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Frühjahrsferien

von ceeliinee
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P18
Henry Harper Olivia "Liv" Silber
27.05.2020
29.05.2020
4
7.904
5
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Dieses Kapitel
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28.05.2020 1.161
 
Am nächsten Morgen wachte ich in Henrys Armen auf. Ich rechnete damit, dass mein Freund noch schlief, doch er sah schon hellwach aus. „Guten Morgen, Schnarchnase.“ meinte er, bevor er mich zärtlich küsste. Ich drückte ihn jedoch nach kurzer Zeit schon weg, da ich, erstens, zuerst meine Zähne putzen wollte und 2. ich definitiv keine Schnarchnase war. Ich schnarchte nicht, vollkommen ausgeschlossen! Das sagte ich ihm auch, er schüttelte jedoch nur belustigt den Kopf. „Doch, du schnarchst, manchmal ähnelt es auch eher einem Grunzen, aber das ist unglaublich niedlich. Fast so niedlich wie wenn du meinen Namen im Schlaf flüsterst.“ sagte Henry. „Ich hab deinen Namen geflüstert?“ fragte ich, während sich meine Wangen rot färbten. Er nickte grinsend und kletterte über mich drüber. „Ich geh schnell ins Bad und mache uns dann Frühstück.“ meinte mein Freund und verließ sein Zimmer. Ich nutzte die Zeit um erst einmal richtig wachzuwerden und über gestern Abend nachzudenken. Niemals hätte ich gedacht, dass ich das, was wir in der Dusche getan hatten, so genießen würde. Ich war zwar immer noch nervös, wenn ich an mein erstes Mal dachte, doch das Gefühl war nun viel kleiner und wurde vielmehr von Vorfreude überschattet.

Ich streckte mich ein letztes Mal, bevor ich auch endlich aufstand und ins Bad ging. Kurze Zeit später ging ich runter zu Henry, welcher am Herd voller Pfannen stand. Ich schlich mich an ihn heran und schlang meine Arme um ihn. „Ich glaub, ich zieh bei dir ein, das ist ja ein Traumfrühstück!“ sagte ich zu ihm. Gebratener Speck, Rührei, Pfannkuchen. Im Ofen backten Brötchen hoch, auf dem Tisch stand schon eine Karaffe mit Orangensaft und die Kaffeemaschine brühte eine Kanne meines Lebenselixiers. „Ich hoffe ja mal, dass wir zusammenziehen werden, wenn du deinen Abschluss!“ meinte Henry und drehte sich zu mir um. „Ich würde dich ja jetzt küssen, aber ich muss leider unser Frühstück bewachen.“ sagte er zu mir und wendete die Pfannkuchen in der Pfanne.

Ich löste mich trotzdem nicht von meinen Freund und kuschelte mich weiter von hinten an ihn, ich war scheinbar heute wahnsinnig kuschelbedürftig. Henry schien das ganze aber zum Glück nicht zu stören.

