Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Frühjahrsferien

von ceeliinee
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P18
Henry Harper Olivia "Liv" Silber
27.05.2020
29.05.2020
4
7.904
5
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.05.2020 2.139
 
„Natürlich darfst du in den Ferien bei Henry übernachten. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass du endlich ein ähnliches Interesse an Männern zeigst wie normale junge Frauen in deinem Alter! Also, als ich in deinem Alter war, hatte ich ja schon längst...“ begann meine Mutter am Frühstückstisch zu reden, nachdem ich sie fragte, ob ich die nächsten Ferien bei Henry verbringen dürfte. Ernest konnte sie so grade davon abhalten uns Kinder wiedereinmal mit einer ihrer Partygeschichten zu verstören – diese endeten nämlich fast immer damit, dass sie irgendeinen Typen aufgerissen hatten, das hatten Mia und ich schon zu Beginn unserer Pubertät lernen müssen.

„Okay, ich weiß schon, ihr wollt die Geschichte nicht hören, aber Livvy, ein kleiner Typ von mir – Sex nur im Bett ist ziemlich langweilig! Probiert ruhig auch einige andere Orte aus!“ sagte sie und zwinkerte uns zu. Mia und ich wendeten verlegen unseren Kopf ab, Sextipps unserer Mutter wollten wir gar nicht, auch Ernests Blick sprach aber Bände – für ihn war das scheinbar etwas ganz neues, was er da erfahren hatte.

Ich war grade tatsächlich neidisch auf Florence, die ihren Samstag bei Emily verbrachte um zu lernen, so musste sie wenigstens dieses Gespräch nicht mit anhören. Grayson hatte, zu seinem Glück, ein großes Talent für auf Durchzug zu schalten. Ich war bei solchen Gesprächen immer wieder neidisch auf meinen Stiefbruder.

„Ich muss gleich Einkaufen fahren, dann bringe ich in einem Kondome mit! Und heute Abend werden wir noch einmal darüber reden, du solltest vorbereitet sein, auf dein erstes Mal. Oder, hattest du etwa schon?“ Meine Mutter war sowas von peinlich! „Ach, Mäuschen, das ist ein ganz normales Thema und muss dir nicht peinlich sein!“ sagte meine Mutter noch, bevor sie aufstand um  sich fertig zu machen, sie hasste es nämlich, nachmittags einkaufen zu gehen.

Seit Lottie vor einer Woche zu Charles gezogen war musste meine Mutter sich nun mit neuen Haushaltsaufgaben vertraut machen. Ernest hatte eigentlich angeboten, den Wocheneinkauf zu erledigen, doch meine Mutter bestand darauf – immerhin war er nun schon fürs kochen zuständig.

Endlich war Ruhe am Küchentisch eingekehrt. Keine peinlichen Gespräche mehr, dachten Mia und ich zumindest, doch wir hatten die Rechnung ohne Ernest gemacht. „Also Liv, willst du vielleicht schon über etwas reden? Du weißt, du musst unbedingt verhüten, mit Kondom, nicht nur wegen ungewollter Schwangerschaften sondern auch, um dich vor möglichen Geschlechtskrankheiten zu schützen, oder?“ fragte Ernest mich. „Mensch, ich bin 16 Jahre alt und Sexualkunde hatte ich bereits in der dritten Klasse, heißt, ich weiß, weshalb man verhüten sollte und jetzt lasst mich bitte endlich alle mit dem Thema in Ruhe!“ rief ich genervt und stand vom Tisch auf. Wieso gingen alle davon aus, dass ich keine Ahnung von Sex hatte? Wirkte ich prüde? Und vor allem, wieso gingen alle automatisch davon aus, das Henry und ich Sex haben würden? Klar, wir wollten die Gelegenheit nutzen, doch mussten wir das wirklich? War Sex in einer Beziehung wirklich das absolut wichtigste? Waren nicht gute Gespräche und Spaß der wichtigste Grundfeiler einer Beziehung?

