eine Stunde wieder da bin.“

Sorn lachte nervös und kratze sich am Kopf. Eine saure Elin war keine gute Elin und sie wusste genau, nun vorsichtiger zu sein. „Na schön…“

-----

Elin betrat den Palast der Elfen als würde dieser ihr gehören. So gesehen war es in der Tat so, zumindest zum Teil. Als rechte Hand der Königin hatte Elin zum einem eine unglaubliche Verantwortung auf ihren Schultern sitzen und zum anderen einen ganzen Wohnbereich im Palast. Luxus pur und dennoch bevorzugte Elin ihr Baumhaus außerhalb des Zentrums. Wo die Natur und sie im Einklang waren, niemand störte sie, ihre Aufgaben waren in den hintersten Kammern ihres Bewusstseins verschlossen und sie kann ohne blöde Kommentare ihren geliebten Pfirsichwein genießen.

„Herrin! Wie ich sehe sind Sie wieder da!“, Elins persönliche Bedienstete kam ihr auf den Weg in den royalen Besprechungssaal entgegen und verbeugte sich aus Respekt vor ihr. Elin brachte ihr ein kleines Lächeln entgegen und eine Handbewegung, die ihrer Bediensteten erlaubte, sich wieder zu erheben.

„Hallo, Min. Es ist schön, dich wieder zu sehen und du weißt doch, dass du dich nicht verbeugen sollst. Es ist mir unangenehm“, Elin versuchte Min dies bereits seit über einem Jahrhundert zu erklären. Sie bezweifelte, dass es Min jemals lernen wird. Royale Sitten und Etiketten sind ihr zu wider und versucht sie bei jeder Gelegenheit zu vermeiden.

„Ich bitte um Verzeihung. Königin Solar wartet im Rosengarten auf Sie. Bitte folgen Sie mir“, das Problem mit der royalen Dienerschaft ist, dass alle stocksteif waren. Ein erzwungenes Lächeln, eine starre Haltung und stets einen gesenkten Kopf; ein bis ins kleinste Detail kalkuliertes Verhalten und Bewegungsmuster. Die Kälte die damit einherging, ließ Elin immer wieder aufs Neue einen Schauer über den Rücken laufen.

Mit schnellen Schritten folgte Elin ihrer Bediensteten, welche die Königin so kurz wie möglich warten lassen wollte. Elin fragte sich währenddessen, wieso Solar unbedingt im Rosengarten ein Treffen halten wollte, schließlich trafen sie sich für offizielle Besprechungen immer im Versammlungsraum. Als sie schließlich den royalen Garten verziert mit weißen Rosen betraten, spürte Elin bereits die gewohnte Wärme mit der sich ihr Herz einhüllte. Ein Gefühl voller Liebe und Familiarität. Ein besonderes Gefühl, was man mit keinen Worten dieser Welt beschreiben könnte. Der Zustand eines Seelenbands ist so kostbar und heilig für Elfen, dass ein niemand es wagen würde, zwischen diesem zu stehen. Es ist ein unausgesprochenes Gesetz der Elfen.

Elin und Solar sahen sich gleichzeitig in die Augen und die Sonne, so schien es, strahlte heller als zuvor. Farbenfrohe Schmetterlinge kamen zum Ort des Geschehens, ein Zeichen des Segens der Natur. Die Seelenschwestern vielen sich sehnsüchtig in die Arme und weilten einige Minuten in dieser. So lange, dass sich eine Min dem Spektakel aus Respekt und Ehrfurcht entzog. Zu persönlich und intim ist das Zusammenstoßen zweier verbundenen Seelen nach einer langen Weile getrennt.

„Viel zu lange warst du weg, Lin. Ich habe dich vermisst“, sagte Solar in einem ruhigen, dennoch glücklichen Ton als sie ihre Stirn gegen, die von Elin lehnte. Eine gängige Geste zwischen Elfen mit einem Seelenband. Elin lächelte, aufrichtig und herzlich: „Du weißt doch, dass ich immer zurückkomme.“

„Ich vermag es mir auch nicht auszumalen, wenn dies nicht so wäre. Ein Schmerz, den ich niemals erleben möchte“, Solar verlinkte ihren Arm mit Elins, als sie Elin zu der naheliegenden Bank führte. Beide setzen sich hin und genossen kurze Zeit die Stille. Elin hörte Solar tief einatmen und ausatmen. Ihre Augen geschlossen und den Kopf leicht nach links gelegt, eine typische Haltung, wenn Solar gerade entspannte. Elin liebte es ihre engste Freundin, ihre geliebte Seelenschwester so zu sehen. Frei von Stress und Sorgen. Einfach, auch wenn nur für kurze Zeit, im Moment lebend. Umso mehr Tat es ihr Leid, diesen Moment zu zerstören, schließlich gab es wichtige politische Erkenntnisse zu besprechen.