Am Frühstückstisch entschied ich mich dann aber, endlich mal ein ernstes Thema anzusprechen: „Wie geht es eigentlich nach deinem Abschluss mit uns weiter?“ „Genauso wie jetzt. Ich hab mich hier in London an der Uni beworben, ich könnte es nicht ertragen so weit von dir und meinen Geschwistern entfernt zu wohnen.“ erklärte er mir. „Aber du wurdest doch schon in St Andrews angenommen, wie kannst du so eine Chance nur liegen lassen?“ fragte ich ihn geschockt. Klar, der egoistische Teil in mir war froh, dass er hier bleiben wollte, aber der realistische Teil von mir wusste, dass diese Entscheidung dumm war, sehr dumm. St Andrews war eine der renommiertesten Universitäten des Landes, was hieß, wenn man dort studierte, hatte man seinen Traumjob quasi sicher. „Ich will einfach nicht von dir getrennt sein. Die Fahrt von St Andrews nach hier dauert fast neun Stunden, so weit will ich mich einfach nicht von dir Trennen. Weißt du, bevor ich dich kennengelernt habe, wusste ich nicht, wie mein Leben weitergehen sollte. Es weiß niemand, aber mir ging es in der Zeit echt dreckig. Ich hatte das Gefühl, ich hätte mein Leben völlig gegen die Wand gefahren. Ich bin in ein richtig tiefes Loch gefallen, welches mich immer weiter verschlungen hat. Manchmal bin ich einfach raus aufs Land gefahren, habe mich auf eine Brücke gesetzt und mir vorgestellt, wie ich runterspringen würde. Ich bin heimlich zur Therapie gegangen. Ich wollte nicht, dass jemand davon erfuhr. Es änderte sich aber nicht wirklich etwas, ich wollte nicht dran arbeiten. Doch dann habe ich dich kennengerlernt und zum ersten Mal den Drang verspürt zu kämpfen. Ohne dich wäre ich vermutlich immer noch in diesem Loch.“ erklärte er mir. Tränen traten mir in die Augen. Niemals hätte ich erwartet, solche Worte aus Henrys Mund zu hören. Mein Henry, der immer so lebensfroh und fröhlich war. So schnell er konnte stand er auf und nahm mich in den Arm. Meine Tränen begannen hemmungslos zu laufen, wenn ich daran dachte, er wäre tot. „Süße, hör auf zu weinen, bitte. Das ist Vergangenheit.“ versuchte mein Freund mich zu beruhigen, doch es ging nicht. Vergessen war unser Frühstück, stattdessen hob Henry mich hoch und trug mich hoch in sein Zimmer. Dort legte er mich auf sein Bett und legte mich dann dazu, um mich wieder in den Arm zu nehmen. Er streichelte mir beruhigend über den Rücken und hielt mich. Irgendwann beruhigte ich mich wieder ein wenig. Meine Tränen trockneten, wir blieben aber trotzdem genauso liegen. „Ich liebe dich, Henry.“ flüsterte ich ihm, mit einem Frosch im Hals, zu. „Ich liebe dich auch mein Käsemädchen, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr.“ flüsterte er zurück und gab mir einen Kuss auf die Stirn.

Ich schaute auf Henrys Wecker, es war mittlerweile kurz vor zwölf. „Was wollen wir heute machen?“ fragte ich ihn daher. Der Tag war noch jung und ich wollte etwas unternehmen und mich einfach ablenken. „Gibt es irgendetwas was du von London bisher noch nie gesehen hast?“ fragte Henry mich, worauf ich kurz nachdachte. „Ich hab bisher glaube ich gar nichts touristisches gemacht.“ gab ich zu. Gespielt geschockt sah Henry mich an. „Na bitte, dann holen wir das ganze heute nach! Hyde Park, Westminster Abbey, Tower Bridge, Kensington Palace, Big Ben, London Bridge, das London Eye, Covent Garden, Picadily Circus...“ er hörte gar nicht mehr auf, Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, weshalb ich irgendwann abschaltete und mich gemeinsam mit Henry in meine Straßenklamotten schmiss.

Tatsächlich war der Tag richtig schön, wir hatten zwar bei weitem nicht alles geschafft, aber das wollten wir auf jeden Fall nachholen. Mein persönliches Highlight war, dass Henry, der absolute Muggle, sich dazu breitschlagen ließ nach Kings Kross zu fahren um mit mir zur Platform 9¾ zu fahren, sodass ich nun stolzer Besitzer eines Plüschhedwigs, sowie einer kompletten Gryffindor Schuluniform und einer Kaffeetasse und damit gleichzeitig um 150 Pfund ärmer, aber das war es mir definitiv wert!

Da wir den ganzen Tag vollkommen fertig unterwegs waren, ließen wir uns bloß noch auf sein Bett fallen. „Ich weiß jetzt, dass ich dich nie wieder in diesen Shop lassen sollte, du hättest den ganzen Laden leer gekauft, oder?“ fragte Henry mich, bevor er gähnte. „Ja, hätte ich vermutlich. Ich sollte mich auf jeden Fall tunlichst vom Bahnhof fernhalten.“ antwortete ich und kuschelte mich an meinen Freund. Ich hatte es nicht vor, doch ich war schneller eingeschlafen, als ich beabsichtigt hatte. Nur noch am Rande bekam ich mit, dass Henry mir mein Oberteil, BH und meine Jeans auszog und mir stattdessen ein anderes Shirt anzog und sich neben mich legte.

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Schon das vermutlich vorletzte Kapitel, diesmal auch um einiges kürzer als die beiden vorherigen, dafür aber ein wenig dramatischer. Die Charaktere beginnen wirklich ein eigenes Leben zu führen, ich bin komplett vom eigentlichen Plan abgewichen:)

Wer hätte eigentlich auch gerne so einen Henry? Hände hoch:)
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