Genervt schmiss ich mich in mein Bett. Es war ja nicht so, als wäre ich sowieso schon unglaublich nervös. Versagensängste plagten mich, immerhin hatte mein Freund schon deutlich mehr Erfahrung als ich. Klar, ich wusste im Grunde wie es ablief und auch, was mir gefiel, doch was, wenn ich ihn nicht zufriedenstellen konnte? Sollte ich vielleicht mit ihm drüber reden? Ohne wirklich groß weiter drüber nachzudenken nahm ich mein altes Steinzeittelefon zur Hand um meinen Freund anrufen. Ich musste das genau JETZT mit ihm klären, sonst würde ich keine ruhige Minute mehr haben. Glücklicherweise hatte ich einen tollen Freund. Einen wirklich tollen Freund, der in den allermeisten Fällen sofort an sein Handy ging, so auch jetzt.

„Hey Käsemädchen.“ begrüßte er mich. Ich meckerte ihn zwar gerne an, wenn Henry mich Käsemädchen nannte, doch insgeheim mochte ich seinen Spitznamen für mich. „Hast du Zeit und könntest vorbeikommen?“ fragte ich ihn direkt. In Gedanken bettelte ich, dass er ja sagen würde, ich würde es keine Stunden aushalten. „Ich mache mich sofort auf den Weg. Ist den irgendwas schlimmes passiert?“ fragte er mich. „Nein, ich vermisse dich einfach und muss auch mit dir reden, aber wirklich nichts schlimmes.“ versuchte ich ihn zu beruhigen. „Dann ist ja gut, ich hab grade das Haus verlassen, ich bin in zehn Minuten bei dir.“ sagte mein Freund und legte auf und verurteilte mich damit zum kurzen Warten.

Henry brauchte glücklicherweise keine zehn Minuten sondern nur sieben, er hatte sich also wirklich beeilt. Als es an der Türe klingelte sprang ich wie ein Jaguar die Treppe runter zur Türe, um meinen Freund zu begrüßen. Als ich unsere Haustüre öffnete zog ich meinen Freund direkt in meine Arme und sog seinen Duft ein, ich hatte ihn nämlich wirklich in den letzten vierzehn Stunden, die ich ihn nicht gesehen hatte, schrecklich vermisst. Henry schlang seine Arme um mich und drückte mich an sich. „Ich habe dich auch vermisst, Livvy.“ flüsterte Henry mir uns Ohr, bevor er mir einen zärtlichen Kuss gab. Jäh unterbrochen wurde unser Kuss jedoch von Grayson, welcher uns „Nehmt euch ein Zimmer!“ zurief, bevor er grinsend die Treppe hochging.