„Ich habe leider beunruhigende Neuigkeiten von dem Treffen an den Außenposten, Solar.“

-----

Cheonsa wusste nicht, was sie tun sollte. Verständnis zeigen oder wütend sein? Ignorieren oder sich provozieren lassen? Leben lassen oder doch lieber töten? Schwierige Entscheidungen, wenn es um den Prinzen der Vampire und seinem nichtsnutzigen Aufpasser geht. Die Rolle der Assistenten der königlichen Familie der Vampire ist eine wichtige Rolle und dazu auch eine sehr Geschätzte. Die meiste Zeit war sie stolz darauf, doch Cheonsa hat definitiv niemals gedacht, dass sie als eine Babysitterin fungieren sollte. Sie hasste Kinder und umso lachhafter war es, dass der Prinz fast ein ganzes Jahrtausend älter war als sie. Das Leben hat schon merkwürdige und ungerechte Wege. Cheonsa konnte davon ein Lied singen.

„Du willst mir also wirklich weis machen, dass Prinz Hyungwon und Minhyuk momentan nicht hier sind, obwohl Hyungwon jetzt gerade, in diesem Moment, genau hier eine Rede halten sollte?“, Cheonsas Nerven lagen blank und ihre Stimme klang äußerst angestrengt, um ja ihren offensichtlichen Ärger zu verstecken. Sie hörte nur ein kleines „Ja“ der Bediensteten, welche ihr so eben die Neuigkeiten mitteilte.

Cheonsa starrte ins Leere, während sich gefühlt eine Gewitterwolke über ihrem Kopf entwickelte. Ihren Kopf ließ sie in ihre Hände fallen, welche von ihren Ellenbogen auf ihrem großen Schreibtisch unterstützt wurden. Natürlich konnte sie nicht ein einziges Mal einen friedlichen Tag haben. Immer musste irgendetwas dazwischenkommen. So elegant und gefährlich Vampire auch wirken möchten, so irrkomischer wird es, sobald man das eigentliche Chaos der Königsfamilie mitbekommen würde. Es befindet sich keine einzige normale Person in ihren Kreisen und jeder scheint irgendein Rad ab zu haben. Cheonsa wird wirklich nicht genug bezahlt, wenn man ihren täglichen Stress betrachtet.

Bevor Cheonsas Bedienstete auch nur ihren Satz beginnen konnte, hob Cheonsa die Hand. Ein Zeichen, um ihr den Mund zu verbieten. „Nein, ich will kein Wort hören. Ich werde jetzt aufstehen, diesen Raum verlassen und in Ruhe über mein zukünftiges Leben sinnieren, während hier meinetwegen das Chaos ausbricht. Bitte sag, dass König Yixing genau so.“ Bevor die Dienerin etwas sagen konnte, erhob sich Cheonsa, wie angekündigt und verließ den Raum, ohne sie noch eines Blickes zu würdigen. Sobald die Tür ins Schloss fiehl, konnte man lautstarkes Gefluche vernehmen, ebenfalls einen lauten Knall, welcher mit weiterem Gefluche folgte.

----

Cheonsa ging durch die dunklen Gänge des vampirischen Schlosses, während sie Beleidigungen und andere vulgäre Wörter in ihren nicht existenten Bart murmelte. Sie ist nicht unglücklich, da darf man sie wirklich nicht falsch verstehen, doch wie alle anderen Lebewesen, erlebt auch mal eine Cheonsa den Frust des Daseins. Sie sollte sich nicht aufregen, schließlich führt sie ein Leben im Saus und Braus, denn als Lieblingsassistenten des Königs und seines Geliebten, genießt Cheonsa einige Vorzüge, die sie niemals missen wollen würde. Dennoch, hätte sie gewusst, was auf sie zukommen würde, so hätte sie es sich definitiv überlegt, ein Leben mit den Royalen zu verbringen. Aber andererseits weiß sie nichts über ihre Herkunft und hätte das Unvermeidliche, also das Leben als Assistentin, nicht umgehen können. Es scheint ihre Bestimmung zu sein, genau an diesem Ort zu leben und zu arbeiten.

„Cheonsa.“ Gerade als sie soweit war, um in den Hinterhof des Schlosses zu gelangen, wurde sie von einer strengen und eiskalten Stimme aufgehalten. Sie blieb abrupt stehen und drehte sich langsam um. Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Jetzt hieß es bloß keine falsche Bewegung zu machen. Als sie schließlich ihre Drehung vollendete, blickte sie in das grummelige und kantige Gesicht ihres Bruders. Nicht leiblicher Bruder, aber Bruder genug, dass er sich so aufführte, als wäre er in der Tat ihr leiblicher ältere Bruder.

„Kyungsoo“, Cheonsa lachte leicht nervös auf und stellte sich grade und mit einem leicht gesenkten Kopf ihm gegenüber. Cheonsa größter Nachteil war, dass sie klein ist. Sie ist quasi ein Zwerg. Mit ihren 1.50 Metern erreichte sie gerade mal Kyungsoos Schultern, was seinen gruseligen Blick noch vernichtender machte. Er liebte es sich größer zu machen, als er eigentlich war, um Cheonsa so noch kleiner fühlen zu lassen, als sie eigentlich war. Eine sehr effektive Strategie, wie Cheonsa über die Jahrhunderte feststellte, denn er hatte sie absolut im Griff. Und dies konnte kein anderer Vampir von sich behaupten. Es war einzig und allein Kyungsoo vor dem Cheonsa enormen Respekt und Furcht hatte.

„Kannst du mir bitte erklären, wieso eine verängstigte Dienerin so eben meinen Schlaf unterbrach und mir von einer wild gewordenen Cheonsa erzählte?“, Kyungsoos Blick war eisern. Seine blutunterlaufenden Augen deuteten auf seinen großen Hunger hin, was seine Stimmung noch mehr senken wurde. Kyungsoo war am absoluten Tiefpunkt seiner Geduld angelangt. „Also du kannst nicht wirklich schlafen, das wollen wir hier mal klar stelle-“

Kyungsoo unterbrach Cheonsas scherzenden Ton mit einem zischenden Ton, den Cheonsa zusammenzucken ließ, sodass sie ein paar Schritte zur Sicherheit zurückging. Sie hob beschwichtigend ihre Hände und lachte immer noch nervös. „Also das ist vielleicht etwas…übertrieben formuliert. Was heißt schon wild geworden? Ich bin nicht wild geworden. Nicht wirklich…ich mein vielleicht ein bisschen, aber-“

„Cheonsa überlege dir gefälligst, was du sagen möchtest. Ich habe keine Zeit für dein unreifes Gehabe“, Kyungsoo verschränkte die Arme, während Cheonsa ihn mit offenem Mund anschaute. Verflucht sei Kyungsoo und seine Fähigkeit sie wie ein quengeliges Kind dastehen zu lassen.  „Sowas von unhöflich! Unterbrich mic-…hehe ich meine natürlich, du hast recht. Also kurz gesagt, Hyungwon und Minhyuk sind nicht aufzufinden“, sobald Cheonsa ihren Satz beendete, war es Kyungsoo, der seine Arme fallen ließ und sie mit offenem Mund anschaute.

„Schon wieder?“, Kyungsoo hörte sich wütend an und dies bestätigte sich mit seinem nächsten Satz, „Wieso kannst du nicht einmal, deine Aufgabe gut machen und darauf achten, dass Hyungwon im Schloss bleibt?“

„Ich?! Ich habe sehr wohl auf ihn aufgepasst, aber es ist nicht meine Aufgabe 24 stundenlang auf Hyungwon aufzupassen. Ich habe noch andere sehr wichtige Aufgaben.“

„Oh bitte. Yixing ein neues Getränk zu holen? Wonho bei seiner Kleiderwahl zu beraten? Lachhaft. Ich befehlige die gesamte vampirische Armee und kriege es gleichzeitig noch hin, deine inkompetente und überflüssige Existenz zu beaufsichtigen.“

„Also jetzt gehst du zu weit!! HEY! Wo gehst du hin? Wir sind noch nicht fertig! YAH!!“

Das Geschreie der ungleichen und nicht wirklichen Geschwister, konnte man selbst von draußen hören. Es wäre jedoch gelogen, würde man sagen, dass dies nicht der normale Tagesablauf des Schlosslebens ist. Für Außenstehende mag es gruselig wirken, wenn Vampire sich förmlich anfauchen und sich die Köpfe im wahrsten Sinne des Wortes abreißen wollen, doch es leider die traurige Realität des vampirischen Königshauses. Jeder hatte seine Allüren und war keineswegs normal. Vielleicht war dies auch der Grund, wieso es so viele Unstimmigkeiten mit dem allgemeinen Volk gab.

----

Cheonsa saß mit einem düsteren Blick und verschränkten Armen in der Kutsche, welche auf dem bepflasterten Weg hin und her schaukelte. Sie hasste solche Fahrten, lieber würde sie zu Fuß laufen, doch dies entsprach nicht der royalen Etikette. Nach dem Streit mit Kyungsoo wurde Cheonsa beauftragt, kurzfristig in das Hexenreich zu reisen, um nach Anhaltspunkten von Hyungwon und Minhyuk zu suchen. Hohepriesterin Soyeon ist eine exzellente Fährtenleserin und würde mit Sicherheit den ungefähren Standort der beiden Vermissten ausfindig machen können. Dies bedeutete jedoch für Cheona, ungewollt ihr geliebtes Zimmer zu verlassen und sozialen Kontakt zu mehr Personen als eigentlich gewollte, zu pflegen.

Immerhin befand sich Cheonsas beste und so ziemlich einzige Freundin im Hexenreich. Sua ist in vielerlei Hinsicht wie Cheonsa. Sie haben eine ähnliche Entstehungsgeschichte und teilen dieselben Erlebnisse hinsichtlich ihrer Reiche und deren Gesellschaft. Zusammen, so schien es zumindest, können sie ihre Sorgen und Gedanken beiseitelegen und sich einfach auf das hier und jetzt konzentrieren. Wenn Hyungwon und Minhyuk schnell gefunden sind, so könnte Cheonsa vielleicht noch ein paar Tage extra im Hexenreich bleiben. Es wäre definitiv eine Möglichkeit, um endlich mal weg von den verrückten Royalen zu kommen.
„Lady Cheonsa? Wir sind am Ziel“, sprach der Kutscher, ein niederrangiger Halbblut mit schäbiger Kleidung und einem etwas zu freundliches Lächeln. Die Hand, die er hinhielt, als er die Tür zu ihrem Wagen öffnete, lehnte Cheonsa mit einem angewiderten Blick ab.

„Sie können jetzt gehen“, sprach Cheonsa ohne ihn ein weiteres Mal ansehen zu müssen.

„Soll ich ihnen vielleicht das Gepäck bis zur anderen Seite abnehmen?“

„Sie können jetzt gehen.“

„Aber sie sehen ja so zart aus, sicher dass sie keine Hil-“

„Sie. Können. Jetzt. Gehen“, Cheonsas Stimme klang eisig und um einiges strenger, als ihre Augen in einer blutroten Farbe aufblitzen. Ein Indikator dafür, dass sie als nächstes ihre Fähigkeit einsetzen würde, wenn der Kutscher nun nicht von ihrer Seite weichen würde. Glücklicherweise tat dieser es, überraschenderweise sogar mit einer Verbeugung. Kaum zu glauben, dass Vampire solch eines niederen Standes über Formalitäten Bescheid wissen.
Nun stand Cheonsa allein mitten im dichten Tannenwald der Vampire und sah zum blauschimmernden Portal, welches die einzige Bindung zum Festlands Epros war. Sie konnte nur hoffen, dass die andere Seite all ihre momentanen Probleme lösen würde.



--------------

Hier ist wie versprochen der zweite Prolog, leider etwas verspätet. Ich hoffe natürlich, dass er gefällt, bzw. Elin und Cheonsa gefallen euch. Ich hatte lange überlegt, ob ich vielleicht lieber zwei Parts hieraus machen sollte oder einfach alles gleichzeitig uploaden soll. Das letztere ist es dann geworden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die richtigen Kapitel um die 6 bis 8 Tausend Wörter haben werden. Ist das zu lang für euch? Oder genau richtig?
Der nächste Prolog wird gegen Ende August kommen. Dann wird es um die Hexen und Feen gehen. Ich freue mich schon wirklich die Völker zu beschreiben, da ich Hexen und Feen so unglaublich sehr liebe.

Ich möchte auch noch ein Danke, an die lieben Autoren ausrichten, die so lieb kommentiert haben! Leider hatte ich noch keine Zeit zu antworten, aber vielleicht kriege ich es im August hin! Ihr seit wirklich sehr appreciated!!!

Die Anmeldung ist nach wie vor offen!! Die Deadline wird erst im Oktober sein.

Man sieht sich dann im nächsten Prolog!

Love, solasta ♡