„Also, weswegen musste ich jetzt so schnell wie möglich kommen?“ fragte Henry mich, als wir in meinem Zimmer waren. Gemeinsam hatten wir uns auf mein Bett gesetzt, er hatte einen Arm um mich geschlungen und ich hatte mich an ihn gekuschelt. „Wegen der Ferien...“ begann ich, während ich am Saum meines Shirts spielte. „Du weißt, dass wir nicht miteinander schlafen müssen, oder Liv? Ich meine klar, ich würde gerne, aber wir können uns alle Zeit der Welt damit nehmen, ich will dich zu nichts drängen.“ unterbrach er mich. „Ich weiß, aber ich will es ja auch, irgendwie. Es ist eigentlich mehr … ich habe Angst, okay? Ich habe Angst davor, dass es wehtut und vor allem Angst davor, dich zu enttäuschen.“ gestand ich ihm. Jetzt war es raus. Mein Blick glitt nach unten, mein Boden war plötzlich unglaublich interessant. Oh, war die Katsche da neu? Henry zwang mich jedoch sanft, ihn anzusehen. „Liv, glaub mir, du brauchst keine Angst haben. Ich kann dir nicht versprechen, dass du keine Schmerzen haben wirst, soweit ich weiß ist es bei dem einen schlimmer als bei dem anderen, aber was ich dir versprechen kann und auch versprechen werde, ich werde vorsichtig sein und alles mir mögliche tun, dass es für dich so angenehm wie möglich wird! Und Livvy, glaub mir, du könntest mich gar nicht enttäuschen. Natürlich, ich hatte schon Sex, wenn du es genau wissen willst hatte ich in meinem ganzen Leben insgesamt sechs Mal Sex, davon waren fünf One Night Stands und das andere Mal war mit einem einfachen Ferienflirt, also im Grunde auch ein One Night Stand und diese sechs Male haben mir nichts bedeutet. Es war für mich einfach nur Sex. Mit dir, das kann ich dir versprechen, wird es aber nicht einfach nur Sex, weil ich nicht nur mit dir Schlafen will um meine Triebe zu stillen, sondern weil ich dir so nah wie möglich sein will, ich will nicht nur mit dir Schlafen, ich will dich lieben und das wird es von den anderen Malen unterscheiden, ich habe nämlich niemanden von diesen Frauen geliebt Liv, weil ich erst durch dich erfahren habe, was Liebe überhaupt ist. Und genau deshalb könntest du mich gar nicht enttäuschen, weil es für mich viel wichtiger ist, dir nahe zu sein, als am Ende zum Orgasmus zu kommen.“ meinte er und nahm mir damit tatsächlich die Angst und rührte mich mit seiner Erklärung beinahe zu Tränen. Ich nahm in einfach in den Arm, drückte mich ganz fest an ihn. „Ich liebe dich, Henry Harper.“ flüsterte ich meinem Freund zu. „Ich liebe dich auch Liv, mehr als alles andere.“

Da Henry schon einmal da war, entschieden wir uns, noch gemeinsam einen Film zu gucken. Henry ging sich den Laptop von Grayson leihen, um sich dort auf seinem Netflixaccount anzumelden. Gemeinsam legten wir uns in mein Bett, ich an mit dem Rücken an seine Brust gelehnt und den Laptop vor mir stehend. Seine Hand war während des Filmes irgendwann unter meinem Shirt gelandet und strich immer wieder zärtlich über meinem Bauch. Dabei fiel es mir immer schwerer, mich auf den Film zu konzentrieren. „Was ist grade passiert?“ fragte ich daher irgendwann Henry, welcher es aber auch nicht wusste. Seine Hand verschwand von meinem Bauch, sodass ich mich zu ihm umdrehen konnte. „Du bist viel interessanter als der Film.“ beichtete er mir und strich zärtlich über meine Arme. Auch meine Hände machten sich selbstständig und fuhren unter sein Shirt, sodass ich seine Bauchmuskeln ertasten konnte. Und was für Bauchmuskeln er hatte Bauchmuskel, sein Basketballtraining machte sich also definitiv bezahlt.

Einem spontanem Impuls heraus griff ich nach dem Saum seinen Shirts und zog es ihm über dem Kopf, um es auf den Boden zu schmeißen. Ich sah meinen Freund an und strich vorsichtig über seinen Oberkörper, ertastete jeden einzelnen Muskel. Als ich in sein Gesicht sah, waren seine Augen geschlossen und er definitiv heftiger am Atmen, ihm schien es also zu gefallen. Mutig ließ ich meine Hände weiter auf Wanderschaft gehen und begann auch irgendwann, Küsse auf seiner Brust zu verteilen. Henry stöhnte leise meinen Namen, das schien ihm also zu gefallen. Eine ganze Weile machte ich weiter, bis Henry sich mit mir gemeinsam umdrehte und nun rittlings auf mir saß. Auch seine Hand wanderte nun zum Saum meines Shirts „Darf ich?“ fragte er mich, worauf ich nur nicken konnte. Mir war plötzlich unerträglich heiß und jedes einzelne Kleidungsstück schien ein Kleidungsstück zu viel zu sein. Das Oberteil gesellte sich zu Henrys auf dem Boden, jedoch interessierte das ganze meinen Freund herzlich wenig. Er sah lieber mich an. Seine Augen wanderten meinen Oberkörper immer wieder entlang. Bei jedem anderen Menschen würde ich mich vermutlich unwohl fühlen, doch bei Henry fühlte ich mich einfach nur … begehrt.

„Weißt du eigentlich, wie wunderschön du bist?“ fragte Henry mich mit einer Stimme, die eindeutig einige Oktaven tiefer als gewöhnlich war. Auch er fing nun an, mir Küsse auf den Oberkörper zu verteilen und, verdammt, wieso hatten wir das noch nicht häufiger getan? Er küsste mein Schlüsselbein, meinen Brustansatz und meinen Bauch, dabei merkte ich jedoch immer mehr, wie sehr der BH störte. Ich dachte gar nicht drüber nach, ich zog das verdammte Ding einfach aus und schmiss es auf den Boden. Henrys Blick glitt zu meinen Brüsten, seine Augen wurden dunkler, sein Atem ging schwerer und ich spürte auch, dass sich in seiner Hose etwas regte. Erregte es ihn wirklich so sehr, mich anzusehen?

„So wunder, wunderschön.“ hauchte Henry, bevor er einmal ganz vorsichtig über meine Brüste strich. Mir entwisch ein Stöhnen. Seine Berührungen waren so unfassbar schön. Kurz wanderte sein Blick nochmal über meinen Oberkörper, bevor er mir wieder in die Augen sah. „Wir müssen jetzt wirklich aufhören, ich kann mich sonst wirklich nicht mehr beherrschen, und ich will, dass unser erstes Mal etwas besonderes wird und wir uns nicht Sorgen machen müssen, dass uns jemand stören könnte.“ meinte er und erinnerte mich daran, dass wir tatsächlich nicht alleine im Haus waren. Oh nein, hoffentlich hatte niemand mitbekommen, was wir hier getrieben hatten. Ich griff also nach meinem BH, welcher glücklicherweise in greifbarer Nähe lag und zog ihn mir an. Henry hatte sich wieder hingelegt, sodass ich mich an ihn kuscheln konnte. Der Laptop neben uns hatte sich mittlerweile ausgeschaltet, war uns aber auch egal.

„Und du findest mich wirklich schön?“ fragte ich Henry, da ich ihn nicht so wirklich glauben konnte. „Nicht nur schön, wunderschön...“ sagte er und schüttelte den Kopf, so als könne er selber nicht glauben, dass er so etwas sagte. „Mensch Livvy, ich werd durch dich wirklich noch zum Romantiker. 70% von allem, was ich heute gesagt habe, hätte ich, bevor ich dich damals am Flughafen gesehen habe, wohl niemals gesagt.“ meinte Henry und lächelte mich an. „Ist das den schlimm?“ fragte ich ihn grinsend. Es freute mich, dass ich die einzige war, bei welcher er solche Sachen sagte. Henry schüttelte darauf den Kopf. „Ist wahrscheinlich einfach ein Zeichen, dass du die richtige für mich bist, immerhin hatte ich niemals bisher das Bedürfnis, jemandem zu sagen, wie sehr ich ihn liebe und dieses Bedürfnis werde ich wohl auch nie wieder bei einer anderen Person als dir haben.“ fügte mein Freund seinem Kopfschütteln noch hinzu und brachte mein Herz damit zum Schmelzen.

________________________

Für eventuelle Fehler entschuldige ich mich. Ich habe eine neue Brille und dadurch noch ziemliche Kopfschmerzen, aber ich konnte einfach nicht mit dem Schreiben warten. Wie viele Kapitel diese Kurzgeschichte haben wird kann ich noch nicht sagen, ich schätze aber mal, so 2-4 Kapitel wird die FF fassen.

Ich hoffe natürlich auch, dass das Kapitel euch gefallen hat:)

Wann das nächste Kapitel kommt kann ich noch nicht sagen, ich denke aber, in den nächsten paar Tagen!:)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast